Moral des Kapitals

Die unmenschliche Diktatur des Kapitals steckt in einer tiefen Legitimationskrise.

Wie Schneeflocken im Frühling schmelzen die bekannten Legenden von „Freiheit, Demokratie und Wohlstand für Alle“ dahin.

Obwohl aktuell weder eine Diskussion über das gierige Kapitalistenpack und ihre anständigen vorständigen Handlanger die Medien beherrscht, lässt der Focus den Ex-Cheflobbyisten des Kapitals, Hans-Olaf Henkel, seinen Aberglauben von der „Moral des Kapitals“ lang und breit verkünden.

Obwohl der Focus sich Mühe gibt, einen kritischen Anschein zu erwecken, bleiben die Fragen an Henkel auffallend oberflächlich, fast schon wohlwollend.

„Gier liegt im Wesen des Menschen“

Sagt Hans-Olaf. Soso…

Wäre Gier eine natürliche Eigenschaft, die Menschheit hätte sich schon vor 5 Mio Jahren selbst abgeschafft. Nicht bewusst, aber durch die „Nebenwirkungen“ dieser Gier.

Der „Frankfurter Zukunftsrat“ ist eine Propaganda-Institution des Frankfurter Bankenviertels. Zu diesem „Rat“ gehören Extremisten Experten wie Friedrich Merz, Wolfgang Clement und Roman Herzog.

Also bekannte Persönlichkeiten der Politik, welche schon mehrfach den Nobelpreis für Menschlichkeit erhalten haben. 😉

Dieser „Frankfurter Zukunftsrat“ (eng verbunden mit INSM und Bertelsmann-Stiftung) hat vor ein paar Wochen eine beeindruckende Pressemitteilung (pdf) herausgebracht. Darin ist zu lesen, dass der „wissenschaftliche“ Nachweis eines Gier-Gens erbracht wurde. Kein Scherz!

Somit gelten alle Kapitalisten, Rendite- und Bonusbzocker als völlig unschuldig, da sie ja „Opfer ihrer Gene“ geworden sind. Nicht geklärt wurde die Frage, ob Bankräuber vor Gericht ebenfalls ein solches Gen geltend machen können. Aber diese „Wissenschaftler“ wurden ja auch nicht von Bankräubern, sondern Bankern bezahlt, gelle?

Aber zurück zum „Wirtschaftsfachmann“ Hans-Olaf Henkel:

Herr Wiedeking hat doch sogar einen rechtlichen Anspruch auf eine noch höhere Abfindung gehabt. Das sind vertraglich festgelegte Ansprüche, und die sind zu erfüllen.

Das gilt nur für Manager und ihre Auftraggeber! Nicht dass noch ein normaler Bürger denkt, das würde auch für ihn gelten! Für normale Bundesbürger gelten andere Spielregeln. Da wird man schonmal wegen des „Diebstahls“ von Elektrizität im Wert von einem Hunderstel Cent (!) fristlos gefeuert.

Natürlich drückt Porsche ein immenser Schuldenberg. Aber die Probleme wären doch nicht aufgetaucht, wenn die Bundesregierung nicht gegen die Richtlinien der Europäischen Kommission gehandelt und das VW-Gesetz erhalten hätte.

Hä? Was redet der Typ da für einen Stuss? Haben Bundesregierung oder EU-Kommission die Familie Porsche etwa gezwungen, auf Kredit VW zu übernehmen? Skandaaaaal!

Oder könnte es vielleicht auch daran liegen, das sich das Kapitalistenpack aus Prinzip nicht um geltende Gesetze kümmert? Das sie sich ihrer Macht bewusst sind, Gesetze nach eigenem Ermessen erlassen oder auch abschaffen zu können? Was bedeutete nochmal das Wort „Demokratie“?

Die Abfindung steht Herrn Wiedeking laut Vertrag zu. Zudem haben die Porsche-Familien während seiner Amtszeit Milliarden verdient! Daran stört sich komischerweise niemand.

Naja…“niemand“ ist wohl nicht ganz richtig. Aber wenn die Einheitsmedien von einer Handvoll Reichen „regiert“ werden, kommt „niemand“ darin auch nicht vor. Dabei hat „niemand“ einen Namen: die Linke. Aber wen juckt schon, was diese Populisten und Demagogen erzählen, wenn doch BILD & Co die einzig gültige Wahrheit verkünden?

Warum regt man sich eigentlich nicht mit der gleichen Energie über die Gehälter von Fußballspielern, Formel-1-Rennfahrern oder Schauspielern auf?

Ganz einfach, Hans-Olaf: Diese Leute sind keine Kapitalbesitzer mit der Macht zur Erpressung und Ausbeutung anderer Menschen. Deren Geldquellen sind (mehr oder weniger) freiwillig, während Arbeitnehmer zur Ableistung unbezahlter Arbeit gezwungen werden.

Wenn die Politik meint, dass die Leute nicht mehr verdienen sollen, dann soll sie meinetwegen die Spitzensteuersätze auf 90 Prozent anheben. Sie wird schon sehen, was sie davon hat. Der Leistungsbereitschaft tut das mit Sicherheit nicht gut.

Merkwürdig…. sonst war der Herr Henkel jahrelang fest davon überzeugt, das (z.B. bei Arbeitslosen) nur massive Armut die „Leistungsbereitschaft“ erhöhen würde. Ebenso bei Geringverdienern, Leiharbeitern und Teilzeitkräften. Und nun ein solcher Sinneswandel?

Mitnichten…Hans-Olaf ist einfach nur ein Wirtschaftsfascho.

Es wird immer wieder unterstellt, dass die Gier die Ursache für die große Finanzkrise war. Auslöser ist nicht die Gier, sondern paradoxerweise eine verfehlte Sozialpolitik in den USA. Die Banken wurden von der Politik regelrecht gezwungen, ohne Ansehen der Person Kredite für Hypotheken auszugeben.

Natürlich sind uns allen noch die Fernsehbilder in Erinnerung, als das FBI zusammen mit den Marines in die Banken gestürmt ist, um die armen Banker zur Herausgabe von Krediten und Hypotheken zu zwingen. Uns ist auch noch die Aufregung der Experten wie Henkel bekannt, als diese üblen Machenschaften der kommunistischen Diktatur der USA bekannt wurde.

Was sagte er damals?  „Seht, was der Kommunismus in den USA für ein schändliches Werk wider die Freiheit vollbringt!

Gier dagegen lag immer schon im Wesen des Menschen. Wer gibt sich denn mit dem zufrieden, was er hat?

Jaja…die Gier-Legende. Alles nur Neider, diese Genfreien! Hans-Olaf…auch für dich nochmal zum mitschreiben: Gier beginnt da, wo der Verstand aussetzt. Gier ist also keineswegs „natürlich“, sondern eine Geisteskrankheit.

Im Wesen des Menschen liegt das Streben nach Zufriedenheit, nicht die Gier.

Niemand würde doch zu seinem Chef sagen: „Ich brauche nicht mehr Geld, ich komme gut mit meinem jetzigen Lohn aus.“ So etwas liegt nicht im Wesen des Menschen,

Von der ersten bis zur letzten Minute seines BDI-Amtes hat er das Gegenteil behauptet, um „Arbeitsplatzsicherung per Lohnverzicht“ fordern zu können. DAS war für ihn völlig normal und selbstverständlich.

Und wenn sich die Gehaltsstruktur der Vorstände eines Unternehmens so plötzlich bewegt, ziehen andere Konzerne nach. Und so kommt es zu einer Aufwärtsspirale.

Das nannte man „globaler Wettbewerb“ und führte zu zahlreichen Reformen der Agenda2010. Von der Abschaffung von Vermögens- und Heuschreckensteuern bis hin zur mehrfachen Absenkung der Spitzensteuersätze.

Die „Gegenfinanzierung“ musste typischerweise über die Abschaffung der Sozuialsysteme erfolgen.

Mittendrin statt nur dabei: Marktschreier Hans-Olaf Henkel

Diese Argumentation – „Wir müssen unsere Leute international konkurrenzfähig bezahlen“ – ist Blödsinn. Der deutsche Vorstand konkurriert nicht mit ausländischen Vorständen.

Echt? Henkel…du bist ein linksradikaler Populist und Demagoge! Wirtschaftsexperten „wissen“ seit vielen Jahren, das deutsche und schweizerische Manager „Leistungsträger und Eliten“ sind, welche man unbedingt vor der Verwandlung in scheue Rehe schützen muss. Wie kannst du nur behaupten, die Ackermänner, Wiedekings und Mehdorns fänden nur in Deutschland genug Deppen, von denen sie „verdientes“ Geld fordern können?

Immer diese kommunistisch-ideologisierten BDI-Präsidenten in diesem Land…also nee.

FOCUS Online: Knapp 70 Prozent glauben nicht mehr daran, dass die Aussage gilt: „Was gut für die Wirtschaft ist, ist auch gut für die Bevölkerung.“

Henkel: Und bei den Zuhörern Oskar Lafontaines wächst diese Zahl nach seiner Rede bestimmt auf 100 Prozent. Dadurch wird es nicht richtiger. Wissen Sie, mir ist eigentlich egal, was die Menschen in Umfragen sagen. Warum soll ich mich an etwas orientieren, das nicht die Ursache, sondern die Folge jahrelanger Verunglimpfung unseres Wirtschaftssystems ist?

Was für ein widerlicher Heuchler! Schon immer hat das Kapitalistenpack (manipulierte) Umfragen benutzt, um die Politik zu erpressen und die Bevölkerung zu betrügen.

Und natürlich ist die Legitimationskrise des Kapitalismus nur die Folge einer verunglimpfenden Medienkampagne der Kommunisten, welche bei BILD, Bertelsmann und INSM die Macht übernommen haben. Alles klar, Hans-Olaf!

Das Trommelfeuer vieler Ideologen sorgt dafür, dass immer mehr Menschen glauben, dass das, was bei den Banken passiert ist, typisch für die Wirtschaft ist. Wir leiden unter dieser Propaganda, und darunter leidet die Akzeptanz unseres Wirtschaftssystems. Das ist ungerecht, aber offensichtlich politisch gewollt.

Achjaaa…wie traurig! Seit Lafontaine und Gysi täglich 4stündige Reden im staatlichen Zwangsfernsehen halten, wird die Ungerechtigkeit gegenüber den Kapitalisten immer größer!

Dabei bestehen doch überhaupt keine Zweifel darin, dass Kapitalismus die einzig denkbare Garantie für „Freiheit und Wohlstand“ ist, nicht wahr?

Jeder, auch Politiker, war von ihrem (Frau Schaeffler) Konzept, neben Bosch einen weiteren international wettbewerbsfähigen Automobilzuliefererkonzern aufzustellen, begeistert! Die deutsche Automobilindustrie unterstützte dieses Projekt mit Elan.

Ja…ich kann den Jubel heute noch hören: „Hurra! Endlich ein neuer Großkonzern, dessen Monopolstellung uns Autokonzernen so richtig viel Kohle kosten wird!

Nicht Frau Schaeffler, sondern die heuchlerische Presse und wankelmütige Politiker sind für mich Beispiele für die Dekadenz des deutschen Wirtschaftssystems.

Hans-Olaf…würdest du dich bitte in eine Irrenanstalt begeben und nie wieder herauskommen? Danke!

Nehmen Sie die Bonuszahlungen. Sicher haben die Medien daran keine Schuld.

Ach nicht? Und was war mit den Medienhuren Christiansen & Co? Jahrelang haben die Medien zugelassen, dass INSM und Kohorten überall verbreiten konnten, es käme zum Weltuntergang, wenn man Manager nicht höher bezahlt als im Rest der Welt, weil sie sonst weglaufen würden.

Ist aber nett von dir, deine Mediennutten nochmal in Schutz zu nehmen. Vor allem der Focus hat deinen Beistand bitter nötig!

Ich finde zum Beispiel die Pläne der Bundesregierung vernünftig, den ganzen Aufsichtsrat über die Gehälter entscheiden zu lassen und nicht nur ein kleines Gremium.

Da ist sich Herr Henkel mit Frau Schaeffler einig. Aus diesem Grund will sie sich ja mit ihrer „Personalpolitik“ die Mehrheit im Conti-Aufsichtsrat verschaffen. Gleiches gilt für Porsche bei VW.

Und was sagt uns das? Die Pläne der Bundesregierung sind nur heiße Luft zur Beruhigung des Pöbels…ändern wird sich damit nichts.

Die Verantwortlichen in der Realwirtschaft wollen Dividenden erwirtschaften, Arbeitsplätze schaffen, Marktanteile vergrößern, vor allem wollen sie gewinnen.

Das mit dem „Arbeitsplätze schaffen“ hat er auch nur als Gewohnheits-Floskel eingefügt. Kein Mensch zweifelt daran, das Unternehmer bemüht sind, stets mit sowenig Personal wie möglich die Gewinne zu steigern. Anders wäre der letzte Boom der Leiharbeit auch gar nicht zu erklären.

Die Marktwirtschaft ist anders als die Planwirtschaft kein starres System, sondern ein Organismus, der sich verändert.

Jaja…

Seit 300 Jahren haben sich Prinzipien, Regeln und Propaganda des Kapitalismus nicht verändert. Inzwischen ist sogar der nächste Schritt zum Faschismus vollzogen, ohne das es groß aufgefallen wäre. Wie entwicklungsfreudig der „Organismus Kapitalismus“ ist, erkennt man gut an der uneingeschränkten Gültigkeit von Karls Analysen im „Kapital“:

„Was könnte die kapitalistische Produktionsweise besser charakterisieren als die Notwendigkeit, ihr durch Zwangsgesetz von Staats wegen die einfachsten Reinlichkeits- und Gesundheitsvorrichtungen aufzuherrschen?“ – Das Kapital

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One Comment - “Moral des Kapitals”

  1. Oberlehrerin Says:

    Hallo wareluege,

    ich bin vor ein paar Tagen zum ersten Mal auf Ihren Blog gestoßen. Ich mag Ihre Wut und Ihren Spott. Mir würde das alles noch viel besser gefallen, wenn Sie sich mal den Unterschied zwischen „das“ und „dass“ zu Gemüte führen würden. Nix für ungut 🙂

    http://www.dass-das.de/

    Weiter so und schöne Grüße!


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