Tatort Internet

Für den 11. Oktober kündigte der seriöse und investigative Familien- und Jugendsender RTL 2 die Doku-Soap „Tatort Internet“ an.

Zum großen Erstaunen der westlichen Wertegemeinschaft wurde der erste Teil allerdings nicht am 11. Oktober, sondern schon am 7. Oktober ausgestrahlt.

Angekündigt wurde:

„Tatort Internet – Webverbrecher im Visier“

Betrugsfälle im Internet und die illegalen Methoden der Blender im Netz“

Bekanntlich wurde daraus nichts. Stattdessen stand die Blondine des nächsten BILD-Bundeskanzlers im RTL2-Studio und bediente den üblichen RTL2-Zuschauer mit „Kinderschänder“-Voyeurismus nach Drehbuch.

Weniger Aufmerksamkeit von BILD & Co erhielt hingegen folgende Meldung:

ehemaliges Nachrichtenmagazin:

Fahnder aus Deutschland haben in einer international koordinierten Polizeiaktion eine Bande von Online-Banking-Betrügern ausgehoben.

Den Angaben zufolge sollen die Cracker rund 1,65 Millionen Euro abgefischt haben, ein Schaden von weiteren 1,2 Millionen Euro sei durch den erfolgreichen Zugriff jedoch verhindert worden.

Die Staatsanwaltschaft sprach von „einem der umfangreichsten Ermittlungsverfahren gegen Verbreiter von Schad-Software und Online-Betrüger, das es bislang in Deutschland gegeben hat“.

Laut Vorankündigungen des Bertelsmann-Senders RTL2 sollte sich „Tatort Internet“ mit genau derartigen Fällen befassen und darüber aufklären…

Theo und BILD

Springers Kampfpresse nutzt den CSU-Parteitag, um wieder Stimmung für einen Kanzlerwechsel zu machen.

Die richtlinienkompetenzfreie Merkel soll auf Wunsch der Friede Springer durch den blauadligen Steuervermeider Guttenberg ersetzt werden.

Entsprechend fällt auch der „Bericht“ über den CSU-Parteitag aus:

Doch der Adelsmann aus Oberfranken brauchte nicht einmal 18 Minuten und eine fulminante Rede zur Sache – schon lag ihm der Parteitag zu Füßen: Leidenschaftlicher Applaus, Standing Ovations!

und zu Merkels Begrüßungsrede:

Sie mühte sich 50 Minuten lang, aber sie schlug keine emotionalen Funken. Sie wärmte nicht mit einer Parteitagsrede die Herzen der Delegierten.

Doch Stimmung, nein Stimmung kam keine auf im Saal, kein Wir-Gefühl, keine Begeisterung. Nach gut 50 Minuten wurde sie mit höflichem Beifall, er währte 2 Minuten und 20 Sekunden – nett verabschiedet.

Übrigens…

Dem Theo wird angedichtet, er wollte nicht als Star der CSU auftreten und hätte kein Interesse am Kanzleramt.

Das wäre für einen professionellen Selbstdarsteller und leistungslosem Emporkömmling aus dem Dunstkreis Seehofers, Stoibers und der „Atlantik-Brücke“ doch sehr ungewöhnlich.

Der Verdacht liegt nahe, dass hier eine „Bescheidenheits“-Legende erschaffen wird, um Guttenberg als Seehofer-Nachfolger zum „im Volk beliebten Top-Kanzlerkandidaten“ aufblasen zu können.

Als standesdünkelnder Vertreter des Radikal-Neoliberalismus kann er sich der Gunst der Millionäre und Milliardäre aus Wirtschaft und Medien sicher sein.

Selbst der dumm-naive Plasberg hat schon eine eigene „Guttenberg“-Sondersendung zustande gebracht.

Koch und der Baukonzern

Nun ist es offiziell: Einer der Hauptakteure der hessischen Landespolitk stellt seine bisherige CDU-Marionette Roland Koch als „Vorstandsvorsitzenden“ ein.

Kein Mensch weiß, was den Handlanger des Frankfurter Bankenviertels, der Fraport und der Flughafen-Baukonzerne sowie der hessischen „Steuervermeider“ zu diesem Job befähigt.

Der FDP-Focus hat auch keine Erklärung und lässt einen „Personalberater“ zu Wort kommen:

Tiemo Kracht, Geschäftsführer der Kienbaum-Personalberatung:

„Je höher man aufsteigt, desto weniger ausschlaggebend ist das pure Fachwissen“

Und dabei wurde uns jahrelang eingeredet, man hätte als „Un- oder Geringqualifizierter“ am Arbeitsmarkt keine Chance und erst recht keine Ausssicht auf einen gutbezahlten Job…

Merke:

Qualifizierung und Ausbildung dienen der Arbeit. Zum Geld verdienen reicht ein gut gefülltes Adressbuch in einem Land, in dem Korruption als Standortvorteil gilt.

Bund der Steuervermeider

Die Wirtschaftslobbyisten des selbsternannten „Bundes der Steuerzahler“ haben mal wieder ihr jährliches „Schwarzbuch“ herausgebracht.

In der WELT erklärt Chef-Lobbyist Dräke:

„Steuergeldverschwendung ist kein Kavaliersdelikt – deshalb muss sie hart bestraft werden“

Ok…alles klar.

Dieser obskure Verein möchte eine zusätzliche Behörde (hihi) schaffen, welche dann als „Steuerverschwender-Ankläger“ auftritt.

Nette Idee… hat nur einen winzig kleinen Schönheitsfehler: staatliches Koma wäre die Folge.

Vom kleinen Angestellten eines neumodischen „Bürgerbüros“ bis hoch zum Bundesminister würde niemand mehr eine Entscheidung treffen, welche über einen (noch zu definierenden) „Freibetrag“ hinausgeht.

Aus Angst vor „harter Bestrafung“ würde niemand mehr den Mut haben, eine angeblich zweifelsfreie Entscheidung mit Steuergeldverwendung zu treffen.

Es gibt sicher auch eine Vielzahl von Fehlentscheidungen, aber im Blick der Öffentlichkeit stehen immer wieder irgendwelche freistehenden Autobahnbrücken ohne Autobahn oder ähnliche Elemente künstlerischer Landschaftsgestaltung.

Problembeispiel: Im Jahr 2010 wird mit dem Bau eines neuen Bahnhofes (tiefergelegt, Sportauspuff, Breitreifen) in Stuttgart begonnen.

Bahn, Finanz- und Bauwirtschaft, Politik und Medien führen wochenlang einen Regentanz auf, sodass alsbald viele Milliarden Euro Steuergeld und Staatsverschuldung vom Himmel regnen mögen.

Im Jahr 2025 (Nur 5 Jahre mehr als geplant! Juhu!) wird der unterirdische Bahnhof eröffnet.

Im Jahr 2026 tritt dann ein EU-Gesetz in Kraft, welches auf Wunsch der Autokonzerne den Betrieb von Eisenbahnen verbietet.

Und nun? Heißt es dann auch „Steuergeldverschwendung! Skandal!“ ???

Im WELT-Artikel steht gleich zu Beginn, dass man in Bergen auf Rügen versucht hat, mit Hilfe von Regenwürmern einen ständig nassen Fußballplatz so aufzulockern, dass das Wasser versickern kann.

Eigentlich eine gute Idee…dass Regenwürmer sowas tun, lernt man spätestens in der 2. Klasse.

Was keiner ahnen konnte: die dummen Würmer haben in Biologie nicht aufgepasst und gruben nicht tief genug.

Was den „Bund der Steuerzahler“ natürlich nicht daran hindert, eine „Verschwendung“ in Höhe von 7036 Euro anzuprangern.

Hätte man es „richtig“ gemacht (Entwässerung, Neubau usw), hätte dieser Sportplatz glatt das Hundertfache gekostet.

Genützt hätte es nichts: Der BdSt hätte sich darüber beklagt, dass man „soviel Geld für einen Dorfsportplatz verschwendet“ hätte.

das Letzte

Ebenfalls in der WELT darf ein gewisser Hans E. Müller (80) das heutige (noch existierende) Gesundheitssystem zum puren Kommunismus erklären:

Das Gesundheitssystem, Kommunismus in Reinform

Die Gesetzliche Krankenversicherung ist organisierte, kollektive Verantwortungslosigkeit.

Hans E. Müller gehört zu jenen Leuten, welche 1945 voller Begeisterung als Hitlerjungen am Volkssturm teilgenommen haben, um „den Weltuntergang durch Bolschewisten und Kommunisten zu verhindern„.

Heute, 65 Jahre später, ist dieser alterssenile Hetzer in der Lage, via Springer-Medien alles zum „Kommunismus“ zu erklären, was eigentlich bisher unter „sozial“ bekannt war.

Bedürfnisse sind im Gegensatz zu Kapital, Vermögenswerten und Arbeitsleistung nicht mess- und zählbar.

Arbeitsleistung ist mess- und zählbar? Und die Bezahlung erfolgt anhand von Mess-Ergebnissen?

Es konnte allerdings nur in einem Sozialstaat mit gesetzlich verordneter Solidarität funktionieren, der starken Schultern mehr aufbürdet und schwache entlastet.

Bööööse…gaaaaanz böööööse!

Die zuvor lebensnotwendigen sozialen Kleinraum- und Familienstrukturen wurden durch den Sozialstaat überflüssig und deshalb brüchig oder sie sind völlig zerbrochen und haben neue Verlierer geschaffen.

Jaaaa…früher war alles besser! Da hatten Familien noch 10 Kinder, welche schon mit 8 Jahren auf Feldern und in Fabrikhallen der Reichen „für die Familie“ arbeiten durften.

Und der böse Sozialstaat hat diese „Familiensolidarität“ in kommunistischer Manier zerstört. Wie schrecklich!

Weil sich aber unser zerebrales Belohnungssystem durch die mit der Lohnsteuer gesetzlich eingezogenen Sozialabgaben…

Jemand sollte dem 80jährigen Greis langsam mal erklären, dass die Sozialsysteme durch Beiträge und nicht durch Steuern finanziert werden.

Ihr gehörten nicht nur die zehn Prozent der Ärmsten, sondern 90 Prozent der Gesamtbevölkerung an und sie garantierte den Versicherten kostenlose Behandlung jeder auftretenden Krankheit, Lohnersatz, Zusatzurlaub und schließlich sogar ein Rundum-Wohlfühlpaket mit Kururlaub, zu dem selbst ärztlich verordnete Auslandsreisen, Golf- und Reitsport gehörten.

Auslandsreisen, Golfen und Reiten auf Kassenrezept?

Ich mag nur ungern kritisieren…aber derartiges haben bisher nichtmal Privatversicherer wie Westerwelle oder Rösler behauptet.

Für die Patienten war damit der kommunistische Idealzustand einer für den Einzelnen kostenlosen Bedürfnisbefriedigung erreicht:

Jeder wird so behandelt, wie es seine Krankheit erfordert.

Boah! Das ist also Kommunismus!

Letztlich hat der Einzelne zu entscheiden, ob er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, krank sein und krankfeiern will oder ob er keinen Arzt sehen, allein gesund werden und arbeiten will.

Genau! Und wenn man dann morgens als kalte Leiche aufwacht, weil die „Magenverstimmung“ dann doch ein geplatztes Magengeschwür war, hat man sich eben eigenverantwortlich falsch entschieden. Ganz einfach!

Denn in der solidarisch organisierten GKV wurde den Gesunden nicht nur die Arbeit der Kranken aufgebürdet, sondern auch das seit ewigen Zeiten geltende Gesetz, dass Krankheit zu Armut und Not führt, außer Kraft gesetzt

Das darf natürlich nicht sein, dass Krankheit NICHT automatisch zu Armut und Not führt!

Die einzig effektive Möglichkeit, beim Einzelnen das persönliche Interesse an einem sparsamen Umgang mit den medizinischen Ressourcen zu wecken, ist der finanzielle Anreiz, wie er sich in der Schweiz als Selbstvorbehalt oder in der Kfz-Versicherung als Schadensfreiheitsrabatt glänzend bewährt hat.

Nette Idee…hat nur einen winzig kleinen Haken:

Beim Auto kann ich mir aussuchen, ob ich zuzahle oder auf die Versicherung verzichte und mit kaltverformtem Blech an der Karosse herumfahre.

Wenn mich allerdings ein Zipperlein plagt, dessen Ursache und Folgen ich mangels 20jährigem Medizinstudium aller Fachrichtungen nicht einschätzen kann…was dann?

In den allermeisten Fällen ist hier keineswegs ein Arzt notwendig, sondern nur eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum legalen Krankfeiern.

Ahja… DAS ist also sein Problem. Die Möglichkeit einer ärztlichen Bescheinigung, arbeitsunfähig zu sein.

Er hätte wohl kein Problem damit, wenn „krankfeiern“ nur durch Bescheinigung des Notarztes nach erfolgreicher Wiederbelebung am Arbeitsplatz legal wäre.

Und dann natürlich unbezahlt…ist ja klar.

Ebenfalls der pure Kommunismus (und daher ganz besonders übel):

Eliminierung des Geldes aus der Arzt-Patienten-Beziehung

ärztliche Behandlung völlig unabhängig von der wirtschaftlich-finanziellen Situation des Patienten

Information:

Der nette Herr Hans E. Müller ist ehemaliger Medizinaldirektor und Leiter des Medizinaluntersuchungsamts Braunschweig.

Er war als höhergestellter Beamter natürlich zu 80% vom Staat versichert. Für die Differenz bekam er einen Zuschuss, um sich eine private Krankenversicherung ohne Gehaltseinbußen leisten zu können.

Als Pensionär ändert sich daran nichts.

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