Rechte und Pflichten

Recht

Aus den USA kommt die Propagandameldung „Milliardäre wollen Vermögen spenden!„.

Kaum jemand erfährt etwas über die Hintergründe und Bedingungen. Zum Bleistift nichts darüber, dass diese „Spenden“ erst nach dem Tod der Milliardäre (es zählt nur der natürliche Tod) fließen sollen oder über den Verdacht, mit dieser „Spendenbereitschaft“ eine Erhöhung der Vermögenssteuer zur Finanzierung einer gesetzlichen Krankenversicherung für Arme zu verhindern.

Nirgends ist „Geiz ist geil“ stärker verbreitet als unter den Reichen und Superreichen.

Nun hat diese Spenden-Ankündigung das heimatliche asoziale Pack aufgeschreckt. Nachdem sie es nun in 20 Jahren mühevoller Arbeit im Schweiße ihres Angesichts geschafft haben, sich von den Lasten „Steuern“ und „soziale Verantwortung“ zu befreien (Eigenverantwortung ist schließlich moderner), taucht nun ein Gespenst am Horizont auf.

Nein…DAS Gespenst geht noch nicht um in Europa…

Es ist vielmehr die panische Angst davor, nun auch etwas von seinem Vermögen spenden zu sollen.

Spenden sind freiwillig. Mit ausreichendem Druck aus Öffentlichkeit und Medien kann man diese Freiwilligkeit aber „unterstützen“.

Vorbeugend schickt man daher seine Medienhuren auf den Strich, um derartige Wünsche gleich abzuwürgen.

Für den Stürmer die BILD erledigt das der erzkatholische Werteprediger und Hetzer Peter Hahne.

Wie üblich schreckt er nicht davor zurück, allerlei Lügen und Legenden zu benutzen, um seinen Auftrag zu erfüllen.

Gedanken am Sonntag

Sollen unsere Reichen auch die Hälfte spenden, wie Gates & Co.?

Super-Reiche werden Wohltäter für Mega-Arme, denn in den USA existiert kein funktionierendes Sozialsystem, sodass in den mondänen Großstädten oft wenige Meilen von den abgeschotteten Villen des Geld-Adels entfernt die Bruchbuden derer stehen, die weder Kranken- noch Rentenversicherung haben.

Ob die Super-Reichen wirklich zu „Wohltätern für Mega-Arme“ werden, ist keineswegs sicher. Zumal die Super-Reichen keine Sozialämter betreiben, um mit den Mega-Armen überhaupt in Kontakt zu kommen. Im Gegesatz zum bösen Staat…

Und dass die Armen in den USA keine Krankenversicherung haben, geht hauptsächlich auf millionenschwere „Spenden“ der Reichen an einzelne Republikaner und Demokraten zurück, welche der nachträglichen „Meinungskorrektur“ dienten.

Das einkommensstärkste Zehntel unserer Bevölkerung bringt mehr als die Hälfte des Staatshaushaltes auf.

Sind wir hier bei „Westerwelles Märchenstunde“?

Früher hat der geBILDete Guido W. bei jeder Gelegenheit behauptet, die oberen 10% würden für die Hälfte aller Steuern aufkommen. Später wurde er widerlegt: Sie kommen nichteinmal für die Hälfte der Einkommenssteuern auf.

Bei Peter Hahne wird aus „50% Steuereinnahmen“ dann mal schnell „50% Staatshaushalt„. Inklusive der jährlichen Neuverschuldung.

Und dabei zahlen die Vermögenden keinen einzigen Cent in irgendwelche Sozialversicherungen ein…

Und in den USA zu spenden bedeutet, dass man vom Staat gleich ein Drittel als Steuerersparnis zurückbekommt.

Na wie gut, das „unsere“ Reichen nie auf die Idee kämen, Spendenquittungen fürs Finanzamt zu sammeln..😉

Nein, die deutschen Reichen können von den US-Milliardären nichts lernen.

Es gibt bei uns 17 000 Stiftungen, die für Soziales, Kultur und Wissenschaft Hervorragendes leisten, ohne viel Gedöns darum zu veranstalten.

Zu diesen Stiftungen gehören auch soziale Wohltaten wie die Bertelsmann-Stiftung oder die Schwarz-Stiftung des Lidl-Konzernchefs. Das diese Konzernstiftungen ausschließlich dazu dienen, den eigenen Konzernbossen die Steuererklärung zu versüßen…wen interressierts?

Die Stars und Sport-Asse, die sich aus Deutschland in Richtung Steuerparadies verabschiedet haben, sollten verpflichtet werden: zum Zahlen, zum Spenden.

Autsch! Peter Hahne, welcher eben noch die „schwere Bürde der Hälfte des Staatshaushaltes“ der reichen 10% beklagt hat, will steuerflüchtige „Leistungsträger“ wirklich „zum Spenden verpflichten“??

Er wäre der Erste, welcher mit inbrunst die Freiwilligkeit von Spenden gegen den „gierigen Staat“ verteidigt.

Und warum sollte man auch spenden, wenn man doch eh schon die Hälfte des Staatshaushaltes finanziert?

Getreu dem Motto:

Lieber 5 Euro spenden und sich als Held feiern lassen als 10 Euro Steuern zu zahlen!

Auch der Irre Ulf Poschardt von der WELT kann es nicht lassen, ein Zerrbild der Wirklichkeit zu verbreiten:

Neiddebatte:

Das deutsche Zerrbild vom feisten Reichen

Wichtige Voraussetzung für derlei Engagement aber wären niedrigere Steuersätze und damit größere finanzielle Spielräume für die Wohlhabenden.

Die Steuerreformen der letzen 10 Jahre inkl. der Abschaffung von Vermögenssteuern und mehrfacher Absenkung des Spitzensteuersatzes, der Abschaffung der Heuschreckensteuer und die Absenkung der Zinssteuer auf 25% sowie die defacto-Abschaffung der Erbschaftssteuer haben allerdings eher die Armut als die Spendenbereitschaft erhöht.

Die deutsche Umverteilungsmaschinerie betoniert eine Misstrauenskultur gegen Bestverdiener.

Ahja…eine Misstrauenskultur gegen Bestverdiener.

Die sog. „Umverteilungsmaschine“ war in den letzten 10 Jahren mit Unterstützung der Reichen-Medien vielmehr damit beschäftigt, eine umfassende Missbrauchskultur gegen die Bedürftigen zu schaffen.

Poschardt selbst verbringt den größten Teil seiner „Wertschöpfung“ damit, stets Zerrbilder über „den entmündigenden Sozialstaat“ und die „ausgebeuteten Reichen“ herzustellen.

Zur Spendenbereitschaft der Reichen und Superreichen siehe auch:

Parteispenden über 50.000 Euro 2009 (Bundestag)

Pflichten

Der „Wirtschaftsweise“ Wolfgang Franz:

„Jeder Hilfebedürftige kann den ungekürzten Regelsatz bekommen, aber er muss dafür arbeiten. Vorzugsweise auf dem ersten Arbeitsmarkt.“

Wolfgang Franz fordert öffentlich, gleich mehrere Grundrechte für Millionen Bundesbürger abzuschaffen.

Nur weil sie keinen Job haben.

Nicht er, sondern die Linke steht am Pranger und unter Beobachtung des Verfassungsschutzes!

Staats- und Verfassungsfeinde des Kapitals werden hingegen als „Vordenker“ gefeiert und zu Regierungsberatern ernannt.

Dazu gehört dann auch, dass man seine HartzIV-„Sozialleistung“ bei den Kapitalisten „auf dem ersten Arbeitsmarkt“ abarbeiten soll.

Früher hätte man neben Leuten wie Wolfgang Franz sog. „Bekennerschreiben“ gefunden…

Wie sangen einst „Die Toten Hosen“? Früher war alles besser… 😉

Sobald aber ein Arbeitsloser auf diversen Internetportalen über seine bürgerlichen Rechte informiert wird, brüllen Clement, Westerwelle & Co gleich „Anleitung zum Sozialbetrug!

Des Armen Pflicht…des Reichen Recht.

Gesetze fesseln nicht, sie befreien. Den Armen von der Willkür des Reichen.

Auch Spenden und deren Verwendung unterliegen dieser Willkür.

Daher die aktuell propagierte Meinung:

Spenden ja…aber nur als Steuerersatz. Und freiwillig natürlich…

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One Comment - “Rechte und Pflichten”

  1. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-08-09…

    Wirtschaftsweise Wolfgang Franz gegen höhere Hartz-IV-Sätze Soziale Kälte hat nichts mit der Höhe des Regelsatzes zu tun Von der Leyens Hartz4-Gutschein in Schweden völlig unbekannt Aus Herrn Schäubles Chart-Werkstatt Meine ganz persönliche Jobcenter-…


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