Herbststürme

Nachdem ich meine vorweihnachtliche Rundreise zu allen möglichen und unmöglichen Bekannten und Verwandten absolviert habe, kann ich mich nun wieder dem aktuellen Tagesgeschehen widmen.

Was ist in der vergangenen Woche passiert?

Claudia Pechstein konnte ihre Unschuld nicht beweisen (Ostdeutsche Sportler sind alle gedopt! Das weiß doch jeder!) und bleibt noch etwa 1 Jahr gesperrt.

Damit erhöhen sich (welch Zufall!) die Chancen für Anni Friesinger aus Bad Reichenhall (Bayern), ihre Karriere 2010 als Eisschnelllauf-Weltmeisterin zu beenden.

Aber ob ihr derzeitiges Leistungstief für einen Platz unter den ersten Zehn ausreicht,wird noch bezweifelt.

In Berlin ist Partytime!

Nach der Abschiedsparty des Kriegsministers… (wie hieß Kochs Stellvertreter gleich nochmal?) ist Merkels Gruselkabinett völlig aus der realen Welt entschwunden.

Der Gebirgsjäger-Baron wird Oberbefehlshaber der Kavallerie (wie schon im Mittelalter üblich), das angeheiratete Blaublut von der Leyen darf so tun, als könne sie mit dem Wort „Arbeit“ irgend etwas anfangen und die hessischen Rechtsradikalen sind mit der jung-frisch-dynamischen Frau Köhler im Familienministerium auch wieder vertreten.

Der Opel-Deal ist nach der peinlichen Vorstellung von Merkel im US-Senat auch geplatzt, die Hotels feiern ihre Steuergeschenke als Lobbyerfolg und die Besserverdiener werden wohl endlich den Soli los.

Die Populisten der Gelbsucht sind nun endgültig auf die Nase gefallen mit ihren unfinanzierbaren Wahlversprechen und werden nun schrittweise entzaubert.

Das haben sie wohl selbst bemwerkt, denn die ganzen Schreihälse mit den gelb-blauen Kravatten sind irgendwie abgetaucht.

Massenmord und Kriegsverbrechen gehören wieder zur Aussenpolitik Großdeutschlands.

Anstatt Kriegsverbrecher Klein und seine Vorgesetzten vor Gericht zu stellen, zankt man sich darum, wer wann wo etwas erfahren haben soll/könnte/müsste.

Dabei gibt es keinen Zweifel daran, dass Jung, Merkel und Steinmeier unmittelbar nach Begutachtung des Tatortes am nächsten Morgen über die verbrannten Kinderleichen informiert worden sind.

Wäre ja auch irgendwie blöd gewesen, sich als Bundesregierung ohne gemeinsame Absprache vor die Presse zu begeben…

Es war schließlich Wahlkampf und da Steinmeier auf die CDU als Fortsetzung der Großen Koalition der Willigen angewiesen war, hat er natürlich die Klappe gehalten.

Was war noch?

Zusammen mit den Medien versucht Frau Birthler mal wieder, in Brandenburg ein Wahlergebnis zu korrigieren. Im Unterschied zu 2005 und 2008 hat sie allerdings bis zur Unterzeichnung des Koalitionsvertrages gewartet.

Der derzeitige Machtkampf zwischen Medien und Demokratie bleibt spannend. Gibt Platzeck nach und annulliert den Koalitionsvertrag, werden zukünftige Wahlen von den Gästen des „Bundespresseballs“ entschieden.

Na gut…warum sollte man alte Traditionen aufgeben?

Hans-Olaf Henkel hat sich auch wieder zu Wort gemeldet. Der Hetzer gegen alles Soziale hat ein Buch geschrieben. Toll!

Was steht drin? Mal wieder nur neoliberaler Unfug in einer Mischung absurder und widersprüchlicher Argumente.

Hans-Olaf stellte seine Machwerk natürlich auf einer Bundespressekonferenz mit Unterstützung der Merkel-Marionetten und des Professors UnSinn vor.

Manfred Bleskin von n-tv führte dann auch ein kleines Interview mit Henkel:

Deshalb ist es unredlich zu sagen, die Bankenkrise zeige, dass der Staat mehr zu sagen haben soll. Zumindest für Deutschland gilt das Gegenteil. Politiker in den Kontrollgremien staatlich kontrollierter Banken haben es verbockt.

Ahja…die Politiker sind Schuld an der Bankenkrise. Merken!

Die haben sich diese Papiere aufschwatzen lassen, die uns jetzt fast versenken.

Von wem haben Die (Landesbanken, IKB etc) sich denn den Müll aufschwatzen lassen? Doch nicht etwa von Leistungsträgern und Beratern wie Ackermann & Co?

Ich kann mir durchaus, rein theoretisch, eine wunderbar funktionierende Volkswirtschaft vorstellen, in welcher der Bankensektor sogar völlig in der Hand des Staates ist.

Öööhhmmm….wer war doch gleich nochmal Schuld an der Bankenkrise, Herr Henkel?

Ihrer wertlosen Meinung nach die Politiker, die ihrer wertlosen Meinung nach einen staatlichen Bankensektor einführen sollten. Ja…was denn nun, Hans-Olaf?

Es war richtig, dass der Staat in Deutschland das Bankensystem gerettet hat, denn sonst wäre das ganze Bankensystem kaputt gegangen.

Wie lange will dieses Kapitalistenpack noch diese Lüge verbreiten, um den Bürgern ihre „Verluste“ in Rechnung stellen zu können?

Dieses Bankensystem war auch schon ohne Krise am Ende und die von Henkel gelobten „Rettungsmaßnahmen“ haben rein garnichts geändert! Noch immer bestimmen Merkels Partygäste selbst, welche Gesetze für sie gelten und welche nicht.

Apropos Ackermann….

Der Joseph hatte wieder eine geniale Idee: Er will einen „Kreditfond“ einrichten, wenn der Staat für die bisherigen(!) Kredite bürgt.

Gefickt eingeschädelt!

Während sich die Banken mit billigem Staatsgeld und hohen Zinsen die Taschen vollstopfen, soll der Bürger (mal wieder) für die Risiken gradestehen. Offensichtlich hat die Hypo Real Estate als Bad Bank noch nicht ausgreicht. Jetzt soll die Steuerkasse über die KfW geplündert werden.

Natürlich sind Merkel und Hundt hellauf begeistert über diesen Raubzug.

Mehr Netto vom Brutto!

Die einseitige Netto-Entlastung der Arbeitgeber wird 2010 voll als „Extra-Zusatzbeitrag“ bei den Bürgern ankommen. Hundt freut sich schon darüber, nicht mehr an dieser Entwicklung teilnehmen zu müssen und Rösler bastelt schon an einer Argumentation, wie er seine Kopfpauschale als „sinnvolle Alternative“ darstellen kann.

Den „Sozialausgleich“ über Steuern will er übrigens automatisieren.

Das passt dann auch gut zum totalitären Überwachungsstaat, wenn Lohn- und Gehaltsabrechnungen nicht nur zu den Versicherungskonzernen als „Krankenkasse“, sondern auch noch automatisch zum Finanzamt geschickt werden müssen. Das gilt natürlich auch für Rentner und Arbeitslose. Aber nicht für jene, welche zu den besserverdienenden und leistungstragenden Steuerhinterziehern gehören. Die brauchen bloß noch ihren steuermindernden „Privatversicherten-Nachweis“ abgeben, um einer Einkommenskontrolle zu entgehen.

Minarette

In der Schweiz haben Rechtspopulisten und sog. „linke Feministinnen“ ein Bauverbot für Minarette beschlossen.

Politik und Medien sowie der zionistische „Islamkenner“ Broder sind voll des Lobes.

Allerdings wäre es mir lieber gewesen, man würde dieses unerträgliche Glockengebimmel der Christen zu Sonn- und Feiertagen in Deutschland auch verbieten.

Gibt es in der Bibel denn ein Verbot, eine eigene Uhr zu besitzen?

Können die Pfaffen ihre verwirrten Schäfchen nicht per SMS zur Götzenanbetung rufen?

Haus und Grund

Nach den Hotelbesitzern hat auch der Grundbesitzerverband „Haus & Grund“ einen Lobbyerfolg zu feiern. Das Mietrecht wird kündigungsfreundlich.

Eine Forderung aus alter Zeit, um durch Kündigung und Neuvermietung die leistungslosen Einkommen „Mietzins“ steigern zu können.

Nur blöd, dass sich schon seit Jahren immer weniger Leute finden, welche sich diese Spielchen leisten können. Noch dazu, wo in vielen Städten die Mieten bereits höher sind als eine monatliche Rate für ein eigenes Haus.

Man kann den Bogen auch überspannen….

Zu den Studentenprotesten gegen die „Bologna-Reform“ und der Umwandlung des ZDF in ein „Roland-Koch-Rundfunkamt“ haben sich die anderen Blogs schon geäußert.

Wenig überrschaend: Die von den Medien herbeigeredete „Meinungsvielfalt“ zu diesen Themen ist nirgends zu finden.

Wächst da ein neues Klassenbewusstsein heran?

Honduras

Die Wahl des neuen rechts-konservativen Präsidenten wurde in den westlichen Medien selbstverständlich als „Sieg der Demokratie“ bewertet.

Aber: In Honduras herrscht Wahlpflicht und die Wahlpflichtigen sind zu 70%-75% boykottierend zu Hause geblieben.

Ersatzweise hat man aus El Salvador rechtsradikale Parteifreunde der „ARENA“ importiert, um in Honduras die Diktatur des Kapitals und der Grundbesitzer zu wählen.

Aber das muss man nicht wissen in einem Land, in dem marktradikale Putschisten sogar Aussenminister und Vizekanzler werden können.

Nachtrag:

«Wir wollen den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für die Bedürfnisse des täglichen Lebens«, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle (Bild am Sonntag, 13. September 2009)

FDP-Wähler stillen ihre täglichen Bedürfnisse bei Billig-Discountern wie Adlon, Hilton oder auch Ritz-Carlton.

Schulessen ist übrigens kein „Bedürfnis des täglichen Lebens„…

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2 Kommentare - “Herbststürme”

  1. Flying Circus Says:

    „Gibt es in der Bibel denn ein Verbot, eine eigene Uhr zu besitzen?“

    Nö. Aber wer sich über Kirchengebimmel aufregt, geht bitte auch nicht in den Biergarten. Die machen auch Lärm. Nicht in Konzerte. Die sind laut wie gesengte Sau. Und fliegen sollte er besser auch nicht. Flughafenlärm ist noch viel schlimmer. *g*

    „Können die Pfaffen ihre verwirrten Schäfchen nicht per SMS zur Götzenanbetung rufen?“

    Damit die Kapitalisten Netzbetreiber sich eine goldene Nase verdienen? Das kannst Du nicht wirklich wollen 😉

    (Götzenanbetung, das paßt viel besser auf die Kapitalisten, nebenbei bemerkt. Denen steht doch Geld über allem anderen!)

  2. wareluege Says:

    Biergärten und ähnlich lärmintensive Saufgelage wie Volksfeste etc. gehören natürlich auch verboten. 🙂
    Na gut…hier im Dorfe gibt es sowas eh nicht. Nur die olle Kirche mit dem Gebimmel.

    Aber eine Notwendigkeit für lautstarkes Religionsgetöse gibt es trotzdem nicht (mehr). 😉


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