gesucht und gefunden

Fundstück #1

Am Freitag war hier mächtig was los.

Der Besucher-Zähler stieg und stieg und stieg…

Dabei war am Freitag nur „Guido zu Gast bei Freunden„…

Ich habe also in den Statistiken nach der Ursache gesucht und habe sie gefunden.

Dieser Blog wurde in den Adelsstand erhoben!

Die Nachdenkseiten haben ihn geprüft und für „Link-würdig“ befunden!

(Ich habe das bei meinem täglichen Nachdenkseiten-Besuch gar nicht gesehen)

Freude! Freude! Freude!

Fundstück #2

Die demokratischer und sozialer Gesinnung völlig unverdächtige FDP betreibt (wie alle anderen Parteien auch) natürlich eine eigene Stiftung.

Sie trägt den harmlosen Namen „Friedrich-Naumann-Stiftung“.

Gegründet wurde diese „Stiftung für die Freiheit“ 1958 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss.

Ein aufrechter und freiheitlicher Demokrat, welcher 1933 als Abgeordneter der „Deutschen Staatspartei“ stolz dem Ermächtigungsgesetz eines gewissen Adolf Hitler zustimmte.

An ihrer freiheitlich-demokratischen Gesinnung hat sich bei der „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“ bis heute nichts geändert.

Sie stand den Militärs und Großgrundbesitzern bei ihrem Putsch in Honduras genauso „beratend“ zur Seite wie den Contras in Nicaragua oder dem Dalai Lama während des angeblichen „Aufstandes der Tibeter“ im Olympia-Jahr 2008.

Da nützt es den „linken Diktatoren“ herzlich wenig, das sie demokratisch in ihre Ämter gewählt wurden, wenn die „Liberalen“ rufen: „Kapitalisten aller Länder, vereinigt euch!

Der demokratisch gewählte „linke Diktator und Populist“ Chavez hat bei Amtsantritt vor einigen Jahren die „Berater“ der Friedrich-Naumann-Stiftung kurzerhand rausgeworfen und ihre Villa enteignet.

Er ist heute noch im Amt.

Nach dieser kurzen Vorstellung nun zur Sache:

Die FDP steht vor einem Scherbenhaufen. Nachdem sie für gutes Geld die Demokratie an den Mövenpick-Milliardär Baron von Finck verkauft hatte und Westerwelle nach dem HartzIV-Urteil in wilde Sozialismus-Hysterie verfiel, gingen ihre Umfragewerte in den freien Fall über. Selbst ihre Freunde von CDU und CSU haben die Marktradikalen nicht mehr unter Kontrolle.

Angesichts dieses Dilemmas sah sich die Friedrich-Naumann-Stiftung genötigt, auf „Erfolge“ der FDP hinzuweisen, welche ihrer Meinung nach zu Unrecht übersehen wurden:

Was man nicht sieht, ist auch bei den vielen 100-Tage-Bilanzen zur Koalitionsarbeit zumeist unter den Tisch gefallen. So ist es zu begrüßen, dass es keine auffällige Genderpolitik mehr gibt und keine Internetsperren. Es gibt auch keine Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte und keinen flächendeckenden Mindestlohn mitsamt der dazugehörigen Arbeitslosigkeit. Auf Lebensmittelpackungen steht weiter, was drin ist – keine großflächigen roten Ampeln, die dem Nachbarn in der Supermarktschlange signalisieren, dass man auch gerne mal was angeblich Ungesundes isst. Es gibt keine Einheitsversicherung und keine neuen Bürokratielasten, z.B. durch „aussagekräftige Berichtssysteme für Langfristigkeit und Nachhaltigkeit“ in der Wirtschaft,

keine Internetsperren

Naja… wenn man mal dezent ignoriert, das Zensursula von den Laien schon vor der Wahl festgestellt hat, das ihre Idee aus technischen Gründen nie eine Chance hatte.

keine Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte

Ich wüsste nicht, das irgendjemand sowas im Wahlkampf gefordert hätte. Was hat die FDP also „verhindert“?

keine großflächigen roten Ampeln, die dem Nachbarn in der Supermarktschlange signalisieren, dass man auch gerne mal was angeblich Ungesundes isst

War der „neugierige Nachbar“ jemals eines der FDP-Argumente gegen die Ampel? Sie wurde übrigens von der CSU schon Anfang 2009 in der EU verhindert. Die FDP hatte damit nichts zu tun.

keine Einheitsversicherung

Naja… noch nicht. Aber Rösler von der FDP hat ja schon mit Rücktritt gedroht, falls seine Einheitsversicherung „Kopfpauschale“ nicht kommt. Ist die FDP etwa stolz darauf, mit dieser asozialen „Gesundheitspolitik“ bisher erfolglos zu sein?

keine neuen Bürokratielasten

Mal ganz abgesehen von Elena, mit der ein totales Überwachungssystem der Lohnabhängigen geschaffen wurde. Mit Hilfe von Elena sollen sogar Streik- und Krankheitstage erfasst werden. Das sind natürlich wichtige „Bewerberinformationen“, welche die Arbeitsämter dann erfassen und auswerten können.

Somit kann die Wirtschaft per Datenbank gleich noch „Streikteilnehmer“ als „Vermittlungshemmnis“ aussortieren. Ist doch toll, oder?

keinen flächendeckenden Mindestlohn mitsamt der dazugehörigen Arbeitslosigkeit

Darauf kann die FDP natürlich stolz sein. So muss sie wenigstens mit ihren Parteispenden aus der Wirtschaft kein schlechtes Gewissen haben.

Fundstück #3

keinen flächendeckenden Mindestlohn mitsamt der dazugehörigen Arbeitslosigkeit

Hmmm…natürlich bilden „Mindestlohn“ und „Arbeitslosigkeit“ eine Einheit!

Die FDP hat sich auf die Suche begeben und ihr „Antibürokratieteam“ hat tatsächlich den Beweis dafür gefunden, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet!

Man hat gesucht und „Amerikanisch Samoa“ gefunden!

Hä? Was fürn Ding?

American Samoa besteht aus 3 Inseln in der Südsee. Diese Inseln befinden sich 4000km von Australien und 7700km von den USA entfernt mitten im Pazifik.

American Samoa ist halb so groß wie Bremen und hat etwa 58.000 Einwohner.

Diese Inseln sind „exterritoriale“ Gebiete der USA, ohne wirklich (wie Hawaii) ein Bundestaat zu sein. Die Einwohner sind keine US-Amerikaner, können aber visafrei beliebig ein- und ausreisen.

In dieser weltweit bedeutenden Industrienation hat die FDP nun den Beweis dafür gefunden, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten:

In American Samoa war Thunfischverarbeitung der groesste Arbeitgeber. Sozialisten in Washington haben ein Gesetz erlassen, welches auf American Samoa den nationalen, Festlands-Mindestlohn einfuehrte.

Infolge dessen mussten einige der Dosenfabriken schliessen und wurden aufs Festland verlegt, da der Preisvorteil auf Samoa, der sich aus den dort niedrigeren Lebenshaltungskosten ergab, nicht mehr gegeben war. Damit nicht genug: Die Schiffe, die den in Dosen gepackten Thunfisch von Samoa abholten, brachten am Hinweg guenstig Lebensmittel mit. Jetzt fahren die Schiffe nicht mehr so oft nach Samoa, da es dort ja keinen Thunfisch zu transportieren gibt. Der Transport von Lebensmittel ist daher teurer geworden und die Lebenshaltungskosten sind infolge dessen massiv gestiegen. (Quelle)

Ahja…

Irgendwelche „Sozialisten“ in den USA haben auf American Samoa den Mindestlohn eingeführt, die Thunfischdosenfabriken wurden aufs Festland verlegt und die Arbeiter wurden alle arbeitslos.

Blödsinn!

Das zu American Samoa gehörende „Festland“ sind die 7700km entfernten USA. Wenn es an den US-Küsten Thunfisch gäbe, hätte man sich 200 Jahre lang viele Schiffsreisen mit Dosen-Frachtern sparen können.

An den Lebenshaltungskosten hat sich auch nichts geändert, da American Samoa schon immer von Neuseeland und Australien versorgt wurde. Die Rechnungen hat Washington bezahlt.

Was ist da wirklich passiert?

VOR der Einführung des Mindestlohnes hatten die Fischfabriken beschlossen, sich mit moderner Technik auszustatten.

Aber das ging auf den kleinen Südsee-Felsen nicht, da es dort ganz einfach nicht genügend Strom gab.

Man musste zum Betrieb und zur Wartung der neuen Technik also auf die besser ausgestattete Hauptinsel Tutuila ausweichen. Und um an den neuen Standorten Lohndumping zu verhindern und den bisherigen Angestellten eine faire Chance zu geben, beschlossen die Demokraten (nicht irgendwelche „Sozialisten„) in Washington die Einführung des US-Mindestlohnes auf den 3 Vulkan-Inseln.

Woher hat die FDP diese Grusel-Mär?

Quelle dieser Story ist ein „Ökonom“ der US-Republikaner: Peter Schiffer.

Er gibt stets damit an, die Finanzmarktkrise „schon“ 2007 vorhergesagt zu haben. Was 2007 in den USA auch nicht wirklich schwer war.

Peter Schiffer has been a vocal critic of the economic stimulus packages proposed by both President Obama and President George W. Bush, while other Republicans remained silent and on the sidelines.(von seiner Webseite als Senats-Kandidat)

Auf deutsch: Während sich die Republikaner angesichts der von ihr herbeigeführten Finanzmarktkrise verkrochen, hat dieser Peter Schiffer lauthals die Konjunkturmaßnahmen der US-Regierungen Bush und Obama kritisiert.

Was lernen wir daraus?

Die FDP hat eine unbekannte Südseeinsel gefunden, auf der angeblich Arbeitsplätze nach Einführung eines Mindestlohnes abgeschafft wurden.

Selbstverständlich gelten auf American Samoa die gleichen wirtschaftlichen Sachverhalte und Gesetzmäßigkeiten wie im vergleichbaren Deutschland.

Danken wir allen FDP-Wählern dafür, das sie uns eine Regierungspartei beschert haben, welche uns vor großem Unheil bewahrt!

Helau!

PS: Alle Fundstücke sind echt!

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3 Kommentare - “gesucht und gefunden”

  1. Hetman Says:

    zu 1: glückwunsch!!
    zu 2: natürlich muß man unbedingt stolz drauf sein, das man etwas verhindert hat, woran der verbraucher leichter erkennen könnte, das er mist kauft, als an den kryptischen bezeichnungen auf der rückseite…
    zum rest: naja, warum soll nur der große vorsitzende guido völlig weltfremd und abgehoben daher faseln^^

  2. Amon Says:

    1: Glückwunsch und „Respekt“!!! 🙂

    Super Artikel! Danke!

    Und so entstehen die neoliberalen Märchen (ich meine natürlich „die sozial marktwirtschaftliche Fakten“)!

  3. Anonymous Says:

    100 Tage Regierung – und die FDP feiert sich selbst…

    Die FDP geht nach dem freien Fall der Umfragewerte nun zum Gegenangriff über und verkündet ihre Erfolge der ersten 100 Tage Regierungszeit QUOTE:Was man nicht sieht, ist auch bei den vielen 100-Tage-Bilanzen zur Koalitionsarbeit zumeist unter den Tisch…


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