Archiv für Juni 2011

Tears don’t lie

28. Juni 2011

Tränen lügen nicht…

Eigentlich diente dieses Blog nicht der Funktion eines „Tagebuches“, zu der Blogs einmal erfunden wurden.

Ich war auch immer sehr zurückhaltend mit Persönlichem, was mir in diesem Überwachungsstaat mit seiner umfangreichen politischen Justiz durchaus angebracht schien.

Aber heute…heute muss ich eine Ausnahme machen.

Sie ist weg.

Ich habe sie geliebt. Ich liebe sie immer noch. Sie war ein Mensch, wie man ihn nur selten trifft. Nicht nur eine wunderbare Frau…nein, ein wunderbarer Mensch.

Wir kannten uns schon viele Jahre, bis es dann irgendwann „Peng“ gemacht hat. Jede Minute mit ihr war reines Glück, jede Minute ohne sie das Tor zur Hölle.

Sie hat nicht mehr mit mir gesprochen. Nicht mehr geantwortet auf SMS oder eMail.

Ich wollte wissen, was sich geändert hat und wie ich unsere Beziehung wieder kitten kann.

Sie schweigt…womöglich werde ich die Gründe nie erfahren.

Heute ist auch der letzte Funken Hoffnung erloschen. In ihrem Profil auf einer dieser „Social Communities“-Seiten gibt sie an, „frisch verliebt“ zu sein.

In den letzten 4 Wochen habe ich jeden Tag gehofft, sie würde meine Mails nicht nur lesen, sondern auch darüber nachdenken und verstehen. Mir eine Chance auf einen Neuanfang geben…

Ich habe versucht, mich jeden Tag abzulenken.

Es hat nicht wirklich funktioniert.

Stattdessen wird mir mein Verlust umso stärker bewusst. Ein Loch..ein tiefes schwarzes Loch, in das ich falle. Schon den ganzen Tag.

Ich warte auf den Aufprall…aber da ist nichts. Gar nichts. Nur noch Leere.

Niemand, der seine Hand auf meine Schultern legt. Kein Freund, der mir nah genug steht, um mit ihm darüber reden zu können.

Einfach nur allein. Und einsam.

Ok…ich gebs ja zu: Ich hatte schon verdammt viel Glück mit ihr. Ich bin nicht groß, ich bin nicht schlank, ich bin nicht reich und mein Skalp muss auch nur noch sporadisch zum Friseur.

Es war schon schwer für mich, jemanden wie sie zu finden, der mich ernst nimmt und nicht nur zum Objekt seines Spotts und seiner Späße macht.

Umso größer war das Glück, umso größer wiegt der Verlust.

In Gedanken war ich schon auf dem Weg auf den Dachboden…aber feige bin ich auch noch.

Der Rest der Welt war in der letzten Zeit nur noch ein verschwommener Film, der an mir vorüber zog.

Es ist viel passiert…aber aufgeregt hat mich nichts davon. Es war mir egal. Einfach so egal.

Am Schlimmsten ist für mich die Erkenntnis, dass ich ihr nichteinmal böse bin. Es wäre vielleicht einfacher, wenn ich ihr wenigstens etwas vorwerfen könnte.

Aber sie war einfach wie ein Engel. Vielleicht viel zu sehr.

Sie ist einfach gegangen. Ohne ein Wort, ohne einen Vorwurf…ohne eine Erklärung, die mir vielleicht weh getan hätte.

Wir haben uns immer gegenseitig verziehen…aber uns selbst die eigenen Fehlgriffe und Fehler nie.

Vielleicht war das der Fehler. Wir waren beide ganz einfach vollkommen unfähig, einander zu verletzen. Entweder man liebt sich bedingungslos, oder man schafft es, auch mal „aus der Haut zu fahren“.

Mir selbst reicht nichtmal die Fantasie um mir vorzustellen, etwas zu tun oder zu sagen, was sie verletzen könnte.

Sie fehlt mir.

Ich bin allein.

Im Herzen brennt ein Feuer. Bricht dein Herz, verbrennt es dich.

Hellas und Hellau!

22. Juni 2011

Die Narren sind wieder los.

Vor aller Welt Augen wird gerade die neoliberale Vernichtung Griechenlands geplant und beschlossen.

Nachdem man Griechenland nun mit Hilfe diverser Ratingagenturen und europäischer Großbanken samt ihrem Zinswahn sturmreif geschossen hat, erfolgt nun die neuzeitliche „Panzerschlacht vor Athen“.

Die Finanzindustrie hat ihre Puppen Merkel, Schäuble und Sarkozy tanzen lassen ums Goldene Kalb „Euro-Rettung“.

Herausgekommen sind weder Regen noch Fruchtbarkeit, sondern eine verschärfte Hardcore-Neuauflage der Agenda2010.

Unverhohlen droht man den Griechen mit einer „EU-Treuhandanstalt“, welche dann nach dem Vorbild Großdeutschlands das griechische Hab und Gut für einen symbolischen Euro an selbsternannte ausländische „Investoren“ verscherbelt.

Da passt es gut ins Konzept von „Kapitulation und Unterwerfung“, dass man auf Betreiben der Deutsche Bank-Filiale „Kanzleramt“ die derzeit notwendigen Gelder krampfhaft bis zum Ergebnis der sog. „Vertrauensfrage“ in Athen zurückhält.

Sollte Papandreou wie zu erwarten das „ok“ seines Parlamentes bekommen, wäre Griechenland trotz „Rettung“ nicht mehr zu retten.

Trotz? Naja…wohl eher „wegen“!

Das Kapitalistengesindel der westeuropäischen „Wertegemeinschaft“ lauert schon auf seinen Endsieg über Griechenland, die EZB und die EU insgesamt.

Mit gewetzten Messer werden sie über den Kadaver herfallen und ihn solange zerfleddern und ausrauben, bis auch der kleinste Rest Demokratie in ihrem gierigen Schlund verschwunden ist.

Dabei kommt es dem Kapitalistenpack ja garnicht auf irgendwelches bunt bedrucktes Papier aus den Tresoren der EZB an. Davon haben sie reichlich…mehr als genug.

Wie Vampire dürsten sie danach, den EU-Staaaten Schritt für Schritt mit Hilfe der Standardfloskel „Privatisierung!“ das Blut auszusaugen.

Und je größer die Not des Verkäufers, umso kleiner der Preis. Das kann man bei jeder Zwangsversteigerung auf der Welt gut beobachten. So strebt dann auch der Kapitalismus als System einer neuen Blütezeit entgegen: Denn worüber sollten Demokratien samt ihrer Parlamente noch Entscheidungen treffen, wenn alles in „Privateigentum“ umgewandelt wurde und jegliche Justiz vom Amtsgericht bis zum EU-Gerichtshof der neoliberalen Ideologie „Privat vor Staat“ unterworfen wurde?

Was braucht es da noch Politiker und Wahlen, wenn der Bürger eh recht- und wehrlos den Gnadenakten irgendwelcher Aktionäre und derer Vorstände ausgeliefert ist?

Wie das funktioniert, kann man gerade bei den „verfassungsmäßigen Eigentumsrechten“ der Energiekonzern-Aktionäre beobachten. Die Politik beschließt mit Ach und Krach die Illusion „Atomausstieg“ mit einer Vielzahl von Hintertürchen… und prompt erfährt man aus allen Qualitätsmedien, das selbige „Eigentumsrechte“ mehr wert sind als ein von der Bevölkerung geforderter Atomausstieg.

Wie seltsam doch, dass diese „Eigentumsrechte“ nicht für jene Sachwerte gelten, die man bereits in Asse II und Gorleben verbuddelt hat…

Was kommt nach der Privatisierung Griechenlands?

Da kämen zunächst erstmal Portugal, Spanien und Italien an die Reihe.

Wirft man mal einen Blick auf die Landkarte, stellt man problemlos fest, dass sich der Wurm langsam aber beständig vom Rand zum Kern der EU frisst. Der Vergleich mit einem wurmstichigen Apfel ist keineswegs weit hergeholt.

Man hätte rechtzeitig noch vor der derzeitigen „Apfelblüte XXXXL“ wirksame Pestizide aus dem Regal „Regulierung und Kontrolle“ einsetzen können, aber die Vermögensverwalter der herrschenden Klasse finden sich nicht nur zu ihren Partys im Kanzleramt ein.

Befehlsgemäß haben Merkel, Steinbrück und Schäuble das Raubtier von der Leine gelassen und reden nun der Bevölkerung ein, die Bestie mit immer neuen Futterorgien besänftigen zu können.

Und wer es noch nicht bemerkt haben sollte… Die siebenköpfige Raupe Nimmersatt hat bereits den fettesten Brocken von allen im Visier: Deutschland.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit arbeitet das schwarz-gelbe Gesindel schon am deutschen Staatsbankrott. Man hat sich bereits auf Steuersenkungen „für kleine und mittlere Einkommen“ zwischen 10.000 bis 100.000 €/Monat geeinigt, übernimmt von den Großbanken hemmungslos „Risiken“ im Tausch gegen deutsche Staatsanleihen und wartet genüsslich auf das Jahr 2014.

2014?

Ja…2014! Was passiert 2014?

Ein Jahr vorher, also 2013 werden Friede Springer und Liz Mohn eine schwarz-rote Mehrheit in den Bundestag wählen lassen, in welcher dann alle Wirtschaftsmarionetten von CDU, CSU und „SPD“ in einer Regierung versammelt sind.

Man wird anschließend zum Ende des Jahres 2013 einen „Kassensturz“ machen und den bevorstehenden Staatsbankrott verkünden. Während sich die „sozialdemokratisierte“ CDU ins Gewand der Unschuld kleidet und mit dem Finger auf die (nicht mehr im Bundestag vertretene) FDP zeigt, werden Leute wie Steinbrück, Steinmeier & Co in panischer Aufregung durch die Talkshows tingeln und den Weltuntergang durch die 2016 in Kraft tretene „Schuldenbremse“ verkünden.

Die INSM wird (wie üblich) ihre Zombies 2014 wiedererwecken um zwecks „Einhaltung der Schuldenbremse“ den totalen Sozialabriss samt Totalprivatisierung Deutschlands fordern.

Nach einigen Verzögerungsspielchen (Merkel und Schäuble zeigen gerade, wie das geht) folgenden dann „Reformgesetze“, welche bei asozialen Kriminellen von Ackermann bis Hundt einen nicht mit Worten beschreibbaren Dauerorgasmus auslösen.

Und wenn nicht?

Was passiert, wenn die EU zerfällt und der Euro wieder durch nationale Währungen ersetzt wird?

Tja…dann passiert dummerweise genau das Gleiche.

Eine D-Mark wäre in einem solchen Fall dermaßen aufgewertet, dass die deutsche Wirtschaft das gleiche Schicksal ereilt wie der ostdeutschen Wirtschaft bei Einführung der Westmark in den besetzten Gebieten vom Harz bis zur Oder.

Zur „exportsichernden Abwertung“ wird es eine massive Preis-Inflation geben, um möglichst viel Geld zwecks Abwertung ins Ausland zu schaffen. Da die Bundesbank weiterhin auf „Preisstabilität“ und nicht auf Konjunktursicherung ausgerichtet sein wird, kommt diese Inflation natürlich nicht beim normalen Bundesbürger an. Der muss schließlich wieder „den Gürtel enger schnallen“ gegen die dann herbeigeführte „Inflationsexplosion“.

Wie man es dreht und wendet…die kapitalistische Misswirtschaft wird uns alle (oben und unten) zurück ins goldene Mittelalter führen, in der eine Handvoll Besitzender uneingeschränkte Macht über alles Kapital und über alle Tagelöhner und Lohnsklaven ausüben wird.

Mit ein wenig Verstand und noch weniger Selbsterhaltungstrieb könnte man ja dieser Horrorvision entgehen. Aber dazu müsste man eine Partei wählen, die sich in jeder Glaubenskrise der Machthaber am Nasenring durch die Manege führen lässt. Ob nun mit Hilfe eines fast 20 Jahre alten Porsche oder einer der traditionellen Antisemitismus-Kampagnen der Springer-Presse ist den „Pragmatikern“ dieser Partei inzwischen auch egal.

Sobald ihnen jemand ein Stöckchen vor die Füße wirft springe(r)n sie drüber, um ihre „Regierungs- und Koalitionsfähigkeit“ zu beweisen. Völlig ungeachtet der nicht zu leugnenden Tatsache, dass es inzwischen gar keine „Koaltitionspartner“ für eine echte linke Partei mehr gibt.

Selbst Sahra Wagenknecht lässt inzwischen öfter mal Dinge wie „marktwirtschaftlicher Sozialismus“ verlauten, obwohl eine solche Konstruktion schon in ihrer Theorie auf sehr wackligen Beinen steht.

Papandreou gewinnt Vertrauensabstimmung

Die griechische Regierung gewinnt eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Nach mehrstündiger Debatte unterstützten die Abgeordneten mehrheitlich das neue Kabinett von Ministerpräsident Giorgos Papandreou und signalisierten damit ihre Rückendeckung für weitere Einsparungen.

So ist es gerade (23: 56 Uhr) bei n-tv.de zu lesen.

Soso… „Rückendeckung für weitere Einsparungen“ also.

Dann kann das große Fressen ja losgehen…

Es möge euch im Halse steckenbleiben auf das ihr daran verrecket, elendiges Spekulantenpack!

Fehldiagnosen

16. Juni 2011

Als man mich in den Wald verschleppt hatte geschah das in der Annahme, ich stünde kurz vor dem Durchdrehen.

Kaum zurück in der „realen“ Welt muss ich allerdings feststellen, dass offiziell „normale“ Menschen noch viel verrückter und verwirrter sind, als ich es mir überhaupt vorstellen kann.

Dazu gehört z.B. der „Journalist“ Lars Halter, welcher für n-tv bei der sog. „Telebörse“ aus den USA allerlei merkwürdige Dinge „berichtet“.

Die Kanzlermarionette Merkel bekam kürzlich von der Präsidentenmarionette Obama die sog. „Freiheitsmedaille“.

Wofür? Für ihr Engagement für die Interessen der USA vor, während und nach der Spekulantenkrise.

Schließlich sind ihr die USA zutiefst dankbar dafür, dass sie zusammen mit dem Vollpfosten Steinbrück den deutschen Zockern und ihren Banken erlaubt hat, die USA von ihren hochwertvollen Hypotheken und sonstigen „Finanzprodukten“ zu befreien. Nicht zu vergessen natürlich die amerikanischen Heuschrecken, denen Merkel und Steinbrück Tür und Tor geöffnet haben, um in Deutschland ungeniert und ungehindert auf Raubzug zu gehen.

Der „Journalist“ Lars Halter ist denn auch voll des Lobes:

The Good Germans

nennt er seine Lobeshymne auf das angebliche „USA-Vorbild Deutschland“.

„The German Example“, titelt die „New York Times“ und fordert die USA auf, sich an Deutschland ein Beispiel zu nehmen. „Kein Einzelfall“, berichtet Wall-Street-Korrespondent Lars Halter. Nicht nur in Sachen Steuer- und Finanzpolitik werde bewundernd nach Berlin geblickt.

Aha…mal sehen, was so bewundernswert ist an der schwarz-gelb gesteuerten Titanic…

Während sich in Washington Republikaner und Demokraten derart beschießen, dass weder in der Steuer- und Finanzpolitik noch sonst wo Fortschritte gemacht werden können, galoppiert Deutschland in die Zukunft.

Wow! „Deutschland galoppiert in die Zukunft„! Angesichts der Zustände in diesem Land rasen wir allerdings ungebremst in den Abgrund. Oder soll eine stetig steigende Armut etwa „Zukunft“ sein?

Auf den Punkt gebracht hat Deutschland seinen Haushalt in den letzten Jahren mit drastischen Sparmaßnahmen und den zukunftsorientierten Programmen der Regierung auf Vordermann gebracht.

Ab in den Wald mit dir! Solche Halluzinationen lassen sich beim besten Willen nicht mehr mit übel getreckten Drogen erklären.

In Deutschland hingegen hat die starke Regulierung in vielen Branchen unter anderem eine Finanzkrise von US-Ausmaßen verhindert.

Regulierung? Hallo? Wo denn? Nichtmal NACH der Zockerkrise wurde irgendetwas irgendwo reguliert. Ganz im Gegenteil: Jahrelang hat man die neoliberale „Deregulierung“ gepredigt und anschließend hat man mal eben 500 Milliarden Euro für die Banken bereitgestellt, um die angebliche „Kernschmelze“ zu verhindern.

Während die USA wenigstens Lehman Brother untergehen liessen, haben Merkel und Steinbrück hunderte Milliarden Euro neuer Schulden dazu verwendet, um die HRE, die Allianz, die Commerzbank uva. aus dem Casino freizukaufen.

Berlin hat sich immer wieder für die Gewerkschaften starkgemacht und unter anderem dafür gesorgt, dass die Macht der Arbeitnehmerverbände nicht zu sehr gebrochen wurde.

Jaaa….nach den ganzen „Arbeitsmarktreformen“ hat das Kapitalistenpack natürlich eine wahnsinnige Angst vor jeder Gewerkschaft. Alles klar…

In Deutschland ist das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung seit 1985 um satte 30 Prozent gestiegen – in den USA in der gleichen Zeit um magere sechs Prozent.

Jaja…das liebe „Durchschnittseinkommen“ wieder. Zum Glück fragt ja niemand danach, wie sich dieses Einkommen in den letzten 20 Jahren so verteilt hat. Nicht wahr, Herr Halter?

Zum Teil liegt das an einer guten Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, die viele Arbeitslose wieder in Jobs vermittelt hat. Arbeitslosigkeit ist weniger attraktiv geworden,

Genau! Ich kann mich noch gut an frühere Zeiten erinnern, als hunderte Leute jeden Tag vor dem Arbeitsamt Schlange standen, um endlich arbeitslos werden zu dürfen. Man…war Arbeitslosigkeit damals attraktiv!

Es gibt ein Steuersystem, in dem die Vermögenden ihren fairen Anteil am Allgemeinwohl leisten.

Wenn Ackermann, Quandt, Klatten und Hundt das lesen, fallen sie vor Lachen bestimmt tot vom Stuhl! Wozu brauchen wir noch eine RAF?

Die finanzielle Stabilisierung in Deutschland in den letzten Jahren ist nur zu 60 Prozent auf Kostensenkungen und eine effizientere Arbeit in Berlin zurückzuführen. Ganze 40 Prozent stammen aus Steueranhebungen

Finanzielle Stabilisierung? Im Staatshaushalt? Öhhmmm….

Ich erläutere hier jetzt nicht schon wieder, worin diese „nur 60% Kostensenkungen“ bestanden und wer für die 40% Steuererhöhungen zur Kasse gebeten wird. Dazu verweise ich nur auf das „Sparpaket“, mit denen die Unterschicht die Bankenrettung finanziert und die „sozial gerechte“ Mehrwertsteuererhöhung.

Anreize für die Unterschicht

heißt ein weiterer Artikel des „Journalisten“ Lars Halter.

All das, was er in oben zerpflückten Artikel an Deutschland gelobt hat, kritsisert er nun postwendend wieder:

Statt den Konsum im großen Stil anzukurbeln, beschränkt sich Washington darauf, Top-Verdienern Steuergeschenke zu machen. Die Rechnung kann nicht aufgehen.

Echt? Wer hätte das gedacht? Dabei war doch genau diese Politik in Deutschland für die Amerikaner eben noch so „vorbildlich“?

Die meisten Unternehmen stehen nach wie vor ganz gut im Futter, doch hohe Arbeitslosigkeit, nachlassender Industrieausstoß, fallende Immobilienpreise und ein miserables Verbrauchervertrauen machen wenig Hoffnung auf Stabilität und Sicherheit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Sieht es hier etwa anders aus? Die Konzerne verteilen ihre Beute in Milliardenhöhe an die Eigentümer, die Arbeitslosigkeit ist nur noch über die Statistik unter 10% zu halten und von „Verbrauchervertrauen“ kann der Einzelhandel seit mehreren Jahren eh nur noch im Suff träumen.

Die soziale Mobilität der US-Amerikaner, also die Möglichkeit, sich aus der Unterschicht in die Mittelschicht oder noch weiter nach oben zu arbeiten, ist deutlich geringer als in den meisten Industrienationen. Washington tut nichts dafür, dies zu ändern.

Warum auch? Schließlich heißt das große Vorbild ja „Deutschland“. Nicht wahr, Herr Halter?

Die kämpfen mit hoher Arbeitslosigkeit in einem Staat, der sich nicht einmal mehr Reparaturen an der Infrastruktur leisten kann.

Preisfrage: Die USA oder Deutschland? 🙂

Dafür gibt es Steuersenkungen für die Top-Verdiener. Ökonomen sind sich einig, dass diese (…) in Sachen Wirtschaftswachstum keinen Beitrag leisten.

Was gibt es daran zu kritisieren? Das haben Eichel, Steinbrück und Co doch genauso gemacht und werden dafür in den USA auch noch bewundert. Ja..was denn nun?

Unter Experten ist unumstritten, dass Steuersenkungen für die Oberschicht die Konjunktur nicht anfachen.

Effektive Hilfestellung für die Wirtschaft ist nur am anderen Ende der Skala möglich: bei den Geringverdienern.

Und beim „Vorbild Deutschland“ zahlt man auf Kapitaleinkommen, Zinsen usw. weniger Steuern als auf Einkommen aus echter Arbeit. Und für die Geringverdiener und Tagelöhner gibt es nichtmal einen gesetzlichen Mindestlohn wie in den USA.

Höherer Konsum ist höhere Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.

Und nun ratet mal fleißig, in welcher „Vorbildnation“ man diesen Fakt bis heute vehement leugnet…

Ich glaub, ich krieche wieder zurück in den Wald und verfalle in stumpfsinniges Grübeln…

Clockwork Orange

15. Juni 2011

Meine Umerziehung zum bürgerlich-normalen Bundesbürger wurde gestern erfolgreich abgeschlossen. Allerdings musste ich noch meine staatsbürgerliche Pflicht als willen- und zweifelloser Konsument erfüllen, was mir nach meiner Neuprogrammierung auch problemlos gelang. Ich glaube jetzt wieder, dass die Milchschnitte gesund ist und dass Actimel meine Abwehr- und sonstigen Kräfte auf Hochtouren bringt.

Habe ich etwas Wichtiges verpasst in der von Harmonie und Glückseeligkeit eingehüllten Welt der Kapitalisten? Ich bin sicher, dass das schwarz-gelbe Gesindel stets auf die mahnenden Worte des Volkes gehört und jeglicher demokratischer Mitbestimmung freien Lauf gelassen hat.

Uppsss…. hab ich grad „schwarz-gelbes Gesindel“ gesagt?

Naja…was solls! Man kann eben nicht gleichzeitig „normal“ und „nicht-links“ sein. Wie sollte das auch gehen?

Schnelldurchlauf

Griechenland ist gerettet!

Naja…zumindest aus Sicht der herrschenden Klasse der Kapitalbesitzer und „Anleger“. Gestern Abend hat sich auf Phoenix bei „Der Tag“eindeutig heraussgestellt, dass nun auch Phoenix in die Reihen der neoliberalen Propagandasender aufgenommen wurde. Willkommen im Club!

Lang und breit wurde Griechenland im BILD-Niveau von Moderator und irgendeinem „Wirtschaftsjournalisten“ zertreten. Immer wieder sprach man von „Reformen“ und „wettbewerbsfähigen Lohn- und Sozialkosten“ und wunderte sich dumm darüber, dass einer der 3 Götter des Zocker-Olymps Griechenland auf CCC herabgestuft hat.

Mit keinem Wort wurde auch nur angedeutet, dass die Griechen nicht TROTZ, sondern WEGEN der „Sparauflagen“ durch IWF, EZB und Merkel langsam aber sicher im Meer versinken.

Nachdem nun ein großer Teil der griechischen Staatsanleihen via EZB von den Großbanken an die Bürger übertragen wurde, kann der Rollstuhlterrorist nun in die erste Reihe rollen und „eine Beteiligung privater Gläubiger“ fordern. Haha! Selten so gelacht! Obwohl…irgendwie hat Schäuble ja Recht: Vor allem in Deutschland sind die Steuerzahler zu 95% Privatpersonen.

bürgernah

Nachdem die politische Resterampe „FDP“ nun die alten Vollhonks gegen jüngere Rektalausgänge ersetzt hat, will sie nun „mehr Bürgernähe“ heucheln. PKV-Minister Bahr sitzt auf einem übervollen „Gesundheitsfond“ und lässt die GKV am ausgestreckten Arm verhungern. War sein Vorgänger noch Pharmaindustrie-Minister, vertritt Bahr nun bürgernah die Bürger mit Aktien diverser Versicherungskonzerne. War vor ein paar Monaten noch von „sparen! sparen! sparen!“ die Rede, können sich die Heerscharen hungernder und bettelnder Zahnärzte nun über 20% höhere Einkommen freuen. Wenigstens ist es den modernen Qualitätsjournalisten noch nicht aufgefallen, dass der von Rösler so überzeugt vorgetragene „Sozialausgleich der Zusatzbeiträge durch Steuergelder“ nun doch wieder über Beitragsgelder des Gesundheitsfonds durchgeführt werden soll. Aber wenn das nicht in den PR-Broschüren der Regierung explizit erwähnt wird…warum sollte man sich um sowas kümmern, nicht wahr?

im Keim liegt keine Wahrheit

Wochenlang verbreitet man nun auf allen Kanälen EHEC-Terror. Was mir aufgefallen ist: Bis heute redet man zwar ständig über allerlei Komplikationen, aber es gibt keinerlei Angaben zu besonderen Risikogruppen. Also für Leute mit Nierenschäden oder angeborenen Problemen bei der Blutgerinnung. Obwohl z.B. die EHEC-Gifte genau dort zum Problem werden. Irgendwie merkwürdig. Zumindest ich habs bemerkt…

strahlende Zukunft

In Fukushima frisst sich immer noch ein Klumpen aus geschmolzenem Uran und Plutonium fröhlich durch die Erdkruste in die Tiefe, aber in Deutschland ist man längst zur Tagesordnung übergegangen. Warum sich auch weiter darum kümmern, wo doch nun der Normalfall eingetreten ist: Die japanische Regierung hat wie üblich beschlossen, das unternehmerische Risiko von Tepco auf die Bürger zu übertragen. Als Ausgleich dürfen die Tepco-Besitzer ihre jahrelang geraffte Beute behalten.

Also alles wieder normal im Land der strahlenden Sonne und ebensolcher Landschaften. Wer noch eines dieser früher modischen Japan-Landschaftsbilder im Wohnzimmer hat, kann sie ja jetzt mit Phosphor überpinseln. Das wirkt dann gleich viel realistischer im Dunkeln…

Zionistenköder

Auf der Webseite der Linken in NRW wurde ein antisemitisches Pamphlet gefunden. Es war nirgendwo verlinkt und auch über Suchmaschinen nicht auffindbar.

Den einzigen Hinweis fand man in einem Neonazi-Forum. Prompt schnappten sich die Zionisten diesen Neonazi-Köder und veranstalteten eine Hexenjagd gegen die Linke inkl. „Aktueller Stunde“ im Bundestag. Der zionistische Neonazi Broder war vor lauter Entzückung kaum noch unter Kontrolle zu halten…sofern es denn jemand von der Springer-Hetzpresse versucht hätte. Sein persönliches Feindbild hieß Inge Höger. Rein zufällig (ich schwöre!) war sie bei der letzten Gaza-Flotille dabei und wird auch in diesem Jahr wieder am Versuch teilnehmen, die Isolation des israelischen KZ Gaza zu durchbrechen.

Wie nicht anders zu erwarten war, haben sich die „Pragmatiker“ (neudeutsch für „realpolitische Anpasser“) in der Fraktion durchgesetzt und mit Hilfe der zionistischen BAK Shalom jedem den Rauswurf angedroht, welcher bei der diesjährigen Gaza-Befreiungsaktion teilnehmen will.

Der Beschluss wurde einstimmig verfasst, da eine ganze Reihe von Abgeordneten aus Protest die Fraktionssitzung vorzeitig verlassen haben.

Also alles wie gehabt: Je heftiger Kapitalbesitzer, ihre Medien und Politiker ums Überleben ihres neoliberalen Aberglaubens kämpfen, umso radikaler wird gegen jede Alternative gekämpft. Zumindest solange, wie diese Alternative immer noch diese blöde und widerliche Frage nach den „Eigentumsverhältnissen an den Produktionsmitteln“ stellt.

Depressionen

Falls man jemanden in den nächsten Tagen und Wochen in tiefste Depressionen stürzen will, so sage man ihm diesen Satz ins Gesicht:

„Neues aus der Anstalt“ geht erst nach der Sommerpause am 27. September weiter!