Rainer Unsinn

Trink trink Brüderle trink..!

Rainer Unsinn Brüderle hat inmitten des von ihm herbeihalluzinierten Super-Turbo-Mega-Hyper-Aufschwungs einen ordentlichen Schluck aus der Weinpulle genommen.

Kurz nach seinem albernen „Jahreswirtschaftsbericht“ (Antwort von Sahra W.) darf Brüderle via BILD-Verblödung seinen korrupten Kernkraft-Lobbyismus mit der aktuell beliebten „Grüne sind gegen alles“-Propaganda verbinden.

Ein klassischer Beweis völliger FDP-Kompetenzfreiheit. „Unser“ Wirtschaftsminister verfügt nicht einmal über einfachste Grundkenntnisse, wie sie in jeder normalen Schule bereits 13jährigen beigebracht werden.

Deutschland droht Strom-Blackout!

Ahja…nachdem in früheren Zeiten diverse CDU- und FDP-Größen beim Thema „Korruption“ diverse „Blackouts“ hatten, erfreut Brüderle die Kernkraft-Parteispender nun mit einer hochoffiziellen Warnung vor atomstromfreier Dunkelheit.

Aber das ist nicht neu. Der Lobbyverband „Deutsches Atomforum“ hat schon in früheren Jahren derartige Gerüchte in den Medien platziert.

Gehen in deutschen Großstädten bald die Lichter aus?

Das deutsche Stromnetz droht nach 2015 zusammenzubrechen. In Ballungsräumen könnte es als Folge von Netzengpässen und Kurzschlüssen sogar zu Blackouts kommen!

Boah ey! Die Apokalypse naht! Trotz Laufzeitverlängerung gehen schon 2015 die Lichter aus!

Was wird geschehen? Was wird furchtbares passieren?

Welcher Zorn der FDP-Götter EON, RWE, Vattenfall und EnBW wird uns den Weltuntergang bescheren?

Mal sehen:

Der Grund: Es fehlen neue Überlandleitungen. Das schon jetzt an den Rand seiner Kapazitäten stoßende Stromnetz kann den forcierten Bau neuer Solar- Wind- und Wasserkraftwerke bald nicht mehr verkraften.

Aha. Die von CDU und FDP für einen symbolischen Obulus privatisierten Stromnetze werden also unter dem Druck von Wind- und Solarstrom zusammenbrechen…

  • Eine Ohrfeige vor allem für Grüne und Bürgerinitiativen, die den Bau von neuen Strommasten aus Angst um ihre schöne Aussicht verhindern!
  • Im Klartext: Durch gedrosselte Stromzufuhr könnten starke Netzschwankungen auftreten oder sogar Blackouts als Folge von Netz-Engpässen und Kurzschlüssen!
  • Ohne Laufzeitverlängerung der Kernenergie hätte schon jetzt eine „signifikante Strommenge importiert“ werden müssen, stellt der Bericht des Wirtschaftsministers klar.

Ok…alles klar.

Nun schauen wir uns die ganze Sache mal aus dem Blickwinkel der Realität (Elektrotechnik und Physik) an:

Nu stelle wa uns ma janz dumm! Wad isn Strom?

Strom (man glaubt es kaum) ist Energie. Strom gibt es nur „fließend“.

Werden Stromerzeuger und -verbraucher durch ein leitendes Medium (vulgo: Kabel) miteinander verbunden, wird auf wundersame Weise elektrische Spannung beim Erzeuger in fließenden Strom hin zum Verbraucher umgewandelt.

Kommen die Strömlinge dann mit Fast-Lichtgeschwindigkeit beim Kunden an, sieht man ihren steten Strom am Rädchen des Stromzählers. Das dreht sich dann.

Ist doch ganz einfach, oder?

Der Wirtschaftsminister der Bundesregierung Atommüllkonzerne erklärt sinngemäß nun folgendes:

Wenn zusätzlich zu den Kernkraftwerken nun auch noch Wind- und Solarstrom durch die Leitungen fließen, kommt es zu einer Überlastung und damit zu einem „Strom-Stau“. Und dieser „Strom-Stau“ sorgt dann (wie auf der Autobahn) dafür, dass am anderen Ende nichts mehr ankommt. Da geht dann das Licht aus.

Das ist so gnadenlos dämlich, dass man nur noch schreien möchte!

In einem geschlossenen Stromkreis (mit Lämpchen und Batterie) fließt stets nur soviel Strom, wie die Lampe in Licht und Wärme umwandeln kann. Hinter der Lampe passiert (fast) nichts mehr.

Nun stellen wir uns mal folgendes vor: Wir haben eine Lampe vom Fahrrad mit einer vorgegebenen Spannung von 3 Volt. Dazu nehmen wir ein Kabel und eine 3Volt-Batterie.

Verbinden wir alles miteinander, bekommen wir ein kleines feines Licht.

Toll, oder?

Was müsste nun geschehen, damit diese Lampe nicht mehr leuchtet, so wie es die Stromkonzerne und das Brüderle vorhersagen?

Experiment 1:

Wir tauschen die 3 V-Lampe gegen eine 12 Volt-Lampe aus dem Auto aus.

Ergebnis: Bei völliger Dunkelheit sehen wir nur noch ein leichtes Glimmen des Glühfadens, weil die 3 V-Batterie nicht genügend Strömlinge für einen 12 V-Glühfaden liefern kann.

dumm gelaufen…

Gegenmaßnahme: Mehr Batterien, bis die 12 V-Lampe hell erstrahlt.

Experiment 2:

Wir erzeugen einen Brüderle-Stromstau, indem wir die 3 V-Batterie gegen eine 12 V-Batterie aus dem Auto austauschen.

Damit liegt die 4fache Spannung an und die vielfache Strommenge steht zur Verfügung.

Ergebnis: Die 3 Volt-Lampe leuchtet für einen winzig-kurzen Moment auf und wird zu Müll aus Blech, Glas und Wolfram.

Gegenmaßnahme: Mehr Glühlampen oder einfach eine passende 12 Volt-Lampe mit mehr Licht und mehr Verbauch anschließen.

Im Parallel-Universum des Herrn Brüderle kommt Experiment 1 nicht in Frage. Schließlich beklagt er keinen Strommangel sondern einen „Stromstau“.

Selbiges übertragen wir jetzt auf die „große“ Welt mit Kraftwerken, Hochspannungs-Leitungsnetz und ganzen Städten statt kleiner Glühbirnen.

Ein „Brüderle-Stromstau“ ist schon aus physikalischen Gründen nicht möglich. Wird mehr Strom erzeugt als durch die Leitungen aus dem Kraftwerk herausfließt, gehen die Generatoren automatisch in den „Leerlauf“. Sie drehen sich zwar noch, aber nach dem Induktionsgesetz der Physik liefern sie nicht mehr, als tatsächlich gebraucht wird.

Einfach mal sportlich ausprobieren: Dynamo am Fahrrad einschalten und eine Runde um den Block fahren. Einmal mit angeschlossenem Licht und einmal ohne.

Die 2. Runde fährt sich wesentlich einfacher, ohne das der Dynamo verglüht wegen eines „Stromstaus“.

Also Experiment 2.

Das Stromnetz kann „zusammenbrechen“, wenn mehr Strömlinge von Verbrauchern angefordert werden als der Generator des Kraftwerkes liefern kann.

Die vielen Verbraucher bekommen nicht mehr die notwendige Menge Strom und es wird dunkel.

In diesem Fall wird das Stromnetz aber keineswegs überlastet. Die Last landet vielmehr beim Generator, der durch den Stromfluss derart abgebremst wird (wieder das Induktionsgesetz), dass er den klassischen Hitzetod stirbt.

Das kann aber in der realen Welt nicht passieren.

Wir verfügen über ein Verbundnetz an Stromleitungen, welches die Last gleichmäßig auf alle Generatoren und sonstige Stromerzeuger (Solarzellen) gleichmäßig verteilt. Dazu gibt es überall Umspannwerke, Trafo-Häuschen u.ä. Bauwerke.

Wenn nun aber (wie Brüderle selbst zugibt) immer mehr Erzeuger bereitstehen, kann es nur dann zu einem Stromausfall kommen, wenn in gleichem Umfang die Zahl bzw. Stärke der Verbraucher ansteigt.

Aber das ist relativ unwahrscheinlich: Zum Einen, weil wir bereits heute mehr Strom erzeugen als verbrauchen, obwohl konstant die Hälfte aller Kernkraftwerke abgeschaltet sind. Zum Anderen, weil es bereits seit vielen Jahren massive Anstrengungen zur Energieeinsparung gibt. Von der dummen „Energiesparlampe“ bis hin zur „energetischen Gebäudesanierung“.

Selbst ein großer Teil der Straßenbeleuchtung wird jede Nacht abgeschaltet. (Also das Auto nicht unter einer Lampe parken, welche mit einem roten Band markiert ist!)

Aber was könnte dann passieren?

Der technische Fortschritt könnte die Zahl der Energieverbraucher massiv erhöhen. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass wir bereits heute überall elektrischen Strom einsetzen. Das Potenzial für eine Energieverbraucher-Erhöhung ist also schon recht übersichtlich geworden.

Die einzig denkbare Variante für einen „Strom-Blackout“ wäre also eine Reduzierung der Leitungs-Kapazitäten.

Fallen wieder ein paar Strommasten um, könnten die verbleibenden Leitungen nicht durchlässig genug sein und der Effekt „12 Volt-Lampe an 3 volt-Batterie“ tritt ein.

Blackout des Systems

Ein Stromausfall kann also in keinem denkbaren Fall durch eine „Überkapazität durch Wind- und Sonnenenergie“ eintreten.

Die Behauptung des Weinkönigs Brüderle ist also technisch wie physikalisch völliger Unsinn.

Die real-existierende Schwachstelle sind hingegen die Verbindungen zwischen Generator und Verbraucher… auch „Stromleitungen“ genannt.

Als das schwarz-gelbe Lügengesindel im Zuge der Abschaffung der „sozialen Marktwirtschaft“ die Stromnetze den Energiekonzernen quasi geschenkt hat (inkl. „Blackout“ bei der Erinnerung an dubiose schwarze Koffer), geschah dies mit folgender Argumentation:

„Die Staatswirtschaft ist nicht in der Lage, die Stromnetze zu betreiben, rechtzeitig und ausreichend in Erneuerung und Erweiterung zu investieren!“

Der geBILDete Pöbel hat den Unsinn geglaubt und die warnende PDS zu „Populisten und Demagogen“ erklärt.

Seit dieser Privatisierung der Stromnetze hat man viele Milliarden Euro von den Bürgern verlangt zur „Finanzierung in die Netzkapazitäten“.

Geschehen ist…nichts! Garnichts! Man hat die Milliarden mit beiden Händen an seine Aktionäre verteilt und bei jedem Netz-Problem war immer das Wetter schuld.

Nun…im Wahljahr 2011 ist es nicht mehr das Wetter, sondern (Wie könnte es anders sein?) die Grünen sowie die neuartigen „technikfeindlichen Wutbürger“.

Sie sind nun daran Schuld, wenn durch das verrottete Leitungsnetz nicht mehr genügend Strömlinge hindurch passen.

Aber anstatt nun die parteispendenen Konzerne endlich mal zur Einlösung ihrer jahrelangen Investitionsversprechen zu zwingen und bestehende Leitungen zu erneuern und zu erweitern, jammert man völlig sinnfrei über „zuviel Ökostrom“, „zuwenig Kernkraft“ und natürlich über „Hochspannungsleitungen-Verweigerer“.

Das es jemals „zuviel Ökostrom“ und „zuwenig Kernkraft“ auf der Welt geben könnte, ist völlig ausgeschlossen. Aber „Verstand “ und „Logik“ sind weder bei FDP-Politikern noch bei der BILD real existierende Eigenschaften.

Bliebe noch das Problem mit den neuen Leitungen…

Niemand wird ernsthaft bestreiten, das Deutschland im Jahre 2011 voll erschlossen und besiedelt ist.

Für neue Hochspannungs-Trassen gäbe es nur Bedarf, wenn man weit abseits bewohnter Gebiete neue Großverbraucher wie zum Bleistift neue Städte oder Industrieanlagen errichtet.

Aber das würde keinen Sinn ergeben. Was will man mit einer Industrie, welche fernab von Einwohnern und Verkehrsverbindungen errichtet wird?

Für sowas kämen doch nur Sägewerke in Waldnähe in Frage. Und selbige erzeugen heute ihren Strom aus den eigenen Sägespänen selbst.

Für völlig neue Trassen gäbe es als nur Bedarf auf Seite der Erzeuger. Also bei Windparks und Solar-Großanlagen.

Aber selbst ein großer Windpark braucht keine super-dicken Masten und Stromkabel, um mit dem Netz verbunden zu werden. Zumal Windkraftanlagen bekanntlich auf freiem Feld errichtet werden, wo man die Kabelei auch in der Erde verbuddeln könnte…falls nötig oder sinnvoll.

Solaranlagen werden auf Dächern installiert, welche bereits über einen Stromanschluss verfügen. also auch da kein Bedarf an neuen Trassen.

Was man jetzt und in Zukunft braucht, sind einfach nur neue Masten mit neuen Leitungen.

Aber die gibt es wohl nur, wenn nach einer Wiederverstaatlichung tatsächlich investiert wird und das Erpressungspotenzial der Energiekonzerne abgschafft wird.

privatisierte Stromversorgung

 

Braucht man tatsächlich neue Trassen oder vielleicht doch nur neue Masten mit mehr Auslegern und mehr Leitungen zu Knotenpunkten und Verteilern?

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5 Kommentare - “Rainer Unsinn”

  1. Hetman Says:

    es ist längst an der zeit, den energiebanditen mal auf die finger zu hauen oder besser noch, sie an den eigenen masten hoch zu ziehen! aber mit unseren korrupten politikergesindel ist halt kein staat zu machen…

  2. antiferengi Says:

    Hihi. Ich entschuldige mich, aber das hat einfach gerade wie die Faust auf’s Auge gepasst.

  3. chriwi Says:

    „Für neue Hochspannungs-Trassen gäbe es nur Bedarf, wenn man weit abseits bewohnter Gebiete neue Großverbraucher wie zum Bleistift neue Städte oder Industrieanlagen errichtet.“

    Das stimmt so nicht ganz. Wenn man die Offshore Projekte in der Nordsee betreiben möchte, dann macht es Sinn Gleichstromleitungen zu verlegen. Das sind dann neue Trassen. Wieso man diese nicht Parallel zu alten Trassen verlegen kann verstehe ich nicht. Da wäre das Landschaftsbild nicht gerade verschandelt.

  4. Olaf Says:

    Wenn du das netzauslastungsproblem wirklich aus der physikalischen Sichtweise diskutieren willst, solltest du dich damit auch auskennen. Einige deiner Behauptungen sich schlicht falsch!

    Beispielsweise erreicht niemals ein Elektron den Verbraucher! Elektronen bewegen dich auch nicht mit Lichtgeschwindigkeit.
    Zitat:
    Wird mehr Strom erzeugt als durch die Leitungen aus dem Kraftwerk herausfließt, gehen die Generatoren automatisch in den
    „Leerlauf“

    Blödsinn! Es ist ein Geldes problem wenn mehr LEISTUNG erzeugt wird, als umgesetzt werden kann. Die Folge, ist eine Frequenzänderung der Spannung. Dies frequenänderung ist äußerst schlecht

    Nur einige beispiele deiner falschen ausführungen

    Olaf

  5. wareluege Says:

    Was ist ein „Geldes problem“?
    Seit wann sind Generatoren direkt mit dem Stromnetz verbunden?
    In Elektrofachkreisen hält sich hartnäckig das Gerücht, es gäbe irgendwo geheimnisvolle „Umspannwerke“, „Trafohäuschen“ und ähnlichen Krams…😉

    Als Bachelor der Elegdrischidäd solltest du mir einiges an rhetorischer Freiheit zubilligen, um meine Texte nicht in wissenschaftliche Abhandlungen abdriften zu lassen.


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