Archiv für Januar 2011

Rainer Unsinn

23. Januar 2011

Trink trink Brüderle trink..!

Rainer Unsinn Brüderle hat inmitten des von ihm herbeihalluzinierten Super-Turbo-Mega-Hyper-Aufschwungs einen ordentlichen Schluck aus der Weinpulle genommen.

Kurz nach seinem albernen „Jahreswirtschaftsbericht“ (Antwort von Sahra W.) darf Brüderle via BILD-Verblödung seinen korrupten Kernkraft-Lobbyismus mit der aktuell beliebten „Grüne sind gegen alles“-Propaganda verbinden.

Ein klassischer Beweis völliger FDP-Kompetenzfreiheit. „Unser“ Wirtschaftsminister verfügt nicht einmal über einfachste Grundkenntnisse, wie sie in jeder normalen Schule bereits 13jährigen beigebracht werden.

Deutschland droht Strom-Blackout!

Ahja…nachdem in früheren Zeiten diverse CDU- und FDP-Größen beim Thema „Korruption“ diverse „Blackouts“ hatten, erfreut Brüderle die Kernkraft-Parteispender nun mit einer hochoffiziellen Warnung vor atomstromfreier Dunkelheit.

Aber das ist nicht neu. Der Lobbyverband „Deutsches Atomforum“ hat schon in früheren Jahren derartige Gerüchte in den Medien platziert.

Gehen in deutschen Großstädten bald die Lichter aus?

Das deutsche Stromnetz droht nach 2015 zusammenzubrechen. In Ballungsräumen könnte es als Folge von Netzengpässen und Kurzschlüssen sogar zu Blackouts kommen!

Boah ey! Die Apokalypse naht! Trotz Laufzeitverlängerung gehen schon 2015 die Lichter aus!

Was wird geschehen? Was wird furchtbares passieren?

Welcher Zorn der FDP-Götter EON, RWE, Vattenfall und EnBW wird uns den Weltuntergang bescheren?

Mal sehen:

Der Grund: Es fehlen neue Überlandleitungen. Das schon jetzt an den Rand seiner Kapazitäten stoßende Stromnetz kann den forcierten Bau neuer Solar- Wind- und Wasserkraftwerke bald nicht mehr verkraften.

Aha. Die von CDU und FDP für einen symbolischen Obulus privatisierten Stromnetze werden also unter dem Druck von Wind- und Solarstrom zusammenbrechen…

  • Eine Ohrfeige vor allem für Grüne und Bürgerinitiativen, die den Bau von neuen Strommasten aus Angst um ihre schöne Aussicht verhindern!
  • Im Klartext: Durch gedrosselte Stromzufuhr könnten starke Netzschwankungen auftreten oder sogar Blackouts als Folge von Netz-Engpässen und Kurzschlüssen!
  • Ohne Laufzeitverlängerung der Kernenergie hätte schon jetzt eine „signifikante Strommenge importiert“ werden müssen, stellt der Bericht des Wirtschaftsministers klar.

Ok…alles klar.

Nun schauen wir uns die ganze Sache mal aus dem Blickwinkel der Realität (Elektrotechnik und Physik) an:

Nu stelle wa uns ma janz dumm! Wad isn Strom?

Strom (man glaubt es kaum) ist Energie. Strom gibt es nur „fließend“.

Werden Stromerzeuger und -verbraucher durch ein leitendes Medium (vulgo: Kabel) miteinander verbunden, wird auf wundersame Weise elektrische Spannung beim Erzeuger in fließenden Strom hin zum Verbraucher umgewandelt.

Kommen die Strömlinge dann mit Fast-Lichtgeschwindigkeit beim Kunden an, sieht man ihren steten Strom am Rädchen des Stromzählers. Das dreht sich dann.

Ist doch ganz einfach, oder?

Der Wirtschaftsminister der Bundesregierung Atommüllkonzerne erklärt sinngemäß nun folgendes:

Wenn zusätzlich zu den Kernkraftwerken nun auch noch Wind- und Solarstrom durch die Leitungen fließen, kommt es zu einer Überlastung und damit zu einem „Strom-Stau“. Und dieser „Strom-Stau“ sorgt dann (wie auf der Autobahn) dafür, dass am anderen Ende nichts mehr ankommt. Da geht dann das Licht aus.

Das ist so gnadenlos dämlich, dass man nur noch schreien möchte!

In einem geschlossenen Stromkreis (mit Lämpchen und Batterie) fließt stets nur soviel Strom, wie die Lampe in Licht und Wärme umwandeln kann. Hinter der Lampe passiert (fast) nichts mehr.

Nun stellen wir uns mal folgendes vor: Wir haben eine Lampe vom Fahrrad mit einer vorgegebenen Spannung von 3 Volt. Dazu nehmen wir ein Kabel und eine 3Volt-Batterie.

Verbinden wir alles miteinander, bekommen wir ein kleines feines Licht.

Toll, oder?

Was müsste nun geschehen, damit diese Lampe nicht mehr leuchtet, so wie es die Stromkonzerne und das Brüderle vorhersagen?

Experiment 1:

Wir tauschen die 3 V-Lampe gegen eine 12 Volt-Lampe aus dem Auto aus.

Ergebnis: Bei völliger Dunkelheit sehen wir nur noch ein leichtes Glimmen des Glühfadens, weil die 3 V-Batterie nicht genügend Strömlinge für einen 12 V-Glühfaden liefern kann.

dumm gelaufen…

Gegenmaßnahme: Mehr Batterien, bis die 12 V-Lampe hell erstrahlt.

Experiment 2:

Wir erzeugen einen Brüderle-Stromstau, indem wir die 3 V-Batterie gegen eine 12 V-Batterie aus dem Auto austauschen.

Damit liegt die 4fache Spannung an und die vielfache Strommenge steht zur Verfügung.

Ergebnis: Die 3 Volt-Lampe leuchtet für einen winzig-kurzen Moment auf und wird zu Müll aus Blech, Glas und Wolfram.

Gegenmaßnahme: Mehr Glühlampen oder einfach eine passende 12 Volt-Lampe mit mehr Licht und mehr Verbauch anschließen.

Im Parallel-Universum des Herrn Brüderle kommt Experiment 1 nicht in Frage. Schließlich beklagt er keinen Strommangel sondern einen „Stromstau“.

Selbiges übertragen wir jetzt auf die „große“ Welt mit Kraftwerken, Hochspannungs-Leitungsnetz und ganzen Städten statt kleiner Glühbirnen.

Ein „Brüderle-Stromstau“ ist schon aus physikalischen Gründen nicht möglich. Wird mehr Strom erzeugt als durch die Leitungen aus dem Kraftwerk herausfließt, gehen die Generatoren automatisch in den „Leerlauf“. Sie drehen sich zwar noch, aber nach dem Induktionsgesetz der Physik liefern sie nicht mehr, als tatsächlich gebraucht wird.

Einfach mal sportlich ausprobieren: Dynamo am Fahrrad einschalten und eine Runde um den Block fahren. Einmal mit angeschlossenem Licht und einmal ohne.

Die 2. Runde fährt sich wesentlich einfacher, ohne das der Dynamo verglüht wegen eines „Stromstaus“.

Also Experiment 2.

Das Stromnetz kann „zusammenbrechen“, wenn mehr Strömlinge von Verbrauchern angefordert werden als der Generator des Kraftwerkes liefern kann.

Die vielen Verbraucher bekommen nicht mehr die notwendige Menge Strom und es wird dunkel.

In diesem Fall wird das Stromnetz aber keineswegs überlastet. Die Last landet vielmehr beim Generator, der durch den Stromfluss derart abgebremst wird (wieder das Induktionsgesetz), dass er den klassischen Hitzetod stirbt.

Das kann aber in der realen Welt nicht passieren.

Wir verfügen über ein Verbundnetz an Stromleitungen, welches die Last gleichmäßig auf alle Generatoren und sonstige Stromerzeuger (Solarzellen) gleichmäßig verteilt. Dazu gibt es überall Umspannwerke, Trafo-Häuschen u.ä. Bauwerke.

Wenn nun aber (wie Brüderle selbst zugibt) immer mehr Erzeuger bereitstehen, kann es nur dann zu einem Stromausfall kommen, wenn in gleichem Umfang die Zahl bzw. Stärke der Verbraucher ansteigt.

Aber das ist relativ unwahrscheinlich: Zum Einen, weil wir bereits heute mehr Strom erzeugen als verbrauchen, obwohl konstant die Hälfte aller Kernkraftwerke abgeschaltet sind. Zum Anderen, weil es bereits seit vielen Jahren massive Anstrengungen zur Energieeinsparung gibt. Von der dummen „Energiesparlampe“ bis hin zur „energetischen Gebäudesanierung“.

Selbst ein großer Teil der Straßenbeleuchtung wird jede Nacht abgeschaltet. (Also das Auto nicht unter einer Lampe parken, welche mit einem roten Band markiert ist!)

Aber was könnte dann passieren?

Der technische Fortschritt könnte die Zahl der Energieverbraucher massiv erhöhen. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass wir bereits heute überall elektrischen Strom einsetzen. Das Potenzial für eine Energieverbraucher-Erhöhung ist also schon recht übersichtlich geworden.

Die einzig denkbare Variante für einen „Strom-Blackout“ wäre also eine Reduzierung der Leitungs-Kapazitäten.

Fallen wieder ein paar Strommasten um, könnten die verbleibenden Leitungen nicht durchlässig genug sein und der Effekt „12 Volt-Lampe an 3 volt-Batterie“ tritt ein.

Blackout des Systems

Ein Stromausfall kann also in keinem denkbaren Fall durch eine „Überkapazität durch Wind- und Sonnenenergie“ eintreten.

Die Behauptung des Weinkönigs Brüderle ist also technisch wie physikalisch völliger Unsinn.

Die real-existierende Schwachstelle sind hingegen die Verbindungen zwischen Generator und Verbraucher… auch „Stromleitungen“ genannt.

Als das schwarz-gelbe Lügengesindel im Zuge der Abschaffung der „sozialen Marktwirtschaft“ die Stromnetze den Energiekonzernen quasi geschenkt hat (inkl. „Blackout“ bei der Erinnerung an dubiose schwarze Koffer), geschah dies mit folgender Argumentation:

„Die Staatswirtschaft ist nicht in der Lage, die Stromnetze zu betreiben, rechtzeitig und ausreichend in Erneuerung und Erweiterung zu investieren!“

Der geBILDete Pöbel hat den Unsinn geglaubt und die warnende PDS zu „Populisten und Demagogen“ erklärt.

Seit dieser Privatisierung der Stromnetze hat man viele Milliarden Euro von den Bürgern verlangt zur „Finanzierung in die Netzkapazitäten“.

Geschehen ist…nichts! Garnichts! Man hat die Milliarden mit beiden Händen an seine Aktionäre verteilt und bei jedem Netz-Problem war immer das Wetter schuld.

Nun…im Wahljahr 2011 ist es nicht mehr das Wetter, sondern (Wie könnte es anders sein?) die Grünen sowie die neuartigen „technikfeindlichen Wutbürger“.

Sie sind nun daran Schuld, wenn durch das verrottete Leitungsnetz nicht mehr genügend Strömlinge hindurch passen.

Aber anstatt nun die parteispendenen Konzerne endlich mal zur Einlösung ihrer jahrelangen Investitionsversprechen zu zwingen und bestehende Leitungen zu erneuern und zu erweitern, jammert man völlig sinnfrei über „zuviel Ökostrom“, „zuwenig Kernkraft“ und natürlich über „Hochspannungsleitungen-Verweigerer“.

Das es jemals „zuviel Ökostrom“ und „zuwenig Kernkraft“ auf der Welt geben könnte, ist völlig ausgeschlossen. Aber „Verstand “ und „Logik“ sind weder bei FDP-Politikern noch bei der BILD real existierende Eigenschaften.

Bliebe noch das Problem mit den neuen Leitungen…

Niemand wird ernsthaft bestreiten, das Deutschland im Jahre 2011 voll erschlossen und besiedelt ist.

Für neue Hochspannungs-Trassen gäbe es nur Bedarf, wenn man weit abseits bewohnter Gebiete neue Großverbraucher wie zum Bleistift neue Städte oder Industrieanlagen errichtet.

Aber das würde keinen Sinn ergeben. Was will man mit einer Industrie, welche fernab von Einwohnern und Verkehrsverbindungen errichtet wird?

Für sowas kämen doch nur Sägewerke in Waldnähe in Frage. Und selbige erzeugen heute ihren Strom aus den eigenen Sägespänen selbst.

Für völlig neue Trassen gäbe es als nur Bedarf auf Seite der Erzeuger. Also bei Windparks und Solar-Großanlagen.

Aber selbst ein großer Windpark braucht keine super-dicken Masten und Stromkabel, um mit dem Netz verbunden zu werden. Zumal Windkraftanlagen bekanntlich auf freiem Feld errichtet werden, wo man die Kabelei auch in der Erde verbuddeln könnte…falls nötig oder sinnvoll.

Solaranlagen werden auf Dächern installiert, welche bereits über einen Stromanschluss verfügen. also auch da kein Bedarf an neuen Trassen.

Was man jetzt und in Zukunft braucht, sind einfach nur neue Masten mit neuen Leitungen.

Aber die gibt es wohl nur, wenn nach einer Wiederverstaatlichung tatsächlich investiert wird und das Erpressungspotenzial der Energiekonzerne abgschafft wird.

privatisierte Stromversorgung

 

Braucht man tatsächlich neue Trassen oder vielleicht doch nur neue Masten mit mehr Auslegern und mehr Leitungen zu Knotenpunkten und Verteilern?

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Satz zur Woche

21. Januar 2011

Aus der Angst der herrschenden Klasse wächst die Kraft der beherrschten Klasse.

Wahl der Qual

15. Januar 2011

Es ist vollbracht!

Die Wahl der Qual fiel auf einen 16 Jahre jungen Kleinwagen. Gute Substanz, grad so getüvt bekommen und die Mängelliste lässt sich offensichtlich ohne Fachwerkstatt abarbeiten.

Die größte Auswahl gab es innerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten in der Rubrik „fast bis ganz Schrott“.

Erst am Donnerstag fand ich dann einen brauchbaren „Notverkauf“, welcher allerdings schon 2 Jahre ungenutzt herumstand. Aber wenigstens trocken und tatsächlich rostfrei.

Zumindest bin ich jetzt wieder mobil und kann mich wieder den unwichtigen Dingen des Lebens widmen. 😀

Wahl der Qual oder Qual der Wahl?

Das alles beherrschende Thema der letzten Woche war der Beginn der Landtags-Wahlkämpfe. Nachdem im letzten Jahr die Extremisten-Kampagne gegen die Linke in NRW gescheitert war, verschiebt sich in diesem Jahr der Extremismus hin zu den angeblich „demokratischen“ Parteien und Medien.

Gesine L (Name der Redaktion bekannt) schrieb in der marxistischen Jungen Welt (Genossenschaft statt Privateigentum) eine Stellungnahme anlässlich einer Konferenz zum Thema „Wege zum Kommunismus“.

Selbstverständlich tauchte in diesem Text tatsächlich der Begriff „Kommunismus“ auf.

Die darauf folgende Massenhysterie der Kapitalbesitzer, ihrer Medien und Politiker war an Komik und Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten.

Seit Erfindung der sog. „Wiedervereinigung“, also seit nunmehr 20 Jahren (!), wird die Linke (früher als PDS) kontinuierlich als „Kommunisten-Partei“ bezeichnet und behandelt.

Da ist es schon urkomisch, wenn man sich darüber beschwert, dass eine Parteivorsitzende der „Kommunisten-Partei“ das Wort „Kommunismus“ verwendet. Sollte dies nicht eigentlich der Normalfall sein, sofern die Kapitalistenpresse in den letzten 20 Jahren die Wahrheit über die Linke bzw. PDS verkündet hat?

Was soll also diese Aufregung? Der Dobrindt von der dunkelschwarzen CSU forderte dann auch gleich eine Total-Beobachtung durch den „Verfassungsschutz“ sowie ein Verbot der Linken.

Das macht natürlich Sinn: Schließlich kann sich der Verfassungsschutz nicht gleichzeitig um die CSU und die Linke kümmern.

Allerdings war auch Dobrindt bisher nicht in der Lage, einen Widerspruch zwischen „Kommunismus“ und „freiheitlich-demokratischer Grundordnung“ zu erklären.

Denn einen Fakt kann auch Herr Dobrindt nicht leugnen: Im Kapitalismus ist man nur dann „frei“, wenn man entweder reich oder tot ist.

Und „Demokratie“ im Kapitalismus ist eh nur eine Wahnvorstellung. Wie kann es in einem System Demokratie geben, wenn persönlicher wirtschaftlicher Besitz untrennbar mit gesellschaftlicher und politischer Macht verbunden ist?

Sollte es in einer Demokratie nicht so sein, dass gesellschaftliche und politische Macht allen Menschen gehören…unabhängig vom jeweiligen Kapitalbesitz?

Kapitalismus und „freiheitliche-demokratische Grundordnung“ sind genauso realistisch wie nasses Feuer oder brennendes Wasser.

Wozu also der ganze Hype?

Angst verschafft Macht

Die Angst vor dem Entzug der Lohnarbeit verschafft den Kapitalbesitzern nicht nur Macht über ihre „Arbeitnehmer“, sondern auch über die gesamte Gesellschaft sowie die Politik.

Hindenburg machte Hitler zum „Reichskanzler“ aus Angst, die Kapitalisten und ihre Banken würden bei Verweigerung durch Fabrik- und Bankschließungen einen Bürgerkrieg provozieren.

Merkel und Steinbrück machten aus der Staatskasse einen Selbstbedienungsladen für die Kapitalbesitzer und ihre Verwalter aus Angst vor einer „Kernschmelze im System“.

Die Leyenministerin verweigert Mindestlöhne und Alg2-Erhöhung aus Angst vor dem Verlust von Parteispenden sowie vor der reaktionär-radikalen Springer-Presse.

Auch die von den Medien bis heute geführte Kommunismus-Hysterie folgt diesem Angst-Prinzip.

Vor allem im Westen Deutschlands, in dem die Mehrheit der Bürger und damit Wähler lebt, wird seit 1948 pausenlos Kommunismus-Angst verbreitet.

Da wird schamlos Stalinismus mit Kommunismus gleichgesetzt ohne das jemand fragt, warum es für 2 angeblich identische System 2 derartig verschiedene Bezeichnungen gibt.

Nichtmal die marktradikale und korrupte FDP behauptet, dass Kapitalismus und „soziale Marktwirtschaft“ das Gleiche sei.

Wege aus der Dunkelheit

Bisher war man sehr erfolgreich im Westen mit der Legende, Kommunismus könne nur über den Weg des Stalinismus inkl. Arbeitslager in Sibirien, Mauerbau, Stasi usw. eingeführt werden.

Die (verständliche) Angst der Wessis vor diesem Szenario konnte man im Westen daher problemlos über Jahrzehnte hinweg zur „freiwilligen“ Unterwerfung unter die Prinzipien des Kapitalismus ausnutzen. Dabei half den Westbürgern ausgerechnet die DDR.

Sie zwang das Kapitalistenpack dazu, eine Illusion eines „sozialen Kapitalismus“ aufzubauen, unter dessen Bedingungen man sogar halbwegs leben konnte.

Aber mit dem Ende der DDR war es auch damit vorbei. Wozu noch eine „soziale Marktwirtschaft“, wenn man den Untergang der DDR locker zum „Beweis der Unmöglichkeit eines sozialen Staates“ umdefinieren konnte?

Nun…im Jahr 2011… kam es zum Super-Gau.

Die bösen Kommunisten hielten eine Konferenz mit dem Titel „Wege zum Kommunismus“ ab.

Angesichts des enthemmten und skrupellosen Radikal-Kapitalismus gab es eh schon ein steigendes Interesse innerhalb der Bevölkerung, ob man nicht nach Alternativen Ausschau halten sollte. Der Untergang der FDP kann als Beweis dafür gelten.

Und nun  kommen die Kommunisten um die Ecke und diskutieren über „Wege…“!!

Wege! Mehrzahl!

Was für eine Horrorvorstellung wenn der Pölbel nicht länger glauben würde, der Weg des Kommunismus führe zwangsläufig in den Stalinismus!

Allein der unsägliche Gedanke, es gäbe die Möglichkeit, die Kapitaleigentümer auf demokratischem Wege zu entmachten! Hitchcock der Leibhaftige!

Wie eine tollwütige Bestie stürzte sich das Kapital auf Gesine L. und die Linke. Auslöser war keineswegs die Selbstverständlichkeit, das eine „Kommunisten-Partei“ über Kommunismus redet…vielmehr spielten im Wahljahr 2011 2 andere Sachverhalte eine Rolle:

1) Die Möglichkeit, dass das derzeitige System nicht länger von der Bevölkerung als „notwendig und alternativlos“ wahrgenommen wird.

2) Das Ende der Chance, aus der Linken eine „Realo-Partei“ nach dem Vorbild der Grünen zu machen.

Nichts könnte der Diktatur des Kapitals mehr helfen als eine „realpolitische“ Linke, welche eine ebenso BILDhörige Verfügungsmasse darstellt wie die „SPD“, die Grünen und die FDP.

Dann kann es dem Kapitalistengesindel vollkommen egal sein, ob überhaupt noch Wahlen stattfinden oder nicht. Man hätte eine mehrparteiliche Einheitspolitik etabliert, welche ihnen uneingeschränkte Allmacht über Volk und Gesellschaft garantiert.

Nur die böse Linke sträubt sich noch…

Wo früher der geBILDete Bundesbürger beim Wort „Systemveränderung“ noch in Angstschweiß gebadet hat, empfindet er nun an gleicher Stelle ein Gefühl der Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass es in der Politik noch jemanden gibt, welcher sich einem neuzeitlichen Feudalstaat samt Sklaverei und Tagelöhnertum in den Weg stellt.

Der Extremismus, welcher heute von den Eigentümern der Wirtschaft, der Medien und der „bürgerlichen“ Parteien ans Licht kommt, ist daher nur allzu verständlich.

Schließlich muss auch in einer Demokratie-Illusion jede Wählerstimme für eine Partei verhindert werden, welche die Einheit aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Macht in Händen einer reichen Minderheit beenden will.

Da wird dann der olle Stalin aus der Mottenkiste geholt sowie die früher erfolgreiche Anti-Grünen-Kampagne „innerlich zerstrittene Partei„.

BILD:

Der einstige Umfrage-Höhenflug der Partei ist längst gestoppt, auf bis zu 13 Prozent kamen sie in ihren stärksten Zeiten. Inzwischen dümpeln sie bei neun, manchmal zehn Prozent.

Problem: SPD und Grüne besetzen viele linke Themen: Nein zu Hartz IV, Nein zum Krieg, Nein zur Atompolitik. Die Linke hat Profil-Probleme.

Es sind wohl kaum Probleme mit dem „Profil“ als vielmehr mit der real existierenden „Pressefreiheit“.

Weder die sog. „SPD“ noch die Grünen besetzen „linke Themen“. Sie blinken nur mal wieder links angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen.

Wie kann die Politik der Linken „unrealistisch und utopisch“ sein, wenn selbst das schwarz-gelbe Lumpenpack offiziell über den Abzug aus Afghanistan nachdenkt?

Oder die Agenda2010-Verbrecher über höhere Regelsätze und Mindestlöhne (wenn auch nur bei den Sklavenverleihern) ?

Und Hugo Müller-Vogg meint:

„Die Linke“ als Partei der DDR-Nostalgiker und Kommunismus-Sucher kann für Demokraten kein Koalitionspartner sein. Weder im Bund noch in den Ländern.

Wahr ist (wie üblich) das Gegenteil:

Die bekennenden Verfassungsfeinde und Undemokraten kommen für die Linke als Koalitionspartner nicht in Frage.

Bis zum heutigen Tag wurde bisher jede andere Partei und jede Regierungskoalition ohne die Linke in Karlsruhe wegen vorsätzlichem Verfassungsbruch bei irgendwelchen Gesetzen verurteilt.

Keinen dieser angeblichen „Demokraten“ stört es bis zum heutigen Tag, dass man in Deutschland bis auf das Wahlrecht alle Bürgerrechte verliert, sobald man einen AlgII-Antrag beim „Fallmanager“ abgibt.

aus dem Kommunistischen Manifest:

Ihr entsetzt euch darüber, dass wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben; es existiert gerade dadurch, dass es für neun Zehntel nicht existiert.

Man hat uns eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigentums werde alle Tätigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreissen.

Hiernach müsste die bürgerliche Gesellschaft längst an der Trägheit zugrunde gegangen sein; denn die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und die in ihr erwerben, arbeiten nicht.

Wie für den Bourgeois das Aufhören des Klasseneigentums das Aufhören der Produktion selbst ist, so ist für ihn das Aufhören der Klassenbildung identisch mit dem Aufhören der Bildung überhaupt.

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TV-Tipp: Sonntag, 21:45 Uhr…die Anne-Will-Show

Lafontaine und Butterwegge vs. Brüderle und Fleischhauer (Spiegel)

Natürlich ist auch diese Sendung wieder völlig manipulationsfrei:

Während die deutsche Wirtschaft floriert, die Löhne steigen und so viele Menschen wie noch nie erwerbstätig sind, sinniert die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch über „Wege zum Kommunismus“.

Skandalös – oder einfach nur weltfremd, ausgerechnet jetzt, wo es in Deutschland so gut läuft?

No Happy in New Year

7. Januar 2011

Erst war es glatt…dann war es laut…dann war es still.

Erst war es glatt (das Blech von der Hecktür)… dann war es laut… dann war es zerknittert.

Der Gutachter schüttelte nur mit dem Kopf und sprach grinsend: „Bei der alten Möhre lohnt nichteinmal das Verschrotten. Sie können froh sein, von der Versicherung noch die Abschleppkosten zu bekommen.“

Und so kam es dann auch (fast). Schon am Mittwoch hinterlegte die Versicherung des Heckblech-Verbiegers (wenigstens war er mit Winterreifen versichert) eine Handvoll Euros auf meinem Konto.

Sogar etwas mehr, als die Schwacke-Liste hergegeben hätte.

Trotzdem… die Suche nach fahrbarem Ersatz mit Chance auf eine TÜV-Plakette für nur wenig Papiergeld gestaltet sich nach der Abwrackpämie äußerst schwierig. Fast alle in Frage kommenden Automobile wurden schon für 2500,- an den Staat verkauft. Was übrig blieb, wird bis heute nur von Klebeband und Bindedraht zusammen gehalten.

Der Fahrzeugbrief vom Wellblech ist auch verschwunden…wie melde ich das Ding nun ab???

Ich finde nichtmal die Ruhe, mich mit der Kommunismus-Kampagne der neoliberalen Hysteriker zu befassen.

Dabei liegt der Elfmeter ohne Torwart direkt vor mir:

Während man sich über „menschenverachtenden“ Kommunismus aufregt, sind die gleichen Postillen voll mit profitsteigernder Dioxinverwertung, Jubelarien über ein nicht-existierendes Jobwunder, die peinlichen „Verhandlungen“ der asozialen Arbeitgeber-Marionetten zur Leyenreform und Guidos Paralleluniversum „Dreikönigstreffen der FDP“.

Falls jemand nach mir fragt…ich bin (vermutlich) den Rest der Woche mit autoscout24, mobile.de u.ä. Portalen beschäftigt.

Happy New Year

2. Januar 2011

Kirche soll mehr missionieren

Zum Ausklang des Jahres 2010 ruft Kardinal Marx in München zur Neuevangelisierung auf.

Es rettet uns kein höh’res Wesen…kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun, Herr Kardinal!

Dioxin in Eier und Geflügel

Nach Dioxin-Funden in Eiern und Geflügel sind Verbraucherschützer alarmiert.

Verseuchtes Industriefett im Hühnerfutter… man gönnt sich ja sonst nichts.

Rainer Brüderle: Mit Euphorie ins „Aufschwungjahr“

Die Bürger und die Wirtschaft können nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit Zuversicht in das Jahr 2011 blicken.

Das mit „Zuversicht der Wirtschaft“ verstehe ich ja noch angesichts der „Reform“pläne für 2011. Aber welche Bürger meint der Suffkopp bloß? *grübel*

Der Arbeitslosenversteigerer Zimmermann darf auch mal lallen:

Deshalb ist es klug, weiterhin an der produktivitätsorientierten Tarifpolitik festzuhalten

Produktivitätsorientiert? Wie kommt es dann, dass die Produktivität unaufhörlich steigt, aber die Einkommen zeitgleich zurückgehen? Lauert hier etwa wieder die alte Forderung „Wer mehr bekommen will, muss mehr arbeiten!“?

Mal sehen, ob 2011 das Wort des Jahres „Arbeitszeitverlängerung“ wird.

„Bild“-Chefredakteur Diekmann:

„Wir orientieren uns zielstrebig in Richtung Mitte der Gesellschaft.“

Mitte der Gesellschaft? Diese „Mitte“ konnte früher mal von ihrer Arbeit leben. Solche „Utopien“ gelten heute Dank BILD als „linksextrem“.

Dann gibt er gleich noch die Wahlkampfthemen für 2011 vor:

Themen wie Jugendkriminalität, Hartz IV oder die Integration von Ausländern

Und wieder werden Millionen VerBILDete auf die Hetzpostille hereinfallen. Nur weil ihnen eingeredet wird, die schwarz-gelben Ganoven wären die „Mitte“.

Sozialexperten warnen vor steigender Altersarmut

Immer mehr Rentner sind auf staatliche Hilfe angewiesen.

Der Anteil der über 65-Jährigen, die auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, werde sich von derzeit etwa 2,5 Prozent bis zum Jahr 2025 „auf zehn Prozent oder mehr vervierfachen“.

Focus versucht gar nicht erst, sich irgendwelche Gründe dafür auszudenken. Dabei wäre es schließlich kein Problem, in nur einem Satz die Abhängigkeit der Renten von der Lohnhöhe zu erwähnen.

Stattdessen lässt man den „Altersvorsorge-Experten“ Rürup zu Wort kommen:

Er forderte die Regierung auf, eine „Aufstockrente“ einzuführen.

„Danach sollten Geringverdiener, die ihr Leben lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben, eine Rente knapp oberhalb der Grundsicherung bekommen.“

Wer kann denn heute noch von sich behaupten, „ein Leben lang sozialversicherungspflichtig gearbeitet“ zu haben? Und das für eine Rente „knapp oberhalb der Grundsicherung„??

Da wird die Lügenministerin dem Aktienkurs der Maschmeier-Rürup AG sicherlich gern als „Reformerin“ beim Aufschwung 2011 behilflich sein.

Heizen wird teurer und teurer

Das Plus im Vergleich zu mittelkalten Wintern liege derzeit bei rund 20 Prozent, sagte der Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH)

Den Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger hat die Lügenministerin übrigens mit der Behauptung gestrichen, die Energiepreise zu Heizen hätten sich wieder „normalisiert“.

Die „angemessenen Heizkosten“ bei HartzIV-Empfängern basieren übrigens noch immer auf den Statistiken von 2003…

Europäer wünschen deutsche Führung in Europa

Und selbst die stolzesten unter den Europäern äußern den Wunsch, die deutsche Regierung möge doch der Union eine Richtung vorgeben.

Ja…besonders stolz sind die Europäer mit Bankaktien auf diese deutsche Regierung.

Jetzt aber, wo die Kanzlerin ihre Vertragsänderung bekommen hat und die deutschen Verfassungsrichter wohl nicht mehr fürchten muss, blickt Europa auf Kanzleramt und Finanzministerium in der Hoffnung, dass hinter deren Mauern zum Jahresbeginn die rettenden Ideen geboren werden.

Verfassungsbruch und steuerfinanzierte Bankenrettungen sind also die großen Hoffnungen Europas? Oder vielleicht doch eher die Hoffungen des europäischen Geldadels?

Deutschland Deutschland über alles…nicht wahr, liebe „WELT“?

„An die Freunde der Freiheit“

Die 3%-Westerwelle schreibt eine Neujahrsbotschaft an die restlichen FDP-Fundamentalisten:

„gemeinsam bestehen, wenn wir uns der Probleme der Bürger annehmen und insbesondere die Interessen der Mitte vertreten, die unsere Gesellschaft trägt“.

Jaja….alter Wein in alten Schläuchen. Nur noch für Archäologen interessant.

Sollte Westerwelle tatsächlich in dem Wahn leben, seine reichen Parteispender seien „die Mitte“ und würden „die Gesellschaft tragen“?

Ob wohl 2011 auf den FDP-Wahlplakaten „Wer an uns spendet soll mehr haben als der der nicht spendet!“ stehen wird??

Kommt sonst noch was?

Hehe… niemand war in BILD öfter „Verlierer“ als Oskar. 😀

Offensichtlich fehlen BILD auch hier jegliche Kenntnisse über die DDR und die damaligen Parteiausschluss-Verfahren. Aber wen stört das schon, wenn man jede noch so unsinnige Gelegenheit zu „Linke = DDR“ nutzen kann?

BILD-Dummschwätzer Elitz erklärt „Wutbürger“

was uns wütend macht:

Provinz-Jockel aus der FDP, die gegen Westerwelle stänkern, obwohl sie keinen Besseren wissen.

Wer ist darüber denn wütend? Mal abgesehen davon, wie unterschiedlich doch der mediale Umgang zwischen FDP und Linke beim gleichen Thema ist.

Wütend könnte eher machen, das man Westerwelle nun als Sündenbock hinstellt und nicht die ganze verlogene FDP-Bande von korrupten Lobbyisten.

Eine Regierung, die von der eingefrorenen Bahn auch noch 500 Millionen Euro Gewinn kassieren will. Dann fährt die Bahn irgendwann gar nicht mehr.

Wäre man bereits der BILD-Forderung „Börsengang der Bahn“ nachgekommen, hätten die privaten Aktionäre wohl wesentlich mehr aus der Bahn herausgeholt als „nur“ 500 Mio.

Eine SPD, die von Schröders mutigen Reformen nichts mehr wissen will.

Mich macht eher die Dreistigkeit dieser Legende wütend. Bei Elitz kann man hingegen davon ausgehen, das er heilfroh über die Wahrheit ist. Eben der Gründungsintendant des Adenauer-Propagandasenders „Deutschlandradio“.

Politiker, die sich bei Hartz IV verheddern, statt den Bedürftigen ganz schnell fünf Euro auszuzahlen.

Es macht Elitz also wütend, das er nicht schon am 1. Januar über diesen herrschaftlichen Zynismus lachen kann.

Klein-Strategen, die sich beim Rückzugsdatum-Festlegen aus Afghanistan gegenseitig übertreffen. Das freut nur die Taliban.

Also auch 2011 wieder die alten Dolchstoß-Legenden, um weiter Eroberungskriege auf fernen Kontinenten führen zu können.

Wir wollen 2011 kein Volk von „Wutbürgern“ sein. Unter einer Bedingung: Wir brauchen Politiker mit Anstand und Charakter.

Diese Politiker gibt es schon. Allerdings sind nur etwa 10% bereit, sie auch zu wählen.

Stattdessen ist Elitz wütend über „Provinz-Jockel“, welche gegen den anstands- und charakterlosen Westerwelle „stänkern“.

Versteht das jemand, der noch bei Verstand ist?