Neulandrebellen???

Achtung! langer Text! 

Da bin ich also wieder. Nach ca. 6 Jahren im „Lebens-Neuland“ habe ich es leider nicht geschafft, mich der allgemeinen Verblödung anzupassen und zu einem braven Bürger zu werden.

Ich war (neben meiner Arbeit von mehr als 60h/Woche für einen halben Fingerbreit überm Mindestlohn) nicht ganz untätig. Ich habe versucht, meine unzüchtigen Gedanken und alternativen Meinungen in den Kommentarspalten der seriösen Medien unterzubringen. Und da wir in einem freien Land leben (so mit Meinungsfreiheit und so…) dauerte es dann auch nie lange, bis die Meldung kam „Ihr Account ist für die Kommentarfunktion gesperrt“. Zuletzt beim tragenden Pfeiler der Atlantikbrücke „ZEIT“. Dabei hatte ich nur gefragt, wieso den Palästinensern immer unpolitischer „religiöser Fanatismus“ vorgeworfen wird, während es niemanden interessiert, wenn der israelische UN-Botschafter bei der UNO die Siedlungs- und Vertreibungspolitik mit der Bibel in der Hand verteidigt. Das Ergebnis sah 30 Minuten später so aus:

kommentarfunktion zeit

Nun denn…

Irgendwann muss es ja doch mal raus und so hinterlies ich ab und zu mal einen Kommentar bei den Neulandrebellen. Nicht sehr befriedigend, Texte zu kommentieren, deren Ansichten man teilt. Mehr als ein „is so“ kommt da nicht.

systemkonformer Neulandrebell

Während meiner täglichen G20-Mediensichtungen landete ich natürlich auch bei den Neulandrebellen (neuer Tab) . Der Neulandrebell Tom Wellbrock bescherte mir allerdings unerwarteter Weise eine herbe Enttäuschung. Seinen „rebellischen“ Text hätten auch BILD, WELT, FAZ usw. problemlos veröffentlicht. Ganz auf Linie wettert er blindwütig gegen den „Schwarzen Block“ und deren Randalierer. Und ebenso systemkonform mit teilweise haarsträubend unlogischer Argumentation:

Erinnert Ihr Euch, wogegen Ihr demonstriert? Oder wofür? Habt Ihr darüber überhaupt mal nachgedacht? Gegen die Folgen des Klimawandels?

Na sicher doch… Intelligente Menschen halten „die Folgen des Klimawandels“ naturgemäß für eine Abfolge physikalischer und chemischer Prozesse, welche ausschlielich den Naturgesetzes unterworfen sind. Gegen Naturgesetze zu demonstrieren halte ich für ziemlich überflüssig.

Oder meinte Wellbrock vielleicht die Klimaflüchtlinge, welche von ihren überfluteten Küsten ins höhergelegene Deutschland fliehen? Was hat Wellbrock gegen Mikronesier oder Holländer? Oder besitzt er ein umweltfreundliches und sauberes Dieselauto und wohnt evtl. im Luftkurort Stuttgart?

Na egal.

Ihr, die Ihr kleine Läden verwüstet und Kleinwagen ansteckt, kennt wahrscheinlich nicht mal den Unterschied zwischen G20 und U 21. Und Ihr wollt Widerstandskämpfer sein? Dass ich nicht lache! Ihr seid vermummte Vollpfosten, die sich wahrscheinlich schon vor Jahren das letzte bisschen Vernunft aus dem Gehirn gepustet haben. Vielleicht mit Klebstoff. Oder was sich gerade anbot, wählerisch seid Ihr ja nicht, wie man sieht.  

So isses! Die „linksextremen Chaoten“ sind allesamt hirnlose klebstoffschnüffelnde Randalierer! Mehr nicht!

Somit hat auch Wellbrock offensichtlich einen großen Löffel vom medialen G20-Einheitsbrei der Wahrheitspresse geschluckt. Glückwunsch!

Auf meinen Kommentar hin, doch mal 2 Schritte zurückzugehen und sich das Gesamtbild anzusehen, wurde ich dann auch prompt von einem anderen Leser als „Troll“ bezeichnet. War ja klar…

Nun also meine Meinung:

unpolitische Politik?

Der „schwarze Block“ wird überall als „linksextreme Autonome“ bezeichnet. Dieses „linksextrem“ ist eine eindeutige politische Zuordnung.

In den Medien hingegen wird der politische Faktor des „Blocks“ hingegen vollständig ausgeklammert. Das „linksextrem“ dient ausschließlich dem Motto „Leute, ihr müsst vor ‚links‘ ganz dolle Angst haben und unsere ‚Mitte‘ wählen!“. Die Erklärung eines politischen Zusammenhangs mit dem G20-Gipfel wird hingegen nirgends geliefert. Es dreht sich alles nur um brennende Autos und kaputte Fenster.

Tatsachen zum Gipfel

Der G20-Gipfel ist eine durch nichts legitimierte Zusammenkunft selbsternannter „Weltführer“, welche ihren Führungsanspruch in rein kapitalistischer Tradition aus ihrer wirtschaftlichen Stärke herleiten. Karl Marx nannte dies schon vor 160 Jahren „politische Ökonomie“.

Der Gipfel basiert auf einer rein persönlichen Einladung der Bundeskanzlerin. Ist also genauso privat wie die jährlich stattfindende Münchner Kriegstreiberkonferenz. Der Verfassungsbrecher Olaf Scholz (als Müntefering-Nachfolger im Bundesarbeitsministerium) hat Hamburg als Versammlungsort vorgeschlagen.

Nach dem Ende des Gipfels waren sich alle Medien einig: „Irgendwie kam beim Gipfel nichts raus.“ Es ging ein wenig um Freihandel und um das Klima. Aber auch das spielte keine Rolle. Es gab lediglich die neue Zusage, den USA dabei zu helfen, ihre Klima-ignoranz „effektiver“ zu gestalten. Also werden die SUV von Chrysler & Co zukünftig mit „unserer“ Hilfe nur noch 14,8 statt 15 Liter Diesel verfeuern.

Ein Hoch auf unsere „Klimakanzlerin“! Da hat sie es dem wirtschafsfreundlichen Trump (also dem Gegenteil von ihr) mal so richtig gezeigt!

Aber das sind alles Nebelkerzen. Themengemäß hing es um die Neuaufteilung Afrikas in Kolonien mit industriellen Rohstoffen und Kolonien mit Ackerland für Monsanto & Co.

Vertreter afrikanischer Staaten waren nicht eingeladen.

Auf dem Hamburger Gipfel wurden neue Verbrechen gegen die Menschheit in Afrika beschlossen. Neuzeitliche „Entwicklungshilfe“ soll durch gemeinnützige „private Investoren“ geleistet werden. Das hilft dem Dow und dem Dax. Also den Eigentümern der Welt. Dazu gehörte auch das Ziel, die Chinesen aus Afrika zu verdrängen. Deren Entwicklungshilfe (Gegenleistung für Rohstoffe usw) besteht nämlich nicht aus Waffenlieferungen oder eingefrorenen Schlachtabfällen, sondern aus Straßen, Strom- und Wasserleitungen u.ä. unnützem Zeugs.

Die Struktur dieser G20-Zusammenrottung unterliegt keiner demokratischen oder juristischen Kontrolle.

Für die Bevölkerung gibt es also keine Mittel und Möglichkeiten, auf den Gipfel Einfluss zu nehmen. Die einzige Möglichkeit ist tatsächlich, den Gipfel unmöglich zu machen, damit er dort stattfinden muss, wo auch die Opfer mitreden können: die UNO in New York!

Wie bekommt man das hin?

Die Zielgruppe der „Randalierer des schwarzen Blocks“ war NICHT der Gipfel und auch NICHT der Hamburger Autofahrer oder Schaufensterbesitzer.

Es sollten allen zukünftigen(!) Ausrichtern solcher Zusammenkünfte klargemacht werden, dass die Durchführung eines G20-Gipfels im eigenen Land strikt vermieden werden sollte. Dabei geht es nicht nur um das Risiko weiterer Zerstörungsorgien, sondern auch um Aufwand und Kosten für sog. „Sicherheitskräfte“. Und der gewaltbereite Extremist aus dem schwarzen Block CDU/CSU Thomas DeMaizere hat ja auch in seiner vollendeten Dummheit vorgeführt, was Veranstalter für „Sicherheit und Ordnung“ aufwenden müssen. Hoffentlich kann sich zukünftig keiner leisten, einen „Gipfel“ mit ca. 500 Millionen Euro „Nebenkosten“ zu veranstalten!

Die Ergebnisse dieser „Folgen-Demonstration“ sind für die Opfer in Hamburg (von den schwerverletzten Demonstranten bis hin zu den Autobesitzern usw) natürlich ausgesprochen negativ.

Aber es ist verlogen und heuchlerisch, dabei von „nicht hinnehmbar“ zu reden.

1.) Eine Absage des Gipfels auf Grund einer politischen oder juristischen Entscheidung (Gerichtsurteil z.B.) wäre natürlich besser gewesen als „Abschreckung durch Zerstörung“ gegenüber zukünftigen Veranstaltern. Eine derartige Option stand aber nie zur Verfügung. Statt solche Gipfel prinzipiell zu hinterfragen, ruft man natürlich wieder nach „härteren Gesetzen“ und mehr „Handlungsfreiheit“ beim Waffeneinsatz der rechts-staatlichen Gewaltmonopolisten.

2.) Wen haben jemals die vom Wertewesten per Bomber und Drohnen zerstörten Autos, Häuser und Existenzgrundlagen von Serbien über Afghanistan bis Syrien interessiert? Wenn „wir“ gewaltbereite Randalierer in Militäruniformen zum Zerstören ins Ausland schicken, ist das „internationale Verantwortung“. Also legitim und gut.

3.) Die G20-Gipfelteilnehmer USA, Japan und Südkorea haben „im Windschatten“ des Gipfels ganz offiziell gegen den Protest Russlands und Chinas Luftangriffe auf Nordkorea geübt. Bewaffnete Bomber mit Geleitschutz durch raketentragende Jagdflugzeuge sind in Angriffsformation bis direkt an die Demarkationsline geflogen, bevor sie abdrehten. Das Militär der nordkoreanischen „Bedrohung für den Weltfrieden“ hat auf die von den Angreifern prinzipiell legitimierte „präventive Selbstverteidigung“ verzichtet.

n-tv.de

Obwohl erst vorgestern die Gelassenheit der „Bedrohung des Weltfriedens“ ebendiesen erhalten hat, ist diese Meldung selbst bei n-tv nur noch per Suchfunktion zu finden.

Unsere Empörung ist mit abgefackelten Autos am Straßenand in Hamburg schon vollkommen ausgelastet, nicht wahr? Da können wir uns nicht auch noch mit unbedeutenden kleinen „Übungen“ der US-amerikanischen Luftwaffe und ihrer friedensliebenden Verbündeten befassen!

Alles was dabei hilft, solche Treffen von Weltzerstörern (klimatisch bis wirtschaftlich) zukünftig zu verhindern, ist legitim!

Und Merkel weiß das auch:

Kanzlerin Angela Merkel hat den Opfern der Krawalle am Rande des G20-Gipfels schnellstmögliche Hilfe und Entschädigung zugesagt.
(wiedermal n-tv.de)

Nicht dass sie ein schlechtes Gewissen hätte… ihr sind aber die Folgen für die Findung zukünftiger G20-Orte bewusst. Also schnell aufräumen und saubermachen, damit bald keiner mehr von „G20“ redet. Auch die nichtssagende „Abschlusserklärung“ gehört dazu.

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6 Kommentare - “Neulandrebellen???”

  1. Stargast Says:

    Das Blog neulandrebellen/spiegelfechter ist mausetot. Dort gab es von einem der Autoren auch schon mal Hinweise der Art „Mehr Polizei, das ist links“ und ähnlichen Unfug.

  2. Willi Says:

    Der zweite Autor der neulandrebellen, der Lapuente ist noch unzumutbarer als der Wellbrock. Der Wellbrock war früher wenigstens Versicherungsvertreter und hat Riesterrenten verkauft. Wenn er heute die umlagefinanzierte Rente bespricht, weiß er warum. Beide eitel, kleinkariert, recherchefaul und talentfrei.

  3. aquadraht Says:

    Dein Beitrag ist reichlich naiv. Die Randale um den Gipfel war von Anfang an eingepreist (worauf Joerg Wellbroeck bereits lange zuvor hingewiesen hat). Die Kosten waren kalkuliert, bezahlt wird das eh von den Bundesbürgern, nicht von den Politikern oder den Randalierern. Der Verfassungsbruch im Vorfeld (Missachtung von Gerichtsurteilen etc.) zeigte, dass der Staatsapparat auf Konfrontation gebürstet war. Mit den Zerstörungen im Schanzenviertel sind die „Militanten“ und ihr abenteuergeiler unpolitischer Anhang genau in die Falle getappt. Anfängliche Sympathien Bürgerlich-Liberaler nach dem brutalen Übergriff gegen die Demonstration der Autonomen verflüchtigten sich nach den Marodeurexzessen der Nacht bzw. Nächte.

    Davon abgesehen ist es naiv, Veranstaltungskosten von 500Mill.€ als hoch oder gar prohibitiv anzusehen. Heilgendamm hat 2007 schon über120 Mill.€ gekostet, und das war bloss G8 und in einer eher leicht zu sichernden Pampa. Wenn die Regierung einen „billigeren“ Gipfel gewollt hätte, wären Ostfriesland, Rügen, der Allgäu oder vergleichbare, für Protestierende schwer erreichbare und für die Poiizei leicht kontrollierbare Tagungsorte in Frage gekommen.

    Die Randale hat die G20-Proteste mindestens teilweise zu einer Niederlage der Linken werden lassen. Letztlich kann man nur stinkbürgerlich hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht die übelsten Exzesse abwehrt oder mindestens begrenzt. Danke.

  4. Andreas Says:

    Willkommen zurück! 🙂


  5. […] Blog wareluege bringt es jedoch auf den […]

  6. Monika Says:

    Willkommen zurück, jetzt weiß ich was mir die letzten Jahre gefehlt hat…. :-))


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