20 Jahre Siegergeschichte

Das Kapital feiert!

Die Medien sind voll mit Jubelorgien über „20 Jahre Mauerfall“.

Was feiern die da eigentlich?

Sie feiern das Ende des sozialistischen Deutschlands (zumindest des 1. Versuches davon) sowie das Ende des Schaufensters „Goldener Westen“, auch als „Soziale Marktwirtschaft“ bekannt.

Die Siegergeschichte lautet in der Kurzfassung: Es gab in der DDR 1989 Demonstrationen, dann fiel die Mauer und Helmut Kohl hat die deutsche Einheit gebracht.

Was geschah 1989 in der DDR?

Gute Frage. Jedenfalls nicht das, was seit 20 Jahren in den Geschichtsbüchern steht.

Da steht drin:

Die Wende und der Mauerfall sind der Beweis dafür, dass der Sozialismus nicht funktioniert und die DDR-Bürger ihn wieder loswerden wollten.

Selbst Wendehals und „Maueröffner“ Schabowski erzählt das jeder Fernsehkamera, die ihm vor die Nase gehalten wird. Medien und bundesdeutsche Politiker sowieso.

20 Jahre Siegergeschichte

Im Jahr 1989 war die DDR und die Entwicklung des Sozialismus mit ihr zusammen zum Stillstand gekommen. Eine Handvoll alter Männer hatten das Land vom ZK und Politbüro aus in eine Sackgasse geführt.

Es ging nicht weiter.

Eine Oppositionsbewegung (Neues Forum, Demokratischer Aufbruch etc) formierte sich und verlangte Reformen.

Viele tausend DDR-Bürger schlossen sich diesen Forderungen an, veranstalteten Großdemonstrationen und riefen „Wir sind das Volk!“ (Der Spruch ist übrigens heute eine eingetragen Handelsmarke des Ex-Verkehrsministers Tiefensee)

Was wäre geschehen, wenn sich Schabowski nicht verplappert hätte?

Die Demonstranten erzwangen den Rücktritt der Regierung (im Falle der BRD hätte man undemokratischer Putsch gesagt), einige Gesetzesänderungen (Presserecht, Reisegesetz) und eine Wiederholung der Kommunalwahlen unter Beteiligung der Opposition.

Mit der Erfüllung dieser Forderungen (der Mauerfall kam ja ungeplant dazwischen) wären DDR und Sozialismus aber keineswegs abgeschafft, sondern gerettet worden.

Denn genau das war das Ziel der Demonstrationen: Den Stillstand der DDR überwinden und das Land auf eine neue Grundlage zu stellen.

Die Wende musste verhindert werden!

Wäre es zu diesen Reformen in den Jahren 1989 und 1990 noch gekommen, hätte die BRD in sehr ernsten Schwierigkeiten gesteckt.

Die DDR hätte sich zu einem demokratisch-sozialistischem Staat entwickelt…mit Presse- und Reisefreiheit (u.a. Dingen mehr).

Das hätte die „Fluchtwelle“ automatisch gestoppt und auf jene Menschen reduziert, welche aus wirtschaftlichen Gründen „rübergemacht“ wären.

Das Ergebnis hätte eine völlige Neuausrichtung der bundesdeutschen DDR-Politik erzwungen. Die Legitimationen der Embargopolitik wären genauso hinfällig gewesen wie die politisch motivierte „Nichtanerkennung“ auf Grundlage der nicht eingehaltenen Menschenrechtsabkommen seitens der DDR-Regierung.

Die DDR wäre aus einer solchen Reformpolitik eindeutig gestärkt hervorgegangen.

Sie hätte wieder Zugang zu den Weltmärkten bekommen, hätte Technologie und Rohstoffe importieren und Kredite aufnehmen können.

Eine kapitalistische Re-Privatisierung der Wirtschaft hätte allerdings nicht stattgefunden. Das war auch nie Inhalt der Wende-Demonstrationen und -Forderungen.

Und genau das war der Grund, weshalb die Wende in der DDR verhindert werden musste!

Am 9. November 1989 fand eine „historische“ Pressekonferenz statt. Schabowski las von einem Zettel ab, dass im neuen Reisegesetz vorgesehen war, „ohne Angabe von Gründen und Vorraussetzungen“ die DDR zeitweise oder dauerhaft verlassen zu können.

Ein Journalist fragte daraufhin, wann denn diese Regelung in Kraft treten würde. Antwort Schabowski: sofort.

Sofort?

In der Geschichte der Menschheit ist es noch nie vorgekommen, dass ein „sofort“ eines Politikers wörtlich genommen wurde.

Dies entspräche auch nicht den demokratischen Spielregeln, welche ja in der DDR neue Geltung bekommen sollten.

Auch in der Bundesrepublik war es schon immer so, dass ein Gesetz erst dann in Kraft treten konnte, wenn es vom Bundespräsidenten unterzeichnet und im „Bundesanzeiger“ veröffentlicht wurde. Unabhängig davon, was Politiker sagen. Noch nie trat in der demokratischen BRD ein Gesetz in Kraft, weil die Tagesschau darüber berichtet hat.

Der Westen nahm den Ball auf und verkündete schon ein paar Minuten später, dass die „Mauer offen“ sei. Im Bundestag erhoben sich die Marionetten und intonierten feierlich „Deutschland Deutschland über alles Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Die Sieger-Hymne.

In den folgenden Stunden gab man sich reichlich Mühe, nicht nur den Mauerfall, sondern gleich noch das „Ende der DDR“ zu verkünden.

Die Medien redeten pausenlos davon, das eine demokratische Erneuerung der DDR nun überflüssig wäre und dass die deutsche Einheit nur noch eine Formalität sei.

Man stelle sich mal vor, die BRD hätte 1989 die Grenzkontrollen im Süden abgeschafft und die Tagesschau hätte 30min später verkündet, nun wäre der Weg frei für den Anschluss Österreichs an Deutschland!

Am 10. November 1989 wurde in der DDR die bundesdeutsche „Pressefreiheit“ eingeführt. Die westdeutschen Medienbesitzer ließen hunderte Lastzüge mit „Gratis-Zeitungen“ in die DDR schaffen, um dort als „Jubel-Sonderausgabe“ die Alternativlosigkeit der Wiedervereinigung zu verkünden.

Was aber nichts anderes bedeutete, als die demokratische Erneuerung der DDR und damit ihre „Rettung“ nach dem Willen der DDR-Bürger mit Wiedervereinigungs-Propaganda zu verhindern und abzuwürgen.

Es passte dem Westen nicht, dass die noch amtierende SED-Regierung (Krenz, Modrow) nicht auf die bundesdeutsche Presse, sondern auf die eigenen Bürger hörte. Anstatt auf Wunsch von BILD & Co die DDR aufzulösen und die „Wiedervereinigung“ zu verkünden, ließ man erstmal in Abstimmung mit dem Runden Tisch Neuwahlen durchführen. Das war im April 1990.

Am Runden Tisch war vereinbart worden, dass zum Zwecke der Chancengleichheit die Teilnahme westdeutscher Parteien und Politiker am ersten demokratischen Wahlkampf der DDR untersagt wurde.

Natürlich ignorierte der Westen diesen Beschluss und so wurde die DDR mit Wahlplakaten aus dem CDU-Fundus der Adenauer-Ära mit Kohl-Porträts regelrecht geflutet. Natürlich nahmen auch West-SPD, FDP und die Grünen in abnehmender Reihenfolge am Wahlkampf in der DDR teil.

Kohl tingelte mit Lothar de Maizere über die Marktplätze der DDR und rief „Wenn ihr die CDU wählt, gibt es die D-Mark, blühende Landschaften und ein Gesamt-Deutschland mit Sozialer Marktwirtschaft!“

Ich war damals selbst noch unschlüssig und so habe ich im Freundeskreis „Was wählst du?“ gefragt.

Einstimmige Antwort: „Die CDU! Die haben das Geld!“

Meine Gegenfrage „Und du meinst, sie geben dir davon was ab?“ wurde allerdings nicht beantwortet.

Ich habe damals die SDP gewählt. Da sollte auch so sein, schließlich war ich eines der Gründungsmitglieder des Ortsverbandes in unserer Stadt 1989.

Wollte ich die schnelle Wiedervereinigung? Nein!

Meine erste „Westreise“ führte mich am 11. November 1989 erstmal nach Westberlin.

Das hatte allerdings weder einen historischen noch einen sentimentalen Grund. Der Grund war vielmehr praktischer Natur: Ich hatte keine Ahnung davon, wie der Westen „funktioniert“. Im Notfall hätte ich also nur ein paar Stunden in eine beliebige Himmelsrichtung laufen brauchen, um wieder in die bekannte DDR zurückzukommen.

4 Wochen später, im Dezember, bin ich dann natürlich auch in den „richtigen“ Westen gefahren.

Da war mir allerdings alles fremd. Die Menschen, die Architektur, die Gestaltung und Aufteilung der Städte…einfach alles.

Ich habe auf der Straße eine nette Familie kennengelernt, welche mich zum Aufwärmen und zu einer Tasse Kaffee zu sich nach Hause einludt.

Wir unterhielten uns den ganzen Abend und die ganze Nacht, wobei mir klar wurde, was Willy Brandt mit „wächst zusammen…“ gemeint hatte. Ich hatte keine Ahnung vom Leben eines Bundesbürgers und sie hatten keine Ahnung vom Leben eines DDR-Bürgers.

Sie waren fest davon überzeugt, in der DDR hätten bewaffnete Sturmtruppen aus Stasi, Volkspolizei und NVA auf den Straßen patroulliert und man hätte sich nur flüsternd in seiner Wohnung miteinander unterhalten können.

Groß war ihr Erstaunen, als ich mich gegen eine Wiedervereinigung aussprach. Sie fanden die Idee merkwürdig, die DDR erstmal wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, bevor man über eine deutsche Einheit nachdachte.

Auch sie waren der Meinung, mit Vollzug der Einheit würden tausende hilfsbereite West-Unternehmer in den Osten strömen, um dort „Aufbauarbeit“ zu leisten. Man bräuchte bloß die „maroden Staatsbetriebe“ privatisieren und ein paar Tage später wären die „Zonis“ echte Bundesbürger mit Westauto, Eigenheim, Mallorca-Urlaub usw.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: „Wende“ und „Reformen“ spielten im bundesdeutschen DDR-Wahlkampf plötzlich keine Rolle mehr. Mit „Wiedervereinigung“ köderte man sich eine CDU-Mehrheit zusammen, um dann nach Schließung der Wahllokale diese „Wiedervereinigung“ gleich wieder abzusagen.

Die sture Weigerung der Bundesregierung, die Embargo- und Boykottpolitik gegenüber der DDR zu lockern führte schließlich zu „Kommt die D-Mark nicht her gehen wir zu ihr!“

Das war natürlich ein gefundenes Fressen: Über Nacht wurde die D-Mark eingeführt (praktisch ohne Wechselkurs der DDR geschenkt) und damit die DDR auch ohne Wiedervereingung abgeschafft. Die Finanzpolitik der DDR war nun Sache der Bonner Bundesregierung und damit war bereits am 1. Juli 1990 die DDR ihrer Souveränität beraubt.

Westdeutsche Handelskonzerne übernahmen Konsum und HO, warfen die DDR-Produkte auf den Müll und boten nur noch an, was auch in westdeutschen Regalen zu finden war. Und da gab es bekanntlich weder Senf aus Bautzen noch Kekse aus Wurzen.

Während die westdeutsche Wirtschaft einen neuen Spielplatz mit 17 Mio kauflustigen Verbrauchern geschenkt bekam, standen dieselben Verbaucher in ihrer Eigenschaft als Arbeitnehmer plötzlich ohne Markt da. Mit der D-Mark waren alle Exportkunden weg und die Regale von Spar, Edeka & Co waren mit Gurken aus Hessen anstatt Gurken aus dem Spreewald gefüllt.

Aus die Maus.

Der 3. Oktober 1990 (in reiner westdeutscher Sieger-Willkür festgelegt) war dann wirklich nur noch eine Formalität ohne Bedeutung. Anstatt einer „Wiedervereinigung“ vollzog man einen „Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes“, womit man sehr elegant die Interessen der Ostdeutschen ausmanövrieren konnte.

All das hat nie stattgefunden!

Wahr ist: Die DDR-Bürger sind 1989 auf die Straße gegangen, um gegen die DDR und gegen den Sozialismus zu demonstrieren. Sie stürmten aus eigener freier Entscheidung die Mauer und erzwangen deren Öffnung, weil sie unbedingt die deutsche Einheit wollten.

Die kommunistische Staatswirtschaft brach zusammen, weshalb man ganz schnell die D-Mark einführen musste, damit die DDR-Bürger nicht verhungern.

Am heutigen Zustand Ostdeutschlands ist natürlich die DDR-Misswirtschaft schuld. Der Westen musste bisher 1,5 Bio (was? Euro oder D-Mark?) in den Osten schicken, weil die Ossis immer noch der sozialistischen Faulheit frönen, anstatt endlich die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken.

Ansonsten aber, so lautet der Kernsatz, war die DDR ein Unrechtsstaat, weil sie auf Unrecht aufgebaut war. Das begann schon damit, dass Staat und Regierung nie von der Bevölkerung legitimiert worden sind.“ (O-Ton Merkel n-tv.de)

Ganz im Unterschied zum Rechtsstaat BRD, welcher bekanntlich mehrere Volksabstimmungen zu seiner Gründung und seinem Grundgesetz absolvieren musste.

Dann feiert mal schön!

Feiert schön den „20. Jahrestag des Mauerfalls“ anstatt darüber nachzudenken, das am gleichen Tag auch die „Soziale Marktwirtschaft“ gefallen ist.

Ihr bildet euch immer noch ein, die „Soziale Marktwirtschaft“ sei das Ergebnis der „Sorge um den sozialen Frieden“ gewesen!

Die letzten 10 Jahre haben bewiesen, das ihr eher in Lethargie und Resignation verfallt als für euer Recht auf Teilnahme am Wohlstand auf die Straße zu gehen.

Ihr lauft blind den Steuersenkungs-Rattenfängern hinterher ohne zu bemerken, dass deren Goldkettchen kein Modeschmuck, sondern besondere Statussymbole und Erkennungszeichen sind.

Ihr sagt „Die Geschichte hat bewiesen, dass Sozialismus nicht funktioniert“ ohne zu sehen, dass die gleiche Geschichte bewiesen hat, das euer Verhalten direkt in den Faschismus führt.

Ihr jubelt den „Wahrsagern“ Clement, Sarrazzin und Buschkowski zu, ohne euch an die Parallelen der Geschichte zu erinnern.

„Die Kanzlerin forderte, auf die „schlichte West-Ost-Unterscheidung“ in der deutschen Debatte zu verzichten“

Die gleiche Marionette wehrt sich allerdings heftig gegen den Verzicht auf die Ost-West-Unterscheidung bei Löhnen, Renten und Sozialleistungen. Das macht sie bei euch zur „beliebtesten Politikerin“!

Feiert schön den 9. November!

Das ist der Tag, an dem bewiesen wurde, dass eine schwache Regierung gegen gleichgeschaltete Medien keine Chance hat.

Ob nun durch „Die Mauer ist weg“ oder „Sozialschmarotzer Florida-Rolf“…die Schlagzeilen schaffen die Gesetze und nicht umgekehrt.

Ein Hoch auf die Freiheit! (wenn ihr brav seid, bekommt ihr auch ein Krümelchen davon ab)

volk1

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4 Kommentare - “20 Jahre Siegergeschichte”

  1. udolihs Says:

    Vom Zwangslächen über Zwangsschlafen bis zu Kampfliedern! Wie die DDR meine Kindheit zerstört hat…

    http://www.udolihs.de/

  2. wareluege Says:

    Dein Blog ist ein gutes Beispiel für den Widerspruch von Siegergeschichte und Realität.
    Du hast nach eigener Aussage kaum Erinnerungen an die DDR, beklagst dich aber darüber, dass die POS damals keine antiauthoritären Walddorfschulen mit „Morgenkreis“ und „Bewegungsgesängen“ gewesen sind.
    Es gab keine „Toberäume“ und „Kuschelecken“ wie bei der „Supernanny“ von Bertelsmann-RTL? Wie grausam…
    Eine Schule mit Amokläufern und ein Abschlusszeugnis mit „nicht ausbildungsfähig“ so wie heute gab es aber auch nicht! Wie grausam…
    Wer ein Schulsystem mit „Jungenschule“ und „Mädchenschule“ favorisiert, ist nicht nur „im Westen angekommen“, sondern auch noch im letzten Jahrhundert.
    Herzlichen Glückwunsch!
    Steckst du dir auch zwecks Erleuchtung Hopi-Kerzen in die Ohren?

  3. Hans-H. Says:

    Ja, Udolihs, tanze Deinen Namen und singe Deinen Gesang von Freiheit auf Kosten der Gleichheit! Verdamme in Grund und Boden alles, was in der DDR entstanden war, und heiße alles prinzipiell gut, was Dir heute im Namen der „Freiheit“ begegnet; einer Freiheit, die zuallererst die Freiheit des Kapitals ist, seine Interessen auf Kosten der Interessen großer Teile der Bevölkerung durchzusetzen. Und wenn ich „wareluege“ richtig verstanden habe, will er doch aus seinem Beitrag für die damalige Politik den Schluss ziehen, dass Gleichheit eben nicht auf Kosten der Freiheit errungen werden konnte, sondern dass die Begriffstrias „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ (das letztere vielleicht heute besser als Solidarität benannt) als gesamt zu optimierende Größe gesellschaftlich hätte umgesetzt werden sollen. Aber genau das wurde vor zwanzig Jahren im Keim erstickt und hat dadurch die Bahn freigemacht für die heutige gesamtdeutsche Realität!

  4. Morla Says:

    Habe auf Phoenix Ausschnitte von der Alexanderplatz-Demo am 4. November 1989 gesehen. Ein Plakat ist mir besonders in Erinnerung geblieben. „Wachstum mit Vernunft“ war darauf zu lesen.

    Genau das war es, was mich damals auf die Straße trieb. Neben den Forderungen nach Demokratie, Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit, war für mich die künftige Entwicklung des Landes in Sachen umweltverträglicher Landwirtschaft wichtig.

    Ihren Beitrag finde ich deshalb sehr interessant, besonders im Hinblick darauf, dass der „Westen“ und auch manche Leute im Osten, eine sich reformierende DDR unter allen Umständen verhindern wollten.

    Schaut man sich die Agierenden von damals an – Eppelmann, Krause, de Maziere und die, damals noch verdeckt agierende Merkel, dann wird einem schnell klar, was folgen sollte:

    Bewusst miterlebt habe ich die Entwicklung hier im Norden. Was die Großfelderwirtschaft, samt Massentierhaltung hier bereits an Schaden zu DDR-Zeiten angerichtet hatte, wollte Prof. Succow mit seinem Konzept der Land- und Naturnutzung in M-V wieder „ausbügeln“. Die Sicherstellung ganzer Landstriche in Naturparks waren ja nur ein erster Schritt. Doch dabei sollte es dann aber leider auch bleiben.

    Was begann war der Ausverkauf der Flächen, die Entvölkerung der Dörfer, der Verlust halbwegs intakter Infrastruktur.

    Was blieb und sich verstärkt sind Monokulturen, Massentierhaltung und der Niedergang von Biodiversität. Das Ganze gepaart mit absoluter Menschenverachtung.

    Mein Problem: Ich sehe keine Änderung, denn selbst Politiker der Linken sind geprägt von den „alten“ Vorstellungen und predigen damals wie heute „Effizienzsteigerungen“ im ländlichen Raum.

    Fazit: Wir hatten damals keine Chance auf einen Neubeginn und die Möglichkeiten dazu schwinden von Jahr zu Jahr.


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