Focus am Montag

Soooo…. im Hintergrund läuft einer meiner Lieblingsoldies als Stimmungsdoping und ich habe mich dazu entschlossen, mich mutig auf die Merkwürdigkeiten zu stürzen, mit denen der Focus mit seinem neuen Chefredakteur Weimer an der medialen Volksverdummung teilnimmt.

Mit Wolfram Weimer hat der Focus einen echten Glückstreffer gelandet.

Weimer ist eine gelungene Mischung aus Joseph Goebbels, Dieter Hundt, NPD und FDP, der INSM, der BILD und des Stürmers u.a. bekannten Feinden der Arbeiterklasse.

Was Wikipedia über den neuen Chefredakteur des Focus zu berichten hat, lässt alle denkbaren und undenkbaren Alpträume auf einmal Wirklichkeit werden. Ganz nach dem Motto:

Wenn du denkst „schlimmer geht nicht mehr„, kommt von irgendwo ein Typ wie Weimer her!

Aus Wikipedia:

In der Ordnungspolitik vertritt er wirtschaftsliberale Positionen. So fordert er die Reduzierung der Staatsquote und umfassende Deregulierung.

Falls noch jemand daran gezweifelt hat, dass der Focus das verfassungs- und sozialstaatsfeindliche Kampfblatt der FDP und derer Parteispender aus Finanz- und Industriekapitalisten ist.

Die Warnungen vor dem Klimawandel hat er unter anderem als „Öko-Horrorshow“ und „Panikmache“ bezeichnet, die Ergebnisse des Weltklimarats zieht er in Zweifel.

Ein ignoranter, selbstgefälliger Ewiggestriger….

In der Integrationsdebatte kritisiert Weimer „naiven Multikulturalismus“ und spricht von einer „Multi-Kulti-Lüge“.

Deutschland den Deutschen oder wie?

Wenngleich er sich des Öfteren islamkritisch geäußert hat, bewertet er die sog. Rückkehr der Religion im Allgemeinen positiv und sieht darin die Chance für eine kulturelle Renaissance des Abendlands.

Der Hesse Weimer vertritt den gutbürgerlich demokratischen katholischen Fundamentalismus, wie es ihn im fortschrittlichen goldenen Mittelalter gab.

Aber schauen wir uns mal an, was er in seinen Themen der Woche (als Ersatz für Markworts „Tagebuch“) zu sagen hat:

Vielleicht hätte Christian Wulff den Text von Vargas Llosa lesen sollen, dann wäre in seiner Rede zum 3. Oktober die Gutmenschen-Verwechslung von Abendland und Morgenland nicht passiert.

Der Bundespräsident 3. Wahl hat lediglich gesagt, das der Islam mit den 1,5 Mio hier lebenden Muslimen nun auch in Deutschland vertreten ist und man das einfach als Tatsache akzeptieren soll.

Die christlichen und zionistischen Fundamentalisten spuckten gleich Gift und Galle. Auch Weimer kann es nicht lassen, wie ein rechter Nationalist von „Gutmenschen“ zu reden.

Unsere Verfassung, unser Jahreszyklus, unsere Kultur, unser kollektives Unterbewusstsein, unsere Werte (inklusive großer Toleranz) sind die einer christlichen Nation.

Seit wann? Der Angenagelte hat (angeblich) zu Lebzeiten die Zocker, Geldwechsler und Zinswucherer aus dem Tempel gejagt in einem klassischen Tobsuchtsanfall.

Und was machen jene, welche heute ständig von „christlichen Werten“ reden? Sie geben dem Kapitalisten- und Spekulantenpack einen gottgleichen Status.  Jesus würde im Grabe rotieren, wenn er sehen könnte, was heutige „Christen“ in seinem Namen für Verbrechen an der Menschheit begehen.

Übrigens…die Kultur unserer „christlichen Nation“ ist keineswegs christlich, sondern heidnisch.

Das sieht man gut an Weihnachten. Ein angeblich „christliches Fest“, welches seine Herkunft allerdings in der Wintersonnenwende der unchristlichen Kelten hat. Auch einen Weihnachtsbaum sucht man in der Bibel vergebens. Für die Christen ist der 25. Dezember also einfach nur ein religiöser Feiertag…allerdings ohne irgendwelche kulturellen Eigenschaften.

STUTTGART Da quälen uns Öko-Fundamentalisten seit Jahren mit ihrer Miesmacherei gegen Autos und Flugzeuge. Bahn sollten wir gefälligst fahren. Doch nun organisieren ausgerechnet die den Barrikadensturm gegen einen Bahnhof.

Wow! Ein Barrikadensturm! Davon weiß zwar ausser Weimer keiner was, aber es hört sich herrlich radikal und gefährlich an, nicht wahr?

Wären frühere Generationen so eingestellt gewesen, hätte Stuttgart gar keinen Bahnhof, von Daimler, Bosch, Porsche und Wohlstand ganz zu schweigen.

Nur nochmal zur Erinnerung: Die frühere Generation der Daimlers, Boschs und Porsches lebte in einer frühkapitalistischen Monarchie. Und keinem Stuttgarter der „früheren Generation“ wurde jahrelang das Märchen erzählt, er würde in einem „demokratischen Rechtsstaat“ leben.

Offensichtlich sehnt man sich in der Focus-Chefredaktion zurück zu den glorreichen Zeiten, welche 2 Weltkriege inkl. Hungersnöte usw hervorgebracht haben.

Aber nun zum redaktionellen Focus:

Stuttgart 21:

Außenminister Westerwelle ermahnt die Stuttgart-21-Gegner: Ohne Zukunftsprojekte wie dieses könne Deutschland weltweit nicht mithalten.

Ergibt das irgendeinen Sinn?

Die „Zuverlässigkeit des Rechtsstaates“ sei „ein genauso wichtiges Rechtsgut wie das Demonstrationsrecht“.

Jaaa… der neue Stuttgarter Bahnhof als Beweis für die Existenz für Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland. Das aktuell letzte und sinnloseste „Argument“ der Stuttgart21-Politiker.

Das ausgerechnet Westerwelle…naja.😀

Vorschlag: Um der Welt „Freiheit, Wohlstand, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ zu bringen, exportieren wir zukünfitg keine Bundeswehrsoldaten mehr, sondern „unterirdische Bahnhöfe“.

Sobald der Irak, Afghanistan, der Iran, China oder auch Israel einen echten deutschen unterirdischen Bahnhof haben, können wir ihnen Freiheit, Wohlstand, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bescheinigen und alle Kriege beenden. Tolle Idee, oder?

Dann lässt Focus auch noch einen CSU-nahen „Soziologen“ auftreten, dessen Theorie zum „Bürgerprotest“ einen leuchtenden Höhepunkt in der Stuttgart21-Propaganda darstellt:

Für mich sind das erste konkrete Vorboten einer alternden, womöglich unbeweglicheren Gesellschaft. Zu sehen auch an den Demonstranten am Stuttgarter Bahnhof.

Ahja…die Bürgerproteste gegen den Stuttgarter Hofschwindel haben also ihre Ursache in einer „alternden Gesellschaft“?

Und deshalb hat die Volkspolizei (achneee…die wurde ja abgeschafft) Staatspolizei Kinder und Jugendliche niedergeknüppelt?

Die Stuttgarter Demonstrationen als Anzeichen des „demografischen Problems einer überalternden Gesellschaft“…

Oh man… mit solchen „Soziologen“ konnte man sich früher nur in ihren Gummizellen unter Aufsicht unterhalten. Heute laufen sie frei herum.

FOCUS Online: Aber woher kommt deren Aggression?

Kein Scherz! Der Focus spricht tatsächlich von der „Aggression“ der Demonstranten, nicht der Regierung und ihrer Polizeitruppen. Sowas nennt man heute „Journalismus“

Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP):

Die Demonstrationen rund um Stuttgart 21 und die Castor-Transporte zeigten, dass das Gewaltpotenzial in der Gesellschaft gestiegen sei.

Genau! Nun auch noch Castor und Bahnhof in einen Topf werfen! Weil man ja aus Äpfeln und Birnen einen leckeren Obstsalat zusammenrühren kann, nicht wahr?

„Polizei kein Politikersatz“

So lautet JETZT die Absatz-Überschrift im Focus. Heute Mittag gabs an dieser Stelle noch einen Freudschen:

Politik kein Polizeiersatz“ hieß es vorhin noch.😀

Lesebefehl: Stuttgarter Polizei-Provokateure in Zivil

Natürlich darf sich im FDP-Focus auch der Populist und Dummschwätzer Christian Lindner als FDP-Generalsekret zu Wort melden.

Er hat zwar nichts zu sagen, soll aber mit seinem Geschwurbel der sog. „SPD“ einreden, dass der Volksheld und Deutschland-Retter Steinbrück für die FDP der bessere „SPD“-Kanzlerkandidat sei als Wendehals und Freischwimmer Gabriel.

Mit der SPD von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und dem ehemaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement wäre das (eine Koalition 2009) aber vielleicht möglich gewesen, so Lindner.

Was sagt das über Schröder, Steinbrück und Clement aus?

Der sog. „SPD“ sagt das garnichts, sie halten weiter treu zu Schröders Stiefellecker Steinmeier.

Jeder normale Mensch würde ohne zu zögern vom Dach springen, wenn jemand „Du bist FDP-kompatibel!“ zu ihm sagen würde. In der „SPD“ hingegen ist man vermutlich auch noch stolz darauf.

Hotte Seehofer: Kampfansage an Schmarotzer und Zuwanderer

„Wer ein Arbeitsplatzangebot oder eine notwendige Qualifizierung ablehnt, dem müssen die Sozialleistungen gekürzt oder – in Wiederholungsfällen – komplett gestrichen werden.“

„Da haben wir in Deutschland noch nicht die letzte Tapferkeit entwickelt“, sagte der CSU-Vorsitzende dem FOCUS.

Nur zur Erinnerung: Was der bayerische Chef-Demagoge hier fordert, ist schon seit über 5 Jahren Realität.

Während die Haderthauer mit ihrer Ablehnung der Leyen-Chipkarte den „linken Rand“ der CSU abfischen wollte, so bedient der „Herz-Jesu-Sozialist“ nun die Interessen der Sklavenhändler und Tagelöhner-Ausbeuter.

Besonders interessant ist der verwendete Begriff „Tapferkeit„. Der HartzIV-Abhängige ist also in den Augen des bayerischen Ministerpräsidenten eine Art Feind… ein Volksschädling, welchen man mit Tapferkeit bekämpfen muss.

Wenn der aufgehetzte Mob dann die ersten „Sozialschmarotzer“ auf den Straßen erschlagen hat…gibt es dann eine der neuen Tapferkeitsmedaillen in Stil des Eisernen Kreuzes?

Wirtschaftsnobelpreis: Die neue Sicht auf den Arbeitsmarkt

Na mal schauen, wofür man heutzutage den sog. „Wirtschaftsnobelpreis“ bekommt.

Der „Wirtschaftsnobelpreis“ ist übrigens kein echter Nobelpreis. Er wird nicht von der Nobel-Stiftung, sondern der schwedischen Reichsbank vergeben.

Der Kernbeitrag ist die sogenannte „Suchtheorie“ auf dem Gebiet der Arbeitsmarktökonomik.

Nach dem neoklassischen Modell funktioniert der Arbeitsmarkt wie ein ganz normaler Gütermarkt:

Bei einem Überangebot an Arbeitskräften müssten diese einfach nur niedrigere Löhne akzeptieren und die Arbeitslosigkeit würde verschwinden.

In der preisgekrönten „Suchtheorie“ beschäftigt man sich mit der Arbeitsmarkt-Kommunikation, wonach Arbeitslose und Arbeitnehmer nur dann erfolgreich „zusammenfinden“, wenn sie voneinander wissen. Nicht, wenn die Löhne auf Null sinken.

Je besser die Suchenden auf dem Arbeitsmarkt übereinander Bescheid wissen, desto leichter finden sie sich.

Eigentlich logisch.

FOCUS Online: Aber beschreibt die Suchtheorie dann nicht nur, was ohnehin gängige Praxis auf dem Arbeitsmarkt ist?

Und da wirds dann wieder typisch.

Seit 20 Jahren vertritt man in der „Praxis des Arbeitsmarktes“ die neoklassische Theorie, welche auch von deutschen „Experten“ und „Wirtschaftswissenschaftlern“ wie Prof. UnSinn vertreten wird:

Denn bei einem Überangebot an Arbeitskräften müssten diese einfach nur niedrigere Löhne akzeptieren und die Arbeitslosigkeit würde verschwinden.

Auf dieser als falsch nachgewiesenen Theorie bauen bis heute die Hartz-Reformen auf, wonach Armut und Sanktionen Arbeitslose „aktivieren“ und „anreizen“ sollen, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

„Unseren“ ganzen „Arbeitsmarktexperten“ müsste man öffentlich sagen:

Sie haben ein grundsätzliches quantitatives Defizit an kleinen Trinkgefäßen mit Henkel in ihrem Küchenmobiliar!

Für den „Wirtschaftsnobelpreis“ gibt es ca. 1 Mio Euro Preisgeld.

Das bekommt die INSM jeden Monat vom Kapitalistenpack und bezahlt davon Leute wie Merz, Clement, Hüther, Straubhaar, Raffelhüschen, Baring usw…

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5 Kommentare - “Focus am Montag”


  1. […] hier den Beitrag weiterlesen: Focus am Montag « WareLuege […]

  2. Zara Says:

    Ich finde es auch furchtbar, dass so viele Jugendliche bei der Demonstration am 30.9. verletzt wurden. Der Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern war wirklich nicht notwendig. Hoffentlich geschieht etwas ähnliches nicht erneut.

  3. M.Gor Says:

    Juristischer Einspruch: es gibt die „Zuverlässigkeit des Rechtsstaates“ nicht als Rechtsgut (Anm.: was Westerwelle hier meint dürfte nichts anderes als Investitionssicherheit sein)! Einfach nur dummdreistes Geschwätz.

    Der Begriff „Tapferkeit“ bei der Aushungerung der Schädlinge am Volkskörper hat mich auch aufhorchen lassen: welcher propagandistische Narrativ wird hier neu eröffnet? Den hatten wir jedenfalls noch nicht. Begrifflich finden wir jedenfalls langsam aber stetig zum Wertekanon des 3. Reichs zurück. Die Rückkehr des Faschisten in der Maske des Demokraten vollzieht anscheinend wirklich… gruselig!

  4. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-10-12…

    Köln: Ein-Euro-Jobber als „kostenlose“ Möbelpacker und Umzugshelfer Bundesregierung bestätigt gezieltes Kleinrechnen der Hartz-IV-Bemessung Die Generäle der Arbeitsbrigade Plus 11,6 Prozent: Zahl der Privatinsolvenzen steigt deutlich an Milliardärsra…

  5. Stimmvieh Says:

    „Denn bei einem Überangebot an Arbeitskräften müssten diese einfach nur niedrigere Löhne akzeptieren und die Arbeitslosigkeit würde verschwinden.“

    Auch wenn es vermutlich wirklich Menschen gibt, die das glaube, bin ich überzeugt, dass es den führenden VertreterInnen dieser These nicht um die Arbeitslosigkeit bzw. um Vollbeschäftigung geht, sondern einfach darum, das Lohnniveau zu drücken, und dafür ist ihnen keine Ausrede zu billig.
    Das lief doch auch schon vor Hartz IV so: Im Abschwung sollen die Gewerkschaften „Lohnzurückhaltung“ üben, um Arbeitsplätze zu sichern, und im Aufschwung sollen sie ebenfalls „Lohnzurückhaltung“ üben, um den Aufschwung nicht zu gefährden.
    Die Arbeitgeber lachen wahrscheinlich hinter verschlossenen Türen, bis ihnen die Luft weg bleibt, dass tatsächlich jemand darauf herein fällt. (Man stelle sich nur mal im Kontrast vor, der Vorstand einer Aktiengesellschaft würde versuchen, den Aktionären mit dem selben Argument die Dividenden zu kürzen… oder eine Investemtbank ihren Brokern und Managern die Boni zu kürzen…)


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