Wahl der Qual

Es ist vollbracht!

Die Wahl der Qual fiel auf einen 16 Jahre jungen Kleinwagen. Gute Substanz, grad so getüvt bekommen und die Mängelliste lässt sich offensichtlich ohne Fachwerkstatt abarbeiten.

Die größte Auswahl gab es innerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten in der Rubrik „fast bis ganz Schrott“.

Erst am Donnerstag fand ich dann einen brauchbaren „Notverkauf“, welcher allerdings schon 2 Jahre ungenutzt herumstand. Aber wenigstens trocken und tatsächlich rostfrei.

Zumindest bin ich jetzt wieder mobil und kann mich wieder den unwichtigen Dingen des Lebens widmen.😀

Wahl der Qual oder Qual der Wahl?

Das alles beherrschende Thema der letzten Woche war der Beginn der Landtags-Wahlkämpfe. Nachdem im letzten Jahr die Extremisten-Kampagne gegen die Linke in NRW gescheitert war, verschiebt sich in diesem Jahr der Extremismus hin zu den angeblich „demokratischen“ Parteien und Medien.

Gesine L (Name der Redaktion bekannt) schrieb in der marxistischen Jungen Welt (Genossenschaft statt Privateigentum) eine Stellungnahme anlässlich einer Konferenz zum Thema „Wege zum Kommunismus“.

Selbstverständlich tauchte in diesem Text tatsächlich der Begriff „Kommunismus“ auf.

Die darauf folgende Massenhysterie der Kapitalbesitzer, ihrer Medien und Politiker war an Komik und Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten.

Seit Erfindung der sog. „Wiedervereinigung“, also seit nunmehr 20 Jahren (!), wird die Linke (früher als PDS) kontinuierlich als „Kommunisten-Partei“ bezeichnet und behandelt.

Da ist es schon urkomisch, wenn man sich darüber beschwert, dass eine Parteivorsitzende der „Kommunisten-Partei“ das Wort „Kommunismus“ verwendet. Sollte dies nicht eigentlich der Normalfall sein, sofern die Kapitalistenpresse in den letzten 20 Jahren die Wahrheit über die Linke bzw. PDS verkündet hat?

Was soll also diese Aufregung? Der Dobrindt von der dunkelschwarzen CSU forderte dann auch gleich eine Total-Beobachtung durch den „Verfassungsschutz“ sowie ein Verbot der Linken.

Das macht natürlich Sinn: Schließlich kann sich der Verfassungsschutz nicht gleichzeitig um die CSU und die Linke kümmern.

Allerdings war auch Dobrindt bisher nicht in der Lage, einen Widerspruch zwischen „Kommunismus“ und „freiheitlich-demokratischer Grundordnung“ zu erklären.

Denn einen Fakt kann auch Herr Dobrindt nicht leugnen: Im Kapitalismus ist man nur dann „frei“, wenn man entweder reich oder tot ist.

Und „Demokratie“ im Kapitalismus ist eh nur eine Wahnvorstellung. Wie kann es in einem System Demokratie geben, wenn persönlicher wirtschaftlicher Besitz untrennbar mit gesellschaftlicher und politischer Macht verbunden ist?

Sollte es in einer Demokratie nicht so sein, dass gesellschaftliche und politische Macht allen Menschen gehören…unabhängig vom jeweiligen Kapitalbesitz?

Kapitalismus und „freiheitliche-demokratische Grundordnung“ sind genauso realistisch wie nasses Feuer oder brennendes Wasser.

Wozu also der ganze Hype?

Angst verschafft Macht

Die Angst vor dem Entzug der Lohnarbeit verschafft den Kapitalbesitzern nicht nur Macht über ihre „Arbeitnehmer“, sondern auch über die gesamte Gesellschaft sowie die Politik.

Hindenburg machte Hitler zum „Reichskanzler“ aus Angst, die Kapitalisten und ihre Banken würden bei Verweigerung durch Fabrik- und Bankschließungen einen Bürgerkrieg provozieren.

Merkel und Steinbrück machten aus der Staatskasse einen Selbstbedienungsladen für die Kapitalbesitzer und ihre Verwalter aus Angst vor einer „Kernschmelze im System“.

Die Leyenministerin verweigert Mindestlöhne und Alg2-Erhöhung aus Angst vor dem Verlust von Parteispenden sowie vor der reaktionär-radikalen Springer-Presse.

Auch die von den Medien bis heute geführte Kommunismus-Hysterie folgt diesem Angst-Prinzip.

Vor allem im Westen Deutschlands, in dem die Mehrheit der Bürger und damit Wähler lebt, wird seit 1948 pausenlos Kommunismus-Angst verbreitet.

Da wird schamlos Stalinismus mit Kommunismus gleichgesetzt ohne das jemand fragt, warum es für 2 angeblich identische System 2 derartig verschiedene Bezeichnungen gibt.

Nichtmal die marktradikale und korrupte FDP behauptet, dass Kapitalismus und „soziale Marktwirtschaft“ das Gleiche sei.

Wege aus der Dunkelheit

Bisher war man sehr erfolgreich im Westen mit der Legende, Kommunismus könne nur über den Weg des Stalinismus inkl. Arbeitslager in Sibirien, Mauerbau, Stasi usw. eingeführt werden.

Die (verständliche) Angst der Wessis vor diesem Szenario konnte man im Westen daher problemlos über Jahrzehnte hinweg zur „freiwilligen“ Unterwerfung unter die Prinzipien des Kapitalismus ausnutzen. Dabei half den Westbürgern ausgerechnet die DDR.

Sie zwang das Kapitalistenpack dazu, eine Illusion eines „sozialen Kapitalismus“ aufzubauen, unter dessen Bedingungen man sogar halbwegs leben konnte.

Aber mit dem Ende der DDR war es auch damit vorbei. Wozu noch eine „soziale Marktwirtschaft“, wenn man den Untergang der DDR locker zum „Beweis der Unmöglichkeit eines sozialen Staates“ umdefinieren konnte?

Nun…im Jahr 2011… kam es zum Super-Gau.

Die bösen Kommunisten hielten eine Konferenz mit dem Titel „Wege zum Kommunismus“ ab.

Angesichts des enthemmten und skrupellosen Radikal-Kapitalismus gab es eh schon ein steigendes Interesse innerhalb der Bevölkerung, ob man nicht nach Alternativen Ausschau halten sollte. Der Untergang der FDP kann als Beweis dafür gelten.

Und nun  kommen die Kommunisten um die Ecke und diskutieren über „Wege…“!!

Wege! Mehrzahl!

Was für eine Horrorvorstellung wenn der Pölbel nicht länger glauben würde, der Weg des Kommunismus führe zwangsläufig in den Stalinismus!

Allein der unsägliche Gedanke, es gäbe die Möglichkeit, die Kapitaleigentümer auf demokratischem Wege zu entmachten! Hitchcock der Leibhaftige!

Wie eine tollwütige Bestie stürzte sich das Kapital auf Gesine L. und die Linke. Auslöser war keineswegs die Selbstverständlichkeit, das eine „Kommunisten-Partei“ über Kommunismus redet…vielmehr spielten im Wahljahr 2011 2 andere Sachverhalte eine Rolle:

1) Die Möglichkeit, dass das derzeitige System nicht länger von der Bevölkerung als „notwendig und alternativlos“ wahrgenommen wird.

2) Das Ende der Chance, aus der Linken eine „Realo-Partei“ nach dem Vorbild der Grünen zu machen.

Nichts könnte der Diktatur des Kapitals mehr helfen als eine „realpolitische“ Linke, welche eine ebenso BILDhörige Verfügungsmasse darstellt wie die „SPD“, die Grünen und die FDP.

Dann kann es dem Kapitalistengesindel vollkommen egal sein, ob überhaupt noch Wahlen stattfinden oder nicht. Man hätte eine mehrparteiliche Einheitspolitik etabliert, welche ihnen uneingeschränkte Allmacht über Volk und Gesellschaft garantiert.

Nur die böse Linke sträubt sich noch…

Wo früher der geBILDete Bundesbürger beim Wort „Systemveränderung“ noch in Angstschweiß gebadet hat, empfindet er nun an gleicher Stelle ein Gefühl der Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass es in der Politik noch jemanden gibt, welcher sich einem neuzeitlichen Feudalstaat samt Sklaverei und Tagelöhnertum in den Weg stellt.

Der Extremismus, welcher heute von den Eigentümern der Wirtschaft, der Medien und der „bürgerlichen“ Parteien ans Licht kommt, ist daher nur allzu verständlich.

Schließlich muss auch in einer Demokratie-Illusion jede Wählerstimme für eine Partei verhindert werden, welche die Einheit aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Macht in Händen einer reichen Minderheit beenden will.

Da wird dann der olle Stalin aus der Mottenkiste geholt sowie die früher erfolgreiche Anti-Grünen-Kampagne „innerlich zerstrittene Partei„.

BILD:

Der einstige Umfrage-Höhenflug der Partei ist längst gestoppt, auf bis zu 13 Prozent kamen sie in ihren stärksten Zeiten. Inzwischen dümpeln sie bei neun, manchmal zehn Prozent.

Problem: SPD und Grüne besetzen viele linke Themen: Nein zu Hartz IV, Nein zum Krieg, Nein zur Atompolitik. Die Linke hat Profil-Probleme.

Es sind wohl kaum Probleme mit dem „Profil“ als vielmehr mit der real existierenden „Pressefreiheit“.

Weder die sog. „SPD“ noch die Grünen besetzen „linke Themen“. Sie blinken nur mal wieder links angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen.

Wie kann die Politik der Linken „unrealistisch und utopisch“ sein, wenn selbst das schwarz-gelbe Lumpenpack offiziell über den Abzug aus Afghanistan nachdenkt?

Oder die Agenda2010-Verbrecher über höhere Regelsätze und Mindestlöhne (wenn auch nur bei den Sklavenverleihern) ?

Und Hugo Müller-Vogg meint:

„Die Linke“ als Partei der DDR-Nostalgiker und Kommunismus-Sucher kann für Demokraten kein Koalitionspartner sein. Weder im Bund noch in den Ländern.

Wahr ist (wie üblich) das Gegenteil:

Die bekennenden Verfassungsfeinde und Undemokraten kommen für die Linke als Koalitionspartner nicht in Frage.

Bis zum heutigen Tag wurde bisher jede andere Partei und jede Regierungskoalition ohne die Linke in Karlsruhe wegen vorsätzlichem Verfassungsbruch bei irgendwelchen Gesetzen verurteilt.

Keinen dieser angeblichen „Demokraten“ stört es bis zum heutigen Tag, dass man in Deutschland bis auf das Wahlrecht alle Bürgerrechte verliert, sobald man einen AlgII-Antrag beim „Fallmanager“ abgibt.

aus dem Kommunistischen Manifest:

Ihr entsetzt euch darüber, dass wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben; es existiert gerade dadurch, dass es für neun Zehntel nicht existiert.

Man hat uns eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigentums werde alle Tätigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreissen.

Hiernach müsste die bürgerliche Gesellschaft längst an der Trägheit zugrunde gegangen sein; denn die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und die in ihr erwerben, arbeiten nicht.

Wie für den Bourgeois das Aufhören des Klasseneigentums das Aufhören der Produktion selbst ist, so ist für ihn das Aufhören der Klassenbildung identisch mit dem Aufhören der Bildung überhaupt.

———————————————————————-

TV-Tipp: Sonntag, 21:45 Uhr…die Anne-Will-Show

Lafontaine und Butterwegge vs. Brüderle und Fleischhauer (Spiegel)

Natürlich ist auch diese Sendung wieder völlig manipulationsfrei:

Während die deutsche Wirtschaft floriert, die Löhne steigen und so viele Menschen wie noch nie erwerbstätig sind, sinniert die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch über „Wege zum Kommunismus“.

Skandalös – oder einfach nur weltfremd, ausgerechnet jetzt, wo es in Deutschland so gut läuft?

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2 Kommentare - “Wahl der Qual”


  1. […] hier den Beitrag weiterlesen: Wahl der Qual « WareLuege […]

  2. Peter Kieras Says:

    Hast ja , wie praktisch immer, Recht. Sehe die Welt
    wie Du. Bin allerding das was manche als Kapitalist benennt, weil ich halt meine Einkünfte nicht verbraten habe, sondern brav gespart habe. Nun bin, ich immernoch arbeitend ( 71 Jahre alt) durch sparen zu Geld gekommen. Wenn ich genau rechne bin ich wohl das was man nen mil..onär nennt. Das bringt mich nicht auf die ANDERE SEITE. Recht und Gerechtigkeit und gerechtes Denken und Handeln sind nicht abhängig vom Bankkonto, sondern von Moral und Information.
    Ich schätze und ehre Dein Bemühen — weiter so
    PK


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