Sex sells!

Wenn seriöser Journalismus auf dem Sterbebett sein letztes Siechtum erleidet, weicht das Blut aus dem Hirn in die Körperteile unterhalb des Bauchnabels.

Nachdem nun die Merkel-Westerwelle-Regierung kein Interesse daran zeigt, vor der NRW-Wahl mit dem Regieren anzufangen, wühlt man verzweifelt in den alten Pornoheften der Chefredaktionen, um mal wieder dem Erzfeind „Linke“ ein paar Sex-Skandale andichten zu können.

Auffallend ist, dass man keine Anstalten macht, den selbsternannten „Oppositionsführer“ der „SPD“ mit Dreck zu bewerfen.

Was auch einfach nur daran liegen könnte, dass von der „SPD“ keine Opposition gegen die Hornissenkoalition zu erwarten ist.

ein Bild geht um die Welt

Den Anfang machte der deutsche Schmierenjournalismus in Brandenburg.

Während der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Linke wurde während einer Begrüßung ein Foto geknipst. Daran ist eigentlich nichts ungewöhliches bei Politikern, welche seit vielen Jahren miteinander befreundet sind.

Aber natürlich haben die Medien in Deutshcland wieder ihre ganz eigene Art der Realitätswahrnehmung.

Da die Linke auf Befehl der Wirtschaft keinesfalls (unter gar keinen Umständen!) irgendwo regieren darf und auch politisch völlig indiskutabel ist (tolles Argument zur Diskussionsverweigerung), musste man sich eben für Brandenburg einen unpolitischen Grund für den Wechselwillen Platzeks von der CDU zu einer Linke-Koalition ausdenken.

Wie nicht anders zu erwarten: Man dichtete Herrn Platzeck und Frau Kaiser ein intimes Verhältnis an, um damit nochmal so richtig draufhauen zu können.

Mit einigem Erfolg. In zahlreichen Leser-Kommentaren zur Koalition in Brandenburg hieß es in BILD, WELT, Focus & Co: „Das Bild sagt doch alles!

Seltsamerweise kam niemand im Jahr 2005 auf die Idee, Merkel und Müntefering wären nur deshalb eine „Große Koalition“ eingegangen, weil die beiden ein geheimes erotisches Verhältnis hätten.

Jaja…ich weiß, allein der Gedanke ist…

Lafontaine läuft wieder weg!

Nachdem Lafontaine „ganz überraschend“ vom Doppel-Fraktionsvorsitz im Bundestag zurückgetreten war (Planung sah 2010 dafür vor) um im Saarland den Fraktionsvorsitz zu übernehmen, lieferte er natürlich den Hyänen und Aasgeiern wieder neues Futter.

Laut riefen sie in die Blätterwälder: „Lafontaine läuft wieder weg!

Dummerweise lief er aber nicht in „wählerbetrügerischer Absicht“ weg, sondern übernahm zusätzlich zur Parteiführung der Bundes-Linken auch noch zusätzliche Verantwortung und Aufgaben im Saarland.

Das führte natürlich zu erheblichen Irritationen in den Einheitsmedien, welche ja bekanntlich am Dienstag für bewiesene Wahrheit halten, was sie am Montag noch selbst erfunden haben.

Also suchte man eine Alternativ-Argumentation, um die Wegläufer-Legende doch noch irgendwie zu retten.

Bunte, Spiegel, Focus, WELT,, BILD und alle anderen Qualitätsmedien ließen sich nicht lumpen und erfanden eine neue Legende:

Oskar fummelt mit Sahra rum und seine Frau befahl ihm, aus Berlin ins Saarland zurückzukehren

Na toll! Selbstverständlich war man sich der juristischen Gefahr bewusst, welche ein solcher Schwindel mit sich bringt. Also verständigte man sich im harten Konkurrenzkampf darauf, wie üblich das Gleiche zu verkünden. Sie formulierten ihre Unterstellungen ausgesprochen subtil, waren aber stets darauf bedacht, die Vorstellungen ihrer Leser in die gewünschte Richtung zu manövrieren.

Also sprach man von „intimen Kennern“ und „sehr engen Freunden“.

Was jetzt noch fehlte war ein passendes Foto, welches aber nirgends aufzutreiben war. Dumm gelaufen.

Ich wünsche baldige Genesung, Oskar!

Nun kommt heraus: Oskar tritt im Saarland seinen Fraktionsvorsitz an und wird morgen schon wegen eines Malignoms (Krebsgeschwulst) operiert.

Gemäß der gestern herausgegebenen Presseerklärung wurde der Krebs wohl früh erkannt, Oskar wird schon seit längerer Zeit behandelt und nun soll das blöde Ding operativ entfernt werden.

Lafontaine wird erst nach der OP entscheiden, welche Aktivitäten er sich noch zutraut oder ob er neue Prioritäten setzt.

Ich rechne allerdings nicht damit, dass er trotz dieser Belastung in der Lage wäre, sich von den Rednerpulten im Bundestag und im Saarland fernzuhalten.

Hoffen wir das Beste, eine erfolgreiche OP und eine baldige Wiederherstellung seiner Kampfkraft.

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One Comment - “Sex sells!”

  1. Michael Mugge Says:

    Der Journalismus ist dermaßen verkommen – man findet kaum Worte um das vernünftig auszudrücken. Dazu kommt ja noch dieses Zerrbild, welches sie von sich selbst zum Besten geben: „Spiegel-Leser wissen mehr“, „Focus – Fakten, Fakten, Fakten“, denen müsste doch vor Schamesröte die Birne platzen, wenn sie ihre eigene Werbung sehen.


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