Tears don’t lie

Tränen lügen nicht…

Eigentlich diente dieses Blog nicht der Funktion eines „Tagebuches“, zu der Blogs einmal erfunden wurden.

Ich war auch immer sehr zurückhaltend mit Persönlichem, was mir in diesem Überwachungsstaat mit seiner umfangreichen politischen Justiz durchaus angebracht schien.

Aber heute…heute muss ich eine Ausnahme machen.

Sie ist weg.

Ich habe sie geliebt. Ich liebe sie immer noch. Sie war ein Mensch, wie man ihn nur selten trifft. Nicht nur eine wunderbare Frau…nein, ein wunderbarer Mensch.

Wir kannten uns schon viele Jahre, bis es dann irgendwann „Peng“ gemacht hat. Jede Minute mit ihr war reines Glück, jede Minute ohne sie das Tor zur Hölle.

Sie hat nicht mehr mit mir gesprochen. Nicht mehr geantwortet auf SMS oder eMail.

Ich wollte wissen, was sich geändert hat und wie ich unsere Beziehung wieder kitten kann.

Sie schweigt…womöglich werde ich die Gründe nie erfahren.

Heute ist auch der letzte Funken Hoffnung erloschen. In ihrem Profil auf einer dieser „Social Communities“-Seiten gibt sie an, „frisch verliebt“ zu sein.

In den letzten 4 Wochen habe ich jeden Tag gehofft, sie würde meine Mails nicht nur lesen, sondern auch darüber nachdenken und verstehen. Mir eine Chance auf einen Neuanfang geben…

Ich habe versucht, mich jeden Tag abzulenken.

Es hat nicht wirklich funktioniert.

Stattdessen wird mir mein Verlust umso stärker bewusst. Ein Loch..ein tiefes schwarzes Loch, in das ich falle. Schon den ganzen Tag.

Ich warte auf den Aufprall…aber da ist nichts. Gar nichts. Nur noch Leere.

Niemand, der seine Hand auf meine Schultern legt. Kein Freund, der mir nah genug steht, um mit ihm darüber reden zu können.

Einfach nur allein. Und einsam.

Ok…ich gebs ja zu: Ich hatte schon verdammt viel Glück mit ihr. Ich bin nicht groß, ich bin nicht schlank, ich bin nicht reich und mein Skalp muss auch nur noch sporadisch zum Friseur.

Es war schon schwer für mich, jemanden wie sie zu finden, der mich ernst nimmt und nicht nur zum Objekt seines Spotts und seiner Späße macht.

Umso größer war das Glück, umso größer wiegt der Verlust.

In Gedanken war ich schon auf dem Weg auf den Dachboden…aber feige bin ich auch noch.

Der Rest der Welt war in der letzten Zeit nur noch ein verschwommener Film, der an mir vorüber zog.

Es ist viel passiert…aber aufgeregt hat mich nichts davon. Es war mir egal. Einfach so egal.

Am Schlimmsten ist für mich die Erkenntnis, dass ich ihr nichteinmal böse bin. Es wäre vielleicht einfacher, wenn ich ihr wenigstens etwas vorwerfen könnte.

Aber sie war einfach wie ein Engel. Vielleicht viel zu sehr.

Sie ist einfach gegangen. Ohne ein Wort, ohne einen Vorwurf…ohne eine Erklärung, die mir vielleicht weh getan hätte.

Wir haben uns immer gegenseitig verziehen…aber uns selbst die eigenen Fehlgriffe und Fehler nie.

Vielleicht war das der Fehler. Wir waren beide ganz einfach vollkommen unfähig, einander zu verletzen. Entweder man liebt sich bedingungslos, oder man schafft es, auch mal „aus der Haut zu fahren“.

Mir selbst reicht nichtmal die Fantasie um mir vorzustellen, etwas zu tun oder zu sagen, was sie verletzen könnte.

Sie fehlt mir.

Ich bin allein.

Im Herzen brennt ein Feuer. Bricht dein Herz, verbrennt es dich.

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8 Kommentare - “Tears don’t lie”

  1. bojenberg Says:

    Oh Mann, was eine Scheiße. Dazu kann man nicht viel sagen. Der Dachboden ist ne Möglichkeit, aber sicher keine wirkliche Lösung. Es gibt ne Menge Leute, die dich unbekanntermaßen sehr schätzen und deine wütenden Analysen hier aufmerksam lesen.
    Ich habe mich vor 20 Jahren von meiner großen Liebe getrennt, WEIL ich sie geliebt habe. Sie hat danach ein Leben gefunden, welches ich ihr nie hätte bieten können. Hab nie wieder geheiratet, sie hat aber ihr Glück gefunden. Somit ist alles gut!
    Letztlich wirst du hier sicher keine wirkliche Hilfe finden, aber es gibt ne menge Leute, denen du fehlen würdest, wenn du aufgibst.

    Halt die Ohren steif!

    Gruss
    Boje

  2. Karsten Says:

    Danke für diese offenen und sehr privaten und menschlichen Zeilen. Auch hinter einem Blogger steckt nur ein Mensch mit Gefühlen, Träumen, Wünschen und einem Leben. Dieses Gefühl der Leere wird sicher nicht von heut auf morgen verschwinden. Diese Leere, das Uninteresse und der Absturz gehören leider zur Trennung und zur Trauer. Manche verarbeiten soetwas schnell, andere brauchen länger. Nimm Dir alle Zeit der Welt, verdräng sie auch nicht einfach. Manchmal muß man bis ganz tief runter um wieder nach oben kommen zu können. Danke für Deinen Mut dieser privaten Zeilen. Das Mitgefühl vieler Leser wird sicher bei Dir sein, auch wenn einem die Realität heut gern anderes vermittelt/verkauft. Ich wünsch Dir alle Kraft und Zeit die Du brauchst und hoffe der Dachboden war nur ein absoluter Tiefpunktgedanke. Liebe Grüße Karsten

  3. akoll Says:

    Ich weiß was du durchmachst! Ich habe das selbe erlebt und bin gerade durch damit. Ist schon komisch das sich alle Frauen (so kommt mir das vor) von ihren Partner trennen ab einem gewissem Alter. Ist dies die Rache der Frauen an die Männer? Auf jeden Fall hat sich, durch dieses Erlebnis, mein Verhalten gegenüber Frauen geändert. Es wird Zeit das sich nun die Männer emanzipieren.
    Halt durch, trauere solange du willst und kämpfe darum deine Eigenständigkeit und deine Freiheit wieder zu erlangen und behalte diese beiden Eigenschaften auch bei deiner nächsten Partnerin.
    Ich wünsche dir alle Gute!😉

  4. blicknachvorne Says:

    Wie immer gut gewählte Worte und wie immer Worte die mir aus dem Herzen sprechen. Kein Wort wird Dir leider aus diesem Tief helfen. Etwas das wir alle wissen da wir es alle einmal durchgemacht haben. Du bist NICHT allein…

  5. matthias Says:

    Ich schlisse mich den kommentaren an .Kenne das auch,und es ist ein beschissenes Gefühl.
    aber wie schon gesagt ,du bist nicht alleine,
    und hey man stirbt nicht daran (nun erst recht nicht)

  6. Hetman Says:

    ich habe das letztes jahr mitgemacht – nach nahezu 22 jahren ist sie weg, ohne ein wort, ohne vorwarnung und ohne anlass – gleich zum nächsten…
    nach einem jahr erscheint mir noch immer alles recht perspektivlos, aber ich versuche langsam wieder den kopf zu heben, auch wenn das mit 53 jahren und h4 recht schwierig zu sein scheint.
    du schaffst das auch!

  7. Anonymous Says:

    …es sind gerade die dinge die man nicht macht, als die dinge, die man getan hat, die diesen verlust begründen. mir geht es nicht anders, allerdings ist sie heute meine beste freundin, wir können reden, lachen, albern, diskutieren, träumen und so viele dinge mehr, nur lieben, dass traut sie sich nicht mehr …
    es waren nie die dinge die ich getan habe, dass ich sie verlkoren habe (zumindestens ihre offene liebe), es waren die dinge, die ich nie getan habe, an die ich nie gedacht habe, die mir damals albern, kindisch, unerheblich oder überflüssig erschienen – es waren die dinge, die so notwendig waren, die eben kein selbstverständnis sind, sondern genau der stoff, aus dem liebe geboren wird …

  8. whether or not Says:

    Mann, Mann!

    Jetzt täte eigentlich ein schöner Spruch aus dem Poesiealbum Not… Aber was wollen Marxisten denn schon mit sowas anfangen. Versuch es *sachlich* zu nehmen: Da sind Millionen Menschen, die zusammen finden können und sich gegenseitig Liebe, Hilfe, Freundschaft geben können. Deine bisherige Liebe ist jetzt weg – ob für immer oder nur als Zwischen-Kurzschluss (wenn es sie plötzlich reuen sollte und sie zu Dir zurückkommen sollte) – aber Du bist da. Die Kraft, die sie Dir gab, die war in Wirklichkeit ja in Dir selbst!!! Die Lebensfreude, die Du mit ihr empfunden hast, war *Deine* Lebensfreude!!! Verstehst Du, was ich damit sagen will? Glücklich werden, das muss jeder schon erst einmal mit sich selbst ausmachen. Dass ein zweiter Mensch dazu nötig ist, ist natürlich klar: aber den wirst Du finden. Gib Deine bisherige Partnerin andererseits aber nicht schon zu schnell auf: Ihr hattet ja schon viel gemeinsam erlebt, durchlebt und geliebt. Diese Fundament ist zu wertvoll, um nach zwei Wochen der Abwesenheit einfach begraben, beerdigt und weggeworfen zu werden. Wenn aber auch in den nächsten Monaten Funkstille herrschen sollte, dann mach Dich geistig und seelisch frei. Garantien gibt es in diesen Dingen (leider?) keine…

    Ich drücke Dir mindestens genauso die Daumen wie Deine anderen Blogleser🙂

    Alles Gute – mit ihr oder ohne sie🙂


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