verraten und verkauft

Voller Stolz und Freude haben die korrupten Volksschädlinge vor wenigen Tagen verkündet, dass sie inzwischen schon 14 Mio Opfer in die Riester-Falle gelockt haben.

Weniger laut verkündet man nun (zwischen den Zeilen) das Platzen der jahrelangen Renditeversprechen.

Vor etwa 7 Jahren begann man mit der Zerstörung der solidarischen Rentenversicherung.

Die Versicherungsbetrüger und -lobbyisten Rürup und Riester bekamen von den Konzernen den Auftrag und von der spezialdemokratischen Schröder-Regierung die Macht, die bisherige Rentenversicherung zu zerstören, um sie durch eine (für die Konzerne) profitable „private kapitalgestützte Altersvorsorge in Eigenverantwortung“ zu ersetzen.

Damit auch möglichst viele Leute auf diesen Schwindel hereinfielen, organisierte man via BILD & Co eine jahrelange Medienkampagne und zugleich auch noch einen milliardenteuren „Staatszuschuss“ für die Versicherungskonzerne.

Um diesen Köder noch etwas leckerer zu machen, beschlossen die Halunken auch gleich noch diverse Kürzungsorgien bei der Rente über verschiedene „Faktoren“, Nullrunden und neuartige Berechnungsmethoden.

Auch das erste Ziel wurde festgelegt: Die Rente sollte auf keinen Fall später mehr als 42% des letzten Nettoeinkommens erreichen. Was nichts anderes bedeutete als eine satte 20%-Kürzung.

Natürlich wurden diese Beschlüsse und Maßnahmen wohlwollend durch diverse Institute, Initiativen, Medienhuren usw. mit dem Voodoo-Zauber „demografisches Problem“ unterstützt.

Damit konnte man spielend das logische Problem dieser „Rentenreformen“ übertünchen:

Von Altersarmut bedroht wurden durch diese Reformen vor allem jene Menschen, deren Niedriglohn-Einkommen nicht ausreichten, um auch von den geplanten 42% ihres Nettoeinkommens überleben zu können. Aber genau jene waren die Zielgruppe für die „zusätzliche private Altersvorsorge“.

Niedriglöhner am Rende des Existenzminimums (indirekt) zu zwingen, auch noch Geld in den Rachen der Versicherungskonzerne zu werfen ist an menschenverachtendem Zynismus kaum zu überbieten.

Aber es geht bekanntlich immer noch was beim neoliberalen Lumpenpack:

Unmittelbar nach Einführung der Riester-Rente beschloss die Schröder-Regierung auf Wunsch der Konzerne, die gesetzliche Mindestverzinsung von „Vorsorgeanlagen“ von 2,75% auf 2,25% zu senken.

Angesichts der Geldmengen, welche anschließend in den Versicherungskonzernen bewegt wurden, gab es damit einen satten Extra-Profit von mehreren Milliarden Euro.

Bei der Absenkung der Mindestverzinsung gab es weder Skrupel noch irgendeine mediale Aufregung.

Ganz im Unterschied zum Theater, wenn bei Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung mal um eine Erhöhung oder auch Absenkung um 0,5% debattiert wird.

Da reichen (je nach Vorschlag) 0,5% zum Untergang der deutschen Wirtschaft oder auch zu unbegrenztem Wachstum inkl. jahrzehntelanger Vollbeschäftigung aus.

Garantiezins der Lebensversicherer dürfte bald sinken

Die WELT der Kapitalbesitzer berichtet darüber, dass der Zusammenbruch der Finanzmärkte auch die Renditen der Versicherungskonzerne zusammenbrechen ließ. Um nicht noch zusätzlich zu den eigenen Aktionären auch noch die Kunden mit Renditen beglücken zu müssen, kündigen sie schonmal die Abschaffung der gesetzlichen Mindestverzinsung an:

Um die Assekuranzen daran zu hindern, mit wirtschaftlich nicht nachhaltigen Versprechen auf Kundenfang zu gehen, darf der Garantiezins eine bestimmte Marke nicht überschreiten.

Die Deutsche Aktuarvereinigung, in der die Mathematiker der großen Versicherungen versammelt sind, könnte daher noch für das neue Jahr die Reißleine ziehen.

Man kann davon ausgehen, dass sich Merkel und der Vizekanzler der Hamburg-Mannheimer die Sorgen und Nöte ihrer Parteispender annehmen und sie alsbald von der Pflicht befreien, die eingezahlten Beiträge auch noch verzinsen zu müssen.

Wie laut bzw. leise das erfolgt, muss man abwarten.

Interessant ist hingegen jetzt schon, wie genau die Medien darauf achten, den Problem-Fokus nur auf Kapital-Lebensversicherungen zu lenken.

Dabei gelten für Riester-Renten die gleichen gesetzlichen Spielregeln der Verzinsung und der Kapitalmärkte.

Es könnte natürlich auch so kommen, dass man bei den schwarz-gelben Marionetten einfach „vergisst“, bei der Abschaffung der Mindestverzinsung eine „Riester-Ausnahme“ einzufügen.

Die 2008 versprochene „Garantie für des Bürgers Sparguthaben“ hat man ja schließlich auch „vergessen“. 😉

WELT des Arbeitgebertages

Das Kapitalistenpack hat sich mal wieder zu einem ihrer „Arbeitgebertage“ getroffen und ist dabei natürlich auf den Hundt gekommen.

Die herrschende Klasse hat sich versammelt und ihre Magd Angela durfte sogar eine Gruß-Rede halten.

Friede Springers WELT „berichtet“:

Merkel lässt Kritik der Wirtschaft einfach abtropfen

Die Kanzlerin zeigt wenig Verständnis für die Nöte der Arbeitgeber.

Ahja…

Mit Überschrift und Einleitung soll in höchst manipulativer Weise der Eindruck erweckt werden, als sei Merkel entgegen der linksextremistischen Demagogie doch keine Handpuppe und Stiefelleckerin der Wirtschaftsbosse.

Verstärkt werden soll dieser Eindruck auch durch einige frei erfundene Behauptungen:

Hatten die Arbeitgeber zu Beginn große Hoffnungen in die schwarz-gelbe Regierung gesetzt, ist mittlerweile Ernüchterung eingetreten. Aus Wirtschaftsvertretern und Koalitionären sind keine Bündnispartner geworden.

Allerdings…die Merkel-Aussagen sprechen eine ganz andere Sprache:

Die Reform (Röslers Gesundheitsreform) sei für die Arbeitgeber gemacht. Der Arbeitgeberbeitrag werde eingefroren. Kostensteigerungen im Gesundheitswesen müssen künftig die Versicherten tragen.

Hmmm…. hatten Rösler und Merkel nicht stets behauptet, es ginge ausschließlich um eine „nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssytems wegen des demografischen Wandels“ ???

spricht die Regierungschefin ein „herzliches Dankeschön“ dafür aus, dass die Unternehmen mit der Kurzarbeit so viele Arbeitsplätze in der Krise gerettet hätten.

Die Kurzarbeit war ja wohl weniger eine Leistung der Schmarotzer als vielmehr der Arbeitslosenversicherung und damit der Sozialkassen. Und selbige würden die hier gelobten Unternehmer am liebsten eher heute als morgen abschaffen.

Außerdem erinnerte sie daran, dass die Regierung mit ihrem Energiekonzept der Wirtschaft entgegengekommen sei. So wurden die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert.

Nanü? Hatte selbige Merkel nicht gerade noch erklärt, es würde ewige Finsternis übers deutsche Wahlvolk hereinbrechen, wenn man die Kernkraftwerke abschaltet und den Stromkonzernen die Milliardengewinne kürzt?

Die Unternehmen wurden zudem beim Sparpaket geschont. Der ursprüngliche Plan, die Ausnahmen von der Ökosteuer für besonders energiereiche Betriebe stark einzuschränken, wurde entschärft.

Na das ist doch mal „sozial gerecht und ausgewogen“, nicht wahr? Und da beklagt sich der dumme Pöbel über die Kürzungen von Elterngeld, Heizkostenzuschuss u.a. im spätrömisch-dekadenten Sozialstaat. Schäm dich deiner endlosen Gier, besitzloses Pack!

Ganz oben auf der Wunschliste steht eine gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit. Hier ziehen Arbeitgeber und DGB an einem Strang.

Achja? Erst haben die „Arbeitgeber“ ihre eigenen „christlichen“ Gewerkschaften gegründet und dann haben CDU, „SPD“ und FDP die Tariffähigkeit erklärt damit die Unternehmer mit sich selbst supertolle Tarifverträge zu 3,50 € abschließen können.

Aber in der Öffentlichkeit predigen sie die „Tarifeinheit“. Selten so gelacht…

Irgendwie sieht es ganz und gar nicht so aus, als hätte Merkel „wenig Verständnis für die Sorgen der Arbeitgeber„, wie Springers WELT in der Einleitung behauptet. 😀

Alle im Kaufrausch

Die berüchtigte Propagandatruppe „GfK“ macht sich mal wieder voll zur Lachnummer.

Um die Wahnvostellung „Super-XXL-Aufschwung“ irgendwie zu stützen, lässt sie folgende Comedy verbreiten:

Mit dem kräftigen Jahresendspurt dürfte der private Konsum 2010 nach GfK-Prognose um 0,5 Prozent anziehen.

Die Verbraucher sprühen wegen der robusten wirtschaftlichen Erholung geradezu vor Konjunkturoptimismus.

Also…überlegen wir mal:

Obwohl die Kurzarbeit zurückgegangen ist und das Brüderle schon von Vollbeschäftigung schwärmt, ist der private Konsum 2010 im Vergleich zum Absturz-Jahr 2009 gerade um ein halbes Prozentchen angestiegen.

Dieser Steigerung um 0,5% steht allerdings eine Inflation in Höhe von 1% entgegen.

Da die GfK keine Waren und Dienstleitungen, sondern Geldumsätze zählt, ist der reale Warenumsatz also um 0,5% zurückgegangen.

Allein in den Sommermonaten betrug der errechnete „Aufschwung“ gerademal 0.3% und liegt damit noch tief im Bereich der statistischen Fehlertoleranz.

Herr Jahnke hat mal wieder die Zahlen in ein paar hübsche Linien umgewandelt, um das Späßle der GfK etwas anschaulicher zu machen:

http://www.jjahnke.net/index_files/14696.gif

Weiter heißt es in der Halluzination der GfK:

Das Ergebnis der GfK-Forscher deckt sich mit Angaben des Statischen Bundesamt, nach denen die Sparquote der Deutschen deutlich gesunken ist.

Hmmm…. *kopfkratz*

Sollte es im schwarz-gelben Superaufschwung nicht so sein, dass die Leute nach ihren ganzen Wochenend- und Weihnachtseinkäufen noch Kohle übrig haben, welche sie aufs Sparbuch bringen können?

Wieso verkonsumieren die Bürger bei einer 1%-Inflation ihre Sparguthaben, wenn sie doch vor „Konjunkturoptimismus“ auf den Straßen und Plätzen Freudentänze aufführen?

Ergibt des Gerede der GfK irgendeinen Sinn?

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2 Kommentare - “verraten und verkauft”

  1. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-11-23…

    SPD-Spitze hat sich auf strikte Ablehnung der schwarz-gelben Hartz-IV-Pläne festgelegt Streichung von Ein-Euro-Jobs wird soziale Lage vieler Langzeitarbeitsloser verschlechtern Windenergiebranche, modern und ökologisch – auf Kosten von Leiharbeitern ZD…

  2. chriwi Says:

    Mir ist nicht klar wie die Menschen so gutgläubig sein können. Es gibt nichts geschenkt. Selbst die Mathematik hat das erkannt und sie soll eine weltfremde Wissenschaft sein.

    http://endlessgoodnews.blogspot.com/2010/05/die-beste-methode.html

    Warum es am Ende mehr reelle Werte geben soll, weil ich vorher einen Haufen virtueller Werte anhäufe ist mir nicht klar. Geld wird lieber weggetan anstatt konsumiert zu werden. Wo soll denn das Geld investiert werden, wenn es weg ist? Wer soll sich verschulden? Wenn es die Unternehmen nicht tun (es wird ja weniger konsumiert, dass heißt Investitionen lohnen sich nicht) und die Bürger für die Rente sparen (also sich auch nicht verschulden), dann bleibt nur der Staat. Dieser finanziert dann die Schuldzinsen durch Steuern. Dies entspricht in meinen Augen einem staatlichen Umlageverfahren. Das ist ein durchdachtes System. Es gibt zwei Gewinner. Alle die so reich sind, dass sie nicht für die Rente sparen müssen. Denn diese sparen auch noch ihren mikrigen Anteil am Sozialsystem und die Versicherungskonzerne. Sie haben kein Risiko. Würde ein Versicherer pleite gehen, dann würde der Staat einspringen.


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