Plasberg, WELT und die Extremisten

Gestern hat sich der preisgekrönte Vorbild-„Journalist“ Frank Plasberg mit seiner „Hart aber Fair“-Show selbst übertroffen.

Neben der CDU in Gestalt von Norbert Röttgen (irgendein Minister) und dem FDP-Banken- und Versicherungslobbyisten Staatsekretär Daniel Bahr war auch noch die Bertelsmann-Stiftung in Person des Unternehmensberaters Max Otte vertreten.

Auf der „anderen Seite“ saßen Hannelore Kraft (SPD), Bärbel Höhn (Grüne) und Hans-Ulrich Jörges vom Stern.

Bei Jörges hat Demagoge Plasberg allerdings daneben gegriffen. Mit seiner Erkenntnis „Privatbahn ist Mist!“ war Jörges schon vor ein paar Monaten vom Agenda2010-Einpeitscher auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt.

Plasberg baute voll darauf, dass sich Jörges am Linke-Bashing stimmungsvoll beteiligen würde. Aber zu seiner großen Enttäuschung erklärte Jörges nicht die Linke, sondern die FDP für undemokratisch und die Linke keineswegs für „extremistisch“, sondern eher für „lernfähig“.

Nun gut…hoffentlich irrt Hans-Ulrich hier. Denn „lernfähig“ heißt nichts anderes als „angepasst“. Treffend brachte er dann auch das Beispiel der Grünen, welche sich von der „Chaoten-Truppe“ der 70er zur Beliebigkeits-FDP verwandelt haben. Jörges bezeichnete dies als „Lerneffekt“.

Selbstverständlich erregte dieses Linke-Bashing des Herrn Plasberg auch die Aufmerksamkeit des FDP-Focus.

In einem Artikel unter der sinn- und hirnlosen Überschrift „Und wo bitte sitzt Gerhard Schröder?“ wird erstmal eine Lobeshymne auf den Pseudo-Moderator Plasberg gesungen:

Trotz dieser Unentschlossenheit wird es im ersten Teil eine der guten Sendungen von Frank Plasberg.

Ahja… die Propaganda-Show war also im ersten Teil eine der guten Sendungen von Frank Plasberg?

Was geschah im ersten Teil?

Ging es um NRW? Ging es um Landespolitik? Ging es um das peinliche Wahlergebnis für CDU, FDP und SPD?

Nein…natürlich nicht!

Eine halbe Stunde lang ging es ausschließlich darum, Frau Kraft zu bearbeiten. Plasberg und seine Lobbyisten-Gäste setzten alle denkbaren und undenkbaren Mittel ein, um Kraft zu einer Ampel mit Grünen und den gelben Demokratieverächtern zu überreden.

Pausenlos wurde von den (nicht anwesenden!) Linken behaupte, sie seien „Extremisten“, „Chaoten“, „Staatsfeinde“, „Verfassungsschutzbeobachtete“ und sowieso eine „kommunistische Chaos-Truppe abseits der Realität“.

Plasberg schreckte nicht davor zurück, Frau Kraft satte 5 Minuten lang in einer „Einzelbefragung“ in die „Ypsilanti-Falle“ zu locken.

Dazu lieferte er Interview-Ausschnitte von NRW-Linken, welche vor der Wahl mit den üblichen Fragen zur DDR und zum „Unrechtsstaat“ konfrontiert wurden.

Natürlich brachte Plasberg auch wieder die DKP und die „Rote Hilfe“ ins Gespräch.

Richtigerweise erklärte er dem Zuschauer: „Die Rote Hilfe setzt sich für sogenannte Politische Gefangene und einsitzende RAF-Terroristen in der Bundesrepublik ein!„.

Was daran allerdings verwerflich, unmoralisch, illegal oder staatsfeindlich sein soll, erfuhr der Zuschauer von Plasberg natürlich nicht.

Was schreibt die FDP im Focus weiter?

Deshalb wird Hannelore Kraft ihre Gespräche zur Machterlangung selbstverständlich mit der Linken führen.

Wow! Frau Kraft will um jeden Preis die Machterlangung!

Was für ein gemeines Biest! Sowas skrupelloses wie „Macht um jeden Preis“ würde einem schwarzen oder gelben Politiker nicht im Traum einfallen! Niemals!

Selbst dann nicht, wenn sie „Merkel“ oder „Westerwelle“ heißen…

Dieser Linken abzusagen, das wäre Moral und Prinzipientreue.

Soso… CDU und FDP sollen somit also „moralisch und prinzipientreu“ sein? Selten so gelacht!

Mit Blick auf die Realität kann man allerdings von CDU und FDP nur sagen: verfassungsfeindlich und korrupt!

Der Kracher der Sendung kam ein paar Sekunden vor der „Schlussrunde“.

Plasbergs Co-Moderatorin Brigitte Büscher wollte den Zuschauern noch dieses Bild aus der Internet-Umfrage von „hart aber fair“ zeigen:

Plasberg warf einen Blick auf den Monitor des Laptops, machte große Augen und erklärte „dafür ist jetzt keine Zeit mehr„.

Übrigens…der Titel dieser Propaganda-Show hieß „Keine Macht für niemanden – wer führt Deutschland in der Krise?

Nachdem beim sinnfreien Linke-Bashing die Luft raus war, widmete man sich in der zweiten halben Stunde der „Krise“.

Wie üblich: Bankenrettung alternativlos, Merkel macht alles gut, „hartes Sparen“ sei DAS Heilmittel gegen Krisen.

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Die WELT und die Extremisten

Richard Herzinger von der WELT gehört zu den führenden Köpfen der Redaktion.

Allerdings sind Kopf und Körper noch miteinander verbunden, so das er nun hemmunglos der Linken-Hetze frönen kann.

Nach einen widerlich-beleidigenden Artikel über den Rücktritt der JuSo-Chefin Drohsel (Kommentarfunktion von der rechten WELT-Redaktion mal wieder deaktiviert) aktiviert Herzinger zur Legitimierung seines Linke-Hasses die Vorsitzende des israelischen Empörungsrates: Charlotte Knobloch.

Knobloch warnt vor linkem Antisemitismus

Was Knobloch in der WELT verbreitet, ist an Ignoranz und Verlogenheit kaum zu überbieten.

Ich möchte nur informativ darauf hinweisen, dass Charlotte Knobloch, Friede Springer und Angela Merkel „in tiefer Freundschaft“ verbunden sind.

Gerne wird in linken Kreisen Kritik an Israel geübt – oft aus antisemitischen Motiven, wie die Präsidentin des Zentralrats der Juden warnt.

Achja?

Die Linke hat sich inzwischen derartig eindeutig antiisraelisch bis antijüdisch positioniert, dass dieses Problem unbedingt mit der Bekämpfung des Rechtsextremismus gleichgestellt werden sollte.

Vor ein paar Tagen war im Focus zu lesen, die SED sei die „Große Mutter der kleinen Nazis“ gewesen und nun werden Linke und Nazis von Knobloch gleichgestellt?

Welch ein medialer Zufall…

Nun gibt es die schärfsten Kritiker der israelischen Politik ja in Israel selbst.

Richtig. Im Hausarrest oder als „Staatsfeinde“ in jahrelanger Einzelhaft. Israelische Politiker sind bei Kritik da äußerst großzügig. Da wird dann auch schonmal gern von israelischen Ministern gefordert, Kritiker „doch einfach an die Wand zu stellen“.

Hätte es damals einen Staat gegeben, der jüdische Menschen aufgenommen hätte, hätten alle diese Menschen eine Überlebenschance gehabt.

So soll es also aussehen, dieses obskure „Existenzrecht“ des zionistischen Terrorcamps „Israel“?

Allerdings…was Frau Knobloch hier sagt, ist einfach nur falsch.

Von 1936 an war in deutschen Zeitungen, in „Mein Kampf“ zu lesen und im „Volksempfänger“ von Goebbels zu hören, das man an der „Endlösung der Judenfrage“ arbeitet.

Nahezu alle Holocaust-Überlebenden haben nach 1945 ausgesagt: „Wir haben das für Propaganda gehalten und nicht ernst genommen. Wir dachten, dieser ‚Spuk‘ wäre in ein paar Wochen wieder vorbei!

Auch die Existenz eine „jüdischen Staates“ irgendwo auf der Welt hätte nicht dazu geführt, diese krasse Fehleinschätzung zu verhindern oder zu korrigieren.

Wir Juden in Deutschland, in der Diaspora überhaupt, werden von der israelischen Regierung ja nicht in ihre Entscheidungen einbezogen.

Als Vorsitzende des israelichen Empörungsrates wirst du aber dafür bezahlt, israelischen Verbrechen zu verharmlosen und zu legitimieren.

…weil ihre nichtjüdischen Gesprächspartner in diesen Diskussionen, nicht zwischen Juden und Israelis entscheiden.

Israel bezeichnet sich selbst hochoffiziell als „jüdischer Staat“.

Es gehört zur israelischen Propaganda, „jüdisch“ und „israelisch“ gleichzusetzen, um Israel-Kritk als „antisemitische Hetze“ darstellen zu können.

Charlotte Knobloch macht da keine Ausnahme.

Wenn man diese offizielle Gleichstellung allerdings anwendet und die typische israelische „Friedenspolitk“ als „typisch jüdisch„…. neee… so tief sinken Linke dann doch nicht.

Ein „jüdischer Staat“ macht doch „jüdische Politik“… oder etwa nicht, Frau Knobloch?

Antisemitischer Cartoon:

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6 Kommentare - “Plasberg, WELT und die Extremisten”

  1. rauskucker Says:

    Das mit der Grafik und den 60 % hast Du dir jetzt aber ausgedacht, oder? (Habe keine Lust, selber nachzusehen.)

    Ansonsten ziemlich d’accord.

  2. wareluege Says:

    Guckst du in Gästebuch bei 13.05.2010 13:43 Uhr.😀

  3. mattys Says:

    ich freue mich immer wieder wie 6% linkewähler eine angst verbreiten als reiten dämonische horden in dieses land.
    nun die mövenpicker sollten auch allen grund zur angst haben als eine der grössten steuerhinterzieher,und denen die sie es gestohlen haben auch noch beschimpfen und verhöhnen.
    ich bremse mich lieber sonst steht irgendwann die gestapo bei mir vor der tür

  4. bojenberg Says:

    tscha, die ard schiesst aus allen rohren. die anti linke propaganda bei beckmann mit dem neuen rechten dreamteam clement und merz war der absolute hit, was brechreizerregung so leisten kann! mich schuettelts jetzt noch.

    dank der neoliberalen medienpolitik ist der mist nur noch bis montag online abrufbar: gugst du hier

  5. amüsierter beobachter Says:

    Was soll man denn beim Staatsfernsehen anderes erwarten: der Agitationsbeamte Plasberg erfüllt nur heldenhaft seine Pflicht, das Lied derer zu singen, die ihn schmieren…

  6. Anonymous Says:

    Aufgelesen und kommentiert 2010-05-14…

    „Report Mainz“ geht TITANIC-Mann auf den Leim Hart aber fair: Plasberg und die Extremisten Wahlforscher Karl-Rudolf Korte hat CDU gegen Bezahlung wohlwollende Analysen beschert Was ist eigentlich ein „Protestwähler“? Roland Koch (CDU) fordert Verlä…


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