zurück aus der Hölle

Es war einmal…

…ein großes Weh und Klagen.

Irgendwie, irgendwo, irgendwann ist in meinem GKV-versicherten Luxuskörper ein winzig kleines Lebewesen eingedrungen.

Vermutlich während ich mal wieder im heimischen Garten herumgebuddelt habe.

Der ortsansässige Medizinmann schickte mich dann auch gleich in die Notaufnahme mit den Worten „Das soll sich mal ein Fachmann ansehen!“.

So geschah es dann auch und selbiger Experte kam, sah und holte das Skalpell.

Am nächsten Tag wurde ich dann wieder wach und war von grün gekleideten, maskierten Terroristen umgeben.

Sie pumpten mich tröpfchenweise mit allerlei Chemikalien voll und erklärten mir: „Mit viel Glück sind Sie Ostern wieder zu Hause!“

Na klasse…und das in einem Zustand, in dem ich nichtmal Tag und Nacht unterscheiden konnte!

Irgendwann am nächsten Tag (ich vermute, es war der Mittwoch letzter Woche) kam ich dann in die Gesellschaft weiterer Opfer der Terroristen Schmidt, Rösler & Co.

Damit begann eine Woche mentaler Qualen. Die Langeweile zwang mich zum Konsum der BILD und fremdausgewählter Fernsehprogramme, während ich mich nur hilf- und wehrlos meinem Schicksal ergeben konnte.

Da kann man in Echtzeit beobachten, wie täglich mit Nachrichten manipuliert wird, ohne irgendetwas unternehmen zu können.

Meine „Mitbewohner“ konnten sich kaum noch an das Leben „vor der Rente“ erinnern, so dass sie sich eh nur für das Osterwetter und die geplanten Feiertagsbesuche von Kindern, Enkeln und Urenkeln interessierten.

Und jeden Tag erfuhr ich hochwichtige Dinge darüber, wer vor 50 Jahren mal wen geheiratet hat, wer mit wem verwandt und verschwägert ist, wer alles in den letzten 20 Jahren den Löffel abgegeben hat und dergleichen mehr.

Hölle! Hölle! Hölle!

Und ganz ohne Vorwarnung sprach heute ein Weißkittel zu mir: „Das sieht ja schon ganz gut aus! Wir geben Ihnen einen Brief für die weitere Behandlung an Ihren Hausarzt mit und dann können Sie heute nach Hause!

Boah! Was ein Segen! Mehr als eine Woche lang habe ich in jeder Sekunde die Tatsache verflucht, das traute Heim ohne meinen Laptop samt UMTS-Stick verlassen zu haben.

Ich bin wieder da!

Freude! Freude! Freude!

Was hab ich „verpasst“? Silvana hat den Guttenzwerg gemacht, FDP-Retter Rösler amputiert weiter fröhlich an den GKV herum, Ackermännchen wurde endlich zum „gefährlichsten Manager der Welt“ erklärt und das Kapitalistengesindel lässt ihre Marionetten die Linke in eine Existenzkrise schreiben.

Dabei ist doch gar kein Wahlkampf! Oder doch?

Das schwarzgelbe Lumpenpack manövriert das Land weiter unbeirrt in den Untergang:

Am 1. Mai dürfen endlich osteuropäische Leiharbeiter zu osteuropäischen Tarifen (sofern überhaupt vorhanden) den deutschen Arbeitnehmern die mindestlohnfreie Globalisierung besonders nahe bringen. Die „Arbeit muss sich wieder lohnen!“-Schreihälse können ihre Begeisterung über den Import von Billigsklaven kaum verhehlen.

Jeder Versuch, mit Hilfe eines Mindestlohnes den radikalen Kommunismus einzuführen ist gescheitert.

Genauso der Versuch, mehr als hunderttausend Kapitalismusopfer zu „Bürgerarbeitern“ zu machen. Dabei wäre das soooo schön gewesen: Die Bürgerarbeit wird über EU-Mittel bezahlt, die „Bürgerarbeiter“ fallen aus der Statistik und dienen billig dazu, die Angestellten im öffentlichen Dienst ordentlich unter Druck zu setzen.

Natürlich haben die Leyenministerin und ihre Kumpane mal wieder die Realität unbeachtet gelassen: Die Kommunen verdienen im Unterschied zum 1-Euro-Jobber nichts zusätzlich mit der „Bürgerarbeit“ und Verdi ist der Meinung, man solle die neuen Sklaven nach Mindesttarif entlohnen.

Statt 200 – 300 Euro zusätzlich zu kassieren, müssten die „kommunalen Arbeitgeber“ nun auch noch was drauflegen auf die 1080 Euro brutto für die 30h-Woche. Angesichts der von Rot-Grün und Schwarz-Gelb jahrelang praktizierte Verarmung der Kommunen zum Zwecke des neoliberalen „Steuerwettbewerbs“ ist das Ergebnis nicht wirklich verwunderlich.

leyenhafter Erfolg

Ganz großes Thema ist der Erfolg der Leyenministerin beim sog. „Bildungspaket“.

Nachdem sie per „Sparpaket“ 2010 die Rettung der Dividenden der Bankenaktionäre durch HartzIV-Empfänger beschlossen hat, folgt nun der nächste Sozialbetrug.

Die Bundesministerin für dummes Grinsen und Kindesmissbrauch (zum Zwecke der Erpressung der Eltern zur Annahme von Jobs zu Hungerlöhnen) war wahnsinnig stolz auf ihr „Bildungspaket“.

Doch dummerweise spielte auch in ihrer „Ich bin ja sooo sozial“-Illusion die Realität keine Rolle.

Nun jammert man an allen Fronten darüber, dass der Ansturm unendlich dankbarer HartzIV-Sozialstaatsschmarotzer auf ihr revolutionäres „Bildungspaket“ irgendwie nicht stattfindet.

Und natürlich sind die allseits beliebten und erprobten „Erklärungen“ schon wieder auf allen Titelseiten:

„Bildungsgutscheine lassen sich nicht versaufen“ lässt z.B. die WELT der Multimilliardärin und Herrscherin Friede Springer verkünden.

Auf allen anderen Seiten der Meinungsproduzenten sieht es ähnlich aus.

Dabei ist eine echte Erklärung vorhanden…nur darf sie niemand wissen:

Dieses „Bildungspaket“ wurde gezielt an den mutmaßlichen Empfängern Leistungsberechtigten vorbei erfunden:

1.)

Das Bildungspaket kann „rückwirkend“ beantragt werden. also für eine Zeit, in der die „Leistungsberechtigten“ sich weder das Schulbrot noch einen Verein für ihre Kinder leisten konnten.

2.)

Die Anwendung dieses „Bildungspaketes“ wurde bewusst so gestaltet, dass Kinder und Eltern nun öffentlich als HartzIV-Empfänger erkennbar werden. Wenn sich Eltern in den letzten Jahren große Mühe gegeben haben, die Armut der Kinder zu verbergen, wird dieses Bestreben durch Nutzung des „Bildungspaketes“ zunichte gemacht. Man hätte auch den Anträgen ein großes gelbes „A“ zum „gut sichtbaren“ Aufnähen beilegen können.

3.)

Neben dem (nun zuzahlungspflichtigen) Schul-Mittagessen (bekommen gerade 30% der Schüler tatsächlich) gibt es viel bejubelte 10 Euro für Vereinsmitgliedschaften.

Dabei gibt es dann gleich mehrere Probleme: Bisher konnten sich nur die Wenigsten einen Verein fürs Kind leisten. Es besteht schlicht kein Bedarf für „rückwirkende Beitragsübernahmen“. Weiter muss bedacht werden, dass Vereine mehr kosten als nur 10 Euro im Monat, welche ja nicht nach Bedarf, sondern als pauschaler Zuschuss gewährt werden. Selbst der kleinste Dorfverein (ob nun Taubenzüchter oder Bolzplatzkicker) erwartet von seinen Mitglieder weit mehr als nur einen Mitgliedsbeitrag. Und die Kosten für Vereinsveranstaltungen oder das obligatorische Vereinstrikot sollen natürlich aus dem verfassungswidrig gekürzten Regelsatz bezahlt werden.

Es gibt für ein Kind keine größere Demütigung, als unter Gleichaltrigen als „andersartig“ aufzufallen. Und wenn man sich dann noch jeden Monat neue Ausreden einfallen lassen muss, warum man nicht an Vereinsaktivitäten teilnehmen kann, welche einen finanziellen Aufwand mit sich bringen…

Aber der Erfolg der Laien-Uschi ist ihr gewiss! Gegenüber der Öffentlichkeit kann sie mit einer „Sozialleistung“ angeben, welche praktisch nicht existiert und kann den demütigungsverweigernden Eltern öffentlich Vorwürfe aus dem Fundus bekannter Sozialrassisten von Clement bis Sarrazin machen.

Und dabei darf man die Wirkung auf die Stammtische nicht vergessen, wenn sie am Ende des Jahres durch „effiziente Arbeitsmarktpolitik“ mal wieder ein paar Milliarden Euro für das nächste Steuergeschenk an irgendwelche Parteispender gespart hat.

Dazu passt dann natürlich auch der Hype um die angeblichen „Sanktionsrekorde“.

Fast 38 Prozent der Widersprüche gegen Sanktionen wurde im Jahr 2010 voll stattgegeben. Rund 55 Prozent der Klagen gegen Sanktionen wurden gewonnen.

(selbstverständlich ignorierte Presseerklärung von Katja Kipping)

Hmmm… 38% + 55% = 93%

Also sind nur 7% der von den Medien gefeierten Sanktionen wirksam geworden.

Vermutlich sind es aber weniger, wenn man die Justiz dieses „Rechtsstaates“ gegenüber einkommens- und damit rechtlosen Mitbürgern berücksichtigt.

Aber irgendwie muss man ja die Legende vom „arbeitsscheuen Sozialschmarotzer“ aufrecht erhalten, nicht wahr?

Angesichts der Erfahrungen mit derartigen Kampagnen und darauf folgenden „Reformen“ hege ich den begründeten Verdacht, dass es anlässlich der ab 1. Mai geltenden „Arbeitnehmerfreizügigkeit“ statt eines Mindestlohnes eine neue Arbeitsmarktreform geben wird…

Vermutlich mit Abschaffung der Faktoren „sittenwidriger Lohn“ und „ortsüblicher Lohn“.

Denn sowas gibt es weder in der Ukraine noch in Rumänien. Schließlich kann das Kapitalistenpack nicht dulden, dass sich ausgerechnet die unterste Unterschicht „den Herausforderungen der Globalisierung durch Sozialromantik entzieht„, gelle?

Soziale Marktwirtschaft

Je rascher die Arbeiterklasse den über sie gebietenden Reichtum vermehrt und vergrößert, unter desto günstigern Bedingungen wird ihr erlaubt, an der Vergrößerung der Macht des Kapitals zu arbeiten.

Zufrieden, sich selbst die goldnen Ketten zu schmieden, woran die Bourgeoisie sie hinter sich herschleift.

Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital, 1849

Marx hat sich nicht geirrt.

Der Irrtum liegt bei jenen, welche den heutigen Radikalkapitalismus zu einer „Sozialen Marktwirtschaft“ verklären.

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5 Kommentare - “zurück aus der Hölle”

  1. Hetman Says:

    schön dass du wieder da bist!
    gute besserung weiterhin.

  2. Rowin Says:

    Auch von mir gute Besserung.
    Bleib tapfer!

  3. bojenberg Says:

    Gott oder wer auch immer sei Dank, es lebt!🙂
    Solch traumatisierenden Erlebnisse verwachsen sich erfahrungsgemäß mit den Jahren!😉

    welcome back! Gute Besserung!

  4. Flying Circus Says:

    Auch von mir: willkommen zurück, gute Besserung und vor allem einen stabilen Magen, denn es wird schlimmer werden.
    Bin schon gespannt, ob man zum 1. Mai die Bundeswehr mal im Landesinneren üben läßt. Hätte doch mal wieder was, ein paar Proleten erschießen, schon läuft der Laden wieder …

  5. matthias Says:

    von mir auch beste genesung und mach keinen sch..
    wo soll ich sonst lesen


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