Archiv für 12. September 2010

Hüüüülfe!

12. September 2010

Es ist Sonntag früh, 3:45 Uhr.

Ich komme einfach nicht zur Ruhe, weil ich mal wieder heftig am grübeln bin.

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Sparpaket

Rentenbeitrag für HartzIV-Empfänger

Also:

Es sollen bei einem HartzIV-Empfänger jeden Monat 40 Euro Rentenbeiträge eingespart werden.

Bei 3 Mio Leuten (geschätzt) also monatlich 120 Mio Euro weniger in der Rentenkasse.

Diese 120 Mio Euro müssen durch das Umlageverfahren bereits im nächsten Monat eingespart werden.

Soweit richtig?

Dadurch (die 40 Euro) sollen die Renten von HartzIV-Empfängern nach einem Jahr Einsparung um 2 Euro/Monat sinken.

Bei 480 Euro eingespartem Jahresbeitrag und einer Kürzung von 2 Euro/Monat rechnet man also mit einer Rentenbezugsdauer von 20 Jahren, damit die Rentenkasse diesen Jahresbeitrag später auch einsparen kann. Also einen Rentenbezug von mindestens 20 Jahren und einem Mindestalter bei HartzIV-Empfängern von 85 Jahren.

Aber das nur am Rande…

Problem:

Wenn man nun nach Beschluss des Sparpaketes 10 Jahre HartzIV bezieht…dann müsste doch die Rente entsprechend um 20 Euro/Monat gekürzt werden, oder?

Wenn aber nun…sagen wir mal ab 1. Januar 2011… jeden Monat 120 Mio Euro in der Rentenkasse fehlen…die „eingesparten“ HartzIV-Empfänger aber erst in 10, 20 oder 30 Jahren in Rente gehen, was dann?

Die 120 Mio Euro müssen ja schon am 1. Februar eingespart werden und nicht erst in 20 Jahren, wenn die „Hartzis“ mal Rente bekommen, oder?

Würde der erste HartzIV-Empfänger nach der Kürzung erst 10 Jahre später in Rente gehen…dann bliebe doch in der Rentenkasse ein Fehlbetrag an Beiträgen von 1,44 Mrd Euro. (10 Jahre x 480€ x 3 Mio Leute)

Was aber nun, wenn die Zahl der „Neu-HartzIV-Empfänger“ schneller ansteigt als mit Rentenkürzungen aus HartzIV in Rente gehen?

Problem halbwegs verständlich?

Dieses Rentenbeitrags-Sparpaket kann doch (wegen der Rentengarantie) nur dann funktionieren, wenn am 1. Januar 2012 etwa 20x mehr HartzIV-Empfänger in Rente gehen als es „aktive“ HartzIV-Empfänger gibt. (um jeden Monat 120 Mio Euro Rente einsparen zu können)

Schließlich muss die Beitragseinsparung erst ein ganzes Jahr laufen, bis die Rente der Betroffenen um 2 Euro/Monat gekürzt werden kann, oder?

Irgendwie dreh ich mich da schon seit Stunden im Kreis. 😦

Ich komme immer wieder zu dem Ergebnis, das sich erst mehrere Milliarden Euro Fehlbeträge ansammeln werden, bevor man bei HartzIV-Rentnern mit dem Einsparen überhaupt beginnen kann.

Und diese Fehlbeträge beginnen bereits am 1. Januar mit 120 Mio Euro/Monat.

Am 1. Januar 2012 werden in der Rentenkasse bereits 1,44 Mrd Euro fehlen, die mangels vorhandener HartzIV-Rentner überhaupt nicht eingespart werden konnten im Jahr 2011.

Könnte diese unscheinbare Abschaffung der Rentenbeiträge bei HartzIV-Empfängern („Wer merkt schon 2 Euro Rentenkürzung?„) schon der Todesstoß für die Rentenversicherung sein?

Schließlich müsste die Rentenkasse die fehlenden Einnahmen durch Kredite ausgleichen welche jeden Monat weiter steigen, wenn die Zahl der Neurentner tatsächlich ansteigen sollte…

Die 67er Rente kommt ja erst ein paar Jahre später.

Irgendwie kommt es mir so vor, also ob man hierbei ein stetig wachsendes schwarzes Loch in die Rentenversicherung eingebracht hat, nur um noch schneller sagen zu können: „Die Rentenkasse ist total verschuldet…sie wird nun abgeschafft und die Pflicht zur Privatrente eingeführt!

Habe ich hier irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler gemacht?

Hüüüülfe!