4 gegen 1 bei Maischberger

Dienstag, 23:08 Uhr

Ich gebe mich grad dem Selbstversuch „Wie lange ertrage ich die Christiansen-Kopie Maischberger?“ hin.

Das Thema dieser Show: 4 gegen Sahra

Frau Maischberger arbeitet in ihrer Sendung offensichtlich am Projekt „Linke für die SPD kompatibel machen“

Natürlich wurde Sahra Wagenknecht als „Linksextremistin“ eingeladen.

Und wer noch?

Hans-Jochen Vogel (SPD), Hartz4-Verteidiger

Hans Jochen Vogel verlor 1983 als Kanzlerkandidat gegen Kohl. Gegenüber dem Zuschauer wird dieser Umstand als Grund für die Teilnahme an der Sendung genannt.

Aber das ist nicht richtig: H.-J. Vogel gehört zu den Agenda2010-Extremisten. Gleich zu Beginn der Sendung stellt er klar, was für ein tolles Wunderwerk Schröder und Steinmeier mit den Reformen „für Deutschland“ vollbracht haben. Kritiker bezeichnet er immer noch als „Populisten und Demagogen“.

Kurt Biedenkopf (CDU), der Rentenkürzer

Kurt Biedenkopf wird als „weiser Mann der CDU“ vorgestellt.

Ungenannt bleibt die Tatsache, das Biedenkopf nie etwas anderes war als ein machtsüchtiger („König Kurt“) Wirtschaftslobbyist. Schon seit 30 Jahren steht er mit dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Diensten der Versicherungskonzerne und der Deutschen Bank.

Zu seinen ersten Aussagen in der Sendung gehörte der Satz: „In ein paar Jahren werden sich die Menschen in Deutschland darüber wundern, wie man nur über eine Rente mit 67 diskutieren konnte!“

Klaus Kinkel (FDP), der Wiedervereiniger

Klaus Kinkel soll als „Experte für schwarz-gelbe Koalitionen“ in der Sendnung auftreten.

Der wahre Grund: Kinkel gab 1990 die Losung „Die DDR muss mit allen Mitteln delegitimiert werden!“ heraus. Bei Maischberger bemüht er sich, die schwarz-gelbe Koalition schönzureden sowie Sahra mit „Kommunismus und Stalinismus“ zu provozieren.

Hugo Müller-Vogg (Bild)

Das Kanzlerzäpfchen Hugo Müller-Vogg ist schon seit Jahren als neoliberaler Scharfmacher bekannt. In der Sendung ist es offensichtlich seine Aufgabe, schwarz-gelbe Beruhigungspillen zu verteilen und die Sozialpolitik der Linken als „unverantwortlich“ darzustellen. Sein Lieblingsthema ist auch weiterhin der böse Mindestlohn.

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Wie gestern schon in der „hart aber fair“-Sondersendung (mit Teilnahme der INSM) auch wird in den anderen Medien verstärkt die „SPD“ und Steinmeier als „Oppositionsführer“ aufgebaut. Für die Grünen ist das kein Problem, die sind schließlich in alle Richtungen voll anpassungsfähig.

Für die herrschende Klasse ist es auch weiterhin wichtig, eine pseudo-soziale Partei „links“ von der CDU zu haben, um die arbeitende Bevölkerung ruhig halten zu können.

Aber diesen Zweck erfüllt die abgestürzte Randgruppe „SPD“ nicht mehr. Das wird auch in den vielen Beruhigungspillen deutlich, welche die Medien unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen verteilt haben und immer noch verteilen.

Nun wird massiv daran gearbeitet, die Linke zu neoliberalisieren. Es sei sogar ihre „Pflicht“, ihre angeblich „populistische und demagogische Politik“ zugunsten einer Stärkung der „Volkspartei SPD“ aufzugeben, um sich durch Anerkennung der Agenda2010 „koalitionsfähig“ zu machen.

Ich bin gespannt, wie lange dieses mediale „Rechtsdrücken“ der Linken anhält.

Bleibt standhaft, Genossen!

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Herzlichen Glückwunsch, Sahra!

Sahra Wagenknecht bewarb sich im Wahlkreis Düsseldorf-Süd gegen einen gewissen Herrn Steinbrück um Wählerstimmen.

Sie erhielt auf Anhieb 12.948 Erst- und 13.244 Zweitstimmen. Damit erreichte sie einen Stimmenanteil von 9,9% und damit 4% mehr als die PDS/WASG 2005. Nur die FDP konnte sich mit +1% stärker steigern.

Die SPD mit Steinbrück verlor im selben Wahlkreis satte 12,6%.

Ich freue mich schon auf die erste Rede von ihr im Bundestag.

🙂

Bildungsfernsehen mit Sahra Wagenknecht

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6 Kommentare - “4 gegen 1 bei Maischberger”

  1. Hans-H. Says:

    Ich habe mittlerweile eine handfeste Allergie gegen Talkshows mit „politischem Inhalt“ entwickelt und daher deinen Mut, dir dies anzutun, nicht aufgebracht. Dein Kommentar sagt auch alles, was man darüber wissen muss: auch anderwärts beginnen die Versuche, auf Teile der LINKEN so einzuwirken, dass sie für die bisherige SPD (und damit für das neoliberale Projekt) akzeptabel werden. Was die Möglichkeit eines heilsamen Schocks bei der SPD und damit eines Paradigmenwechsels angeht, ob sie sich in den nächsten vier Jahren von der Agenda 2010 usw. befreien kann und einer gemeinsamen Oppositionspolitik beitritt, da bin ich angesichts des Gegeifers der Medien eher skeptisch.

  2. Mia Tobadatsch Says:

    Hallo,

    ich habe mir die Sendung gestern Abend (29.9.) auch angesehen und fand sie gräueslich.

    Zum ersten. Maischberger und Wagenknecht waren die einzigen „Jungen“. Die Honorationen Vogel und Biedenkopf sind ja schon > 80.
    Sieht man von Kinkel und dem Bild-Fuzzy ab, der trotzdem nicht so schlecht argumentiert hat.

    Zum zweiten: Das Thema war verfehlt. Vogel, Biedenkopf und Kinkel haben sich unbestritten schon viel Lorbeeren für die BRD erwirkt. Das bisschen SPD tut da nicht weh und ist auch ausserhalb deren Scope (es sei ihnen gegönnt).

    Zum dritten: SW war schlecht vorbereitet. Wenn mein Partner (elder Statesmen) neben mir sagt, dass ’nach der Wahl‘ nun die wichtigen Problem diskutiert werden müssen und ich darauf nicht antworten kann sondern mit ‚Sozailbetrug‘ antworte (inhaltlich korrekt), dann ist doch eins klar
    a) die Wahl war nicht inhaltlich vorher nicht gefüllt
    b) die SPD (um die gings ja) hat gar nichts kapiert (Danke Herr Vogel)

    Wir sitzen seit Jahren (aber nicht nur wir allein, das Problem ist europaweit mit dem Neo-Liberalimus und der Ausserländerfeindlichkeit entstanden) auf

    1. dem demographischn Problem (Beispiel: die Sendung)
    2. dem mitbestimmungs Problem (die Ränder brechen ab)
    3. dem vielerorts strukturellen Probem (Arbeits- und Lebens Stätte)
    4. dem nicht-wahrhabenwollen Problem (der deutschen Politiker, Danke Herr Vogel)

    Das Dumme ist, auf diese Fragen gibt es keine einfache Antworten.
    Klar ist, dass die missratene Gesellschafts-, Finanz-, Steuer + xxx Politk der SPD dazu ihren Beitrag geleistet hat.

    Nur: Was SW versäumt hat ist, die Fragen von der Substanz aufzurollen. Erst Analyse; dann Anwort.

    Soweit die Buschtrommeln.

    Grüsse.
    Eure Mama Tobadatsch

  3. Flying Circus Says:

    @Hans-H.: Du bist „eher skeptisch“? Schau Dir an, was der Herr Matschies gerade macht. Ich bin nicht nur skeptisch, ich weiß, daß das nichts wird.

    Die Verräterpartei gehört unter die 5%-Grenze – und zwar in allen Bundesländern. Die haben in der Politik nichts, aber auch gar nichts mehr verloren. Die sollten sich alle wieder einen anständigen Job suchen. Alternativ gibt es eben Hartz 4 – das finden die ja alle toll wie geschnitten Brot.

  4. wareluege Says:

    Was für ein demografisches Problem?

  5. Mia Tobadatsch Says:

    @wareluege:

    Demographisches Problem ?

    Schau Dir mal Deinen Bart an.
    Mit 65 würdest Du heute selbst dafür keine Rente bekommen.

    Zur Info:

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/InteraktiveDarstellung/InteraktiveDarstellung,templateId=renderPrint.psml

    Da ist mein Pillenknick auch drin!

    Kannst Du Dir vorstellen, wie alt mir die Gesellschaft hier vorkommt (und ich mich auch!). Von den alten Säcken will doch keiner was verändern (es könnte ihm ja noch zu Lebzeiten weh tun). Und sie wollen natürlich trotzdem bezahlt werden, z.B. alle Beamtem aus den Steuern und natürlich auch die Ruhegehälter für unsere HERREN Politker.

    Jetzt recherchier mal selbst:

    Wieviel Geld wird in die Rente gesteckt (einschliesslich Pensionen u.ä).
    Wieviel Geld für Kinder, Schüler, Jugendliche und Hochschüler (einschliesslich Infrastruktur+Personal) ausgegeben.

    Wenn Du’s rausbekommen hast, poste das hier.
    Interessiert mich auch.

    Grüsse.
    Eure Mama TBD

  6. wareluege Says:

    Ich habe noch ganz andere Dinge herausbekommen:
    https://wareluege.wordpress.com/2009/01/07/ich-bin-ein-entdecker


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