Manipulation und Wahrheit

Manipulation

Die beim Springer-Konzern „arbeitende“ INSM-Propagandaverkünderin (ich würde ja gern Medienhure sagen…aber dann gibts wieder Mecker) befasst sich in ihren Worten zum Sonntag mal wieder mit der Neuinterpretation der Realität.

Ganz nach dem Motto: Weil nicht sein kann was nicht sein darf…

Vor einigen Tagen veröffentlichte das DIW zum Entsetzen seiner Millionäre und Milliardäre eine sehr wohlwollend formulierte Studie über das Schrumpfen der Mittelschicht.

In Auftrag gegeben war eine Studie mit dem Ergebnis „Mittelschicht schrumpft durch Aufstieg„.

Aber selbst das neoliberale Propagandainstitut DIW Berlin des neoliberalen Sozialrassisten und gleichzeitigen IZA(intern)-Chefs Klaus F. Zimmermann (will 25% Mwst. zur „Krisenfinanzierung“) war unter Aufbietung aller Kräfte nicht in der Lage, eine solche Studie zu erstellen.

Das Licht der Öffentlichkeit erblickte dann (wohl eher unbeabsichtigt) ein Ergebnis mit dem Inhalt:

Mittelstand schrumpft durch Absturz in HartzIV

Das konnte sich die INSM-Medienhure (uppss…sorry) Dorothea Siems von der WELT natürlich nicht bieten lassen.

Da erscheint doch tatsächlich eine Studie, welche ihre über Jahre mühsam aufgebauten Lügen und Legenden über die „Neue Soziale Marktwirtschaft“ zum Einsturz bringen! Frechheit!

Also tut sie das, was sie immer tut: Eine Neudefinition der Studie in die Tastatur hämmern und auf die WELT-Online-Seite hochladen.

Ein kurzer Überblick über die nächtens abgegebenen Kommentare zeigt allerdings, dass es bei der WELT-Zensur entweder keine Nachtschicht gibt oder die INSM-Propaganda der Frau Siems immer weniger Gläubige findet.

Die Wahrheit über Deutschlands Mitte

Die Mittelschicht schrumpft. So lautet die vorherrschende, von manchen Studien bestätigte Einschätzung. Doch stimmt das wirklich?

„Natürlich nicht!“ befahl die INSM und Frau Siems liefert ein Musterbeispiel neoliberaler Manipulation und Volksverblödung ab:

Zwar zeigte ein genauer Blick auf die Zahlen, dass diese Interpretation von den Daten nicht gedeckt war.

Natürlich bleibt es bei dieser Behauptung ohne irgendwelche Belege dafür, dass die DIW-Interpretation des Sozio-Oekonomischen Panels fehlerhaft sei.

Sieben Thesen zur aktuellen Verteilungsdebatte.

Ahja… Frau Siems bemüht sich nichteinmal um „Richtigstellung“ der Studie, sondern liefert „sieben Thesen“.

These: Die These bezeichnet eine wissenschaftlich zu beweisende Behauptung oder einen Leitsatz. (Wikipedia)

Ok… INSM-Siems liefert also mal wieder neoliberale Behauptungen (etwas anderes zu erwarten wäre purer Optimismus) und will selbige „wissenschaftlich beweisen“.

Dann schauen wir uns doch mal Thesen und Beweise an:

#1 Die Mitte ist und bleibt die Kernzone der Gesellschaft

Was für eine „Kernzone“ sollte eine Gesellschaft denn sonst haben? Etwa die unteren oder oberen Randgruppen? Eine reichlich sinnfreie „These“…

Zwar sank der Anteil derjenigen, die zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Einkommens haben und somit vom DIW zur Mittelschicht gerechnet werden, in den vergangenen Jahren von 66 auf 61,5 Prozent.

Doch nahm im gleichen Zeitraum nicht nur der Anteil der untersten Einkommensgruppe leicht zu, sondern auch die Gruppe der Wohlhabenden.

Fazit: die Reichen wurden reicher, die Armen wurden ärmer. Laut DIW ist die Zahl der „abgestürzten“ Mittelschichtler wesentlich größer als die Zahl der Aufgestiegenen. In der Summe kam daher ein MINUS von 4,5% heraus.

„Vielen älteren Bürgern und Familien ist der Aufstieg in der höchsten Gruppe gelungen, eine sehr positive Entwicklung“, sagt der Gesellschaftsforscher Meinhard Miegel.

Ahja… Miegel ist also heute mal „Gesellschaftsforscher“. Obwohl der Jurist seit vielen Jahren Lobbyist der Banken und Versicherungskonzerne in Sachen „Privatrente“ ist.

Der Vorstand des Denkwerks Zukunft räumt zudem mit der Propaganda auf, das moderate Schrumpfen der Mitte sei Folge eines massenweisen sozialen Abstiegs.

Denkwerk Zukunft…auch so eine „Geldanlage“ zu Propagandazwecken wie die INSM und die vielen „wirtschaftswissenschaftlichen“ Institute in diesem Land. Auch der „Bürgerkonvent“ (Roman Herzog) und der „Frankfurter Zukunftsrat“ (Wolfgang Clement) gehören dazu.

Es sei vielmehr dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet, dass die Unterschicht seit den 90er-Jahren angewachsen sei.

Ursache und Wirkung…Henne und Ei.

Das Anwachsen der Unterschicht IST bis heute der politisch vollzogenen „gesellschaftliche Wandel“ nach Beginn der Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft ab dem 3. Oktober 1990.

#2 Schichtzugehörigkeit ist nicht allein eine Frage des Geldes

Ohnehin ist das Einkommen ein ungenügender Maßstab zur Einteilung der Gesellschaft. Lebensstil, Leistungsbereitschaft, Bildungsnähe, gesellschaftliches Engagement und Beruf prägen die Mittelschicht mindestens ebenso wie das Einkommen.

Alle aufgezählten Punkte Lebensstil, Leistungsbereitschaft, Bildungsnähe, gesellschaftliches Engagement und Beruf sind ohne jeden Zweifel einkommensabhängig.

Erwartet jemand ausserhalb der Arbeitgeberverbände eine vorbildliche Leistungsbereitschaft von einem Tagelöhner oder 1-Euro-Jobber?

Oder von einem befristeten Leiharbeiter?

Die bürgerliche Mitte, das sind gut situierte Handwerksmeister, Ärzte, Kleinunternehmer, höhere Beamte, Kaufleute und Angestellte.

Also die breite Masse der Bevölkerung…😀

#3 Der Mittelstand ist finanziell der Lastesel der Nation

Der Staat bürdet der Mittelschicht immer größere Lasten auf. Im Gegenzug profitiert die Mittelschicht aber auch am stärksten von etlichen Vergünstigungen (wie der Pendlerpauschale, dem Sparerfreibetrag oder dem Elterngeld), die ihr die Steuerlast versüßen.

Nanu? Man „profitiert am stärksten von etlichen Vergünstigungen„?

War nicht immer von „Umverteilungsstaat“ die Rede, bei dem die faulen Sozialschmarotzer ganze Staatshaushalte wegfressen und versaufen?

Es ist die Doppelbelastung mit Steuern und Sozialabgaben, die bei Durchschnittsverdienern extrem zu Buche schlägt.

Ahja…da sind sie ja wieder, die „extremen Sozialabgaben“. Zum Glück kann Frau Siems nur dummes Zeug schreiben und nicht denken.

Wie extrem wären wohl die monatlichen Belastungen einer Privatrente, wenn man z.B. als Besserverdiener 2500 € monatliche Rente „ansparen“ wollte? Oder was ist mit der privat versicherten Arbeitslosenunterstützung oder den Beiträgen zu einer privaten Krankenversicherung?

Gemessen an der „extrem“-Einschätzung der Frau Siems müsste für eine derartige Belastung erst noch ein neuer Begriff erfunden werden. „Extrem“ ist nämlich nicht mehr steigerbar.

#4 Die Umverteilungsmaschine läuft auf Hochtouren

Die oberen 25 Prozent tragen 80 Prozent der Einkommensteuer.

Die oberen 25% beziehen aber auch mehr als 80% der Einkommenssumme und verfügen zusätzlich noch über gut 95% aller Vermögenswerte. Ohne Vermögenssteuer.

Am anderen Ende der Gesellschaft wächst dagegen der Anteil der Bevölkerung, die gar keine Einkommensteuern mehr zahlen: Unter den 81 Millionen Bundesbürgern gibt es gerade noch 35 Millionen Zahler.

Boah ey! Von 81 Mio Bundesbürger zahlen nur 35 Mio Einkommenssteuer?

Skandal! Skandal! Skandal!

Nicht wirklich: Steuerpflichig sind nunmal nur Arbeitseinkommen…da fallen 50 Mio Bundesbürger wegen ihren Eigenschaften „Kind“, Rentner“ oder auch „arbeitslos“ schonmal automatisch weg.

Skandalös ist vielmehr, das von ca. 40 Mio Arbeitnehmern 5 Mio so wenig Einkommen haben, dass sie nichtmal über den Steuerfreibetrag hinaus kommen. Aber sowas zu kritisiern fällt Frau Siems nichtmal unter Drogen ein.

#5 Die Wirtschaftskrise sorgt für mehr Gleichheit

Die Krise hat vor allem die Vermögenden getroffen. Die Einkommensunterschiede haben sich kräftig verringert.

Die Krise selbst bestand ja aus einer Krise der Kapital- und Spitzeneinkommen durch verzockte „Wertpapiere“, Aktien usw.

Und die Verzocker haben sich ihre Verluste aus 2008 und 2009 bereits im ersten Halbjahr 2010 voll vom Normalbürger „rückerstatten“ lassen.

#5 ist also keine These, sondern einfach nur längst widerlegter Unsinn.

#6 Deutschland leistet sich zu viel, nicht zu wenig Sozialstaat

„Angeblich sinnvolle Mindestlöhne lassen auf Dauer massive Beschäftigungsverluste befürchten“, warnt Ökonom Werding.

„Ökonom“ Werding arbeitet für die Herbert-Quandt-Stiftung der Multimilliardäre Quandt und Klatten aus der BMW-Dynastie (Großspender für CDU und FDP).

„Ökonom“ Werding weiß nicht, dass ein Mindestlohn keine staatliche Sozialleistung ist.

Das größte Problem am Arbeitsmarkt stellt das Heer der Hartz-IV-Empfänger dar, das seit Jahren nahezu unverändert zwei Millionen Menschen umfasst.

1. Das „größte Problem“ am Arbeitmarkt ist nicht das Heer der Arbeitslosen, sondern die kapitalistische Misswirtschaft mit ihrem chronischen Mangel an sv-pflichtig-bezahlten Arbeitsplätzen.

2. Es sind nicht 2 Mio HartzIV-Empfänger, sondern mindestens 5 Mio. Auch Geringverdiener beziehen „ergänzendes“ ALG2, damit sie in der Neuen Sozialen Marktwirtschaft nicht an ihrem Arbeitsplatz verhungern.

Der Chef der Stiftung Marktwirtschaft, Eilfort, beklagt, dass die Fürsorgeempfänger aufgrund der staatlichen Hilfe materiell oft besser dastünden als Arbeitnehmer am unteren Ende der Einkommensskala.

Womit bewiesen wäre, dass die Hundt-finanzierte „Stiftung Marktwirtschaft“ genauso verlogen ist wie der Rest der neoliberalen Schweinehunde.

Selbst die Marionette Merkel musste schon öffentlich zugeben, dass diese Aussage (damals von Westerwelle) keinen Bezug zur Realität hat.

#7 Die Mitte schottet sich ab und braucht doch frisches Blut

Die Mittelschicht dünnt aus, nicht dramatisch, aber schleichend: Zwar rutschen die Bürger der Mitte nicht ab, aber sie bekommen wenig Nachwuchs, woran auch das Elterngeld nichts ändert.

Beide Teile dieses Satzes sind gelogen. Der Absturz der Mitte ist mehrfach durch unterschiedliche Statistiken bewiesen.

Wieso ändert das Elterngeld nichts an der Vermehrungsquote der Besserverdiener, wenn doch selbiges Elterngeld bis heute als „voller Erfolg“ gepriesen wird? Entweder lügt Frau Siems oder die Bundesregierung. Aber wie immer lügen beide wie es ihnen in den Kram passt.

War es früher zumindest für Frauen durchaus üblich, durch Heirat sozial aufzusteigen, findet die Partnersuche heute meist innerhalb der eigenen sozialen Schicht statt.

Tjo… wer mittelalterliche Standes-Kuppelei per „elitepartner.de“ (Eigentum des Focus-Ablegers „Tomorrow“) betreibt und dafür auch noch massiv Werbung macht…

Der Historiker Paul Nolte sagt, dass die Mittelschicht sich in der Vergangenheit immer wieder neu definiert habe.

Paul Nolte hat übrigens den Begriff „Unterschichtenfernsehen“ erfunden.

Dass sich die Mittelschicht ständig durch Einkommensvergleiche neu definiert, ist ja nun wahrlich eine „wissenschaftliche“ Erkenntnis.

Die erwähnte „Abschottung“ wurde auch vom DIW festgestellt. Aber mit einer ganz anderen Begründung: Die Wahrscheinlichkeit und damit das reale Risiko des Absturzes ist in den letzen 10 Jahren massiv gewachsen.

Die Mittelschicht hat sich einen verbalen und medialen „Schutzwall“ nach unten aufgebaut, um weiter die Illusion am Leben zu erhalten, sie wäre prinzipiell „besser als die Unterschichten-Versager“.

Nur dumm, dass diese Abgrenzung nur aus Floskeln und Phrasen besteht, welche bekanntlich weder einen Kündigungs- noch einen HartzIV-Schutz bieten.

Mitarbeit: Stefan von Borstel

War ja klar: der neoliberale Dummhetzer Borstel war mal wieder an diesem Machwerk beteiligt.

Nach der Manipulation der Frau Siems nun die

Wahrheit

Ulf Poschardt (intern)wünscht sich eine SPD, die auf dem Weg zurück in die „Mitte“ weiter nach rechts abdriftet.

Daher verfasste er einen Kommentar in der WELT, um die sog. „SPD“ mit allerlei merkwürdigen „Argumenten“ in die Arme der regierenden 3%-„Partei“ FDP zu treiben.

Aber dazu muss sich die sog. „SPD“ nichtmal ändern…Poschardt gibt selbst zu, dass „Oppositionsführer“ Steinmeier als Agenda2010-Mit-Erfinder durchaus FDP-tauglich ist:

Mit den Hartz-IV-Reformen, federführend von Frank-Walter Steinmeier entworfen, anerkannte Rot-Grün die Sachzwänge des globalisierten Kapitalismus.

Da steht sie nun, die ungeschminkte Wahrheit!

Mit den HartzIV-Reformen unterwarf man die Bevölkerung den „Sachzwängen des globalisierten Kapitalismus„.

Und wie sehen diese Sachzwänge des globalisierten Kapitalismus aus?

Der „Haupt-Sachzwang“ besteht darin, im globalen Wettbewerb die höchsten Renditen zu kassieren, welche irgendwie (auch mit kriminellen Mitteln) erreichbar sind.

Die Hartz-Reformen dienten also nur einem einzigen Zweck: Die deutsche Industrie „wettbewerbsfähig“ mit globaler Konkurrenz zu halten. Und diese globale Konkurrenz besteht bis heute aus Staaten, in denen Sklaverei, Kinderarbeit (Indien) und Tagelöhnertum mit „Wanderarbeitern“ (China) den Arbeitsmarkt bestimmen.

Poschardt gibt also (womöglich unbemerkt und unabsichtlich) zu, dass es nie um „Halbierung der Arbeitslosigkeit„, sondern nur um Halbierung der Löhne ging.

Schönen Sonntag!

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5 Kommentare - “Manipulation und Wahrheit”

  1. Hetman Says:

    ist schon peinlich mit welcher dümmlichen propaganda versucht wird, die bevölkerung zu manipulieren.
    noch peinlicher ist allerdings, das es tatsächlich funktioniert.

  2. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-06-21…

    BILD-Wahlkampf für Gauck lässt Merkel empört zum Telefonhörer greifen Die modernen Instrumente zur Einschränkung der Freiheit Der Mittelstand schrumpft durch Absturz in HartzIV Deutschland: Ein Steuerparadies für Reiche Schwarz/Gelbes „Sparpaket“ wir…

  3. Flying Circus Says:

    „Der Chef der Stiftung Marktwirtschaft, Eilfort, beklagt, dass die Fürsorgeempfänger aufgrund der staatlichen Hilfe materiell oft besser dastünden als Arbeitnehmer am unteren Ende der Einkommensskala.“

    Was mich daran in Weißglut bringt: daß sich keiner der Ausbeuter dafür schämt, daß die Arbeitnehmer so schlecht verdienen.

    Stattdessen soll mit dem obigen (obendrein noch falschen) Argument die staatliche Stütze weiter zurückgefahren werden.

    Wann wird die Sklaverei wieder eingeführt? Das wäre ehrlicher, vom Sklaven erwartet man weder Loyalität noch Dank …


  4. […] Springers WELT darf sich Frau Siems mal wieder lauthals der Legende Mindestlöhne vernichten nur Arbeitsplätze […]

  5. Tom Says:

    sehr gute Analyse. Die neoliberalen Extremisten des Springer-Verlags, Siems, von Borstel und Mahlzahn und der „Vanity Fair“ Mover&Shaker und vor allem „Loser“ Poschardt, sind der Abschaum des deutschen Journalismus. Ihre Lügen sind widerwärtig. Einfach nur widerwärtig.


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