schwarz-gelbe Anne Will

Immer wieder sonntags…

Bei Anne Will ist es um 21:45 Uhr in der ARD wieder an der Zeit, schwarz-gelbe Beruhigungspillen zum Thema „Sozialstaat“ zu verteilen.

Sie hat sich viel vorgenommen:

  • Wie solidarisch sind die Vorhaben der Regierung?
  • Verabschiedet sich Schwarz-Gelb vom bisherigen Solidarprinzip unserer Gesellschaft?
  • Wird die Freiheit des Einzelnen künftig über das Gemeinwohl gestellt?
  • Oder ist es höchste Zeit, dass die Bürger zu mehr Eigenvorsorge verpflichtet werden, weil der Staat dies nicht mehr leisten kann?

Punkt 3: Der Sozialstaat wird schon in der Fragestellung zum Widerspruch der „Freiheit“ gemacht.

Punkt 4: In der Frage wird die Behauptung untergebracht, die Sozialsysteme seien nicht mehr bezahlbar.

Anne Will wäre keine würdige Christiansen-Nachfolgerin, wenn nicht schon ihre Gästeliste diese Fragen beantworten würde:

Hannelore Kraft (SPD): Pseudo-Oppositionelle, Landesvorsitzende der „SPD“ in NRW

In NRW finden im Mai 2010 Wahlen statt. Frau Kraft gehört zur Pseudo-Opposition der Steinmeiers, Münterferings und Gabriels. Auch sie hält die Agenda2010 und die Hartz-Gesetze für „erfolgreich“, möchte aber angesichts des Abgrundes „ein klein wenig korrigieren“.

Christine Haderthauer (CSU): Als Mitglied einer der 3 Regierungsparteien fällt ihr die Aufgabe der öffentlichen Abwiegelung und Beruhigung zu.

Martin Lindner (FDP): Siehe Haderthauer. Lindner ist im Bundesvorstand der FDP und seit dem 27. September 2009 ein „Neu-Bundestagsabgeordneter“. Selbstverständlich wird er die Gelegenheit nutzen, um seine Bekanntheit sowie seine Stellung innerhalb der FDP-Fraktion zu erhöhen bzw. stärken.

Dieter Lehmkuhl (Millionär): Dieter Lehmkuhl ist als Brauerei-Erbe Millionär geworden. Er arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Sozial-Psychiater an der TU Berlin.

Dieter Lehmkuhl ist Initiator von „Vermögende für eine Vermögensabgabe“!

und dann noch:

Dieter Bolz (Kommunikationswissenschaftler)

Nanu? Was hat denn ein „Kommunikationswissenschaftler“ bei solchen Themen verloren?

Franz Müntefering: „Die Hartz-Gesetze waren gut und richtig, wir hätten sie nur besser kommunizieren müssen!“

Na? Klingelts? Groschen gefallen?

Was sagt er denn so, dieser „Wissenschaftler für Kommunikation“?

  • Soziale Gerechtigkeit: Maske des Neids
  • Teamfähigkeit: Maske des Hasses auf die Erfolgreichen
  • Dialog der Kulturen: Maske der geistigen Kapitulation vor fremden Kulturen

„möchte ich darauf hinweisen, dass sich der Sozialstaat nicht harmonisch mit dem Rechtsstaat verträgt.“ (Wirtschaftswoche 24.05. 2009)

„Die Ausweitung des Wohlfahrtsstaates untergräbt die Eigeninitiative und das Verantwortungsgefühl.“

Ahja…deshalb also dieser „Wissenschaftler“ bei Anne Will.

Wir sehen in dieser Sendung also 3 Vertreter des asozialen Kapitalistenpacks, 1 Vertreterin der neoliberalen Pseudo-„SPD“-Opposition und 1 Vertreter der nie in den Medien erwähnten sozial-bewussten Millionäre.

Wobei die Frage erlaubt sein muss: Soziales Gewissen oder Angst vor einer Revolutionären Situation?

Der Pöbel schaltet ein (sofern er nicht E.T., Stirb Langsam 4 oder Titanic schauen mag) und bekommt eine Meinungsmehrheit von 3 zu 1,5 PRO Schwarz-Gelb geliefert.

Also keine Sorge, liebe Mitbürger: Alles wird gut!

Merkel und Westerwelle werden mit Erhöhung des Schonvermögens für HartzIV-Empfänger Versicherungskonzerne den Sozialstaat stärken und die „Wissenschaft erklärt“, dass die „Unkenrufe des Sozialabbaus“ doch nur Neiddebatten der Nicht-Leistungsträger sind. Die einzige „Oppositionsvertreterin“ wird sich der Lächerlichkeit preisgeben und der Millionär soll vermutlich das Feigenblatt der „sozialen Reichen“ darstellen.

Jede Wette, das seine Initiative „Vermögende für eine Vermögensabgabe“ mit der Lüge „10% zahlen 50% der Steuern“ als „überflüssig“ dargestellt wird.

.

PS: Zeitgleich zu Anne Will liefert 3sat die „ZDF-History“ Das deutsche Wirtschaftswunder des berüchtigten Guido Knopp.

Der „Historiker“ Knopp ist Sohn einer schlesischen „Vertriebenen“-Familie und war schon als Redakteur für Springers WELT und die rechtsliberale FAZ tätig.

Er hat einen dramaturgischen Hang zu historischen „Leistungsträgern und Eliten“, ohne dabei die Hintergründe und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Christian Buß im Spiegel zu Knopps „Die Kinder der Flucht“:

Befremdlich ist, dass die Macher vor lauter aufrechter Rührung eine bisweilen heikle Perspektive auf die Täter haben.

Kaum vorstellbar, dass von den friedliebenden Deutschen in „Die Kinder der Flucht“ in Wahrheit ein Angriffskrieg ausgegangen ist.

War das „Wirtschaftswunder“ das Werk „fleißiger deutscher Fabrikbesitzer“ oder das Ergebnis eines US-finanzierten „kapitalistischen Schaufensters gen Osten“?

Guido Knopp schreibt mal wieder Geschichte. Siegergeschichte.

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2 Kommentare - “schwarz-gelbe Anne Will”

  1. bojenberg Says:

    Menschen bei Maischberger war auch wieder so eine INSM Veranstaltung. Gysi mueht sich redlich, kann gegen den geballten Schwachsinn (Sinn, Baring) nicht an!

    gugstdu!

    *Seuftz*

  2. Gioconda Says:

    Die Sendung war schlimmer als ich mir vorstellen konnte. Entsetzen pur. Umwertung aller Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Umdeutung aller Begriffe (Freiheit etc.). Und die fiesesten Thesen des unsäglichen Bolz bekommen auch noch Applaus! Statt empörter Aufschreie – Applaus!

    Das ist nicht mehr mein Land.


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