Herrscher, Diener und Lakaien

Was ist Demokratie?

Der Begriff stammt von den „Pleite-Griechen“ aus einer Zeit, in der es keine BILD, aber Typen wie Aristoteles gab.

Er bedeutet soviel wie „Volksherrschaft“.

Da das dumme Volk nun aber keine homogene Masse ist, hat sich diese Volksherrschaft in eine „Mehrheitsherrschaft“ verwandelt.

Und da auch Mehrheiten im Laufe der Zeit ganz gern mal ihre Meinungen ändern (zum Beispiel über die Erdscheibe), erfand man „demokratische Wahlen“. Damit sollten den Meinungsänderungen Rechnung getragen werden indem man die Möglichkeit bekam, meinungskonforme Vertreter in die ausübende Politik zu entsenden.

Dies diente einzig dem Umstand, das ein Gesetzgebungsverfahren mit mehreren Millionen Beteiligten schlicht undurchführbar war. Die Idee von Volksabstimmungen war noch nicht geboren.

Allerdings sind auch Volksabstimmungen mit Vorsicht zu genießen, wie die Schweiz grad wieder gezeigt hat. Die manipulative Macht der Medien ist in heutiger Zeit vielfach größer als die Macht des eigenen Verstandes.

Herrscher und Diener

In einer Demokratie (theoretische Version) sind die Herrscher die Diener. Klingt komisch…ist aber so.

Jene Individuen, welche sich in Regierungen und Parlamenten als herrschende „Gesetzgeber“ aufspielen, sind bei Lichte betrachtet nur die Diener und Angestellten ihrer Völker/Wähler.

In einer Demokratie (reale Version) sieht die Sache schon ganz anders aus.

Zum Bleistift im „demokratischen“ Großdeutschland: Hier wurde jahrelang die Legende verbreitet, Abgeordnete seien „nur ihrem Gewissen verpflichtet“ mitsamt der Erklärung, ein solcher vertretender Angestellter hätte damit auch die Freiheit, nach eigenem Gutdünken und damit auch zuwider den Wünschen und Bedürfnissen seines Chefs (dem Volk) zu handeln.

Wäre die Demokratie ein Unternehmen…die „Volksvertreter“ würden bis zur fristlosen Kündigung nichtmal die Probezeit von 6 Monaten durchhalten.

Damit die Farce „westliche Demokratie“ auch funktioniert, muss dem dummen Pöbel nur oft genug eingeredet werden, das dieser Zustand gleichbedeutend sei mit „realer Demokratie“.

Und diese Legende dient nur einem Zweck: Der Verschleierung der unwiderlegbaren Tatsache, dass Kapitalismus und Demokratie sich verhalten wie Feuer und Wasser.

Wird ein kapitalistisches System mit Demokratie konfrontiert, wird der Kapitalismus ausgelöscht.

Es wird zischen, es wird brodeln…aber der alles verzehrende, verbrennende Kapitalismus hätte am Ende keine Chance.

Wikileaks, Herrscher, Diener und Lakaien

Die Offenbarung ist über uns gekommen! Gott hilf!

Mit der Veröffentlichung tausender diplomatischer Dokumente geriet das politische System der „westlichen Demokratien“ in eine schwere Krise.

Erstmals wird offensichtlich, wie die Bevölkerung von ihren Dienern und Angestellten hintergangen, belogen und betrogen wurde (und wird).

Während man sich öffentlich die Händchen schüttelt und Treuschwüre leistet, spielen sich nahezu dramatische Szenen ab, sobald die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde.

Man bekundet „unumstößliche Freundschaft“ und eine Minute später raunt man seinem Berater „Was für ein Volltrottel!“ zu. Aber davon erfährt der Chef und Vorgesetzte natürlich nichts.

Ebensowenig von den Absprachen korrupter Lobbyisten mit den Angestellten zur planmäßigen Geschäftschädigung sowie Lug und Trug zum Schaden des Chefs: dem Volk.

Nun könnte das Leaken der diplomatischen Korrspondenz natürlich die Frage aufwerfen, ob die gewählten Volksvertreter überhaupt noch zur Vertretung des Volkes legitimiert sind. Man könnte ja auf den ketzerischen Gedanken kommen, das verlogene und korrupte Personal auszutauschen.

Damit dies nicht geschieht geben sich die Medien des (real) herrschenden Kapitals nun große Mühe, Wikileaks in die Hölle zu verdammen.

Es ist für einen aufgeklärten Menschen schon sehr belustigend und erheiternd, wie die Kapitalisten-Medien ihre Wutanfälle ausleben und austoben:

BILD:

Der Bild Redakteur Rolf Kleine erklärt:

Wikileaks handelt kriminell!

Ein Wesen wie Wikileaks kann nur in einer freien Welt entstehen – Despoten und Diktatoren lassen so was nicht zu.

Wenn „Despoten und Diktatoren“ sowas wie Wikileaks nicht zulassen…würden sie Wikileaks etwa nicht für „kriminell“ erklären?😀

Für seine Anhänger ist er ein tapferer Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit. Vertreter der US-Regierung in Washington sehen in ihm hingegen einen Publicity-süchtigen Kriminellen (BILD)

Despoten und Diktatoren… und sowas darf sich als „Weltmacht“ aufspielen!

WELT

Clemens Wergin:

Wikileaks stilisiert die Veröffentlichung geheimer Dokumente zum Akt der Freiheit. Tatsächlich ist eine Gesellschaft ohne Privatheit totalitär.

Neeeiiiin…ich verrate jetzt nicht, welcher WELT-Schmierfink jahrelang Schily und Schäuble zu „Helden der Freiheit“ erklärt hat, wenn sie mal wieder den totalen Überwachungsstaat gefordert haben.

Ich verrate auch nicht, wer in der WELT-Redaktion ständig gegen alles hetzt, was sich nicht dem totalen Kapitalismus unterordnen will. Ich bin doch nicht Wikileaks!😀

Andrea Seibel:

Wikileaks-Gründer Assange ist kein Enthüller, sondern ein Zerstörer. Er schadet einer Demokratie und nicht einem Unrechtsregime.

Schadet es nicht eher der Demokratie, wenn der Chef (das Volk) nicht weiß, was seine Angestellten (Politiker, Abgeordnete, Beamte) hinter seinem Rücken so treiben?

Michael Stürmer:

Die Veröffentlichung geheimer diplomatischer Notizen dient niemandem.

Mit „niemand“ bezeichnet man beim Springer-Konzern offensichtlich das Volk.

Es ist schon im Privatleben höchst unangenehm, wenn persönliche Liebes- oder Vermögensgeheimnisse; die man für gesichert hielt, plötzlich die Runde machen und man nicht weiß, wo die Enthüllungen ihren Ursprung haben und ihre Grenze, was Wahrheit und was Klatsch, böswillige Verdrehung oder Informationskriegführung.

Jaaaa…. für derartige „Informationskriegsführung“ durch böswillige Verdrehungen und frei erfundenen Klatsch sind BILD und WELT zuständig…nicht ein solch obszönes Gebilde wie Wikileaks! Konkurrenz ist schlecht fürs Geschäft!

ZEIT

Karsten Polke-Majewski (Ex-FAZ-Redakteur)

Transparenz ist in unseren westlichen Gesellschaften ein hoher Wert.

Das mag ja sein…aber warum muss es dann ein „Informationsfreiheitsgesetz“ geben oder auch Einrichtungen wie Lobbycontrol, Attac etc?

Und warum sind es ausgerechnet die „demokratischen“ Medien, welche jede Form von Transparenz strikt unterbinden?

Im FDP-Focus ist z.B. kein Wort über den Spionageverdacht gegen Rösler zu lesen.

Würde es sich um einen Linken und um die russische Regierung handeln…Autsch!

Kein Gedanke scheint dran verschwendet worden zu sein, dass Vertraulichkeit das größte Kapital der Diplomatie ist und manchmal ein wichtiges Mittel, Schlimmeres zu verhüten.

Nur dumm, das Wikileaks nicht „Vertraulichkeit“, sondern Misstrauen offengelegt hat.

Hier geht es ja doch nur wieder um die „Vertraulichkeit“ innerhalb undemokratischer Netzwerke, Korruption und Lobbyismus. Auf eine solche „Vertraulichkeit“ können echte Demokratien gut verzichten! Diktaturen hingegen offensichtlich nicht…

Man wünschte sich, stattdessen würden belastbare Daten öffentlich, wo es wirklich um Aufklärung geht.

Also ich fühle mich schon ganz gut aufgeklärt über die angeblichen „Volksvertreter“. Aber dummerweise nicht von den hiesigen Medien…

Wikileaks, wir warten auf Russland und China.

Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!

Man beklagt ständig Zensur in Russland und China…aber in den demokratischen USA erwarten den mutmaßlichen Wikileaks-Lieferanten mal eben 52 Jahre Knast.

n-tv.de

Tilman Aretz

Die Veröffentlichung ist falsch

Was also geht uns der Tratsch und Klatsch an? Die Antwort ist trotz des Belustigungsfaktors der gierigen Öffentlichkeit mehr als simpel: gar nichts.

Genau! Was „unsere“ Volksvertreter machen und sagen geht „uns“ nunmal garnichts an! Sowas hat nur jene zu interessieren, welche „uns“ schon lange durch sich selbst ersetzt haben: die Eigentümer allen Kapitals.

Sie (die US-Regierung) hat es nicht geschafft, ihre Mitarbeiter und die vertraulichen Dokumente vor dem Zugriff der Öffentlichkeit zu schützen.

Kann es in einer Demokratie die Aufgabe einer Regierung sein, sich vor dem Zugriff der Öffentlichkeit zu schützen?

Die Öffentlichkeit hat früher dem Friedensvertrag zwischen Hitler und Stalin vertraut…

…und den Veröffentlichungen der Reichsregierung zum Nutzen der Judenverfolgung für „das Wohl des deutschen Volkes“…

(c) by Harm Bergen

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7 Kommentare - “Herrscher, Diener und Lakaien”

  1. Hetman@gmx.de Says:

    gottseidank gibt es wikileaks!! gerade in unserer zeit ist wikileaks so wichtig wie nie.
    es war richtig lustig, gestern zu beobachten, wie sich unsere gekauften medien gradezu überschlagen haben, vor gerechter empörung. schon nach dem ersten bericht über das thema konnte ich sie nicht mehr ernst nehmen…

  2. chriwi Says:

    Niemand würde sich über die wikileaks Daten aufregen, wenn sie über den Iran handeln würden oder aber über linke Politiker. Konservative und Liberale mahnen immer dann, wenn ihre eigenen Rezepte gegen sie verwendet werden. Das Westerwelle eine Null ist und noch von Niebel negativ überboten wird ist für jeden Menschen mit klarem Verstand zu erkennen. Ich frage mich nur wie US Diplomaten solche Typen ernst nehmen können.

  3. wareluege Says:

    @chriwi
    Genau darin liegt das Problem!
    Bis jetzt haben Merkel, Westerwelle, Niebel & Co nämlich geglaubt, sie wären „international anerkannte Persönlichkeiten“.
    Aber nun erfahren sie von Wikileaks eine herbe Ent-Täuschung.

    Da wäre ich auch säuerlich…

  4. Karl Eduard Says:

    Ja, gut beobachtet. Aber auch Intelligenz und Demokratie, Uneigennützigkeit und Demokratie, Ehrlichkeit und Demokratie, Sozialismus und Demokratie, …, verhalten sich zueinander wie Feuer und Wasser. Es kommen nämlich immer nur die größten Schreihälse nach oben, die größten Luftschlössererbauer und die größten Heuchler, Lügner und Betrüger. Am angesehensten sind die, die allen alles versprechen. Das hat aber wenig mit Kapitalismus zu tun. Wenn wir uns erinnern, hat sich die Demokratie in Europa nämlich erst mit Ende des Ersten Weltkrieges durchgesetzt.

  5. wareluege Says:

    Die tatsächlichen Machtverhältnisse werden bestimmt durch die Verfügungsmacht über das Kapital (Grund & Boden, Rohstoffe, Produktionsmittel….).
    Und diese Besitz- und Eigentumsverhältnisse sind vollkommen unabhängig von irgendwelchen Wahlergebnissen und „Schreihälsen“.

  6. Yassine Says:

    Gestern war ein größter Tag für mich. Ich fühle mich jeden Tag gequelt, wenn ich mich den Müll in den Nachrichten anhöre.

  7. wareluege Says:

    Du solltest dein Textverständnis mal neu justieren.😉


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