Billigkräftemangel

Es war einmal…

Vor langer langer Zeit gab es in Deutschland eine Krise.

Sie begann als „Finanzmarktkrise“ und wurde dann zu einer „Wirtschaftskrise“.

Das muss so um das Jahr 2009 in grauer Vorzeit gewesen sein.

Aber Dank einer Politik der Kurzarbeit, Abwrackprämien und „moderaten Lohnabschlüsse“ ging es bald wieder aufwärts.

Schon im 2. Quartal 2010 bejubelten Politik und Wirtschaft einen sog. „XL-Aufschwung“ und ihre „Experten“ und ihre Einheitspresse erklärten pausenlos, es gäbe bald Vollbeschäftigung und einen ruinösen Fachkraftemangel.

Schnell war Ausbeuterpräsident Prof. Dr. sc. techn. Dieter Hundt zur Stelle um „Erleichterungen beim Zuzug ausländischer Fachkräfte“ zu fordern.

Das war natürlich eine verständliche Forderung, denn schließlich war der Super-Turbo-Aufschwung bereits in vollem Gange.

Besonders deutlich wurde dies bei der abwrackprämiensubventionierten Automobilindustrie.

Rückblickend auf das Jahr 2010 verkündet man nun stolz, die Krise bewältigt zu haben:

Deutsche geben Rekordsummen für Autos aus

Nach dem Boom der Kleinwagen in Folge der Abwrackprämie geht nun der Trend zu hochwertigen Fahrzeugen aus Deutschland

„Der Run auf Klein- und Kompaktwagen ist gestoppt, der Markt zur Normalität zurückgekehrt. Es werden wieder größere und hochwertigere Fahrzeuge gekauft“, sagt Dudenhöffer.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) werden deutsche Autobauer in diesem Jahr auf dem Heimatmarkt wieder einen Marktanteil von 70 Prozent erringen – wie vor 2008.

Das sind doch tolle Nachrichten, oder? Dank des Super-Aufschwungs wird jetzt wieder so richtig Geld rausgehauen für hochwertige und teure Autos aus heimatlicher Premium-Produktion.

Zu den Gewinnern dieses Booms gehören Mercedes, BMW, Audi und Porsche.

Dort kann man sich schon wieder erlauben, die leistungsfreie Gewinnmarge auf Werte zwischen 2300 und 3300 Euro pro Auto zu erhöhen. Bei Porsche zahlt man übrigens über 14.000 Euro mehr, als ein Porsche-Potenzersatz wert ist.

Die krisenbedingten Rabatte sind somit Geschichte.

Natürlich kommen Premium-Hersteller wie Mercedes, BMW, Audi & Co nicht ohne Zulieferer aus. Irgendwer muss die Teile ja herstellen, welche dann von billigen Leihsklaven zusammengeschraubt werden.

Einer dieser Premium-Zulieferer ist die Firma Allgaier GmbH.

Diese Firma gehört dem „Arbeitgeber“präsidenten Dieter Hundt, welcher als Alleingesellschafter auch noch seinem eigenen Aufsichtsrat vorsitzt.

Und der Dieter (der räudige Hundt) freut sich natürlich ganz dolle über den neuen Aufschwung und die Verkaufszahlen deutscher Automobilhersteller.

So tourt der Besitzer anstrengungslosen Wohlstandes als Multimillionär durch die Lande und erzählt bei Will, Plasberg und Maischberger ständig, wie schlimm doch der Fachkräftemangel sei.

Und ganz selbstlos und nur um das Wohl des deutschen Volkes besorgt fordert er dann auch, dass die Zuwanderung erleichtert werden soll, das die geltende Einkommensgrenze für die Niederlassungserlaubnis von 66 000 Euro im Jahr auf 40 000 Euro abzusenken sei und natürlich die ganze böse Bürokratie beim Einsatz ausländischer Arbeitskrafte abgeschafft werden müsse.

Allerdings…

Ich hätte da noch eine kleine Frage, Herr Prof. Dr. Dieter Hundt:

Wenn Sie als Eigentümer eines Automobilzulieferers rosigen Zeiten entgegen sehen und auch noch Fachkräftemangel-Panik verbreiten…warum werden Sie dann bereits zum 1. Januar 2011 10% ihrer Mitarbeiter entlassen und dem Sozialstaat vor die Füße werfen?

Und warum hat es Ihnen nicht gereicht, dass ihre Mitarbeiter seit 2009 jede Woche 2 Stunden gratis für Sie arbeiten?

Irgendwie sieht das nicht nach „Fachkräftemangel“, sondern eher nach einem Mangel an Billiglöhnern aus reiner Profitgier aus.

Könnte es ausserdem sein, das Ihre strikte Ablehnung einer HartzIV-Erhöhung auf ein existenzsicherndes Niveau irgendetwas damit zu tun hat?

mehr Details: Allgaier streicht Arbeitsplätze

Lügner Hundt und seine Lügenministerin

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One Comment - “Billigkräftemangel”


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