Pulle statt Pille

In Deutschland bekommen die falschen Leute Kinder!

So tönen es kompetente Sozialpolitiker von Westerwelle über Sarrazin bis hin zu Söder und Mißfelder.

Alle vertreten eine gemeinsame Ideologie: Mehr Geld für Arme bekämpft nicht die Armut, sondern wird eh nur versoffen.

Natürlich ist das nicht die ganze Wahrheit. Es geht ihnen vielmehr darum, mit allen Mitteln eine Reduzierung der Armut bei Almosenempfängern zu verhindern, um der Wirtschaft den Weg ins mittelalterliche Tagelöhnertum zu ebnen.

Das Zauberwort heißt „Lohnanspruch“. Wer am Hungertuch nagt, ist auch mit einem Appel und nem Ei zufrieden und muss daher kein Schnitzel mit Kartoffeln und Grünzeug angeboten bekommen für seine Arbeitskraft.

Als der arbeitsscheue Steuergeldschmarotzer Thilo Sarrazin lauthals verkündete, in Deutschland würde man massenhaft „Kopftuchmädchen“ produzieren um Sozialleistungen abzuzocken, war die Milliardärspresse vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen.

Man bejubelte ihn als „Wahrsager“ und einige forderten prompt das Bundesverdienstkreuz für den „Querdenker“.

Man betonte stets, Sarrazin würde unter dem Schutz der Meinungsfreiheit stehen und daher könne man ihm keine Volksverhetzung vorwerfen.

Führendes Sprachrohr in dieser Hetzkampagne „reich gegen arm“ war natürlich der Springer-Konzern mit BILD und WELT.

Oliver Möllenstädt

FDP-Freiheitsstatue Westerwelle ist der Meinung, man müsse bedürftigen Sozialleistungsempfängern das Kinderkriegen verbieten. Das nationaldeutsche Mutterkreuz „Ursula von der Leyen“ schloss sich dieser Meinung an und erfand das einkommensabhängige Elterngeld.

Für Arme wurde das Elterngeld halbiert, für Wohlhabende und Besserverdiener auf 1800 Euro / Monat erhöht.

Man gönnt sich und seinen Wählern ja sonst nichts…

In Bremen stellte man nun nach 5 Jahren HartzIV überrascht fest, das im Alg2-Regelsatz keine Ausgaben für Verhütungsmittel vorgesehen sind.

Also will man verhütungswilligen HartzIV-Empfängern einen Sonderzuschuss aus der Stadtkasse gewähren, um dieses Problem zu lösen. Quasi eine regionale HartzIV-Erhöhung.

Und nun ratet mal, wer dagegen ist!

Der FDP-Oppositionspolitiker Dr. Oliver Möllenstädt.

Der liberale Nachwuchs-Westerwelle sagt:

„Eine Erhöhung des Regelsatzes werden die Empfängerinnen eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als diesen in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.“

In Bremen werden jedes Jahr 500.000 Euro dafür ausgegeben, um Schwangerschaftsabbrüche bei Sozialleistungsempfängern zu finanzieren.

Wer schonmal im eigenen Umfeld mit dieser Problematik konfrontiert wurde kann ungefähr abschätzen, was für Qualen für die betroffenen Frauen, ihre Partner, Familien und engsten Freunde damit verbunden sind.

Als Möllenstädt von der BILD auf seinen Schwachsinn hingewiesen wurde, erklärte er:

Man sollte den Frauen lieber die Pille aushändigen, als dafür die Zahlungen pauschal zu erhöhen.

Drogensüchtigen händigt man ersatzweise Methadon aus, Bedürftigen die Pille. Na Klasse!

Wie stellt sich der Herr Liberale das denn vor?

Sollen die Betroffenen dafür extra einen Antrag beim Sozial- oder Gesundheitsamt stellen?

Sollen sie eine „Eingliederungsvereinbarung zur Familienplanung“ unterschreiben mit der Pflicht, während des Sozialleistungsbezuges nicht schwanger zu werden?

Werden sie bei Verstoß gegen das Schwangerschaftsverbot dann mit Leistungskürzuungen und Zwangsadoption bestraft?

Was gibts noch von diesem vorbildlichen Nachwuchs-Demokraten?

„Wenn einige Hartz-IV-Kunden keine Lust haben und keine Leistungsbereitschaft zeigen, müssen endlich die Daumenschrauben angezogen werden.“

Na ja, ich gebs zu: Das war jetzt nicht sonderlich überraschend.

Offensichtlich ist dieser Freie Demokrat Möllenstädt aus Bremen fest davon überzeugt, dass bei den HartzIV-Empfängern noch viel zu selten gehungert wird.

Dr. Oliver Möllenstädt ist 31 Jahre alt, hat nie in seinem Leben gearbeitet und stattdessen „Wirtschaftswissenschaft“ studiert. Seit 16. Mai 2009 gehört er zum Bundesvorstand der FDP.

Im Wahlkreis Bremen II – Bremerhaven erzielte Möllenstädt zur Bundestagswahl 7,1%.

Inga Nitz (Linke) im gleichen Wahlkreis 14,2%.

Aus einer Rede des Herrn Möllenstädt zur Gleichbehandlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaften:

Gerade in dem Beitrag der Kollegin Frau Nitz ist deutlich geworden, dass Sie offenbar der Auffassung sind, in der Leiharbeit herrschten durch die Bank menschenunwürdige Verhältnisse, dort bestünde Lohndumping und Ähnliches mehr. Dies ist schlicht und ergreifend nicht die Wahrheit.

(…) Und deshalb würde ich vorschlagen, dass einmal generell hinterfragt wird, ob es nicht ratsam wäre, das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz mittelfristig ganz abzuschaffen.

Er will nicht die Leiharbeit, sondern das regulierende Gesetz dazu abschaffen.

Willkommen im freiheitlich-demokratischen Tagelöhnerstaat im Herzen Europas!

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3 Kommentare - “Pulle statt Pille”

  1. Hetman Says:

    ich frag mich gerade, was bei seiner erziehung wohl falsch gelaufen ist, das dieser kleine schmarotzer so menschenverachtend auftritt.

  2. bojenberg Says:

    man sollte das buebchen mal 2 monate auf den bau schicken! z.b. als mauererstift. das sozialisiert so kleine schnellspritzer nachhaltig!

  3. willi Says:

    Tja, die finsteren Demokraten Deutschlands. Aber was soll man von einer Partei erwarten, die verurteilte Steuerbetrüger zu Ehrenvorsitzenden macht. Die FTP scheint das Sammelbecken der neuen Herrenmenschen zu sein. Menschen gibt es für sie nur oberhalb der Beitragsbemesssungsgrenzen. Alles darunter ist eh nur menschlicher Müll, den man schikanieren und ausbeuten kann wie es den Freunden aus der Wirtschaft gefällt.


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