Lügner und Heuchler

Fall 1:

Ein Wirtschaftsprofessor findet die Glücksformel (WELT)

Glücksforschung ist gerade modern. So hat die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ von einem Forscher eine Formel entwickeln lassen, die Glück in Anlehnung an das Bruttosozialprodukt misst. Das Ergebnis liest sich wie ein Lob auf die Tugenden des Kapitalismus.

Na was denn sonst? Nachdem die neoliberalen Sekten mit ihrer Missionierung des totalen Kapitalismus so herrlich aufs Maul gefallen sind, versuchen sie es jetzt mit Aberglauben und Esoterik.

Aktuelles Mietmaul: „Wirtschaftsprofessor“ Ulrich van Suntum.

Und was macht „uns“ nach Meinung der INSM „glücklich“?

„Der 1-Euro-Jobber wird nicht glücklicher, wenn Josef Ackermann weniger Geld hat“

So sieht er aus, der Blick von oben nach unten. Natürlich wird nicht danach gefragt, ob dem 1-Euro-Jobber eine Annäherung seines Einkommens an das des „Leistungsträgers“ Ackermann etwas mit Glück zu tun hätte.

Politisch gewinnt van Suntum die nicht neue Erkenntnis daraus, Kombilohnmodelle und Workfare-Programme seien besser als die reine Zahlung von Arbeitslosengeld.

Arbeit macht frei….ääähhmmmm… glücklich.

Welt Online Moderatoren

Liebe Leser, Die Kommetarfunktion für diesen Artikel wurde deaktiviert.

Das ist in letzter Zeit verdächtig häufig vorgekommen, dass die WELT-Online-Redaktion in den Kommentaren nicht die erhoffte Zustimmung findet….

Fall 2:

Verbraucher rasseln in die Schuldenfalle (Focus)

Wegen der Wirtschaftskrise werden im nächsten Jahr nach Einschätzung von Experten noch mehr private Haushalte in die Überschuldung geraten.

Nur wenige Haushalte haben nach Darstellung des IFF ihre prekäre Lage selbst herbeigeführt. Überzogenes Konsumverhalten oder unwirtschaftliche Haushaltsführung stehen bei den Ursachen für Überschuldung weit unten.

Hauptgrund für Schulden ist ein niedriges Einkommen; acht von zehn überschuldeten Haushalten sind arm und verdienen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens.

Jahrelang haben neoliberale Systemmedien wie der Focus überall herumerzählt, Armut und Schulden seien Zeichen von fehlender Eigenverantwortung sowie „Leben über seinen Verhältnissen„.

Bertelsmann lässt via RTL den „Schuldenexperten“ Zwegart auftreten, um die finanztechnische Inkompetenz von Schuldnern zur Schau zu stellen. Wobei noch die Frage geklärt werden muss, ob es sich dabei nicht genauso um „Schuldnerdarsteller“ handelt wie in diversen „HartzIV-Dokus“ mit der Familie Fesselmann

Als vorbeugende Maßnahme gegen Überschuldung empfehlen die Experten vor allem mehr Grundwissen über Geldangelegenheiten.

Die wirksamste Maßnahme gegen Überschuldung wäre allerdings ein nicht-kapitalistisches Wirtschaftssystem. Mehr Grundwissen in Geldangelegenheiten ändert allerdings nichts an der Überschuldung wegen zu niedriger Einkommen.

Egon W. Kreutzer über Schulden und Schuldenbremsen <— anklicken und lesen!

Fall 3:

Franz Josef Wagner (Chefhetzer der BILD):

Es ist deprimierend, wie in Deutschland ein Mensch nieder­geschrieben wird. Zack – und Du bist ein Idiot. Wir erleben gerade alle den Aufstieg eines Politikers, und er wird sofort niedergemacht.

Unser Land ist übersät von Wadenbeißern, Kläffern. Dauernörglern.

Vor allem das BILD-Personal besteht aus Wadenbeißern, Kläffern und Dauernörglern.

Politiker wie Ypsilanti, Lafontaine oder auch Platzeck können ganze Opern davon singen.

Es ist wahrlich deprimierend, dass dem Hetzer Wagner noch niemand die widerliche Hackfresse mit einem Berlin-Souvenir…

Advertisements
Explore posts in the same categories: Uncategorized

5 Kommentare - “Lügner und Heuchler”


  1. […] des Lügenkonzerns kontaminiert werden. Und macht doch bitte auch recht die Kioske von dem Springer-Schund frei. [Trackback URI]    […]

  2. kosinsky Says:

    Meine Thesen: – Der Kapitalismus (Das Privateigentum an Prduktionsmitteln, bzw. erweitert das Privateigentum an Wirtschaftsmitteln) ist nicht in der Krise. Die Geldpolitik der Verschuldung und künstlichen Booms durch Zentralbank-Niedrigzinsen und FractionalReserve ist in der Krise.
    – Eine Verteilung von Geld/Kapital ist nur so lange möglich, solange etwas erwirtschaftet wird. Wenn man also das System ändert, hat das seine Konsequenzen, die bedacht werden sollten.
    – Grundwissen über Geld ist in der Tat hilfreich. Volkswirtschaftlich und im privaten Haushalt. Vor allem beim ersteren hats in den letzten Jahren gehapert, bzw. viel von dem was passiert ist wurde für Scheinbooms von Politikern in Kauf genommen.
    – Franz-Josef Wagner ist vor allem skurril und schreibt seltsam, teils groteske Texte. Ich glaube, das ist Absicht und eine Art Kunstprojekt. 😉

  3. wareluege Says:

    Dein Blog ist mit einer sehr fragwürdigen kriminellen Person bebildert. Absicht, Ironie, Zynismus?

    Der Kapitalismus ist in einer kontinuierlichen Krise. Pausenlos wird versucht, das Versprechen „Wohlstand für alle“ und die Verhinderung der Einlösung desselben zeitgleich zu kombinieren.
    Wo ist all der Wohlstand geblieben, welcher in den letzten 20 Jahren erarbeitet, aber nicht verteilt wurde?

    – Eine Verteilung von Geld/Kapital ist nur so lange möglich, solange etwas erwirtschaftet wird. Wenn man also das System ändert, hat das seine Konsequenzen, die bedacht werden sollten.
    Im Kapitalismus wird grundsätzlich stets mehr erwirtschaftet als verteilt wird. Wie käme es sonst zu Profit, Dividenden, Zinsen und Renditen? Das ist das Wesen und gleichzeitig das Problem des Kapitalismus.
    Welche Folgen könnte dann wohl eine Änderung des Systems haben? Wird mehr umverteilt oder weniger erwirtschaftet?
    https://wareluege.wordpress.com/2009/11/08/woerter-zum-sonntag 😉

  4. kosinsky Says:

    „Dein Blog ist mit einer sehr fragwürdigen kriminellen Person bebildert. Absicht, Ironie, Zynismus?“

    Alles drei. 😉 Herrschaft ausübende Menschen tragen immer Verantwortung. Das ist nicht einfach in einer komplexen Welt. Trotzdem und gerade wegen der Macht, die sie ausüben (können), muss man Sie als Personen und die Verhältnisse hinterfragen (können). Bundeskanzler a.D. Helmut Kohls Regierungszeit war teilweise speziell kritikwürdig, teilweise hatte er die normalen Machterscheinungen einer so langen Regierungszeit. Aber gleichzeitig war diese Regierungszeit auch etwas Stabiles in einer sich immer wandelnden Welt. Etwas Verlässliches – im Guten („Die Regierung ist verlässlich (gut)“ wie im Schlechten („Die Regierung ist schlecht, aber sie ist verlässlich“). Das hat auch was und prägte die 80er und 90er-Jahre.

  5. bojenberg Says:

    Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch!

    und bitte nicht nachlassen! ich hoffe, wie koennen deinen analysen und polemiken auch im neuen jahr geniessen!

    tolle seite!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: