Archiv für November 2009

Allianz AG vs. Maischberger

25. November 2009

Gestern Abend bei Maischberger:

Im Unterschied zu manch anderen Talkshows zum Thema „Rente“ sah man im Studio ein ausgewogenes Verhältnis bei den Gästen.

3 Gäste pro Privatrente, 3 Gäste dagegen.

Wie nicht anders zu erwarten war, sind die 3 Privatrenten-Lobbyisten Bert Rürup (AWD), Bahr (ERGO Versicherungsn AG) und Ex-Manager Lothar Langer gnadenlos untergegangen.

Gegen Norbert Blüm, die Armutsrentnerin und die Putzfrau ( also 1 Profi und 2 Laien) hatten die „Rentenexperten“ keine Chance.

Aber es lief nicht so wie geplant. Man wollte mit der „Übermacht“ von 2 Versicherungslobbyisten und einem Manager mal wieder so richtig „Überzeugungsarbeit“ leisten und Blüm als „altmodischen Deppen“ hinstellen.

Hat nicht funktioniert. Pech gehabt.

Die Zuschauerreaktionen waren wohl zu eindeutig und so holt WELT nachträglich nochmal zum Gegenschlag aus.

Da die Allianz AG schon seit mehreren Jahren „Werbepartner“ des Springer-Konzerns ist, bekam Redakteur und „Fernsehkritiker“ Thilo Maluch die Aufgabe, dem Fernsehzuschauer einen Tag später zu sagen, was selbiger gefälligst gesehen haben soll.

Sandra Maischberger in der Populismusfalle

Die Werbung für Riester- und Rüruprente ist in dieser Sendung mal wieder wie eine Seifenblase geplatzt.

Und wer ist Schuld? Der Blüm-Populismus! Jawoll!

Angeblich ist in Deutschland also über Nacht der Manchesterkapitalismus ausgebrochen, jeder muss nun sehen wo er bleibt und vor allem alles (was eigentlich?) selbst bezahlen.

Ja…was eigentlich?

Tja Herr Maluch..ich helfe da gern weiter: Schauen Sie doch mal in den schwarz-gelben Koalitionsvertrag. Da wird vieles privatisiert: die Rente, die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, die Bildung…

Daniel Bahr von der FDP, der frisch gebackene Staatssekretär im Gesundheitsministerium, schlug sich tapfer und überzeugte mit Sachkenntnis und Argumenten.

Aua! Bei dem Satz bin ich vor Lachen vom Stuhl gekippt und hab mir den Ellenbogen angebufft.

Naja…geht schon wieder. Für Kränze und Beileidskarten ist es noch zu früh.

Versicherungsvertreter Bahr überzeugte also mit „Sachkenntnis“ und „Argumenten“?

Naja… mehr als „Lohnnebenkosten“ und „Arbeitsplätze“ hatte er nicht zu sagen. Sein hilfloses Gestammel war völlig frei von Sachkenntnis und seine „Argumente“ waren auch schon hundertfach widerlegt.

Seine Gegner – eine zornige Putzfrau und ein etwas verwirrter Norbert Blüm – machten es ihm aber auch nicht besonders schwer souverän zu wirken.

Das war wohl auch Sinn der Sendung. Allerdings war ein verwirrter Norbert Blüm nicht zu sehen. Eher im Gegenteil: Er musste sich mehrmals gegen Maischberger durchsetzen, um das Gelaber von Rürup und Bahr widerlegen zu können. Wie üblich war Maischberger stets dabei, schnell das Thema zu wechseln, wenn die Versicherungsvertreter ihren Unsinn verkündet hatten.

Wenn man Blüm zuhörte wie er sich in Rage redete, konnte einem angst und bange werden.

Doch die Relation von Wortwahl und Realität im deutschen Sozialstaat war nicht das einzige, was ihm aus den Fugen geriet.

Das System, mit dem er so hart ins Gericht ging, schien er jedenfalls noch nicht restlos verstanden zu haben.

Klar…wenn man nicht auf den Schwindel der Versicherungskonzerne hereinfällt, ist man mal wieder „zu doof“.

„Wenn jemand sechzehn Jahre lang Sozialminister war, dann sollte er eigentlich den Unterschied zwischen Kapitaldeckung und Umlagesystemen kennen,“ tadelte der ehemalige Wirtschaftswaise Bert Rürup den Politrentner,

Ahja… Rürup der „Wirtschaftsweise“ und Blüm der „Politrentner„.

Selbst als Rürup und Blüm versuchten, sie von den Vorteilen der Riester-Rente zu überzeugen, wollte sie das alles schon nicht mehr hören

Das ist schlicht gelogen. Ich habe mir die Maischberger-Sendung heute Vormittag nochmal als Wiederholung bei Phoenix angesehen. Blüm war weit davon entfernt, im Riester-Betrug irgendwelche Vorteile für Geringsverdiener zu erfinden.

Im Eifer des Gefechtes hat der Allianz-finanzierte WELT-Redakteur offensichtlich Blüm und Bahr verwechselt. Womöglich sogar mit Absicht…

Natürlich ist es legitim, auch Betroffene in eine solche Sendung einzuladen. Wenn es aber nur darum geht, zu zeigen, dass es tatsächlich Betroffene gibt, dann ist der Chronistenpflicht auch mit einem kurzen Einspieler genüge getan.

Genau! Wie bei Plasberg auch kann man sich die Äußerungen bei „Einspielern“ nämlich wunderbar aussuchen und am Schneidetisch hinbiegen wie man will. Aber Betroffene live ins Fernsehstudio einzuladen wo sie unkontrolliert ihre Meinung sagen…das geht nun wirklich zu weit!

Eine politisch relativ unbedarfte Putzfrau mit gebrochenem Fuß auf Politiker loszulassen hat zwar einen gewissen Unterhaltungswert, blieb aber doch billige Effekthascherei ohne jeden Erkenntnisgewinn.

Naja…so ganz ohne „Erkenntnisgewinn“ wars dann doch nicht. Zum Beispiel als sie fragte, wie sie mit ihren beiden Aushilfsjobs und 48h-Woche noch riestern oder im Krankheitsfall ohne Lohnfortzahlung noch „fürs Alter sparen“ soll…das war schon interessant. Zumal weder Rürup noch Bahr darauf antworten konnten.

Genauso wenig erhellend war es, Rentner im Einkaufszentrum danach zu befragen, was die denn von einer Nullrunde bei den Renten halten.

Aber wie erhellend war es, Rürup und Bahr zum Thema „Privatrente“ einzuladen? Das fanden Allianz und WELT offensichtlich „angemessen“.

Da Populismus aber unterhaltsam ist und anscheinend Zuspruch beim Zuschauer findet, hatte Sandra Maischberger einen weiteren Einspielfilm vorbereitet.

Rummmsss…. da fiel es zusammen, das Kartenhaus.

Was beim Zuschauer Zuspruch fand, war allerdings kein Populismus, sondern die Blüm-Argumentation, welche er mit Zahlen und Beispielen belegen konnte. Aber sowas ist natürlich „Populismus“, nicht wahr?

Und wenn die Zuschauer eher dem einen „Populisten“ glauben als den beiden „Experten“ muss man eben solche „Fernsehkritiken“ verfassen, nicht wahr?

Zum anderen setzten sich ausgerechnet Bahr und seine Partei seit Jahren dafür ein, die Politikerversorgung zu reformieren und die Volksvertreter selbst für ihre Rente vorsorgen zu lassen.

Natürlich! Für jeden Kunden bekommen Bahr und Rürup gut bezahlte „Vortragshonorare“ als Provisionen und verschleierte Schmiergelder.

Allerdings dürfen beide nicht fordern, das auch Politiker in die gesetzl. Rentenversicherung einzahlen. Eine Privatrente muss es dann schon sein…

Leider blieb Sandra Maischberger so in der Populismusfalle stecken.

Vor lauter Empörung über angenommene oder reale Missstände und düsteren Zukunftsaussichten blieb die Suche nach Lösungen für die anstehenden Probleme fast völlig auf der Strecke.

Als Blüm die gesetzliche Bürgerversicherung der Schweiz als Vorbild nannte, hatte die Presseabteilung der Allianz wahrscheinlich schon abgeschaltet.

Die erschrockenen Gesichter von Rürup, Bahr und Maischberger waren jedenfalls ein Genuss!

Screenshot fdp-muensterland.de mit Verweis aus daniel-bahr.de

Selbstverständlich hat kein Fernsehzuschauer bei Maischberger erfahren, dass Rürup und Bahr schon seit mehreren Jahren bei der Sozialstaats-Privatisierung eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig gut bezahlte Vorträge verschaffen.

Bildungsfernsehen: Rentenangst

Guido in der Falle

24. November 2009

Der aktuelle Aussenminister-Darsteller Guido W. befindet sich auf „Antrittsbesuch“ beim zionistischen Regime in Israel.

Das war für den Zentralrat der Juden allerdings ein großes Problem:

Westerwelle gehört zur „Atlantik-Brücke“. Einem Verein, der sich der Unterwerfung unter die globalen US-Interessen verpflichtet hat.

Bekanntlich nehmen die USA unter Obama und Clinton eine recht kritische Position ein.

Sie kritisieren nicht nur die illegale Landnahme durch Siedlungsbau, sondern auch den Vernichtungsfeldzug gegen Gaza.

Auf der anderen Seite ist Westerwelle aber zu „uneingeschränkter Solidarität“ mit dem Regime in Israel verpflichtet.

Was tun?

Der für die Interessen Israels in Deutschland zuständige „Zentralrat der Juden“ hatte eine Idee: Möllemann!

Der „Zentralrat“ äußerte Bedenken darüber, dass „auf der FDP noch die antisemitische Last des Jürgen Möllemann“ liegen würde. (Focus)

Prompt war in allen Medien von BILD bis ZEIT von einer „schwierigen Aufgabe für einen FDP-Aussenminster“ die Rede.

Damit war Westerwelle nun in Geiselhaft genommen.

Um seine offizielle Unterwerfung unter die zionistischen Interessen abzusichern, wurde er dann auch von der Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch höchstpersönlich begleitet.

Westerwelle hielt sich an das Drehbuch, sonderte die bekannten Floskeln und Phrasen ab und vermied es, ein Wort der Kritik gegenüber der israelischen Regierung zu äußern.

Mission erfüllt, liebe Medien!

Gleichzeitig geht der Völkermord an den Palästinensern in eine neue Runde:

Trinkwasser unbrauchbar

Das Wasser im Gazastreifen enthält nach Angaben eines palästinensischen Experten so viel Salz, dass es als Trinkwasser unbrauchbar ist.

Nur noch zehn Prozent des Grundwassers in dem von Israel abgeriegelten Palästinensergebiet seien genießbar, warnte der Leiter der Wasserversorgung, Munsir Schiblak. Die Situation sei „kritisch“, das Leben der Menschen in dem Gebiet in Gefahr, erklärte Schiblak weiter.

Die Wiederaufbereitungsanlagen in dem von der radikalislamischen Hamas-Bewegung kontrollierten Gebiet sowie das gesamte Abwassersystem sind nach Angaben von Hilfsorganisationen in einem erbärmlichen Zustand. Israel unterbindet die Einfuhr von Ersatzteilen aus Befürchtung, sie könnten zum Raketenbau eingesetzt werden.

Dieses israelische Verbrechen gegen die Menschlichkeit war in Deutschland nur der Webseite von n-tv.de einen Artikel wert.

Während über jeden palästinensischen Steinewerfer ausführlich als „Terrorist“ und jede lächerliche Kassam-Rakete als „Vernichtung Israels“ berichtet wird, verloren die deutschen Einheitsmedien kein Wort über den stattfindenden Massenmord an den Gaza-Häftlingen.

Schlimm genug, dass Trinkwasser dort knapp ist. Aber es gehört schon eine gehörige Portion Mordwillen dazu, Menschen bewusst mit versalzenem Wasser zu vergiften.

Dieses Salzwasser sorgt für einen stark erhöhten Wasserbedarf, da der Körper mit allen Mitteln versucht, den aufgenommenen Salzüberschuss mit noch mehr Wasser wieder auszuspülen.

Dieses Salz kann im Körper weder verarbeitet noch eingelagert werden.

Man verdurstet beim Wasser trinken.

Jörg Heulsuse

21. November 2009

Brandenburg, ach Brandenburg…

Die Kapitalisten, ihre Medien und Politik-Marionetten kommen einfach nicht darüber hinweg, dass ihr Projekt „Kapitalismus für Alle“ nach 20 Jahren Gehirnwäsche immer weniger Fans hat.

In Brandenburg herrscht mit der neuen rot-roten Koalition nun der Stasi-Stalin-Kommunismus und die herrschende Klasse jammert über ihr „verlorenes Land“ im Osten.

Weil sich aber kein Mensch wunschgemäß darüber aufregt und die „Befreiung“ Brandenburgs durch NATO-Truppen fordert, holt BILD nun auch noch die letzten Hetzkadaver aus dem Morast, um im letzten Gefecht nochmal so richtig Stimmung zu machen.

Offensichtlich ist es der Springer-Presse in ihrem blinden Kapitalisten-Extremismus entgangen, dass es bis zu einer weiteren Landtagswahl noch mehr als 6 Monate sind und das Gejammer soviel Interesse erzeugt wie der berühmte Sack Reis in China.

Der heutige Gruftling heißt Jörg Schönbohm. Als Ex-Bundeswehrgeneral, westdeutscher Besatzer nach 1990 und einer 10jährigen „Erfolgsgeschichte“ als Brandenburger Innenminister, Kolonialbeamter und überzeugter Verkünder westdeutscher Siegergeschichte darf er sich angesichts seiner Abwahl nun in Springers BILD so richtig ausheulen.

Abrechnung mit der Ostalgie

Ahja… Die CDU ist also aus „Ostalgiegründen“ abgewählt worden? Na sowas aber auch!

Dabei hatten CDU und Schönbohm nun 20 Jahre Zeit, um die dummen Ossis von der Unfehlbarkeit und Vollkommenheit des Kapitalismus zu überzeugen. Hätten sie systembedingt nicht so grundlegend versagt, gäbe es heute den Begriff „Ostalgie“ gar nicht.

Schließlich gibt es auch keinen Begriff für „sentimentale Erinnerungen an das 3. Reich“, oder?

BILD: Mit welchen Gefühlen scheiden Sie aus dem Amt?

Jörg Schönbohm: Mit Dankbarkeit für das Erreichte. Aber auch mit Enttäuschung und Verbitterung über das Kommende. Ich habe immer für Brandenburgs Zukunft gegen Rot-Rot gekämpft. Nun ist diese Koalition da.

Anstatt heldenhaft gegen Rot-Rot zu kämpfen hättest du vielleicht besser eine ordentliche Politik machen sollen. Es wäre ausserdem sinnvoll gewesen, nicht so typisch arrogant wie ein westdeutscher Systemfunktionär die Ostdeutschen wie den letzten Dreck zu behandeln. Noch gut in Erinnerung, wie du die Folgen deines eigenen Versagens bei jeder Gelegenheit der DDR zuschreiben wolltest.

Aber dass bei der Linkspartei 20 Jahre nach dem Mauerfall so getan wird, als handle es sich um eine ganz normale Partei, verbittert mich schon.

Man stelle sich vor: Zwei frühere Stasi-IM haben den Koalitionsvertrag unterschrieben.

Heul doch! Deine eigene CDU hatte bereits 1945 keine Probleme damit, Funktionäre von NSDAP, SA, SS und Wehrmacht bei sich aufzunehmen. Ihr habt sie sogar zu Ministerpräsidenten, Bundeskanzlern und Bundespräsidenten gemacht. Ohne Schamfrist.

BILD: Warum schreckt die Nähe der Linken zum Unrechtsstaat DDR die Wähler nicht?

Hehe…geniale Frage!

Meine Antwort: Weil über 90% der Wähler als Ex-DDR-Bürger der DDR näher waren als jeder westdeutsche Import-Politiker.

Aber der jammernde Schönbohm sagt:

In den Neuen Bundesländern herrscht noch viel Unkenntnis über das alte Unrechtsregime.

Na sicher doch! Die westdeutschen Kolonialherren müssen den dummen Ossis noch viel öfter erzählen, wie ein DDR-Bürger in der DDR gelebt hat. Dann passt auch wieder die Siegergeschichte.

Allerdings haben das auch meine westdeutschen Freunde noch nicht begriffen: Sie fragen mich heute noch über die DDR aus anstatt das sie mich über das „Unrechts-Regime“ aufklären. Seltsam, nicht wahr?

Nur die Hälfte der Schüler weiß, dass die DDR eine Diktatur war. Und nur ein Drittel, wer die Mauer gebaut hat.

Nachweisbar hat kein einziger dieser Schüler die DDR noch erlebt. Ihr Wissen über die DDR stammt also nahezu vollständig aus dem Fundus der Kolonialmacht und ihrer Politiker wie Schönbohm.

Aber irgendwie ist dies auch ein bemerkenswertes Geständnis des Herrn Schönbohm.

Er gibt damit nicht nur zu, dass das bundesdeutsche Schulsystem ein Fall für die Mülltonne ist, sondern dass es auch (wie in der DDR) ein politisch-motiviertes Bildungsziel gibt.

Der verstärkte Einsatz der „Unterrichtshilfen“ von Bertelsmann und INSM ist Beweis dafür.

Viele Lehrer reden ohnehin ungern über die DDR. Oder verklären sie. Weil sie damals systemnah waren. Da verwundert es nicht, dass gut ein Viertel der Brandenburger die Linke gewählt hat.

Was nicht zur westdeutschen Siegergeschichte passt, wird prompt als „Verklärung“ an die Wand gestellt.

Dabei hat es vor 20 Jahren schon umfangreiche „Säuberungsaktionen“ bei „Systemnahen“ im öffentlichen Dienst gegeben. Ein Hauptverantwortlicher dafür: Brandenburgs Innenminister Schönbohm persönlich.

Offenbar haben sie vergessen, dass die große Mehrheit der Bürger die DDR aus gutem Grund hinweggefegt hat. Denken wir nur an die Probleme der täglichen Versorgung, die staatliche Bevormundung, die Umweltprobleme, die um Jahre geringere Lebenserwartung …

Würden die von Schönbohn genannten Gründe wirklich gelten, wäre auch schon die Diktatur des Kapitals „hinweggefegt“ worden.

Ich denke da nur an die Probleme der täglichen Versorgung bei Arbeitslosen, Geringverdienern und Rentnern. Oder die staatliche Bevormundung all derer, die nicht zu den „Leistungsträgern“ gehören oder als Hartz-Opfer eine staatliche Erlaubnis brauchen, wenn sie mal 24h ihren Wohnort verlassen wollen. Beispielhaft ist auch der Einsatz der Kapitalisten für eine saubere Umwelt sowie des Bestreben ihrer Politiker, die Lebenserwartung durch Privatisierung von Renten und Gesundheitswesen zu neuen Rekorden zu bringen.

Ich bin ja sowas von beeindruckt… 🙂

Man könnte höchstens sagen: Unser Leben haben wir unter den Bedingungen der DDR ganz anständig gestaltet.

Buuuuhhhh…. DDR-Verklärer!

Ich hatte vergessen, dass die DDR als einziges Ostblockland nur durch den Kommunismus bestand.

Schau erstmal ins Lexikon unter „Kommunismus“, bevor du hier einen solchen Stuss verbreitest.

Deshalb ist es hier viel schwerer, heute klarzumachen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war und nur noch von der Substanz und von Westkrediten lebte.

Na da können wir ja froh sein, dass es sowas im westdeutschen Kapitalismus nicht gibt.

Ein Staat der von Krediten lebt…der pure Kommunismus! bääähh…

Dabei hat Schönbohm als Innenminster mehr Kredite verbraten als die gesamte DDR in 40 Jahren.

BILD: War es ein Geburtsfehler Brandenburgs, dass der Stasi-belastete Manfred Stolpe hier erster Landesvater wurde?

Schönbohm: Stolpe wurde mehrheitlich gewählt.

Merke: Nicht die Stasi spielt eine Rolle, sondern das Parteibuch! Dass auch Rot-Rot mehrheitlich gewählt wurde, interressiert nicht.

Schönbohm: Es gibt eine verbreitete Stillosigkeit – im Umgang wie bei der Kleidung.

Richtig! Es ist auch nach 20 Jahren noch eine Folge der DDR-Diktatur, dass die Leute in Brandenburg keine Platin-Kundenkarten von Armani oder Mercedes in ihren Kroko-Brieftaschen haben.

Auch durch manche Behörden weht noch der Geist der DDR. Da fühlen sich Bürger dann wie Bittsteller vor der Obrigkeit.

Für die Behörden war Schönbohm 10 Jahre lang selbst verantwortlich. Offensichtlich hat er vollständig versagt.

Und dass sich die Bürger heute wie „Bittsteller vor der Obrigkeit“ fühlen, ist ein Verdienst der Diktatur des Kapitals in Ost und West gleichermaßen.

Während die Kanzlerin der Kapitalisten den Ackermann zu seiner eigenen Party ins Kanzleramt bittet, werden Millionen Menschen in diesem Land verzweifeln, wenn ihre Kinder heulend um den Weihnachtsbaum kriechen und vergebens die erträumte Modelleisenbahn oder das Puppenhaus suchen.

Als Bundeswehr-General fühlte sich Schönbohm in der Rolle eines Militär-Diktators pudelwohl. Er erteilte Befehle, welche mit unterwürfigem Gehorsam ausgeführt werden mussten und bestrafte jeden, der den Mut zu Kritik und Widerspruch aufbrachte.

Seine gesamte militärische und politische Karriere verdankt er dem sorgsam gepflegten Hass auf die DDR. Eine Grundbedingung für bundesdeutsche Generäle und Politiker.

modernes Sprichwort

20. November 2009

Als Adam grub und Eva spann…wo war da Josef Ackermann?

Ackermann sieht 25-Prozent-Rendite in Gefahr (WELT)

Erikas Vertreibung

20. November 2009

Schon seit mehreren Wochen befassen sich die rechtsnationalen Journalisten und Redakteure hiesiger Qualitätsmedien mit der „Vertriebenen-Chefin“ Erika Steinbach.

Sie fordern im Sinne ostpreussischer Gutsherren und Junker einen Posten für Steinbach im Vorstand der sogenannten „Vertriebenen-Gedenkstätte“.

Franz Josef Wagner, der Gossengoethe von BILD, erfindet pflichtgemäß gleich mal eine passende Vertreibungslegende für das vermeintliche Vertreibungsopfer Steinbach:

Mit dem nächsten Schiff, das nach der „Wilhelm Gustloff“ (versenkt von einem russischen U-Boot, 9000 Tote) auslief, überlebten Sie mit Ihrer Mutter die Flucht über die Ostsee.

Das alles symbolisiert die Präsidentin der Vertriebenen. Das alles ist geschehen. Es war so, es ist in meinem Gedächtnis.

Liebe Präsidentin der Vertriebenen, bleiben Sie hart. Sie sind eine Stimme aus der Vergangenheit, aber eine wichtige.

Ahja… Steinbachs Erika „floh“ also als Vertriebene zum Kriegsende über die Ostsee. Und natürlich muss Wagner nach der Fernsehschmonzette auch noch die „Gustloff“ erwähnen.

Wahr ist:

Familie Hermann (Erika heißt erst seit 1972 Steinbach) stammte aus dem hessischen Hanau. Als Besatzer zogen sie (Vater Wilhelm Hermann war Feldwebel in Goerings Luftwaffe) ins „national-befreite“ polnische Rumia.

Die Wehrmacht hatte die polnische Bevölkerung wahlweise vertrieben oder umgebracht, so dass dort für das „Volk ohne Raum“ Platz geschaffen wurde.

Nachdem Vater Wilhelm die Polen gründlich vertrieben hatte, holte er seine Famile in die „Neuen Ostgebiete“ nach, worauf schon bald Klein-Erika zur Welt kam.

Es hätte alles so schön sein können…

Im Januar 1945 stellte Familie Hermann fest, dass es wohl keine sonderlich gute Idee war, sich als Wehrmachtsbesatzer in Polen von der Roten Armee erwischen zu lassen.

Also packte man die Koffer und „floh“ mit Hilfe der Wehrmacht heim ins Reich.

Damit wurde die kleine Erika Hermann eine Vertriebene und ein Opfer des Stalinismus wie der Rest der heimkehrenden, aber noch kämpfenden Wehrmacht.

Familie Hermann ist übrigens in ihre alte Heimatstadt Hanau zurückvertrieben worden.

Revanchisten

Ihre Karriere beim „Bund der Vertriebenen“ begann erst 1994.

Durch ihre stete Forderung, der westdeutsche Anspruch „Rückgabe vor Entschädigung“ gegenüber den Ostdeutschen müsse auch gegenüber Polen gelten, machte sie schon 4 Jahre später zur Chefin besagter „Vertriebener“.

1997 war sie Gründungsmitglied der rechten Sammelbewegung Stimme der Mehrheit, die sich unter anderem gegen den „epidemischen Sozial- und Asylmissbrauch“ und den weiteren Zuzug von Ausländern einsetzen wollte.

Schon 1991 befand sie im Bundestag, dass die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze ein „historischer Fehler“ sei, da es noch „legitime“ Eigentumsansprüche von ostpreussischen Gutsherren, Junkern und „Vertriebenen“ gäbe.

Im September 2008 erklärte sie, nach dem Zweiten Weltkrieg seien die Deutschen in Polen, der Tschechei und in Jugoslawien einem Völkermord zum Opfer gefallen.

Bis heute leugnet sie die Tatsache, dass Ostpreussen und Schlesier zu den größten zivilen Unterstützern des Hitler-Regimes zählten. Schon 1936 forderten sie den Einmrasch der Wehrmacht in Polen, um nich länger mit „polnischen Untermenschen“ leben zu müssen.

Zahlreiche Gutsherren und Junker wurde dann auch als Offiziere oder „Sonderbeauftragte“ beim Überfall auf Polen eingesetzt.

Aber all das hat in der bundesdeutschen Opferlegende „2. Weltkrieg“ keinen Platz.

Man erklärt Stauffenberg zum „Widerstandskämpfer“, dreht reihenweise rührselige TV-Romane mit der blonden Veronica Ferres und erklärt jahrzehntelang, Hitler hätte das 3. Reich und den 2. Weltkrieg ganz persönlich geführt.

Der Führer grüßt zukünftige Vertreibungsopfer 1939 in Warschau.

Die Gerufenen

Die Ausstellung „Die Gerufenen“, organisiert von der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ mit der Vorsitzenen Erika Steinbach, soll die letzten 800 Jahre deutscher Siedlungsgeschichte in Mittel- und Osteuropa darstellen. Das 20. Jahundert wird ausgespart.

„Es gilt eine gute Geschichte von den Deutschen zu erzählen“, kündigte Erika Steinbach an.

Und zu den Millionen, Steinbach betont es waren 15 Millionen Deutsche, nur Frauen und Kinder, und alle Opfer , nicht einmal Mitläufer, nein, sondern sogar von den Nazis verfolgte Bürger, die sich in den „neuen Ostgebieten“ ansiedelten, sagt sie.

http://faktum-konvex.blogspot.com

Na sicher doch…und der Osterhase wohnt beim Weihnachtsmann zur Untermiete.

schwarz-gelbe Altenrepublik

19. November 2009

Am Mittwoch verkündete der CDU-Politiker und zeitweilige Chef des Statistischen Bundesamtes (mal wieder) eine gar schreckliche Nachricht:

Seine „Experten“ hätten ausgerechnet, dass Deutschland im in den nächsten 50 Jahren um 17Mio Menschen „schrumpfen“ wird.

Einem Zeitreisenden würde sich im Jahr 2060 dieses Bild bieten: Jeder dritte Bürger in Deutschland ist über 65, jeder siebte sogar 80 oder älter. Während heute noch etwa 50 Millionen Menschen im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren sind, wird ihre Zahl auf rund 36 Millionen im Jahr 2060 zurückgehen.

Vor diesem Hintergrund unterstützen die Statistiker den umstrittenen Beschluss, das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 anzuheben.

Allein die „Tatsache“ einer 50-Jahres-Prognose ist purer Unsinn.

1959-2009 sind auch 50 Jahre.

Was wäre dem Statistiker auf seiner theoretischen Zeitreise denn alles entgangen?

1961 – Bau der Mauer

1972 – Pillenknick

1973 – Ölkrise mit „autofreiem Sonntag“

1982 – Verrat der FDP an der SPD mit Machtübernahme Helmut Kohls

1989 – „Wende“

1990 – „Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes“

1991 – Auflösung der Sowjetunion und des Militärbündnisses „Warschauer Vertrag“

1993 – Jugoslawien-Krieg #1 nach Aufhetzung der verschiedenen Völker durch die EU- und NATO-Staaten

1999 – Einführung des Internets als allgemeines Kommunikationsmittel

1999 – zweiter Jugoslawienkrieg der Nato zwecks Abspaltung des Kosovo von Serbien

2000 – Ausrufung des „Kommunikations – und Internetzeitalters“

2001 – in New York fallen 2 Hochhäuser um

2001 – die USA erklären Afghanistan den Krieg

2001 – Deutschland erklärt Afghanistan den Krieg

2003 – die USA erobern irakische Ölquellen

2003 – die Kapitalisten verspekulieren sich in der „New Economy“, Börsencrash

2003 – Agenda 2010 als Verarmungsprogramm tritt in Kraft

2005 – HartzIV tritt in Kraft

2005 – SPD und CDU werden wortbrüchig und koalieren

2006 – die „Linke“ entsteht

2007 – ein weiterer Börsencrash

2008 – Weltwirtschaftskrise beginnt

2008 – weltweit geachteter Blog „wareluege“ entsteht

2009 – Untergang der „SPD“ bei Bundestagswahl

2009 – Arbeitgeber- und Industrieverbände sowie die Finanzbranche gründen eine Regierung aus CDU, CSU und FDP

2009 – in der SPD werden leise Zweifel an der „Rente mit 67“ geäußert

2009 – der CDU-Politiker Egeler vom Statistischen Bundesamt warnt vor „Altenrepublik“ und erklärt „Rente mit 67“ für alternativlos

Springers WELT hat die Zeichen der Zeit erkannt:

Um zu verhindern, dass diese Entwicklung in einem allgemeinen Pflegenotstand mündet, sollte schleunigst mit der Vorsorge begonnen werden. Wie bei der Riesterrente muss auch in der Pflegeversicherung in Zukunft Kapital angespart werden.

In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und FDP eine Pflegefinanzreform zumindest vage angekündigt – immerhin ein erster Schritt.

Noch Fragen?

Dann hier nochmal: Ich bin ein Entdecker!

Sex sells!

18. November 2009

Wenn seriöser Journalismus auf dem Sterbebett sein letztes Siechtum erleidet, weicht das Blut aus dem Hirn in die Körperteile unterhalb des Bauchnabels.

Nachdem nun die Merkel-Westerwelle-Regierung kein Interesse daran zeigt, vor der NRW-Wahl mit dem Regieren anzufangen, wühlt man verzweifelt in den alten Pornoheften der Chefredaktionen, um mal wieder dem Erzfeind „Linke“ ein paar Sex-Skandale andichten zu können.

Auffallend ist, dass man keine Anstalten macht, den selbsternannten „Oppositionsführer“ der „SPD“ mit Dreck zu bewerfen.

Was auch einfach nur daran liegen könnte, dass von der „SPD“ keine Opposition gegen die Hornissenkoalition zu erwarten ist.

ein Bild geht um die Welt

Den Anfang machte der deutsche Schmierenjournalismus in Brandenburg.

Während der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Linke wurde während einer Begrüßung ein Foto geknipst. Daran ist eigentlich nichts ungewöhliches bei Politikern, welche seit vielen Jahren miteinander befreundet sind.

Aber natürlich haben die Medien in Deutshcland wieder ihre ganz eigene Art der Realitätswahrnehmung.

Da die Linke auf Befehl der Wirtschaft keinesfalls (unter gar keinen Umständen!) irgendwo regieren darf und auch politisch völlig indiskutabel ist (tolles Argument zur Diskussionsverweigerung), musste man sich eben für Brandenburg einen unpolitischen Grund für den Wechselwillen Platzeks von der CDU zu einer Linke-Koalition ausdenken.

Wie nicht anders zu erwarten: Man dichtete Herrn Platzeck und Frau Kaiser ein intimes Verhältnis an, um damit nochmal so richtig draufhauen zu können.

Mit einigem Erfolg. In zahlreichen Leser-Kommentaren zur Koalition in Brandenburg hieß es in BILD, WELT, Focus & Co: „Das Bild sagt doch alles!

Seltsamerweise kam niemand im Jahr 2005 auf die Idee, Merkel und Müntefering wären nur deshalb eine „Große Koalition“ eingegangen, weil die beiden ein geheimes erotisches Verhältnis hätten.

Jaja…ich weiß, allein der Gedanke ist…

Lafontaine läuft wieder weg!

Nachdem Lafontaine „ganz überraschend“ vom Doppel-Fraktionsvorsitz im Bundestag zurückgetreten war (Planung sah 2010 dafür vor) um im Saarland den Fraktionsvorsitz zu übernehmen, lieferte er natürlich den Hyänen und Aasgeiern wieder neues Futter.

Laut riefen sie in die Blätterwälder: „Lafontaine läuft wieder weg!

Dummerweise lief er aber nicht in „wählerbetrügerischer Absicht“ weg, sondern übernahm zusätzlich zur Parteiführung der Bundes-Linken auch noch zusätzliche Verantwortung und Aufgaben im Saarland.

Das führte natürlich zu erheblichen Irritationen in den Einheitsmedien, welche ja bekanntlich am Dienstag für bewiesene Wahrheit halten, was sie am Montag noch selbst erfunden haben.

Also suchte man eine Alternativ-Argumentation, um die Wegläufer-Legende doch noch irgendwie zu retten.

Bunte, Spiegel, Focus, WELT,, BILD und alle anderen Qualitätsmedien ließen sich nicht lumpen und erfanden eine neue Legende:

Oskar fummelt mit Sahra rum und seine Frau befahl ihm, aus Berlin ins Saarland zurückzukehren

Na toll! Selbstverständlich war man sich der juristischen Gefahr bewusst, welche ein solcher Schwindel mit sich bringt. Also verständigte man sich im harten Konkurrenzkampf darauf, wie üblich das Gleiche zu verkünden. Sie formulierten ihre Unterstellungen ausgesprochen subtil, waren aber stets darauf bedacht, die Vorstellungen ihrer Leser in die gewünschte Richtung zu manövrieren.

Also sprach man von „intimen Kennern“ und „sehr engen Freunden“.

Was jetzt noch fehlte war ein passendes Foto, welches aber nirgends aufzutreiben war. Dumm gelaufen.

Ich wünsche baldige Genesung, Oskar!

Nun kommt heraus: Oskar tritt im Saarland seinen Fraktionsvorsitz an und wird morgen schon wegen eines Malignoms (Krebsgeschwulst) operiert.

Gemäß der gestern herausgegebenen Presseerklärung wurde der Krebs wohl früh erkannt, Oskar wird schon seit längerer Zeit behandelt und nun soll das blöde Ding operativ entfernt werden.

Lafontaine wird erst nach der OP entscheiden, welche Aktivitäten er sich noch zutraut oder ob er neue Prioritäten setzt.

Ich rechne allerdings nicht damit, dass er trotz dieser Belastung in der Lage wäre, sich von den Rednerpulten im Bundestag und im Saarland fernzuhalten.

Hoffen wir das Beste, eine erfolgreiche OP und eine baldige Wiederherstellung seiner Kampfkraft.