Geschichte vom Bernd

raffelhueschen_klein

August 2109

Es war einmal…

Vor 100 Jahren (oder mehr) gab es einen gar lustigen Gesellen. Seine Mama nannte ihn Bernd und schickte den blonden Lockenkopf in die Schule, so wie es damals bei allen Kinderlein üblich war.

Der kleine Bernd begriff sehr schnell, dass man in der Schule immer brav auswendig Gelerntes aufsagen musste, um von den Lehrern gemocht zu werden. So bekam er im logischen Denken starke Defizite, aber war dennoch der Liebling seiner Lehrer.

Nachdem er 13 Jahre lang brav war und sich der Meinung seiner Lehrer über die pösen und garstigen „68er“ angeschlossen hatte, durfte er das Abitur machen und anschließend an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Lehre von der Volkswirtschaft studieren.

Aber mit dem Thema „Volkswirtschaft“ war der nette Bernd mit den blonden Locken völlig überfordert. Er begriff überhaupt nichts, so das er bis zu seinem Doktor-Titel satte 24 Semester brauchte. Um den Ehrentitel „Professor“ tragen zu dürfen, benötigte Bernd hingegen nur 6 Jahre.

Warum das so schnell ging?

Inzwischen hatten die „alten Lehren“ aus dem 3. Reich (und davor) wieder Gültigkeit in der „Wissenschaft“ bekommen, nachdem man sich der Last einer „Sozialen Marktwirtschaft“ durch Abschaffung der Systemkonkurrenz am 3. Oktober 1990 entledigt hatte.

Es gingen einige Jahre ins Land, bis Bernd die Möglichkeit sah, mit seinen dummen (von keinerlei Kenntnis geprägten) Floskeln und Phrasen so richtig Kasse zu machen.

Nachdem ein unterbelichteter, bis über beide Ohren korrupter Rechtsanwalt aus Hannover den Thron im Kanzleramt des Königreiches bestiegen hatte, wurde mit einer königlichen Schrift „Agenda2010“ die Macht über das Königreich auf die jenigen übertragen, welche das größte Vermögen besaßen. Offiziell nannte man diesen Zustand immer noch „Demokratie“, aber in den Lexika dieser Zeit wurde dafür der Begriff „Faschismus“ verwendet.

Da unser blondgelockter Bernd nie ganz hell im Kopfe war, tat er das, was er schon immer gut konnte: Gegen eine Belohnung plapperte er wie ein Papagei alles nach, was ihm seine Geldgeber vorsagten.

Bernd wurde von ein paar finsteren Gestalten mit dicken Brieftaschen in ein stilles Kämmerlein gelockt. Dort erzählten sie ihm von ihrem Plan, die gesetzliche Rentenversicherung mit ihrem Umlauf von 200 Milliarden Euro in ihre eigenen Taschen umzuleiten, um damit noch viel viel reicher und mächtiger zu werden.

Die Verteter der Banken und Versicherungskonzerne lächelten verschmitzt: „Du musst nur das tun, was du schon immer gut konntest: Ohne Nachzudenken einfach aufsagen, was dir eingeflüstert wird. Dein Titel „Professor“ wird uns dabei helfen, unsere Pläne als „wissenschaftlich begründet“ aussehen zu lassen!“

Und so geschah es dann: Plötzlich fand sich Bernd in diversen Aufsichtsräten einiger Versicherungskonzerne (ERGO, Victoria etc) wieder und wurde sogar zum „Botschafter“ ernannt. Natürlich wurde er nicht wirklich Botschafter der Diplomatie, sondern nur Botschafter einer faschistisch-kriminellen Vereinigung mit dem Namen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, INSM.

Bernd wurde schon bald zum Fernseh- und Medienstar. Es verging kaum ein Tag, an dem er nicht gefilmt oder fotografiert wurde, während er von seinen Zettelchen immer wieder die Worte „Altersarmut“, „Demografie“, „Rentenreform“, „Globalisierung“ und ähnliches vorlas.

Nachdem etwa 12 Mio Menschen auf seine Lügen und seine angebliche „Wissenschaft“ hereingefallen waren, bekam Bernd ein großes Problem: Eine kleine Finanzmarktkrise sorgte dafür, dass sich seine Versprechungen als das heraustellten, was sie schon immer waren: Heiße Luft eines Versicherungs-Lobbyisten!

Da tauchte am Horizont ein Hoffungsschimmer auf: Das Kapitalistenpack hatte sich dazu entschlossen, die unter ihrer Regie amtierende Königin Merkel noch ein paar Jahre mehr an ihren Fäden baumeln zu lassen. Die Königin Angela hatte sich bisher schon als zuverlässige Marionette ohne die geringste eigene Meinung oder Kompetenz das Wohlwollen der Herrscher erworben und sollte nun mit einem asozialen Stiefelllecker mit dem Namen Guido weiterregieren.

Man sah sich in seinen Plänen schon erfolgreich, als ein Paritätischer Wohlfahrtsverband eine sogenannte „Armutskarte“ veröffentlichte.

Groß war das Erstaunen! Viele Menschen begriffen so langsam, dass ihre Armut nicht trotz, sondern wegen des Reichtums einer Handvoll Leute so gravierend war.

Aber das hinderte das reiche Kapitalisten-Gesindel nicht daran, an ihren Plänen festzuhalten.

Bernd bekam einen Anruf und und führt sein schändliches Werk fort. Er stahl diese Armutskarte, malte ein wenig darauf herum und hielt sie stolz als „Renten-Atlas“ den Medien und den Menschen vor die Nase.

rentenatlas

Der Plan funktionierte. Nachdem man den Medien ein paar lukrative Werbeanzeigen in Aussicht gestellt hatte, schrieben und redeten sie wieder tagelang von „Demografie“, „Altersarmut“ und „privater Altersvorsorge“.

Auch Bernd freute sich. Er tauchte wieder als „Experte“ in der Öffentlichkeit auf und kaum jemand erfuhr, das seine „wissenschaftliche“ Arbeit nichts anderes als ein Werbeflyer des Kapitalvampirs „Union Investment“ war.

Allerdings gab es da noch einen kleinen bösen Zwerg, der tief im Unterholz des Waldes wohnte. Niemand kannte seinen Namen, alle nannten ihn nur „wareluege“. Vermutlich, weil „Rumpelstilzchen“ schon vergeben war…

Dieser Gnom mochte den netten Bernd mit seinen blonden Locken gar nicht. Also tat er das, was er am liebsten tut: er zweifelte an der Aufrichtigkeit des „Experten“.

Und siehe da…er wurde fündig:

Es war gerade ein paar Tage her, da äußerte sich Bernd in einer beliebten, aber dennoch völlig verlogenen und neofaschistischen Zeitung: der BILD.

Dort vertrat man schon seit vielen Jahren die Meinung, das Ostdeutsche minderwertiger Pöbel sei, welche bis ans Ende der Zeit für die Schmach „DDR“ und „Mauerbau“ bestraft werden musste. Zu dieser Meinung gehörte auch das Rentenstrafrecht. Wer das Glück hatte, BILD-frei aufzuwachsen, musste unbedingt durch Kürzungen bei Sozialleistungen, Löhnen und Renten bestraft werden.

Und so kam es, das sich Bernd und BILD darüber beklagten, das mit einer Rentenerhöhung zum 1. Juli 2009 der Abstand zwischen Ost- und Westrenten verringert wurde.

Das Rentenniveau ist im Osten weiterhin viel höher als im Westen! Im Schnitt kassieren Rentner in den neuen Ländern 1043 Euro gesetzliche Rente im Monat, im Westen sind es 967 Euro.

Das schrieben sie in ihrem Hass und ihrer Hoffnung, selbige Entwicklung noch irgendwie aufhalten zu können.

Und um ihre vom Allianz-Konzern bezahlte Propaganda noch zu verstärken, ließ BILD auch noch das Pack vom DIW zu Wort kommen:

„Die Ost-Renten müssten ökonomisch gesehen viel niedriger als im Westen sein.“

Dieser innerdeutsche Sozialrassismus macht den Zwerg „wareluege“ nicht nur wütend, sondern auch sehr nachdenklich:

Wenn das Rentenniveau im Osten weiterhin viel höher als im Westen ist, warum hat der „Rentenexperte“ Bernd dann auf seinem „Renten-Atlas“ den Osten nicht grün, sondern rot angemalt?

Merkwürdig…wo doch die Rotfärbung auf eine Hungerrente von weniger als 820 Euro im Monat hinweist!

Ob es wohl daran liegt, dass man hofft, den Bewohnern der ostdeutschen Kolonie noch mehr sinnfreie Privatrenten aufschwatzen zu können?

Wie kommen diese Betrüger, Spekulanten und Abzocker nur auf eine solch hirnrissige Idee?

Nicht nur, dass die Ossis durch ihre Schulbildung über das Wesen des Kapitalismus informierter sind, ihnen fehlt auf Grund der bisherigen Kolonialpolitik auch noch das Geld, um westdeutsche Versicherungskonzerne zu mästen und ihre Aktionäre und „Experten“ noch reicher zu machen.

Und wenn er nicht gestorben ist, grübelt der Gnom immer noch im Unterholz des Waldes und rauft sich die Haare…

gnom

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2 Kommentare - “Geschichte vom Bernd”

  1. geheimraetin Says:

    Wahrlich Ware Lüge, du bist ein gänzlich guter Märchenschreiber! Mich deucht, es liegt viel Wahrheit in deinen Zeilen…

  2. cubi Says:

    ja der bernd. sehr geil ist sein outing in „Die Rentenlüge„. schade, das soviele buerger auf jene buettel der industie reinfallen. es zeigt imho aber auch das mass der beeinflussung durch die abhaengig beschaeftigten der mainstream-medienlandschaft. bin gespannt, wie lang die kleinen öko-schollen, wie auch diese hier, frei beackert werden duerfen, bevor sie von zustaendigen staatsorganen umgepfluegt werden.


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