Wintermärchen

Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Achnee…halt! Das war ja schon 1844 und auch nicht bei mir.

Also nochmal:

Im Monat Dezember Zweitausendzehn,
Die Weihnacht nahte, herjeh!
Der Schnee rieselte leise,
Da tat ich eine Reise.
Ich reiste durch Deutschland tagelang.
Zum jahresendzeitlichen Besuch der fernen Verwandtschaft…
Allein die Idee war schon krank!

Nunja…jetzt ist die Heuchelei überstanden und man kann wieder zur Normalität zurückkehren.

Zumindest bin ich durch Abwesenheit ums Schneeschippen herumgekommen.

Die Nachbarn haben zwar etwas herumgenölt aber tauschen wollten sie dann doch nicht.😀

Es macht wohl wenig Sinn, wenn ich die letzte Woche inkl. Wochenende hier jetzt noch nachhole.

Hauptsächlich ging es ja doch nur um den Unfall bei Gottschalks Deppenshow und das Wetter.

Also heute nur eine kurze Rundreise durch den winterharten deutschen „Journalismus“…

WELT

Die INSM-Schlampe Siems (war letzten Sonntag im Pressclub) legt mal wieder die olle Platte „Vermögenssteuer gefährdet Arbeitsplätze“ auf.

Das Abkassieren der Besserverdiener wäre fatal

Ob Vermögensabgabe oder Einheitskasse: Der Chor der Umverteiler ist laut. Doch wer stets die Leistungsträger schröpft, gefährdet Arbeitsplätze.

Jaja…die selbe Leier seit 10 Jahren. Die „Arbeit-macht-frei“-Prediger merken so langsam, dass der Pöbel nicht länger an die Versprechen und Verbrechen der Agenda 2010-Reformen glaubt.

Er zahlt in der Krise genauso die Zeche wie im Aufschwung und steht dann doch mit leeren Händen da. Und wenn dann selbst das DIW nicht mehr umhin kommt, Steuern von den oberen 10% zu fordern, singt man wieder das alte Lied, in dem Reiche und Arme ja alle im selben Boot sitzen:

Soll die Mittelschicht noch höhere Steuern und Abgaben berappen für einen übersteuernden und an vielen Stellen ineffizienten Staat?

Die Mittelschicht… dabei verweigert sich Frau Siems völlig der Erkenntnis, das nichtmal das DIW eine Vermögensabgabe von der Mittelschicht fordert, sondern von jenen, welche an der Spitze der Pyramide raffen und scheffeln.

Mit ein klein wenig Intelligenz wäre die Siems vielleicht(!) auf den Gedanken gekommen, das eine Vermögenssteuer dazu dienen könnte, die tatsächlich arbeitende Mittelschicht zu entlasten.

Aber selbst ein solcher Hauch an Intelligenz ist bei dieser INSM-Heulsuse nicht zu erwarten.

Deutschland ist wie ein träger, fetter, alter Hund

Das mein Siems Kollegin Andrea Seibel.

Niemand geht auf die Straße, weil die Steuern nicht gesenkt werden oder die Bürokratie den Menschen die Nerven und Lebenskraft raubt. Niemand protestiert, weil der Sozialstaat überbordet und die Mitte der Gesellschaft alle Mühsal und Last auf ihren Schultern tragen muss.

Das ist natürlich tragisch. Da demonstriert der Pöbel gegen HartzIV-„Reformen“ wie auch gegen tiefergelegte Bahnhöfe, aber nicht für neoliberale Wahnvorstellungen aus dem Fundus des asozialen Kapitalistenpacks.

Womöglich weil es keinen Sinn macht?

Die FDP wird schließlich nicht ohne Grund von Mitgliedern und Wählern zunehmend als überflüssig wahrgenommen.

Was gäbe es für marktradikale und neoliberale „Reformparteien“ wie der FDP denn noch zu tun?

All das, wovon Industrie, Finanzwirtschaft und ihre korrupten Politiker seit 50 Jahren geträumt haben ist doch nun schon Realität geworden. Die Reichen sind pflicht- und die Armen rechtlos.

Und es ist wohl kaum anzunehmen, das eine Bevölkerung, welche auf grund diverser Reformen in immer größerem Umfang auf soziale Leistungen angewiesen ist, mit INSM-Transparenten gegen einen „überbordenden und unfinanzierbaren Sozialstaat“ demonstriert.

Anhaltend auch das Unverständnis in weiten Kreisen der Gesellschaft bis hinein in die Politik für die Regeln und Bedürfnisse der Wirtschaft und des Unternehmertums.

Auch Frau Seibel steht der Realität nicht sonderlich nahe. Irgendwie scheint ihr entgangen zu sein, dass die Politik in diesem Land nur noch im Sinne der Wirtschaft und der Unternehmerverbände agiert.

Und weil das so gut und vor allem profitabel funktioniert…fordert man eben mehr davon.

Mit den Vermögenszuwächsen durch Lohndumping und Sozialabbau kann man in der Öffentlichkeit allerdings nicht argumentieren…

Schuldenabbau klingt wohlfeil, obwohl der Staat der Schuldenmacher ist, und alles mit Steuergeldern seiner (zukünftigen) Bürger.

Natürlich ist der Staat ein „Schuldenmacher“. Das war auch immer so gewollt.

Die Alternative wäre nämlich gewesen, sich das benötigte Geld nicht gegen Zinsen von den Reichen zu leihen, sondern es in Form von Steuern „abzuholen“.

Aber die herrschende Klasse der Kapitalbesitzer will beides nicht.

Sie wollen keine Steuern zahlen und auch nicht auf die Rendite aus den sicheren „Geldanlagen“ der Staatsverschuldung verzichten.

Daher verlangen sie einen Schuldenabbau, welcher die Staatsschulden nur in dem Maße reduziert, wie sie ohne Erhebung von Vermögenssteuern noch vertretbar sind.

BILD

Krieg um das neue Hartz IV

6,4 Millionen Millionen Hartz-IV-Empfänger freuen sich auf eine Erhöhung ihres Regelsatzes um fünf Euro auf 364 Euro zum 1. Januar.

Ist das nun Zynismus oder einfach nur Verhöhnung derer, die schon am Boden liegen und auf denen man ungestraft herumtrampeln kann?

Welche Höllenqualen muss ein HartzIV-Empfänger durchleiden, welcher früher mal zum Scharfschützen ausgebildet wurde…?

Kriegsadel

Woher nimmt sie diesen Mut?

BILD.de begleitete den Verteidigungsminister und seine Frau beim Überraschungsbesuch in Afghanistan

War ja klar, dass BILD dabei ist, wenn der deutsche Adel seine Frontsoldaten besucht.

Sie ist die mutigste Baronin Deutschlands!

Die „Guttenberg-for-Kanzler“-Kampagne wird immer absurder. Natürlich interessiert man sich nicht dafür, dass sich „KT“ mit seinen Berichten an die USA des Landesverrats schuldig gemacht hat und eigentlich in den Kerker gehört.

Man geht offensichtlich davon aus, dass es im nächsten Jahr nach diversen „verlorenen“ Landtagswahlen der Merkel-Rücktritt erfolgt und das schwarz-gelbe Lumpenpack dann einen neuen Bundeskanzler wählen muss.

Zugleich hätte man noch die demagogisch-abtrünnige CSU wieder „auf Linie“ gebracht…

Das BILD und der dumme Kerner auch dabei waren lässt auf eine Verschärfung der Guttenberg-Propaganda schließen.

Und was schleimt Franz Josef Wagner dazu?

Ihr gemeinsamer Besuch bei unseren Soldaten in Afghanistan ist einfach großartig. Er ist eine öffentliche Liebeserklärung an unsere Soldaten: Wir sind eine Familie, wir gehören zusammen.

Sowas kann man einfach nicht mehr kommentieren.

Focus

Frau Gesellensetter als Focus-Redakteurin für Private Krankenversicherungen ereifert sich über den DGB-Vorschlag, die PKV abzuschaffen und eine allgemeine Bürgerversicherung einzuführen.

DGB will Private Krankenversicherung abschaffen

Der Versicherungsschutz für die kleinen Leute soll dadurch billiger werden. Gutverdiener hingegen müssten bluten.

Wie böse doch dieser DGB zu den Leistungsträgern ist! Pfui!

Und ganz am Ende der PKV-finanzierten Aufregung findet man dies:

Jedes Jahr eine satte Preiserhöhung? Ständig Ärger, weil Rechnungen nicht erstattet werden? FOCUS-Online-User können ihren privaten Krankenversicherer bewerten, ihre Erfahrungen schildern

Öhhmmm…

Und die FDP möchte diese Zustände allen Bürgern zukommen lassen. Aber asozial und ungerecht ist der DGB…nicht vergessen!

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3 Kommentare - “Wintermärchen”

  1. Hetman@gmx.de Says:

    >All das, wovon Industrie, Finanzwirtschaft und ihre >korrupten Politiker seit 50 Jahren geträumt haben >ist doch nun schon Realität geworden. Die Reichen >sind pflicht- und die Armen rechtlos.

    selten etwas gelesen, was die sache besser auf dne punkt gebracht hat!

    >6,4 Millionen Millionen Hartz-IV-Empfänger
    >F R E U E N sich auf eine Erhöhung ihres >Regelsatzes um fünf Euro auf 364 Euro zum 1. >Januar.

    jaja – und meine oma fährt im hühnerstall motorrad…

    man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte, wenn man diesen scheiss liest!!!

  2. wareluege Says:

    Werter Daniel

    Sieh mal ein paar Schritte weiter!
    Bis jetzt haben es die Reichen geschafft, sich mit ihrem „Elite“-Dünkel aus der Verantwortung für Staat und Gesellschaft zu stehlen.
    Ziel muss es sein, diese Leute in einen Zustand zu versetzen, in dem sie sich ihres Reichtums schämen. Schämen des Zustandes, „Geld fürs Nichtstun“ zu kassieren.
    Der nächste Schritt wäre dann eine Bürgerversicherung …und irgendwann wäre der Geldadel soweit „normalisiert“, bis sein Vermögen ihm keine gesellschaftliche oder politische Macht mehr einbringt.
    Ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt…

  3. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-12-14…

    Hartz-IV-Reform im Bundesrat wohl ohne Mehrheit Altersarmut: Immer mehr Ältere müssen sich etwas dazuverdienen XXL-Leiharbeit: Zahl der prekär Beschäftigten steigt weiter an Bundesarbeitsgericht: Gewerkschaft für Zeitarbeit (CGZP) ist nicht tariffähig…


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