warum ich die Linke NICHT wähle

Ich wähle die Linke nicht: wegen ihrer Wahlversprechen.

linke_wahlplakat_2009

(ok ok…der Doppelpunkt im ersten Satz war ein Scherz)

Ich wähle die Linke, weil mir die menschliche Logik keine andere Wahl lässt.

Nehmen wir zum Bleistift mal CDU, SPD und FDP mit ihrer jahrelangen Idee „Steuersenkungen fördern Investitionen und schaffen Arbeitsplätze„.

Eine gängige Parole…hört sich auch logisch an. Aber auch nicht mehr. Sofern man auch nur etwa 1 Minute seines Lebens opfert, um über das „wie“ nachzudenken, fällt das simple Kartenhaus dieser Parole in sich zusammen.

Kein Unternehmer auf diesem Planeten hat jemals investiert oder einen einzigen Arbeitsplatz geschaffen, weil die Kasse gerade gut gefüllt war.

Wozu auch?

Die treibende Kraft in einem kapitalistischen System ist der Profit. Profit fördert persönlichen Reichtum und damit auch persönliche Macht.

Erst wenn der Zwang besteht, den Profit zu erhöhen oder wenigstens zu erhalten wird ein Unternehmer Geld für Investitionen ausgeben und im äußersten Notfall auch noch zusätzliche Arbeitskräfte anheuern.

Mit Steuersenkungen verhindert man Investitionen und vernichtet Arbeitsplätze.

Hört sich nicht logisch an, gelle?

Ja! Nicht alles was logisch ist, muss sich primär auch logisch anhören.

Logik: Je mehr Steuergeschenke es gibt, umso schneller steigt der Profit. Damit wird das Renditeziel schneller erreicht und die Fabrik wird  geschlossen, die Arbeitskräfte werden entlassen.

Beweis:

Nokia in Bochum: Das Renditeziel war erreicht, die Investitionen „wieder drin“ und prompt war der Laden zu.

Werden aber nun die Steuern auf Konzerngewinne erhöht, tritt das Renditeziel erst später ein. Das Unternehmen wird also gezwungen, langfristig zu wirtschaften.

Nächste Feindparole:

Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze, wenn die Arbeitsleistung den Wert des Mindestlohnes nicht erreicht

Hört sich wieder wunderbar logisch an, nicht wahr?

Ja! Aber nicht alles, was sich logisch anhört…aber das hatten wir ja gerade. 😉

Noch nie wurde ein Arbeitnehmer eingestellt, weil er besonders billig war. Ein Arbeitsplatz entsteht nur(!) dann, wenn eine Arbeit zu verrichten ist, welche zum Verkauf einer Ware oder Dienstleistung notwendig ist.

Es ist aber in einer arbeitsteiligen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts völlig ausgeschlossen, den „Wert“ einer Arbeitsleistung eines einzelnen Arbeitnehmers in Euro auszurechnen.

Jeder Lohn und jedes Gehalt wird ausschließlich nach rein subjektiven Maßstäben festgelegt. Und wenn der subjektive Maßstab eines Unternehmers „Maximalprofit“ lautet, wird jede Arbeitsleistung automatisch „zu teuer“. Einzige Ausnahme bilden jene Angestellten, denen es ebenso um den Maximalprofit geht. Manchmal haben sie merkwürdige Vornamen wie „Josef“ oder „Bahnchef“.

Aber was passiert dann?

Die Arbeitsleistung wird einfach pauschal entwertet. Zuletzt gesehen beim Lokführerstreik. Da hieß es in allen Medien auch: Warum wollen die soviel Geld haben? So eine Lok kann doch jeder in 2 Wochen fahren lernen!

Und um diese Entwertung noch weiter voranzutreiben, hat man sich einige Hartz-Gesetze ausgedacht, in denen es Mitbürgern bei Androhung von Strafe gesetzlich verboten wurde, an Arbeitsbedingungen und Entlohnung irgendwelche Ansprüche zu stellen.

Und nun?

Die aktuelle (logisch klingende) Heilslehre lautet:

Mit Investitionen schaffen wir Arbeitsplätze und Wachstum!

Selbstverständlich gefährden Mindestlöhne, Tariflöhne und Sozialleistungen diese Investitionen und damit das Wachstum.

Kann in einer solchen Aussage Logik stecken, wenn sie sich mit Logik widerlegen lässt?

Für Investitionen muss erstmal ein dringender Bedarf bestehen. Nur aus Langeweile eine neue Fabrik zu bauen ist unsinnig.

Und wie entsteht dieser Bedarf? Ausschlielich durch die Aussicht auf höhrer Umsätze und damit höhere Profite.

Was dabei übersehen wird: JEDE Investition wird an der Supermarkt-Kasse vom „Endverbraucher“ bezahlt. Jede! Ohne Ausnahme!

Wer denkt schon daran, das im Preis eines Paketes Waschmittels auch ein Anteil jener Maschine drinsteckt, mit der der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage des Lkw hergestellt wurde, welcher das Waschmittelpaket in den Supermarkt gebracht hat?

Wer soll also die Investitionen und damit Arbeitsplätze bezahlen, wenn man sich wie im Mittelalter nur noch Kernseife leisten kann?

Wer also vermeiden will, duch Fortführung der neofeudalen Politik von CDU, „SPD“ und FDP eines Tages im finsteren Mittelalter als hungernder Tagelöhner aufzuwachen, kann nur die Linke wählen.

Das ist logisch!

stimmkarte_dielinke

Merksatz: Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.

Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!

Advertisements
Explore posts in the same categories: Uncategorized

11 Kommentare - “warum ich die Linke NICHT wähle”

  1. Hetman Says:

    richtig!!!

  2. Zitronella Says:

    Wenn der Mindestlohn käme und ich wäre Unternehmer, der Fachkräfte benötigt, die bisher durch Ihre Qualifikation nur für 25 Euro die Stunden zu haben waren : Warum sollte ich dann diese 25 Euro zahlen ?.

    Besser für mich wäre doch, auch diesen Fachkräften nur den Mindeslohn zu zahlen, weil so würde ich noch mehr einsparen, als mich das Aufstocken der bisherigen „Hungerlöhne“ auf Mindestlohn-Niveau kosten würde.

    Folge wäre doch, dass ich als Unternehmer noch weniger Geld in das (gerechter ?!?) bezahlte Humankapital zu investieren hätte und die, die herausragende Qualifikationen haben die Zeche zahlen für denh Mindestlohn. Über kurz oder lang verdienen alle gleiches Geld – den Mindestlohn…

  3. wareluege Says:

    Na…das ist nun aber wirklich unlogisch.
    Ohne Mindestlohn zahlst du 25€ und mit Mindestlohn willst du die Löhne kürzen?
    Deine „Argumentation“ ergibt irgendwie keinen Sinn.

  4. Zitronella Says:

    Ich meinte die Fachkräfte, die ich neu einstelle. Warum sollte ich denen dann mehr als den Mindestlohn zahlen ?.

  5. wareluege Says:

    Da „Mindestlohn“ und „HartzIV abschaffen“ zur selben Partei gehören, wirst du wohl kaum Fachkräfte in den Bewerbungsmappen finden, wenn du für einen Mindestlohn zum Einheitslohn umdefinierst. Das macht nichtmal dein Parteichef Westerwelle.

    Die FDP z.B. besteht darauf, dass die zukünftigen Arbeitnehmer „in Freiheit und Eigenverantwortung ohne das Tarifkartell der Gewerkschaften“ ihre Löhne mit dem Unternehmer selbst aushandeln sollen. Das passt doch ganz logisch zu der FDP-Forderung, das Arbeitslose jeden Job zu jeden Bedingungen annehmen müssen, wie es in den Hartz-Gesetzen steht, oder? 🙂

  6. Frank K. Says:

    @ Zitronelle:

    Deine Argumentation hat weder Hand noch Fuß! „Fachkräfte“ haben meist einen entscheidenden Vorteil – der Name suggeriert es schonn. Sie können meist irgendetwas, das nicht beliebig und unbegrenzt erhältlich ist. Und sie sind dementsprechend meist recht begehrt. Dieser Umstand führt meist dazu, dass Fachkräfte bei Lohnverhandlungen mit Arbeitgebern eine wesentlich bequemere Position innehaben als beispielsweise ein Ungelernter, der nahezu beliebig ersetzbar ist durch ein Heer von Erwerbslosen.
    Eine Fachkraft wird daher durch begrenzte Verfügbarkeit bei entsprechend hoher Nachfrage immer eine vergleichsweise gute Entlohnung der Arbeitskraft erzielen.
    Natürlich gibt es im Gegenzug auch Fachkräfte, für die keine Nachfrage existiert – die finden sich dann als hochqualifizierte Philosophen, Sozialwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler an der Nachtkasse der Tankstelle, als Taxifahrer oder beim Regal auffüllen im örtlichen Discounter wieder, wo sie in der Regel von einem gesetzlichen Mindestlohn deutlich profitieren würden.
    Du siehst also, dass für die Begrifflichkeit „Fachkraft“ weniger die Qualifikation als Angebot und Nachfrage entscheidend sind. Daran würde prinzipiell auch ein Mindestlohn nichts ändern, denn Quantenphysiker mit Spezialisierung auf Molekülphysik und überdurchschnittlicher Intelligenz vermehren sich durch den Mindestlohn nicht schlagartig.
    Was sich aber durch den Mindestlohn schlagartig ändern würde, wäre die negative Angebots-Nachfrage-Logik, die dazu führt, das die unteren Lohnbereiche nicht mehr „Wertigkeit“, sondern nur noch nach „was-geht nach-unten-noch“ bezahlt werden. Ein „wer-besorgt-es-mir-am-billigsten“ mag zwar aus kapitalistischer Verwertungslogik heraus traumhafter Zustand sein – einer auf Freiheitsrechten basierenden Gesellschaft ist es jedoch abträglich, weil immer mehr Menschen in dieser Logik zu modernen Sklaven verkommen, die man eben gerade so zwecks Ausbeutung der Arbeitskraft am Leben erhält. Freiheit bedeutet nämlich nicht „du hast das Recht, trotz Arbeit zu verhungern“.
    Und da durch die extrem hohe lang anhaltende Arbeitslosigkeit die einstmals vorhandenen Selbstregulierungskräfte am Arbeitsmarkt offensichtlich abhanden gekommen sind, hat m.E. der Staat sogar die Pflicht, einzugreifen. Es kann nicht angehen, dass der Staat dauerhaft Niedriglöhne über „Aufstockung“ subventioniert, damit die Wirtschaft weiterhin „Geiz ist geil“ in unsere Schädel hämmern kann. Denn Geiz ist keinesfalls geil, sondern geradezu selbstzerstörerisch…

  7. Zitronella Says:

    Die „Argumentation“ gegen den Mindestlohn scheint aber wie es aussieht gewonnen zu haben.

    Einerseits schlecht, andererseits gut für mich, da ich nun vier weitere Jahre Zeit habe über den Mindestlohn nachzudenken.

  8. wareluege Says:

    hehe…
    Die CDU wird mit Sicherheit wortbrüchig, die bisherigen Mindestlöhne wieder abschaffen und sich bei der Steuerpolitik für die Reichen an die FDP anpassen.
    Allerdings wird man den Begriff „Wortbruch“ vergeblich in den Medien suchen. Das heißt dann wieder „Sachzwang“ oder auch „Pragmatismus“.
    Denk ich an Deutschland in dieser Nacht….

  9. Flying Circus Says:

    @Zitronella:

    wie willst Du Fachkräfte, die 25 Euro pro Stunde kosten (das sind übrigens VERDAMMT BILLIGE Fachkräfte …) dazu bringen, bei Dir für 10 Euro pro Stunde zu arbeiten? Die Hartz-Gesetze mal außen vor gelassen? Ok, wenn jeder so denkt wie Du und keiner mehr als den Mindestlohn bietet … könnte das klappen.
    Allerdings dürften viele Leute nach dem Motto leben, „Wenn Ihr so tut, als würdet Ihr mich bezahlen, tue ich so, als würde ich arbeiten“.

    Im übrigen lebt der Binnenmarkt davon, daß anständige Löhne/Gehälter gezahlt werden. Und davon lebt der mittelständische Unternehmer. Aber das kriegen die Brüder ja nicht in ihre weichen Birnen.

  10. Zitronella Says:

    @ flying circus :

    Genau so hatte ich das gemeint !. Ich bin ja selbst „Chef“ und bezahle meine Leute anständig. Mir geht es finanziell gut und dann lasse ich meine Leute daran auch partizipieren.

    Aber wenn man sich in die Denkweise des einen oder anderen versetzt ist klar, dass man als Boss bei den Personalkosten so viel wie möglich einsparen will damit aus dem eigenen Mercedes SLK schnellstmöglich ein SL wird :).

    Und wenn die unterbezahlten Arbeiter dann nur noch so tun, als würden sie was leisten, dann weht eben mal ein eisiges Lüftchen durch Ihren Arbeitsvertrag.

    Sicher lebt der Binnenmarkt davon, dass anständige Löhne gezahlt werden aber den Zusammenhang zwischen einem Einkauf im „KIK“ oder in der „Postenbörse“ und daraus resultierenden Gehältern der Angestellten von 750 Euro/monat hat halt noch nicht jeder kapiert.

    So lange sich die breite Masse auf Angebote a la 1 Kilo Hackfleisch für 99 cent (sogar Hundefutter kostet mindestens das doppelte) stürzen und andererseits dann angemessene Bezahlung verlangen stimmt etwas nicht.

  11. wareluege Says:

    Ursache und Wirkung…
    Hier wird von der gelben Zitronella mal eben unterstellt, das es in einer etablierten Konsumgesellschaft zum Ziel der Allgemeinheit gehört, einen Wettkampf um „Wer führt das schäbigste Leben?“ zu führen.
    Das widerspricht aber diametral dem Wunsch, aus einem SLK einen SL machen zu wollen.
    Warum tauscht der „Boss“ seinen SLK nicht einfach kostensparend gegen einen 15 Jahre alten Polo ein? Könnte das einen Grund haben? 😉
    Warum sollte es diesen Gund nur „oben“ geben, während „unten“ das Gegenteil gilt?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: