WELT am Mittwoch

Teil 1:

Hauhaltsgeld in Deutschland

Der Axel-Springer-Konzern und die Bauer Media Group haben eine „Verbraucheranalyse“ erstellt um den aktuellen Status der Bevölkerung im Angesicht der Wahl schönzureden.

„Die Menschen sind insgesamt durchaus positiv gestimmt. Es herrscht keine Katastrophenstimmung im Land, und es scheint auch – in Anbetracht der Lage und mancher Berichterstattung – verhältnismäßig wenige Ängste zu geben“, sagte Andrea Treffenstädt, Marktforscherin bei Axel Springer.

Ahja…also alles im Griff auf dem sinkenden Schiff? Wie bei solch stimmungsfreudigen „Analysen“ zu Gunsten der Ober-Super-Kanzlerdarstellerin Merkel üblich, fällt auch die WELT auf die eigene Nase.

Am Ende der inoffiziellen Wahlwerbung und Schönrednerei findet man folgende Tabelle:

haushaltsgeld_tabelle

*Taschenrechner hol*

*viele Zahlen eintipp*

*grübel*

Nach mathematischer Addition der Prozentzahlen ergibt sich folgendes Ergebnis:

80,4% der Ü14-Bevölkerung lebt in relativer Armut mit weniger als 300 Euro Haushaltsgeld, dem „frei verfügbarem Einkommen“.

Erklärung: brutto… is klar, oder? netto…is auch klar, oder?

frei verfügbares Einkommen: Der Restbetrag vom Netto, wenn man Miete, Strom, Telefon, Versicherungen etc. bezahlt hat.

Also das beliebig verwendbare Haushaltsgeld.

Das heißt im Klartext: 80,4% der Ü14-Bevölkerung haben täglich maximal 10 Euro zur Verfügung für Nahrung, Kleidung, Mobilität, Haushalt, gesellschaftl. Aktivitäten, Bildung usw.

Auch wenn die Zahlen durch die Hochrechnung von 31.179 Befragten auf 64,82 Mio Menschen etwas „schief“ werden, ergibt sich doch eine erkennbare Tendenz zur fortgeführten Verarmung der Bevölkerung.

Angesichts dieser Lage wird auch offensichtlich, warum GfK & Co stets von „Konsumfreude trotz Krise“ reden: Wer schon am Boden liegt, kann nicht tiefer fallen.

Da die Umsätze des Handels und des Handwerks bereits seit 2005 (Hartz4) jährlich sinken, muss ja irgendwann mal der Boden erreicht sein. Aber da sind wir noch nicht. Der Zusammenbruch der Binnenwirtschaft kommt nach der Wahl, wenn hunderttausende Kurzarbeiter „freigesetzt“ werden.

Da wird es dann sicher auch kein Problem fürs dumme Volk, wenn man noch mehr vom Haushaltsgeld abgreift in Form einer 25%-Mehrwertsteuer, Zuzahlungen für Kranken- und Rentenversicherungen sowie einiger anderer „dringend notwendiger Maßnahmen zur Refinanzierung der Bankenrettung„, wie uns ja schon einige berüchtigte bekannte „Wirtschaftsexperten“ seit Wochen einreden.

Ist das nicht eine beeindruckende Erfolgsbilanz unserer Super-Angela?

Aber wenigstens konnte der arme Josef von der Deutschen Bank dank diverser Steuerrefomen sein monatliches Hauhaltsgeld um ein paar zehntausend Euro aufbessern. Da behaupte noch einer, Angela wäre unsozial!

Teil 2:

Mit den Schulden kommen die harten Zeiten

Hinter den Plänen der bürgerlichen Parteien (Absenkung der Einkommens- und Kapitalssteuern, Erhöhung der Verbrauchssteuern), die auf den ersten Blick unfinanzierbar wirken, steht ein einfaches Kalkül: Wenn Steuerzahler und Unternehmen entlastet werden, haben sie mehr Geld für Investitionen und private Ausgaben.

Das kurbelt die Wirtschaft an.

Die Sozialdemokraten wollen für Bezieher niedriger Einkommen den Eingangsteuersatz auf zehn Prozent senken. Die werden damit zwar kaum mehr in der Tasche haben. Trotzdem addieren sich die geringen Beträge auf Milliardensummen, für die Firmen und Spitzenverdiener mit höheren Steuern bezahlen sollen.

Die Wirtschaft kurbelt man so nicht an.

Kein Kommentar zu dieser umwerfenden Logik volkswirtschaftlichen Sachverstandes.

Teil 3:

Überhangmandate gefährden nicht die Demokratie

Die Geschichte Deutschlands muss mal wieder umgeschrieben werden!

Wie uns WELT zu erklären versucht, hat es nie ein Hitler-Regime gegeben. Im Gegenteil: Seine Wahl zum Reichskanzler und die folgenden Ermächtigungs- und Rassengesetze sind ein Zeichen von wahrhaftiger Demokratie.

Das hört sich ziemlich dämlich an?

Nö:

Da sich aber im Bundestag keine Mehrheit fand, das Wahlgesetz vor der angemahnten Frist zu ändern, ist es vollkommen legal, wenn jetzt noch einmal nach den alten Regeln gewählt wird.

Die Natur der Demokratie besteht ja darin, widerstreitende politische Interessen in gemeinschaftlich akzeptierte Verfahren einzubinden.

Deshalb ist es gefährlich, wenn Politiker nun den Anschein erwecken, als könnte eine Wahl, die konform geht mit den Verfahrensweisen der deutschen Demokratie, illegitim sein.

Wenn also eine „demokratische“ NSDAP-Mehrheit im Reichstag den Gesetzen des „Führers“ zustimmt, hat das nichts mit illegitim o.ä. zu tun, sondern ist die „Natur der Demokratie“.

Sieg heil, Friede Springer!

Die Tatsache einer Fristsetzung durch das Bundesverfassungsgericht ist selbst verfassungswidrig, da es für elementare undemokratische Zustände keine Schonfrist geben kann.

Obwohl…das gilt nur für Demokratien…aber wir sind ja hier in Deutschland, nicht wahr?

Teil 4:

Grüne Gentechnik

Wie von Bayer, Monsanto und Europlant befohlen, muss auch kurz vor der Wahl nochmal eine Grünfärbung und Heiligsprechung der Gentechnik erfolgen. Schließlich unterteilen sich auch die zu wählenden Parteien in Gentechnikfans und Gentechnikablehner.

Einer dieser bösen Gentechnik-Feinde ist die Linke.

Als Kronzeuge pro Gentechnik dient den Konzernen… *Tusch!*…. die DDR!

Man glaubt es kaum!

Hätte es die Grüne Gentechnik damals schon gegeben, wäre sie in der DDR mit Begeisterung genutzt worden. Da ist er (ein LPG-Pensionär) sich sicher und mit ihm die ganze Besuchergruppe aus dem Kreis Stendal.

In der DDR stand die Agrarwissenschaft hoch im Kurs. Fortschritt, der zu höheren Ernten oder weniger Schädlingen führte, war stets willkommen.

Die Gentechnik in der Landwirtschaft gibt es schon seit 1978. Im Jahr 1985 ließ das ZK der SED die Gentechnik-Experimente an der Akademie der Wissenschaften einstellen. In der DDR wollte man sich auf die mikrobiologische Gentechnik beschränken, um z.B. aus Bakterien und Hefekulturen Medikamente wie Insulin etc. herzustellen. Ein Versuch, Pflanzen zur Verarbeitung des Luft-Stickstoffes anstatt Düngers zu „überreden“ waren vorher schon abgebrochen worden.

„Was sind das für Leute“, sagt ein weißhaariger Herr, der als Rentner Bienen züchtet, „die etwas gegen Produktionssteigerung haben? Es gibt doch so viele Menschen auf der Welt, die nicht genug zu essen haben.“

Sicher doch. Und schon hat man einen „gentechnikbegeisterten“ Bienenzüchter mit der Floskel „Welthunger“ in einen Sack gesteckt.

Na dann wähl mal schön CDU und FDP! Deine Bienen werden es dir sicher danken! 🙂

Teil 5:

Merkel fällt in der Wählergunst deutlich zurück

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem „Stern“, Steinmeier sei es gelungen, einen Teil der SPD-Abwanderer wieder einzufangen.

Forsa? Güllner? Alles klar.

Leser der nachdenkseiten wissen natürlich, das solche Umfragen ausschließlich dazu dienen sollen, die letzten Reserven der CDU-FDP-Wahlkämpfer zu mobilisieren und die Linke in trügerischer Sicherheit zu wiegen.

Am Sonntag heißt es dann wieder „Überraschender Wahlerfolg..“ und „Überraschende Niederlage…“

So langsam könnten sich Güllners Forsa und die medialen Kapitalhuren mal etwas Neues einfallen lassen!

Forsa und die Wahl (Klick mich, ich bin ein Link!)

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Forsa fragt:

Hätten Sie gern Steinmeier als Bundeskanzler oder ein offenes Geschwür im Gesicht?

BILD meldet:

Nur 2% der Deutschen wollen Steinmeier als Bundeskanzler!

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2 Kommentare - “WELT am Mittwoch”

  1. Johannes Burenstedt Says:

    Man kann ja über den WELT-Artikel zur Grünen Gentechnik denken was man will, aber wenn man es denn kritisiert sollte man es schon irgendwie besser machen und nicht selbst mit billiger Polemik und ohne Argumente punkten wollen.

  2. wareluege Says:

    Dieser Blog dient nicht dazu, zu jedem medial verbreitetem Unfug wissenschaftliche Abhandlungen als Gegendarstellung zu verfassen.
    Es ist aber auch nicht sonderlich interessant, wenn man von Gentechnik-Fans lediglich „billige Polemik ohne Argumente“ vor die Füße geworfen bekommt, ohne das bis heute ein einziger Grund genannt werden konnte, weshalb es Gentechnik überhaupt geben sollte.
    Schwach…ganz schwach, werter Johannes…





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