Archiv für Juni 2011

Tears don’t lie

28. Juni 2011

Tränen lügen nicht…

Eigentlich diente dieses Blog nicht der Funktion eines „Tagebuches“, zu der Blogs einmal erfunden wurden.

Ich war auch immer sehr zurückhaltend mit Persönlichem, was mir in diesem Überwachungsstaat mit seiner umfangreichen politischen Justiz durchaus angebracht schien.

Aber heute…heute muss ich eine Ausnahme machen.

Sie ist weg.

Ich habe sie geliebt. Ich liebe sie immer noch. Sie war ein Mensch, wie man ihn nur selten trifft. Nicht nur eine wunderbare Frau…nein, ein wunderbarer Mensch.

Wir kannten uns schon viele Jahre, bis es dann irgendwann „Peng“ gemacht hat. Jede Minute mit ihr war reines Glück, jede Minute ohne sie das Tor zur Hölle.

Sie hat nicht mehr mit mir gesprochen. Nicht mehr geantwortet auf SMS oder eMail.

Ich wollte wissen, was sich geändert hat und wie ich unsere Beziehung wieder kitten kann.

Sie schweigt…womöglich werde ich die Gründe nie erfahren.

Heute ist auch der letzte Funken Hoffnung erloschen. In ihrem Profil auf einer dieser „Social Communities“-Seiten gibt sie an, „frisch verliebt“ zu sein.

In den letzten 4 Wochen habe ich jeden Tag gehofft, sie würde meine Mails nicht nur lesen, sondern auch darüber nachdenken und verstehen. Mir eine Chance auf einen Neuanfang geben…

Ich habe versucht, mich jeden Tag abzulenken.

Es hat nicht wirklich funktioniert.

Stattdessen wird mir mein Verlust umso stärker bewusst. Ein Loch..ein tiefes schwarzes Loch, in das ich falle. Schon den ganzen Tag.

Ich warte auf den Aufprall…aber da ist nichts. Gar nichts. Nur noch Leere.

Niemand, der seine Hand auf meine Schultern legt. Kein Freund, der mir nah genug steht, um mit ihm darüber reden zu können.

Einfach nur allein. Und einsam.

Ok…ich gebs ja zu: Ich hatte schon verdammt viel Glück mit ihr. Ich bin nicht groß, ich bin nicht schlank, ich bin nicht reich und mein Skalp muss auch nur noch sporadisch zum Friseur.

Es war schon schwer für mich, jemanden wie sie zu finden, der mich ernst nimmt und nicht nur zum Objekt seines Spotts und seiner Späße macht.

Umso größer war das Glück, umso größer wiegt der Verlust.

In Gedanken war ich schon auf dem Weg auf den Dachboden…aber feige bin ich auch noch.

Der Rest der Welt war in der letzten Zeit nur noch ein verschwommener Film, der an mir vorüber zog.

Es ist viel passiert…aber aufgeregt hat mich nichts davon. Es war mir egal. Einfach so egal.

Am Schlimmsten ist für mich die Erkenntnis, dass ich ihr nichteinmal böse bin. Es wäre vielleicht einfacher, wenn ich ihr wenigstens etwas vorwerfen könnte.

Aber sie war einfach wie ein Engel. Vielleicht viel zu sehr.

Sie ist einfach gegangen. Ohne ein Wort, ohne einen Vorwurf…ohne eine Erklärung, die mir vielleicht weh getan hätte.

Wir haben uns immer gegenseitig verziehen…aber uns selbst die eigenen Fehlgriffe und Fehler nie.

Vielleicht war das der Fehler. Wir waren beide ganz einfach vollkommen unfähig, einander zu verletzen. Entweder man liebt sich bedingungslos, oder man schafft es, auch mal „aus der Haut zu fahren“.

Mir selbst reicht nichtmal die Fantasie um mir vorzustellen, etwas zu tun oder zu sagen, was sie verletzen könnte.

Sie fehlt mir.

Ich bin allein.

Im Herzen brennt ein Feuer. Bricht dein Herz, verbrennt es dich.