RWI-Spiegel

Spieglein Spieglein an der Wand, was ist nur geworden aus diesem Land?

Nachdem nun zahlreiche Humanisten wie Hundt, Hüther, Straubhaar & Co der Politik im Auftrag der Kapitalisten eine flächendeckende Absenkung der Löhne und Sozialleistungen befohlen haben, darf nun das wirtschaftseigene RWI auch mal an die Front.

Entsprechend seiner Satzung verfolgt das Institut ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, insbesondere wissenschaftliche Zwecke.

Das RWI wird zwar auf Grund dieser Lüge „Satzung“ zum größten Teil aus Steuergeldern finanziert, arbeitet aber ausschließlich als Propagandaeinrichtung für den BDI.

Dieses Institut gehört zu den „wissenschaftlichen Quellen“ der allseids bekannten und beliebten INSM.

Auf Spiegel-Online dürfen nun RWI-Präsident (und „Wirtschaftsweiser“!)  Christoph M. Schmidt und sein Berliner Aussenposten Jochen Kluve weitere Befehle an die aktuellen und zukünftigen Untertanen in der Bundesregierung ausgeben.

Im Schießbefehl zur Endlösung der Sozialstaatsfrage steht:

Haltet den Arbeitsmarkt flexibel!

Die Politik muss alles tun, um den Jobmarkt flexibel zu gestalten – und das bedeutet ein klares Nein zu Mindestlöhnen.

Nach dieser aufregenden reisserischen Überschrift des stramm-rechten Spiegels dürfen sich die Brüllaffen der II. deutschen Diktatur des Kapitals nach 1933 in einem „Kommentar“ der Befehlsausgabe widmen:

Beschäftigung kann bei gleichzeitigen Lohnerhöhungen nur stabil bleiben, wenn die Arbeitsproduktivität entsprechend steigt.

Nach dem statistischen Bundesamt ist die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen in Deutschland von 1991 bis 2006 um 22,5% gestiegen. Die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde ist gestiegen um 32,4%. (Quelle: Wikipedia).

Kann sich irgendjemand daran erinnern, das die Löhne und Gehälter zwischen 1991 und 2006 um 22,5% bzw. 32,4% gestiegen sind? Oder die Zahl der (richtigen) Arbeitsplätze?

Ich kann an den für diesen Zeitraum erstellten Statistiken nur ablesen, das die Entlohnung um ca. 12% gesunken(!) ist. Macht nach den Lehren wirtschaftsunabhängiger Mathematik eine Differenz von 34,5% bzw. 44,4% zwischen gestiegener Produktivität und gesunkenen Einkommen. Inzwischen sind die Löhne Dank diverser HartzIV-Versklavungen noch weiter gefallen.

Und das die „Beschäftigung stabil geblieben“ sei, kann nun auch niemand behaupten. Im Gegenteil: Auch in den vergangenen „Boom-Jahren ist trotz Ausweitung der Sklaverei in Leiharbeitsfirmen die Arbeitslosigkeit drastisch angestiegen.

Autos kaufen nunmal keine Autos…

Käme dazu noch ein flächendeckender Mindestlohn, wäre das Gift für die Erwerbstätigkeit in Deutschland.

Jaja…der Weltuntergang naht!

Denn selbst in wirtschaftlich besseren Zeiten würde ein solcher je nach Höhe nennenswerte bis massive Beschäftigungsverluste verursachen – und das vor allem bei Arbeitnehmern mit geringer Qualifikation.

Nicht die Qualifikation bestimmt den Lohn, sondern der Arbeitsplatz. Ein Super-Hightech-Ingenieur hat nach den Hartz-Reformen genausowenig Anspruch auf eine qualifizierte und bezahlte Arbeit wie ein einfacher Facharbeiter. Da aber mit dem gleichen Unfug als „Argumentation“ schon diese „Arbeitsmarktreformen“ durchgeführt wurden, ist der Beweis erbracht, das sich deutsche Politik-Marionetten DOCH von Terroristen erpressen lassen.

Zwar erhalten sie im Aufschwung vergleichsweise schnell einen neuen Job, aber sie verlieren ihn im Abschwung auch ebenso häufig wieder.

Nanu? Hä? Haben diese RWI-„Experten“ nicht höchstpersönlich jahrelang lamentiert, der Arbeitsmarkt mit seinem Kündigungsschutz würde Einstellungen wie Entlassungen verhindern und daher die Arbeitslosigkeit steigen lassen?

Und nun erklären sie doch glatt das Gegenteil. Ja..was denn nun, ihr Holzköpfe?

Und nicht zuletzt richten sich die Flexibilisierungsmaßnahmen der Hartz-Reformen gerade an Langzeitarbeitslose, deren Qualifikationen während ihrer Arbeitslosigkeit zumindest zum Teil verlorengingen.

Das mit dem „zum Teil“ ist im SGB II vollständig abgeschafft worden. Wieder ein Beweis dafür, dass beim RWI der totale Realitätsverlust herrscht.

Ausserdem…zum HartzIV-Opfer wird man nach einem Jahr Arbeitslosigkeit, nicht nach einer „Qualifikationsprüfung“. Jegliche Qualifikation wird mit Abgabe des AlgII-Antragens automatisch annulliert.

Aber genau diese Flexibilisierung macht eben auch die einfachere Beendigung von Arbeitsverhältnissen möglich.

Und morgen behaupten sie wieder das Gegenteil, wenn es um die gänzliche Abschaffung des Kündigungsschutzes geht.

Obwohl…inzwischen haben allein in diesem Jahr zahlreiche Fälle bewiesen, das die Willkür beim „Heuern und Feuern“ keine gesetzlichen Grenzen mehr kennt. Gab es vor ein paar Monaten noch Aufregung um einen Kündigungsgrund von (vermuteten) 1,30€, wird im August 2009 schon für 0,014 Cent entlassen. Das ist dann wohl die Neue Soziale Marktwirtschaft, oder?

„Eskalation in Beschäftigung hinein“: Zeitarbeitsregelungen, Anreize zur Beschäftigungssuche.

Das heißt: Verzicht auf Mindestlöhne und eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes und keine Verlängerung des ALG-I-Bezugs.

Boah…das muss man erstmal sacken lassen.

5 Valium später:

Ganz offensichtlich geht es diesem Faschistenpack nicht um die Schaffung bezahlter, menschenwürdiger Arbeitsplätze!

Diese Drecksäcke wollen eine Eskalation des Drucks auf Arbeitslose und Arbeitnehmer im „Wettbewerb um einen Arbeitsplatz“. Diese „Wissenschaftler“ und ihre stinkreichen Auftraggeber sind erst dann zufrieden, wenn es einen „modernen“ Arbeitsmarkt nach dem Vorbild der „Arbeit macht frei“-Einrichtungen der Nazis und ihrer damaligen Auftraggeber gibt.

Früher hat man solche „Experten“ auf den Straßen erschlagen oder unter die Guillotine gelegt…heute dürfen sie wieder öffentlich Gesetze befehlen.

Denn es besteht kein Zweifel, dass Länder mit sehr flexiblem Arbeitsmarkt wie die USA, in denen die Krise sehr schnell zum Anstieg der Arbeitslosigkeit führt, diese bei beginnendem Aufschwung ebenso schnell wieder abbauen.

Vorbild USA? Ist das nicht das Kommunisten-Regime, in dem G.W.Bush als anerkannter Merkel-Freund gleich zu Beginn der Krise die Mindestlöhne um 30% erhöht hat?

Oh man…wenn das die „Wirtschaftsexperten“ vom RWI wüssten!

Damit wird Humankapital vor der Abschreibung gerettet.

Humankapital? Abschreibung?

Liebe RAF…ich flehe dich an: Erlöse uns von diesem Faschisten-Gesindel! Sie sind schon wieder dabei, ihre Lohnsklaven als Unter- und Nicht-Menschen zu bezeichnen und zu behandeln.

Und innovative Unternehmen können aus der Krise heraus nicht hinreichend expandieren, weil benötigte Fachkräfte durch Kurzarbeit in anderen, weniger innovativen Unternehmen gebunden werden.

Hmmm…wie war das noch gleich in der unfehlbaren „Marktwirtschaft“ mit Angebot und Nachfrage?

Warum sollen die „innovativen“ Unternehmen nicht mit besseren Arbeitsbedingungen locken? Weil es für deren Kapitalisten billiger ist, selbiges „Humankapital“ erstmal mit HartzIV auszuhungern und damit billig und willig zu machen?

Kapitalismus ist Mangelwirtschaft. Es mangelt sogar an Menschlichkeit.

Weitere Befehle des RWI an die Politik-Marionetten:

  • Debatte über Mindestlöhne einstellen
  • Bezug von ALG I nicht verlängern
  • Zeitarbeit und geringfügige Beschäftigung nicht nur erhalten, sondern in die normalen Beschäftigungsverhältnisse bringen
  • Lockerung des Kündigungsschutzes

produktivitaet

*

Am 27. September sind Wahlen!

parteispenden_2008

Parteispenden 2008 aus Unternehmen in Mio Euro

Wer die Musik bezahlt… 😉

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One Comment - “RWI-Spiegel”

  1. Michael Mugge Says:

    Schöner Artikel, die Herren Wirtschaftsexperten sind sich mittlerweile echt für gar nichts mehr zu schade…


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