grüne Helden

Die Würfel sind gefallen.

Wie der weise Philosoph Volker Pispers einst sagte:

Die Grünen sind eine FDP, die für Pfandflaschen ist.

Mit Spannung haben die Medien darauf gewartet, dass die Saar-Grünen ein angemessenes Bekenntnis dafür ablegen, endlich im System der Diktatur des Kapitals angekommen zu sein.

Hubert Ulrich (Chef-Grüner im Saarland) war es leid, 25 Jahre Politik nur als Opposition zu machen. Nach der Landtagswahl fiel ihm die Rolle des „Königsmachers“ zu.

Wie zu befürchten war, entschied er sich gegen seine Wähler für einen Posten in einer schwarz-gelb-grünen Landesregierung.

Warum auch nicht? Schließlich ist allgemein bekannt, das solche CDU-Regierungen stets von Wirtschaft und Medien gelobt werden. Selbst dann, wenn sie nur Mist gebaut haben.

Ein anderer Grund wird wohl die Nähe einer solchen Politikerkaste zum „großen Geld“ gewesen sein. Welches Politikerarschloch träumt nicht davon, wie einst Kohl, Koch, Schäuble & Co mit dicken Geldkoffern belohnt zu werden?

Und in den letzten Jahren war nicht zu übersehen: Wer sich den Wirtschaftsbossen rückgradlos unterwirft, bekommt später seine 30 Silberlinge in Form von gutbezahlten Jobs in Aufsichtsräten, Stiftungen, Instituten u.a. Einrichtungen „zur Förderung der Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft“.

Saarland wird Jamaika

So schreibt es der Focus nach Bekanntgabe der grünen Entscheidung.

Und da kein normaler Mensch selbige Entscheidung nachvollziehen kann, gibt man sich große Mühe, ein paar „Argumente“ des Herrn Ulrich zu verbreiten.

Gut gemeint…aber Halluzinationen als Begründung für ein Bekenntnis zur neoliberalen Heilslehre der Marktfetischisten sind keine glaubwürdige Basis, Herr Ulrich!

Zuletzt sorgte die Erwägung des Linken-Chefs Oskar Lafontaine, bei Rot-Rot-Grün den Fraktionsvorsitz im Landtag auf Dauer zu behalten, für erhebliche Irritationen bei den Grünen.

Jaaaa…das ist natürlich nachvollziehbar! In ganz Deutschland gibt es stets ganz heftige „Irritationen“, wenn ein Spitzenkandidat nach einer Wahl entweder ein Regierungsamt oder einen Fraktionsvorsitz übernimmt.

Wir erinnern uns noch gut an die helle Aufregung und die Medienschelte, als ein ehemaliger Spitzenkandidat mit Namen „Steinmeier“ zum Franktionsvorsitzenden der „SPD“ ernannt wurde. Sowas hat es ja noch nie gegeben! Unvorstellbar! Was für eine Frechheit! Wo ist der Staatsschutz?

Oh man…

„Ich habe keinerlei Vertrauen zu diesem Mann und zu dieser Partei“, sagte Ulrich über Linksparteichef Lafontaine.

Begründung?

Zumindest vertraut er voll darauf, das CDU und FDP nun einen „Politikwechsel“ einleiten, wie Ulrich im Wahlkampf stets gefordert hat.

Jede Wette, wir sehen Ulrich bei BILD als „Gewinner des Tages“…

Dieser (also Lafontaine) habe versucht, die Grünen im Wahlkampf „plattzumachen“ und aus dem Landtag herauszuhalten.

Achja? Wer hier wohl…

gruene_saarland

Dabei vertraute Maas auf das immer wiederkehrende Bekenntnis von Grünen-Landesvorsitzenden Hubert Ulrich, er wolle lieber ihn als Müller zum Regierungschef wählen.

Achneee…

Herr Ulrich hatte sich also schon zu einem Regierungs- und Politikwechsel bekannt. Aber das war vor der Wahl und auf eine „Wortbruch„-Kampagne der Medien werden wir wohl vergebens warten.

Allerdings hatte Maas offenbar die Warnungen Ulrichs unterschätzt, er habe erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Lafontaine-Truppe.

Zweifel an der Zuverlässigkeit? Was soll das heißen? Bisher waren die Linken nichtmal im saarländischen Landtag vertreten!

Aber wie zuverlässig CDU und FDP ihre Wahlversprechen einlösen, sieht man gerade beispielhaft bei Merkel und Westerwelle. Wie schon 1990 verkündete man reichlich populistischen Unfug, um dann nach der Wahl ganz überraschend „leere Kassen“ zu entdecken.

Zudem machte der Grünen-Chef nie einen Hehl aus seiner tiefen persönlichen Abneigung gegen den obersten Linken.

Und mit diesem Satz hüpft die Miezekatze aus dem Öko-Jutebeutel.

So tief ist sie also gesunken, die ehemalige Bürgerechtler-Partei.

Zumindest sind damit 3 Dinge klargestellt:

  • Es gibt in Deutschland keinen „Linksruck“
  • Es gibt in Deutschland kein „linkes Lager“
  • Wie die „SPD“ zur CDU-Kopie geworden ist, so werden die Grünen nun zur FDP-Kopie.

Im saarländischen Landtag sitzen genau 3 Grüne.

Merkel und Westerwelle haben mit dieser Grünen-Entscheidung die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat sicher. Auch mit Hilfe der Thüringer Matschbirne.

Vertrauen und Zuverlässigkeit

linke_saarland

zuverlässiger als jeder Wetterbericht…

Wahlkampf 2013

Im Wahlkampf 2013 wird die Linke die Wiedereinführung der Sklaverei fordern.

Im Vergleich zu dem, was die Menschen mit Merkels und Westerwelles „Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik“ erwartet, wäre Sklaverei ein echter sozialer Fortschritt:

Sklaven sind wertvolles Humankapital, denn sie müssen mit Geld gekauft werden.

Ihr Eigentümer sorgt sich um ihre Gesundheit und ihre Arbeitskraft. Er gibt ihnen Wohnraum, ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung.

Der Sklavenhalter ist keineswegs der Meinung, dass die Kinder seiner Sklaven irgendwie „minderwertig“ sind. Eine natürliche Vermehrung des Kapitals kostet schließlich nichts.

Wie bei Bettlern und Tagelöhnern im Mittelalter wird man 2013 den Menschen in diesem Land ein paar Euros in die Hand drücken als „Lohn“ oder „Sozialleistung“ mit den Worten: „Sieh zu, wie du damit klarkommst!

Und komme mir ja keiner mit der Floskel „Freiheit“!

Schließlich haben auch Sklaven immer das Recht gehabt, sich freizukaufen!

also bitte…

Allerdings haben befreite Sklaven für ihre Freiheit anstatt Kauf- lieber Schlagkraft eingesetzt. Aber dagegen wird es ja bald Schäubles Bundeswehr geben, 😉

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6 Kommentare - “grüne Helden”

  1. Michael Mugge Says:

    Ja, man muss sich einfach mit der Realität abfinden: wir haben 4 neoliberale Parteien und eine linke Partei. FDP, CDU sind da vielleicht noch ein wenig ehrlicher. Grüne und SPD geben sich ja immer noch so ein wenig links, aber was davon zu halten ist, sieht man ja in Thüringen und im Saarland. Seit der Agenda 2010 sind die ja sowieso unwählbar. Die Hoffnungen, dass Veränderungen durch die Politik selbst kommen, habe ich längst aufgegeben. Da muss etwas anderes passieren, sonst ändert sich gar nichts.

  2. Hans-H. Says:

    Es nützt der LINKEN gar nichts, wenn sie sich im Vorfeld von Koalitionsverhandlungen in personellen und inhaltlichen Fragen kompromissbereit zeigt: sie wird – unter welchem Vorwand auch immer – von einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen. Ich hoffe, sie (die LINKE) wird daraus die richtigen Schlüsse ziehen: sie muss ihre inhaltlichen Positionen festigen und vereinheitlichen, um dann die Spitze der Opposition sowohl im Bundestag als auch in den Länderparlamenten zu übernehmen, im Einzelfall auch gegen SPD und Grüne, und durch breite außerparlamentarische Aktionsbündnisse für eine Durchbrechung der Medienbarriere sorgen. Ein Testfall wird die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai nächsten Jahres: verfolgt man die Äußerungen der SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, so kann man ahnen, dass auch hier ein Bündnis gegen Schwarz-Gelb selbst dann nicht zustandekommt, wenn man alle linken Positionen aufgeben würde.

  3. Flying Circus Says:

    Neulich las ich einen Dialog beim Spiegelfechter, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

    Leser 1: „Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz, wer mit über 40 nicht mehr links ist, hat keinen Verstand.“

    Leser 2: „Er meint, junge FDP-Wähler sind Arschlöcher und ältere Idioten.“

    Punkt, Satz und Sieg.

    Und wir alle dürfen diese Suppe auslöffeln. Und siehe da, die GRÜNEN bewerben sich als neue Umfallerpartei. Die müssen auch unter die 5%-Grenze.

    Das mit der Sklaverei habe ich auch schon vor einer Weile gefordert. Genau wie Du sagst: Sklaven sind wertvolles Eigentum, sein Eigentum behandelt man meist pfleglich …


  4. […] Verfasst von stefanprass am 13. Oktober 2009 grüne Helden […]

  5. qnbs7 Says:

    „Wer mit 20 kein Anarchist gewesen ist, aus dem wird nie ein guter Demokrat.“ (Pierre Bourdieu)

    http://www.air.antifa.de/fischer.html


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