nachts im Museum

Hysterische Siegergeschichte

Der FAZ-Autor Frank Pergande hat einen Skandal aufgedeckt!

Er war im Agrarmuseum des Dorfes Mecklenburg in Meck-Pom.

Nach Selbstauskunft des Museums befasst man sich dort mit der Geschichte der Landwirtschaft der letzten 1000 Jahre.

Und was gab es in den letzten 1000 Jahren im Osten? Genau…ein paar Jahrzehnte DDR!

Frank Pergande entdeckte doch tatsächlich in Meck-Pom ein Museum mit Teilen der Landwirtschaftsgeschichte der DDR.

Als bekennender Ossi-Wendehals muss er natürlich gleich seine Empörung darüber zum Ausdruck bringen, dass es in einem ostdeutschen Museum heutzutage DDR-Devotionalien zu sehen gibt:

Geschichtsfälschung: Originalton DDR nennt er sein journalistisches Meisterwerk.

In der Reihe „verdienstvoller Persönlichkeiten“ gleich am Anfang des Rundgangs ist der Mann erwähnt, der das Museum durchgesetzt hat: Emil Tack. Sein Verdienst war es – jedenfalls der Ausstellung nach -, Mitglied der SED-Kreisleitung Wismar zu sein und Direktor des Volkseigenen Gutes Groß Stieten.

Naja…besagte Emil Tack war auch (welch Zufall!) Gründer des Museums. Aber selbstverständlich wird er im Museum nur erwähnt, weil er in der SED-Kreisleitung und LPG-Vorsitzender war. Warum auch sonst?

Gutswirtschaft wird so erklärt: „Die Feudalherren raubten vor Jahrhunderten den Bauern durch Gewalt, Mord und Rechtsbruch das Land, bildeten daraus Rittergüter und unterdrückten die Bauern.“

Das ist natürlich eine typische sozialistische Geschichtsfälschung! Jeder weiß doch, dass Gott höchstpersönlich einer Handvoll Adliger vor 1000 Jahren Grund und Boden geschenkt hat. Nie kamen die Gutsherren auf die Idee, sich als Ritter und Lehnsherren Felder und Wälder anzueignen, um die einheimischen Bauern zu Leibeigenen zu machen und mit Gewalt zu unterwerfen.

Erst die Bodenreform beendete in dieser Logik die Unterdrückung. „Junkerland in Bauernhand“

Diese Bodenreform hat der westdeutsche Adel (inkl. Bodenreform-„Vertriebener“) bis heute nicht verwunden. Während man mit Kapitalisten wie Krupp & Co nach 1945 im Westen äußerst gnädig umging, wurden sie im Osten nicht nur enteignet, sondern vor allem auch entmachtet.

Wie will man auch sonst kapitalistische Systeme überwinden, wenn man ihre grundsätzliche Eigenschaft persönlicher Kapitalbesitz = persönlicher Machtbesitz nicht beendet?

FAZ-Autor Pergande findet während seines Museums-Rundganges noch weitere Fundstücke aus der Geschichte von 1945 bis 1989.

In seinem blindwütigen Hass auf alles, was mit der DDR zu zun hat, entgeht ihm offensichtlich die wichtigste Tatsache überhaupt: Er befindet sich in einem MUSEUM!

Dass bis heute im Agrarmuseum die Geschichte gefälscht wird, ist ein Skandal. Andererseits: Hier ist die letzte Gelegenheit, die DDR im Original zu erleben.

Naja…Viele waren gratis in der Schule, einige umsonst.

Das Museum über sich selbst:

Mit einer Vielzahl originaler Sachzeugen, Fotos und Dokumenten gibt das Museum einen Einblick in die jüngere Geschichte des ländlichen Raumes im Nordwesten Mecklenburgs mit seinen Besonderheiten.

Neben Maschinen und Geräten aus Haus- und Landwirtschaft der zurückliegenden 150 Jahre belegen Fotos und Dokumente unsere wechselvolle Geschichte, die sicherlich noch längst nicht wissenschaftlich aufgearbeitet ist.

Solche Artikel sagen mehr über den Zustand des Kapitalismus und seiner herrschenden Klasse aus als jede wissenschaftliche Analyse.

Je mehr Menschen unter den kapitalistischen Verhältnissen leiden, umso aggressiver und blindwütiger werden die Kapitalisten „ihr“ System verteidigen. Mit aller Macht und aller Gewalt.

Das 3. Reich hat die kapitalistischen Verhältnisse nie in Frage gestellt, daher dürfen Museen auch Bilder, Texte usw. aus dieser Zeit zeigen.

Wer allerdings bei „DDR“ den Zusatz „Unrechtsstaat“ weglässt, begeht skandalöse Geschichtsfälschung.

Irgendwas ist wohl schiefgelaufen bei der Umerziehung der Ossis…

Spiegel-Cover 25/1996

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