Archiv für Juli 2010

Haltet den Dieb!

30. Juli 2010

Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!

Der Extremismus greift um sich.

Kaum ist die Große Koalition der hirnamputierten Lakaien im Sommerloch verschwunden, beginnt das alljährlich stattfindende Sommertheater.

Die Medien übertreffen sich wieder gegenseitig mit allerlei Absurditäten.

ntv.de-Überschrift: Umsatzminus im Einzelhandel: Deutsche kaufen weniger

Focus-Überschrift: Einzelhandelsgeschäft brummt wieder

Am gleichen Tag!

Noch extremer ist die Verunsicherung in den Reihen der herrschenden Klasse.

Je deutlicher der staats-, verfassungs- und bürgerfeindliche Extremismus der Großen Koalition erkennbar wird, umso größer wird auch die Legitimationskrise, in der sich die bekannte „alternativlose Reformpolitik“ befindet.

Selbst unter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte der gleichgeschalteten Einheitsmedien vermag es nicht gelingen, den Bürgern Rentenkürzungen, Bundesarbeitsdienst oder auch diverse Kopfpauschalen schmackhaft zu machen.

Also tut man das, was man immer tut: Man zeigt mit dem Finger auf Andere und ruft laut:

„Der da ist noch viel schlimmer als ich!“

Mit „der da“ ist natürlich niemand anderes gemeint als der Parteivorsitzende der Linken.

War es in der Vergangenheit der „Salon-Linke“ Lafontaine mit seiner „Luxus-Finca auf Mallorca“, so ist es heute sein Nachfolger Klaus Ernst.

Springers Hetzblätter schreiten mal wieder mit Pauken und Trompeten voran, um die letzte verbliebene Oppositionspartei aus dem Rennen zu werfen oder wenigtsens weichzukochen.

Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat schon im Mai (vor 2 Monaten!) „aufgedeckt“:

Zweifelhafte Reise-Abrechnungen durch Klaus Ernst

Hat Linke-Chef Klaus Ernst bei der Abrechnung seiner Flüge gegen das Abgeordnetengesetz verstoßen? (Link)

Das Interesse an diesem „Skandal“ hielt sich allerdings in Grenzen. Die „Gurkentruppe“ war einfach viel spannender.

Im tiefen dunklen Sommerloch wird dann wieder nach allem gesucht, was man der Linken an die Backe nageln könne, um die veröffentlichte Meinung „politikunfähig und unwählbar“ wieder aufzufrischen.

Schließlich gibt es michts auch nur andeutungsweise Positives von der Marionettenregierung der Banken und Versicherungskonzerne zu berichten.

Ganz klassisch die Manipulationen der Springer-Postillen BILD und WELT:

Den Aufmacher liefert ein 10 Jahre altes Bild: Klaus Ernst mit Porsche

Vor 10 Jahren hatte Klaus Ernst eine kleine Erbschaft belommen und sich dieses Auto dafür gekauft. Ein Jugendtraum, wie er selbst zugibt.

Daran ist bekanntlich nichts verwerfliches, hat er doch das Geld dafür schließlich nicht als Ausbeuter oder Spekulant „verdient“.

Im dazugehörigen Artikel wird all der Unsinn vom „Luxus-Linken“ wiederholt, welcher auch schon gegen alle vorherigen Parteivorsitzenden der Linken zum Einsatz kam:

Rund 17 000 Euro/Monat erhält Ernst derzeit: 7668 Euro Diäten plus knapp 4000 Euro steuerfreie Kostenpauschale als Bundestagsabgeordneter.

Das ist natürlich unverschämt! Man stelle sich vor, es gäbe in den „seriösen bürgerlichen“ Parteien auch Bundestagsabgeordnete!

Hier wird (mal wieder) so getan, als würde es sich hier um ein besonders krasses „Abzocker“-Beispiel handeln.

Das ist natürlich nicht der Fall.

Abgeordneten-Diäten bekommen alle, die im Bundestag herumlungern und so tun, als wären sie wichtig.

Allerdings wird hier die Manipulation nicht gleich offensichtlich:

1) In den 7668 Euro Diäten stecken auch Diätenerhöhungen seit 2005 drin, welche von allen Linke-Abgeordneten an die Parteikasse gespendet werden. Sein tatsächliches „Gehalt“ liegt also um einige hundert Euro niedriger.

2) Die 4000 Euro „steuerfreie Kostenpauschale“ gehören ihm ebenfalls nicht, sondern dienen der Finanzierung seines Bundestagsbüros, seines Wahlkreisbüros sowie der Bezahlung seiner Büromitarbeiter (Sekretäre, Referenten, Assistenten o.ä. Personal.

Der GeBILDete soll allerdings den Eindruck bekommen, Klaus Ernst würde sich „auf Kosten der Steuerzahler“ die Taschen vollstopfen.

Und dann gibt es noch 1913 Euro Zulage aus der Fraktionskasse.

Diese Zahlung geht auf einen Beschluss von Fraktion und Partei zurück und ist damit eine „innere Angelegenheit“ der Partei.

Solche zusätzlichen „Parteigehälter“ sind übrigens bei allen Bundestagsparteien für das Spitzenpersonal üblich, fallen dort allerdings um ein vielfaches höher aus.

Die Partei zahlt ihm zusätzlich 3500 Euro/Monat.

Was BILD nicht verrät: Diese 3500 Euro dienen als „Ersatz“ für das nun fehlende IG-Metall-Gehalt. Bedingung für diese Zahlung: Klaus Ernst muss zusätzlich(!) weiterhin als Gewerkschafter aktiv sein und die Partei bei Gewerkschaftsveranstaltungen vertreten. Also im Endeffekt auch wieder nichts anderes als eine Aufwandsentschädigung…

Und die Alm in Österreich hat er mit zwei Freunden seit 22 Jahren gemietet. Die Hütte ist 300 Jahre alt und es gibt keinen Strom.

(bitte merken!)

Im BILD-Kommentar von Dirk Hoeren wird dann auch prompt gefragt: Wo bleibt die Glaubwürdigkeit?

Und sowas fragt ein BILD-Schreiberling…  😀

Natürlich nimmt auch Springers WELT den Klassenkampf (von oben) auf:

Champagner-Sozialist Ernst erzürnt die Parteibasis

Angeblich will die WELT erfahren haben, dass aus Baden-Württemberg Rücktrittsforderungen erhoben wurden.

Dazu muss man wissen: In BaWÜ finden die nächsten Landtagswahlen statt und da wäre es nunmal vorteilhaft, gleich mal einen Keil zwischen Landesverband und Bundesvorstand zu treiben. Das hat 2008 in Hessen ja auch gut funktioniert, um Koch den (nun hingeworfenen) Job zu retten.

Der Vorsitzende der Linkspartei macht Urlaub an seinem Zweitwohnsitz in den Tiroler Alpen, wohin es ihn bereits kurz vor der Wiedervereinigung gezogen hatte.

Wow! Ein „Zweitwohnsitz“ in den Tiroler Alpen! Was für ein Bonze!

Und das schon vor mehr als 20 Jahren, als er noch in der sog. „SPD“ war…

Was schrieb BILD doch gleich über diesen „Zweitwohnsitz“?

Die Hütte ist 300 Jahre alt und es gibt keinen Strom.

Man traut sich garnicht danach zu fragen, wie wohl die Urlaubsresidenzen sorry… „Zweitwohnsitze“ der anderen Parteivorsitzenden aussehen. Wellblechhütten? Pappkartons unter einer Brücke?

Hat diese Almhütte auch soviele Sterne wie die Hotels, in denen die Vorsitzenden der „Reformparteien“ urlauben?

Dem höchsten Gremium zwischen zwei Parteitagen liegt nach Informationen von WELT ONLINE ein brisanter Antrag der Kreisverbände Ravensburg und Sigmaringen vor. Beide fordern: „Der Landesausschuss möge beschließen: Der Genosse Klaus Ernst wird aufgefordert, von seiner Funktion als Vorsitzender der Partei Die Linke mit sofortiger Wirkung zurückzutreten.“

Ich halte es für sehr unwahrschienlich, das ausgerechnet der Springer-Konzern derartige Informationen „exklusiv“ erhält. Selbst der rechte „Reformflügel“ der Linken will mit dem Pack von Springer und Döpfner nichts zu tun haben.

Zumal die „West-Linken“ angeblich „noch linksradikaler und kommunistischer“ als die Ostmitglieder sein sollen.

Irgendwas will da einfach nicht zusammenpassen…

Worum geht es eigentlich?

Es hat (nach derzeitigen Informationen) 5 Flüge von Klaus Ernst zu Gewerkschaftstreffen und Aufsichtsratssitzungen gegeben, welcher er als Dienstreisen bei der Bundestagsverwaltung abgerechnet hat.

Das Problem: Er hat gleichzeitig als Bundestagsabgeordneter und Gewerkschafter an diesen Veranstaltungen teillgenommen. Eine gesetzliche Trennung gibt es hier nicht, die Reisekostenregeln sind sehr weitläufig formuliert.

Somit war es 2009 auch für Frau Merkel möglich, mit der Flugbereitschaft des Bundestages nach Sylt zu fliegen, um dort Werbung für den Kauf ihres Buches zu machen. Offiziell rechnetet sie diese Flüge als „Wahlkampf “ ab. Was auch nicht angezweifelt wurde, wenn man sich die Wähler auf Sylt und ihre Klassenzugehörigkeit anschaut…

Nun ermittelt man erstmal (bereits seit 2 Monaten!), ob überhaupt ein Fehlverhalten durch Klaus Ernst vorgelegen hat. Auf Grund seiner offiziellen Zusage, je nach Ermittlungsergebnis die Reisekosten der Bundestagsverwaltung zu erstatten, wird es weder ein Verfahren noch eine Verurteilung geben. Es geht hierbei also ausschließlich darum, die bestehende Rechtslage eindeutiger als bisher zu klären.

Auf die Idee, dass der „Champagner-Linke“ es garnicht nötig haben könne, auf Kosten des Steuerzahlers das Geld für die Flugtickets von Berlin nach Frankfurt/M zu sparen, kommt natürlich niemand.

Klaus Ernst for President!

Sollte es bestätigt werden, dass Klaus Ernst unrechtmäßig gehandelt hat, ist er ein aussichtsreicher Kandidat, um von Merkel und Westerwelle beim nächsten Mal zum Bundespräsidenten gewählt zu werden.

Der derzeitige Präsidentenkasper Wulff war allerdings noch dreister:

Er ließ sich dienstlich erflogene Bonusmeilen seinem Privatkonto gutschreiben um Holzklasse zu buchen, aber Buisiness-Class fliegen zu können.

Die Betrugssumme lag damals bei etwa 3500 Euro.

Verantwortlich für dieses Vergehen war zudem auch noch Air Berlin-Chef Hunold, ein guter Freund von Kreaturen wie Friedrich Merz & Co.

Da reichte es dem Inhaber eines schwarzen CDU-Parteibuches dann auch, einfach nur „Entschuldigung!“ zu sagen und das Geld der Landeskasse zurückzuzahlen.

Beim Parteichef der Linken ist man da weniger zimperlich. Da wird dann prompt eine „rechtsstaatliche“ Verurteilung samt Rücktritt gefordert.

Mit Amtsantritt als Bundespräsident hat die Staatsanwaltschaft Hannover auch zeitgleich das Verfahren gegen Wulff wegen der Genehmigung zur Freisetzung illegaler Gensaaten eingestellt.

Es stört ja auch niemanden, dass „unser“ Bundespräsident erstmal bei dem verurteilten Finanzberatungs-Betrüger Maschmeyer von der Maschmeyer-Rürup AG in einer echten Luxus-Villa auf Mallorca Urlaub macht.

Sollten Merkel und Westerwelle doch noch (wider Erwarten) dazu gezwungen werden, Gesetze zu Finanzmarktregulierungen zu beschließen…Wulff wird mit Sicherheit seine Unterschrift wegen „verfassungsrechtlicher Bedenken“ erstmal verweigern.

Man beißt schließlich nicht die Hand, die einen im Urlaub füttert, nicht wahr?

PS: Nicht das wieder Fragen gefragt werden: Ich habe „Große Koalition“ verwendet, weil der Oppositionsstatus von sogenannter „SPD“ und den Nato-Grünen lediglich statistischen Charakter hat. 😉

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Theos Aldi

29. Juli 2010

Der drittreichste Kapitalist Deutschlands hat sich in die ewigen Profitgründe verkrümelt.

In allen Qualitätsmedien werden von Qualitätsjournalisten hochpeinliche Trauerreden gehalten.

Aldi-Werbepartner BILD schreibt:

Deutschland hat eine Ikone verloren.

Heute verabschiedeten sich die Mitarbeiter von Aldi-Nord von Albrecht in einer bewegenden Todes-Anzeige.

Hmmm….

Ich habe mir diese Todesanzeige (eher eine Ansammlung typischer Kapitalisten-Legenden) angesehen…aber von „Mitarbeitern“ war dort nichts zu finden.

Die Aldi-Todesanzeige trägt die Unterschrift:

Gesellschafter, Verwaltungsrat und Geschäftsführungen

Wenn die „Aldi-Mitarbeiter“ laut BILD Gesellschafter, Verwaltungsräte und Geschäftsführungen sind…dann müsste Aldi Nord doch eigentlich ein kommunistisches Unternehmen sein, oder?

Hab ich was verpasst?

Naja…es könnte auch sein, dass BILD mal wieder nur jene als „Arbeiter“ akzeptiert, welche keine Angst vor HartzIV, wohl aber vor einer Vermögenssteuer haben.

Denn bekanntlich träfe eine „Börsenumsatzsteuier“ vor allem „die Kleinsparer, welche ihre mühsam erwirtschafteten Ersparnisse an den Finanzmärkten vermehren wollen…

(Ok…nicht von mir…von Westerwelle im BILD-Interview)

Der Wahrheitsgehalt dieser Theo-Huldigung entspricht in etwa dem Niveau der BILD.

Allein die Aussage, die Albrechts wären als „klassische Kaufmänner“ zu einem reinen Privatvermögen von mehr als 35 Mrd Euro gekommen ist grober Unfug.

Das hier gelobte „Geschäftsmodell Aldi“ basierte stets nach den Prinzipien ungehemmter Ausbeutung nach allen Seiten.

Angefangen natürlich bei den eigenen Mitarbeitern, über den Preisdruck bei den Lieferanten bis hin zu jenen Menschen, welche für den Konzern Märkte und Lagerhallen bauen mussten.

Auch da gilt stets: Je niedriger der Preis, umso reicher der Theo!

Ich klau mal beim Egon:

Theo Albrecht ist alleiniger Eigentümer von 14,4 Milliarden Euro. Wer Woche für Woche Lotto spielt, und glaubt, nach einem Millionengewinn unermesslich reich zu sein, muss sich vor Scham verstecken, wenn ihm aufgeht, dass er 144 Jahre lang – Woche für Woche – zwei Millionen Euro im Lotto gewinnen müsste, um wenigstens so reich zu sein, wie der ärmere der Aldi-Brüder.

Ein marktbeherrschendes Handelsunternehmen kann seinen Lieferanten die Einkaufspreise diktieren. Der Produzent hat ja sonst keinen Abnehmer. Wenn der Großabnehmer pokert, kann der Produzent entweder klein beigeben oder Insolvenz anmelden.

Die Folge ist, dass Kalkulation und Preisbildung des marktbeherrschenden Unternehmens im festen Bezugsrahmen der Konsumenten den Eindruck erwecken, es läge ein besonders preiswertes und faires Angebot vor.

Dabei kann das marktbeherrschende Unternehmen die niedrigen Preise nur deswegen anbieten, weil es gleichzeitig dem Markt in ganz erheblichem Maße Kaufkraft vorenthält.

Je rigoroser die Einkaufspreise gedrückt werden, je weiter die eigenen Beschäftigten und die Beschäftigten der Lieferanten zu Lohnverzicht gezwungen und in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden, desto größer werden, trotz immer noch sinkender Verkaufspreise, die Gewinne.

Wenn nun die Konkurrenz ihrerseits versuchen muss, die Preise zu senken, um den Umsatz und damit die Basis für den Gewinn nicht zu verlieren, muss auch sie die im Markt verfügbare Kaufkraft noch weiter beschneiden.

(geklaut aus „Was wären Sozialhilfeempfänger ohne die Milliardäre?“ von Egon W. Kreutzer)

Ich habe selbst vor vielen vielen Jahren als Leiharbeiter ein Aldi-TK-Lagerhaus im Saarland mit-gebaut.

Dort traf ich ausschließlich Baufirmen, die selbst schon am Ende waren.

Erzählt wurde mir von verschiedenen Bauleuten, dass der Aldi-Konzern zu den miesesten Auftraggebern Deutschlands gehört.

Keine Bauabnahme findet ohne Anwälte statt, welche noch vor Ort den vereinbarten Preis mit allerlei Raffinessen um mindestens 30% drücken wollen.

Wer nicht sofort mit diesem Preisdumping einverstanden ist, wird solange mit windigen Mängelklagen hingehalten, bis ihn die wirtschaftliche Not zwingt, auf die Hälfte des Rechnungspreises zu verzichten.

Allein die marktbeherrschende Stellung des Aldi-Konzerns konnte bisher wirkungsvoll verhindern, dass über Aldi genauso berichtet wurde wie über Lidl.

Zu den typischen Aldi-Praktiken gegenüber den eigenen Mitarbeitern gehören:

Mobbing gegenüber Gewerkschaftern

konzerneigene Betriebräte (wenn überhaupt)

„freiwilliger Verzicht“ auf Bezahlung von Überstunden

ebenso „freiwillig“ haben Aldi-Mitarbeiter auf Krankschreibungen, Mutterschaftsurlaub oder auch reguläre Frei-Tage zu verzichten

Der Kieler Arbeitsrechtler Eckhard Harbs, welcher regelmäßig Aldi-Beschäftigte bei Klagen gegen den Konzern vertritt:

„Aldi missachtet systematisch grundlegende Arbeitnehmerrechte“

„Es herrscht ein System aus Angst und Schrecken.“

„Das Verhalten der Geschäftsleitung erfüllt den Tatbestand der Nötigung“

(uralter Spiegel-Artikel vom Oktober 2009)

Auch die Stuttgarter Zeitung hat sich schon mit der Problematik befasst, warum man bei Lidl hingeschaut hat, bei Aldi aber nicht:

Dass nicht Marktführer Aldi, sondern die Nummer zwei im Markt, Lidl, Zielscheibe der Kritik wird, könnte einen ganz einfachen taktischen Grund haben. Aldi hat ein so hohes Verbrauchervertrauen erworben, dass die Kunden möglicherweise für massive Kritik an ihrer Einkaufstätte Nummer eins nicht empfänglich wären.

Die Macht des Kapitals…

Wie wird man denn nun mehrfacher Multimilliardär?

Die Firma spart sich die Bezahlung der Arbeitszeit.

Merke:

Reichtum entsteht durch Wucher und Betrug. Anders kann man nicht reich werden. Mit ehrlicher Arbeit schon garnicht.

Wenn die reichsten Deutschen (Aldi-Albrecht und Lidl-Schwarz) ihre kaum erfassbaren Vermögen als Discounter-Eigentümer gerafft haben…kann man deren Angebote dann eigentlich noch als „preiswert“ bezeichnen?

Wären sie zu Multimilliardären geworden, wenn sie „ehrliche Kaufleute“ wären?

PS: Aldi-Konzern und Lidl-Konzern gehört übrigens Stiftungen zwecks Steuervermeidung.

Abgeguckt von Bertelsmann…

sieben

28. Juli 2010

Sieben (in Worten 7) Tabs habe ich gerade geöffnet.

Geladen sind die Seiten vom Focus, der WELT, vom Stern, von der Sueddeutschen, der FAZ, der ZEIT und selbstverständlich vom Stürmer…ääähhmmm…der BILD.

1: Focus

Top-Thema des FDP-gesteuerten Focus ist natürlich Superstar Brüderle.

Der von jeglichen Skrupeln und Kompetenzen befreite „Bundeswirtschaftsminister“ ist gerade zum Helden seiner Versicherungsbranche aufgestiegen, weil die anderen Realitätsverweigerer in den Sommerurlaub abgetaucht sind.

Wie hätte er auch sonst aufsteigen können? 🙂

Natürlich will er mal wieder die sog. „Rentengarantie“ abschaffen mit dem „ordnungspolitischen“ Pseudoargument: „Wenn in der Krise die Löhne fallen, müssen die Renten eben hinterherstürzen!“.

Selbstverständlich in völliger Ignoranz der Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten nicht zusammen mit den Löhnen fallen und die Kürzung der Löhne ausschließlich auf das Konto der Kurzarbeit und nicht der Tarifverträge geht.

Zur Unterstützuzng der verfassungswidrigen Aktivitäten des Brüderle holt der Focus wieder die einschlägig bekannten „Experten“ aus der neoliberalen Mottenkiste im Artikel: Brüderle erntet Lob für Streichpläne hervor.

Nanu? Streichpläne? Ich hatte bisher nur vernommen, das Brüderle die Renten kürzen wolle…

Der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen gab Brüderle recht. „Die Einführung der Rentengarantie durch die große Koalition war unnötig und unsolidarisch. Die Abschaffung wäre das Beste im Sinne der Generationengerechtigkeit“, sagte er.

„Die Senioren profitieren nun in guten Zeiten wie die Erwerbstätigen. Sie müssen bei Minusrunden der Löhne aber keine Einbußen hinnehmen.“

Nur zur Erinnerung: In den „guten Zeiten“ beschloss man ständige Kürzungen mit Nullrunden und dem „Nachhaltigskeitsfaktor“ des „Rentenexperten“ Riester. Nicht zu vergessen die zwangsweise Frühverrentung von Arbeitslosen mit ca. 20%-Kürzung sowie die 67er-Rente.

Der Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Ulrich Blum, lobte ebenfalls Brüderles Forderung. „Da hat endlich jemand zur Vernunft zurück gefunden“, sagte Blum der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Rentengarantie sei „eine Panikreaktion in der Wirtschaftskrise gewesen, die durch nichts zu rechtfertigen war“

Jaja… Ulrich Blum mal wieder.

Unglaublich, welcher Unfug heutzutage öffentlich als „vernünftig“ bezeichnet werden darf….

In einem weiteren Artikel lässt der Focus auch noch den „Experten“ Reinhold Schnabel.

Gibt man „Reinhold Schnabel“ in eine Suchmaschine ein, findet man folgenden Treffer:

INSM-Studie mahnt zu Reformen: Eine Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung (GPV) wird immer drängender. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das Professor Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen über „Die Situation der Pflege bis zum Jahr 2050“ für die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ angefertigt hat. (INSM)

Der Schnabel der INSM sagt dem Focus:

Dann allerdings soll sich niemand beschweren, wenn der Rentenbeitrag in 20 Jahren bei 24 Prozent steht.

Ich kann Herrn Schnabel verbindlich garantieren, dass sich niemand beschweren wird.

Heute schon kostet die Rente den Arbeitnehmer 10% + 5% Riester + 5% betrieblich somit satte 20% AN-Anteil. Zusammen mit den Arbeitgebern (heute noch teilnehmend) kommt man im Jahr 2010 auf eine Rentenversicherung von 30%. Wie schön wären da doch nur 24%…

2: WELT

In Springers WELT darf sich Frau Siems mal wieder lauthals der Legende Mindestlöhne vernichten nur Arbeitsplätze widmen.

Naja…Sommerloch halt.

Der Staat sollte sich deshalb besser aus der Tarifpolitik heraushalten und Lohnabschlüsse nicht für allgemein verbindlich erklären.

Wo war diese Forderung, als „der Staat“ in einer ganz großen Vierparteienkoalition die Hartz-Gesetze beschlossen hat?

Gesetze, welche es dem Bürger bei Strafe verbieten, eine Arbeit unterhalb des Marktlohnes (=Lebenshaltungskosten) abzulehnen?

Der Solidargemeinschaft ist es durchaus zuzumuten, niedrige Löhne aufzustocken.

Achneee… DAS kann man der „Solidargemeinschaft“ also reinen Gewissens zumuten?

Alle anderen „Zumutungen“ (Erhöhung von HartzIV und Renten etc) sind hingegen „unzumutbarer Sozialismus“.

3: Stern

Auch die Bertelsmann-Postille STERN befasst sich mit den üblichen Propagandalügen:

Immer weniger aktive Arbeitnehmer müssen immer mehr Rentner finanzieren. Die Kinder werden immer weniger, die immer älter werdenden Alten immer mehr. Die Zahl der über Sechzigjährigen wird im Jahr 2040 rund ein Drittel der Bevölkerung ausmachen

Ahja…in 30 Jahren also.

Dann wären noch mindestens 20 Jahre Zeit für eine Reform, welche dazu führt, dass man sich 10 Jahre später wieder traut, eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen.

Aber ob es die Linke in den nächsten 20 Jahren zu einer absoluten Mehrheit im Bundestag schafft?

Wie aber soll das System unserer Altersversorgung diese demografische Revolution verkraften? Im Prinzip nur durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit noch über 67 Jahre hinaus.

Boah ey! Nach der Legende „Demografisches Problem“ kommt nun die Steigerung „Demografische Revolution“!

Alle Mann in Deckung!

Aber der Herr Schütz vom Stern hat völlig Recht: Wir brauchen ein Renteneintrittsalter von mindestens 75 Jahren.

Spätestens 2040! Nanu…schon wieder diese ominöse Jahreszahl?

Spätestens nach der Sommerpause wird „Rentenexperte“ Raffelhüschen den hochwissenschaftlichen Nachweis erbringen, dass Zeit und Raum in den nächsten 30 Jahren zum Stillstand kommen. Nur die Demografie macht eine Ausnahme.

Wir werden in 30 Jahren also immer noch 6 Mio Arbeitslose haben, in 30 Jahren wird immer noch mit den Mitteln und Methoden gearbeitet wie heute und natürlich wird es in den nächsten 30 Jahren auch keine neuen Tarifverträge oder Mindestlöhne geben.

Es ist ja auch nicht zu erwarten, dass es innerhalb von 30 Jahren zu irgendwelchen Veränderungen kommen könnte.

Oder ist etwa irgendwas zwischen 1900 und 1930, zwischen 1930 und 1960 oder zwischen 1960 und 1990 tiefgreifendes passiert? Na also…auf zur Rente mit 95! 😀

4: Sueddeutsche

Bei der bayrischen Sueddeutschen macht sich Marktprediger Marc Beise mal in einem Video voll zum Löffel.

Er bewertet die „relevanten“ Politiker der Regierung. Typisch für ihn: „relevant“ bedeutet nichts anderes als „wirtschaftsrelevant“, was er auch gleich am Beginn zugibt.

1. Merkel

Marc Beise verbreitet heute immer noch das Merkel-Märchen, unsere Bundesmarionette hätte sich „international wie auch europäisch“ für eine Finanzmarktregulierung eingesetzt und dafür gekämpft. haha…

Zumindest gibt er zu, dass Merkels schwarz-gelbe Regierungskoaltion ein einziger regierungs- und politikunfähiger Sauhaufen ist.

2. Schäuble

Schäuble ein „Finanzfachmann“! Ich hau mich weg…

3. Westerwelle

Guido wer?

4. Brüderle

Schwachstarter…aber heute ein „Ordnungspolitiker“.

Interessant, wie Beise den dummen Brüderle zum „Gewinner“ aufpustet. 😀

Angeblich wurde die Bevölkerungsüberwachung mit „Elena“ von Brüderle aus Gründen des Datenschutzes gestoppt.

Brüderle als Bürgerrechtler! Selten so gelacht! Marc Beise hätte vielleicht mal zuhören sollen: Dem Staatsfeind Brüderle ging es nicht um die Bürger, sondern wie immer um die Kosten für die „Arbeitgeber“.

5: FAZ

Die FAZ der hessischen CDU befasst sich mit einer DIW-Studie, nach der der Anteil der Mittelschicht von 64% auf 61,5% in den letzten 10 Jahren gesunken ist.

Und weil nicht sein kann was nicht sein darf…

Da kommt der „Soziologe“ (im Auftrag der INSM und der Deutschen Bank) Meinhard Miegel zu Wort und leugnet erstmal alles.

Nicht die Mittelschicht stürzt ab, sondern die Geringverdiener werden einfach nur mehr.

Woher diese Geringverdiener kommen, hat nicht zu interessieren.

Miegel hat die sozioökonomischen Daten, die das DIW für seine Studien erhebt, selbst ausgewertet und kam zu dem Ergebnis, dass von 4,1 Millionen zusätzlichen Personen in der untersten Einkommensschicht etwa 2,9 Millionen einen Migrationshintergrund haben.

Haben Ostdeutsche wie ich eigentlich auch einen „Migrationshintergrund“?

Schließlich wurde ich ja 1990 eingewandert von Kohl und der Ost-CDU-Misere… 🙂

6: Zeit

Deutsche mit wenig Lust aufs Kinderkriegen

Deutschland ist Schlusslicht in puncto Geburtenrate: In keinem europäischen Land wurden 2009 so wenig Kinder geboren.

Wie war das noch gleich mit der „einmaligen Erfolgsgeschichte“ des einkommenabhängigen Elterngeldes der Frau von den Laien?

und das Letzte:

7: BILD

a) DIHK-Chef Driftmann erklärt, wie man ein „neues Job-Wunder“ herbeizaubern könne:

„Bisher gilt der Kündigungsschutz nicht in Betrieben bis 10 Mitarbeiter. Diese Schwelle sollte auf 20 verdoppelt werden.“

häppchenweise…

„Viele Betriebe, die in der Krise gezwungen waren, gut ausgebildete Leute zu entlassen, würden sie jetzt gerne wieder einstellen. Allerdings erst einmal befristet, weil die Lage noch unsicher ist.“

Hä? Unsichere Lage? Der Typ sollte mal BILD lesen und Brüderle zuhören! Die Krise ist vorbei und wir erleben gerade mit einem Wachstum von 1,2% ein neues Wirtschaftswunder! Jawoll! Hurra!

„Das Recht erschwert hier Menschen den direkten Weg in Arbeit. Es wäre deshalb sinnvoll, das Wiederbeschäftigungsverbot rasch abzuschaffen und auch die sogenannte sachgrundlose Befristung von zwei auf vier Jahre anzuheben.“

Na sicher doch… Erst 2 Jahre, dann 4 und schließlich ist man lebenslang nur noch monatsweise befristet „beschäftigt“.

So kommt vom dummen Pöbel keiner auf die hirnlose und wachstumsfeindliche Idee, irgendwann mal eine Lohnerhöhung zu fordern!

„Es passt nicht mehr zur Lebenswirklichkeit, wenn 16-jährige Lehrlinge bis höchstens 22 Uhr arbeiten dürfen und nicht bis 23 Uhr – etwa in der Gastronomie.“

Oh man…was könnte man doch für „Lohnkosten“ sparen, wenn man seine Auszubildenden auch in der kostenintensiven (Zuschläge!) Nachtarbeit einsetzen könnte!

Zumal uns die Globalisierung dazu zwingen wird, auch im Bereich „Kinderarbeit“ international wettbewerbsfähig zu werden…

b)

Der grosse Krankenhaus-Report 2010

Arbeitslose sind am häufigsten in der Klinik – Schwaben am wenigsten

Na wie gut, das keine Schwaben arbeitslos sind!

Wie dem auch sei…jetzt kann man endlich eine „Studie“ präsentieren, wonach die faulen Sozialschmarotzer daran Schuld sind, dass der Herr Rösler unbedingt eine „Gesundheitsreform“ mit „Zusatzprämien“ und Leisutngskürzungen durchführen muss.

Dabei hatte man bei BILD schon Angst, die Pharmaindustrie oder die renditegeilen Klinikkonzerne erwähnen zu müssen.

BILD-Leserkommentar:

Jetzt wissen wir endlich dass es die Arbeitslosen sind die alle keinerlei Beiträge zahlen aber tüchtig rausholen. Wie immer und überall, wo es was zu holen gibt das ist Hartz4 sofort ganz vorne dabei.

Noch Fragen?

c) das Allerletzte

5 bittere Wahrheiten über die Renten-Garantie

Nur ein kleines „Wahrheits“-Häppchen:

Jahrzehntelang galt: Die Bezüge der Ruheständler entwickeln sie so wie die Löhne der Beschäftigten („Rentenformel”). Damit ist nun Schluss! 2009 sanken die Löhne der Arbeitnehmer wegen der Krise (vor allem im Westen) – ohne Folgen für die 20 Millionen Rentner.

Wahr ist allerdings:

In der Rentenpolitik wurden die Renten immer nach dem Durchschnitt der vereinbarten Tarifverträge erhöht. Es gab niemals Tarifverträge mit „3% Lohnsenkung“. Maximal einen befristeten „Verzicht“ auf Lohnerhöhungen.

Heute hingegen arbeiten die Rentenkürzer mit dem Begriff „Reallohn“.

Dieser ist aber unabhängig von den Tarifverträgen durch krisenbedingte Kurzarbeit gesunken.

Da es allerdinsg keine „Kurzarbeit“ bei Rentnern gibt…

So sehen sie (mal wieder) aus, die BILD-Wahrheiten…

Lichtschutzfaktor

24. Juli 2010

Sommer Sonne hitzefrei!

Es ist Sommer. Und wie zu dieser Jahreszeit üblich, fällt man gelegentlich in ein Sommerloch.

Man verkrümelt sich in seinen (Mini)-Garten und beschäftigt sich stundenlang unter völliger Verachtung aller Risiken für Leib und Leben mit dem Faltmöbel „Klappstuhl“.

Nachdem man diese von einem völlig Verrückten ausgedachte Erfindung endlich in die vorgesehene Form gebracht hat, kann man sich endlich in eine hochgradig angenehme Körperhaltung bringen.

Ein mit merkwürdigen Blümchen bedruckter Sonnenschirm spendet etwas Schatten, so das man sich entspannt einer anregenden Lektüre widmen kann.

Allerdings ist die Auswahl in diesem Jahr etwas mickrig ausgefallen: ein aufregender Thriller sowie das Handbuch („User-Manual“) meines neuen Mini-Laptops standen zur Auswahl.

Schwer verständlich und voller absurder Texte war allerdings nur das Handbuch.

Da liegt man also stundenlang im Schatten rum und versucht, umständlich beschriebene Tasten und Funktionen an der real existierenden Hightech zu finden und zu verstehen.

Während man also Geist und Nerven in einen groben Konflikt mit seinem Sommer-Sonne-Liegestuhl-Empfinden bringt, bemerkt man nicht, das sich die Erde trotzdem weiter dreht und die Zeit entgegen der persönlichen Wünsche nicht stehenbleibt.

Und irgendwann merkt man dann, das man vom schützenden Schatten verlassen wurde und mit einer unangenehmen Hautröte bedeckt ist.

Dann fällt einem wieder ein, wie vergesslich man doch im Alter wird: Eine chemische Substanz mit Lichtschutzfaktor 30 hätte sicher geholfen.

Normalerweise wird man unter Einfluss diverser Lichtschutzfaktoren nicht rot, sondern braun. Dummerweise gilt das nicht nur für sommerlich-getönte Haut.

Auch ausshalb meines kleinen Paradieses waren mächtige Lichtschutzfaktoren am Werke, um die Nebenwirkungen unserer schwarz-gelben Sonne in eine zunehmende Bräune zu verwandeln. Mit dem fast vergessenen Lichtschutzfaktor „Stürmer ’33“

Kurz vor dem Absturz ins Sommerloch haben die Kapitalbesitzer ihre schwarz-gelben Puppen nochmal so richtig tanzen lassen:

Rösler hat mal wieder eine „Gesundheitsreform zustande gebracht, welche fast ausschließlich aus „Zu“ besteht: Von Zuzahlung über Zusatzgebühr bis Zusatzprämie.

Selbstverständlich wurde die weitere Beteiligung der „Arbeitgeber“ an der Finanzierung des Gesundheitssystems nun endgültig gestoppt. Sowas muss man schließlich tun, bevor man den Rückwärtsgang einlegt, um das Ziel privat-unfinanzierbarer Kopfpauschalen ohne „Arbeitgeberanteil“ erreichen zu können. Das lernt man bereits in der ersten Stunde in jeder Fahrschule.

Die frisch vermählte Familienministerin hat ihrerseits klargestellt, das Sozialleistungen nur jenen gehören sollen, welche sie nicht nötig haben. Das war nicht sonderlich überraschend für eine realitätsferne Tusse wie sie, welche ihre politischen Weihen am Rockzipfel des brutalstmöglichen Wegläufers Roland Koch erhalten hat.

Apropos Koch… nachdem er seine Amtsflucht verkündet hat, schloss sich auch gleich sein völlig korruptionsferner „Finanzminister“ Weimar an. Das gefiel den Kapitalisten überhaupt nicht, hat doch Weimar stets dafür gesorgt, dass die „Leistungsträger“ auch weiterhin der Gruppe der „Steuerzahler“ fern bleiben können.

Was mich gewundert hat: Nachdem bekannt wurde, dass die Vermögensverwalter der Reichen vor einer Razzia der Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft gewarnt wurden

kam niemand auf die Idee, die von Schäuble eingeführte Vorratsdatenspeicherung zu nutzen, um die Quelle dieser hochgradig nützlichen Information aufzudecken.

Uschi von den Laien will das „Bürgergeld“ einführen. Die Medienmeute sowie ihre Auftraggeber aus der Wirtschaft stimmten sofort alle denkbaren Lobgesänge an.

Man erklärte der verblödeten Bevölkerung, nun würden endlich hunderttausende HartzIV-Schmarotzer in eine öffentlich-bezahlte Beschäftigung gebracht. 3 Jahre lang!

Hurra! Hurra! Hurra!

Natürlich vergaß man, auf den Haken hinzuweisen, an dem das angeblich soziale Sahneschnittchen hängt:

Vor Antritt einer Bürgerarbeit soll eine 6monatige „Aktivierungsmaßnahme“ stattfinden.

Ziel dieser „Vorbereitungsmaßnahme“ soll es sein, die Opfer solange zu quälen, bis sie „freiwillig“ auf ihre HartzIV-Leistungen „verzichten“.

Voller stolz verkündeten die Bürgerarbeit-Testkommunen, dass sich nach einer mehrmonatigen „Trainingsmaßnahme“ über die Hälfte der einberufenen Zwangsarbeiter „aus dem Leistungsbezug abgemeldet haben“.

Toll, nicht wahr?

Wir werden jetzt nicht darüber nachdenken, dass sich kein normaler Mensch freiwillig dem Hartz-System mit seinen Entrechtungen, Schikanen und Sanktionen unterwirft. Man muss wohl schon sehr unter Druck gesetzt und in die Egalität versetzt werden, um auf die letzte verbleibende Sozialleistung zu verzichten, nur um nicht länger amtlich „aktiviert“ zu werden.

Natürlich nahmen diverse „Experten“ wie der Goebbels-Verehrer Heinsohn den Ball auf und forderten prompt eine lebenszeitliche Begrenzung von Sozialleistungen auf 5 Jahre. Danach soll es dann entweder mit Sklaverei, Tagelöhnertum oder einfach nur dem bewährten Reichsarbeitsdienst weitergehen.

Das macht natürlich Sinn wenn man daran denkt, dass man ja plant, Straßen und vor allem Autobahnen zu privatisieren.

Also kauft man sich eine beliebte Autobahn, gründet einen „gemeinnützigen Verein“ oder eine entsprechende „Stiftung“ zur Steuervermeidung der Mauteinnahmen und bestellt sich dann im Leyen-Katalog ein paar hundert „Bürgerarbeiter“ auf Staatskosten, welche dann unter Vermeidung kostenintensiver moderner Technik mit Hacke und Schaufel die Wirtschaftsführer-Autobahnen bauen.

Alles schonmal dagewesen…

Der Lichtschutzfaktor „Medien“ hat ganze Arbeit geleistet: Nahezu alle Reformvorschläge inklusive des Sparpaketes wurden flächendeckend als „alternativlos“ bzw.“sozial gerecht“ dargestellt.

Und somit bekommt im strahlenden Sonnenschein des „überraschenden Wirtschaftswunders“ mal wieder kaum jemand mit, wie intensiv schwarz-gelbe Politik dieses Land der ehemaligen Dichter und Denker in ein neofaschistisches Braun eintaucht.

In dieses Bild passt dann auch perfekt das Ramelow-Urteil.

Der sogenannte „Verfassungsschutz“ sowie das regierungseigene Bundesverwaltungsgericht betrachten es als „staatsfeindlich“, zu einer Oppositionspartei jenseits der radikalkapitalistischen Vierparteienkoalition zu gehören.

Zu den „Beweisen“ gehörte auch die verfassungsschützende Aussage eines „Drangs zur Verstaatlichung“.

Die Profitverlust-Verstaatlicher von CDU, FDP, SPD und Grüne verhalten sich hingegen offensichtlich „systemkonform“.

Zumindest hat der „Verfassungsschutz“ offiziell zugegeben, dass die „Beobachtung“ der Linken ausschließlich dazu dient, die öffentliche Meinung über die Linke negativ zu beeinflussen. Aber derart systemische Kernaussagen wurden nichteinmal beiläufig erwähnt.

Unter dem Einfluss des braunfärbenden politisch-medialen Lichtschutzfaktors steht auch die öffentliche Meinung über die hochkompetente, soziale und korruptionsfreie Bundesregierung.

Man stellt mal wieder fest, dass selbige Bundesregierung von der eigenen Bevölkerung mehrheitlich ins Höllenfeuer verdammt wird.

Nun kann man diese öffentliche Meinung (wie in der Vergangenheit) mehrfach ausnutzen: Man kann die Meinung so interpretieren, als würde sich die Bevölkerung über „mangelnde Strukturreformen“ beklagen (hat bei Schröder mehrfach gut funktioniert) oder auch die mangelnde Selbstdarstellung der Regierung als kritikwürdig auslegen.

Nach den radikal-asozialen Reformplänen vor dem schwarz-gelben Sommerurlaub entschloss man sich, an der öffentlichen Darstellung der Regierung zu arbeiten.

Aus dem Nichts tauchen plötzlich die einschlägig bekannten „Experten“ auf um zu verkünden, wir würden uns am Anfang eines fundamentalen Wirtschaftswunders befinden.

Selbst der Oberdepp Brüderle konnte sein dummes Maul nicht halten und erklärte ein prognostiziertes(!) Wachstum von unglaublichen 1,4% (boah!) zur Legitimierung des asozialen „Sparpaketes“.

Selbst Hans-Werner Unsinn, welcher in letzter Zeit eher zurückhaltend war, stürmt plötzlich wieder Zeitungen und Talkshows in selbsterfundener „Partylaune“.

Um die Partylaune bei den Kapitalbesitzern zu sehen, muss man allerdings kein von ihnen bezahlter „Experte“ sein.

Es wird zukünftig ein großes Füllhorn von sozialen Wohltaten an die reichen und mächtigen 10% der Einkommenspyramide ausgeschüttet:

Man verzichtet regierungsamtlich auf jegliche Form von Regulierungen der Spekulanten-Casinos, man setzt lohnsenkende „Reformen“ in allen Ministerien durch und freut sich darüber, dass Frau Bundesmerkel bedingungslos die uneingeschränkte Macht und Diktatur des Kapitals anerkennt.

Wer würde da nicht laut jubeln?

War noch was?

Achjaaa… Darling Angela hat dem Bertelsmann-Sender RTL ein „Interview“ gegeben.

Peter Klöppel fragte Angie nach dem Binnenmarkt, dem Konsum und ihren Plänen, durch Sparen die Staatsverschuldung zu reduzieren.

Klöppel: In Deutschland halten sich aber die Bürger derzeit beim Konsum zurück…das heißt also, das Ankurbeln der Wirtschaft geht nich sooo schnell wie man sich das vorstellt, gleichzeitig ist die Sparquote so hoch wie seit 20 Jahren fast…haben Sie Verständnis dafür dass die Menschen in Deutschland vorsichtig sind?

Merkel: Ja… und ich habe auch immer wieder mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama darüber gesprochen dass in Deutschland die Menschen eher das Geld ausgeben wenn sie den Eindruck haben, die Staatsfinanzen kommen wieder in das richtige Fahrwasser, wir bauen Defizite ab und haben eine sichere Zukuft vor uns.

Wenn die Unsicherheit da ist „was passiert da?“ dann ist es in Deutschland immer schwierig mit dem Konsum und deshalb verstehe ich die Menschen… darf ihnen aber sagen: Wir tun alles, damit unsere Kinder und Enkel auch Gestaltungsspielräume haben!“

Oh man…und sowas darf in Deutschland nicht nur frei rumlaufen, sondern auch regieren! Man glaubt es kaum!

Frau Bundeswirtschaftsmarionette glaubt tatsächlich, die Bundeswbürger hätten die Taschen und Konten voller Geld (Klöppel weist natürlich elegant auf die sog. „Sparquote“ hin) und der Konsum würde nur deshalb zurückgehen, weil den Bürgern die von Merkel selbst erzeugte Staatsverschuldung schlaflose Nächte bereitet?

Wie stellt sie sich das vor? Dass die Leute vor ihrem Einkaufsbummel bei Aldi, Lidl & Co erstmal Finanzakrobaten Schäuble wegen der Staatsverschuldung befragen?

Sollte es (auch angesichts der Merkel-Mehrwertsteuererhöhung 2007) nicht sinnvoller sein, den Leuten zu sagen: „Macht euch keine Sorgen, geht einkaufen!“.

Sinnvoll schon..aber nach unzähligen Agenda2010-Reformen wohl eher reines Wunschdenken.

Das wäre wenigstens ein Beitrag zur Erhöhung der Steuereinnahmen. Aber solange man von „Kaufzurückhaltung“ redet, während der Pöbel „tafeln“ geht, werden Logik und Verstand weiterhin von Skrupellosigkeit in der Bundesregierung verdrängt.

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Des Führers BILD besinnt sich auf die alte Wehrmachtstradition von 1943.

Damals befahl die Reichsführung, das Deutsche Volk müsse seinen „treuen und mutigen Soldaten“ im Kampf gegen den „bolschewistischen Feind“ mit Hilfe der Feldpost per Postkarten, Briefen und kleinen Päckchen „Mut und Zuversicht auf den Endsieg“ zusprechen.

In einer Zeit, in der an der Front immer mehr daran gezweifelt wurde, den „Blitzkrieg“ gegen die Sowjetunion überhaupt gewinnen zu können.

Aber mit solchen Propaganda-Maßnahmen gelang es doch noch, Volk und Wehrmacht in Kriegslaune zu halten. Zumindest bis 1945 auch den letzten Führerbefehlfolgern klar wurde, dass ein russischer T34 schneller von Ost nach West fahren konnte als ein „Tiger“ von West nach Ost.

Die Invasion und Besatzung Afghanistans durch die „westliche Wertegemeinschaft“ gilt nun auch offiziell als gescheitert.

Während Karsai schon seine Flucht ins Exil vorbereitet, lenkt man in Deutschland die kriegsverweigernde Bevölkerung mit einer Wehrpflicht-Diskussion ab.

Der blaublütige Multimillionär Guttenberg (derzeit noch Kriegsminister) besinnt sich ebenfalls auf glorreiche Zeiten für Volk und Vaterland.

Er möchte häppchenweise die Neue Wehrmacht in eine „Freiwilligenarmee“ umwandeln.

Das ist aus Sicht seiner sozialen Schicht auch sinnvoll:

Wie im goldenen Mittelalter wird den Armen angeboten, sich doch als Soldaten zu betätigen, anstatt den wohlgeborenen Herren per Sozialstaat auf der Tasche zu liegen.

Auch der neuzeitliche Goebbels Heinsohn hatte schon vorgeschlagen, noch häufiger durch wirtschaftsfreundliche Eroberungskriege den Pöbel zu reduzieren, damit sie keine Karriere-Konkurrenz zu Seinesgleichen bilden können.

Für den Kriegsbaron wäre es ein toller Erfolg:

Die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der herrschenden Klasse sorgt für einen nahezu ungehinderten Nachschub an billigen und willigen HartzIV-Söldnern, während die Sprösslinge der Reichen und Mächtigen freiwillig mit Lust und Laune nach Abschluss der Offiziersschule zur Befehlsausgabe übergehen können.

Ohne wie die einfachen Leute erst noch monatelang durch den Dreck zu kriechen…

Und wenn sich schon so viele „freiwillig“ zur Neuen Wehrmacht melden, muss man ihrem Dasein schließlich auch einen Sinn geben.

Zum Bleistift mit der Befreiung iranischer Ölquellen oder ähnlich wirtschaftswachstumsfördernden Arbeitsgelegenheiten….

hitzefrei

10. Juli 2010

Mir wurde dringend davon abgeraten, bei diesen Temperaturen meinen Blutdruck auch noch mit Aufregung über Ursula von den Goebbels oder PKV–Rösler in die Höhe zu treiben.

cu later…