FAZ und die Realität

FAZ und Realität…ein Widerspruch

Es war im Jahr anno domini 2005. Damals geriet die BILD in nackte Panik.

Obwohl die Kapitalbesitzer mit Hilfe ihrer Medien alles dafür taten, eine schwarz-gelbe-Diktatur unter ihrem Kommando zu errichten, erzielte das Bündnis aus PDS und WASG damals erschreckend hohe Umfragewerte von mehr als 5%.

Um die tiefen Fall in die unmenschliche Hölle des Kommunismus zu verhindern und das Deutsche Volk zu retten, erfand BILD damals neuartige Methoden der Mathematik. Man rechnete die Forderungen von PDS und WASG solange krumm und schief, bis 1+1 = 5 herauskam.

Damit füllte man tagelang die Hetzpostillen der Kapialisten nach dem Motto: „Das kann doch keiner bezahlen!„.

Selbstverständlich ließ man damals auch eine Reihe von „Experten“ zu Wort kommen.

FAZ 2009

Pünktlich 1,5 Wochen vor der Neuwahl der CDU-SPD-Marionetten lassen die Kapitalbesitzer wieder hetzen. Den Anfang macht im Jahr 2009 die FAZ mit einem typisch ausgewogen-journalistischem Artikel unter der Überschrift

Nachschlag für alle!

Was die Versprechen der Linkspartei kosten

Forderungskatalog der Linken: ein Mindestlohn von 10 Euro, Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich, gleicher Lohn im Osten wie im Westen

Selbst wenn die Wirtschaft daraufhin nicht zusammenbrechen würde, kann das Finanzierungsgerüst der Partei Die Linke nicht tragen.

Wie üblich, wird auch hier wieder der „Zusammenbruch der Wirtschaft“ vorhergesagt.

Dabei wäre Deutschland die einzige Nation auf der Welt, bei der ein „Zusammenbruch der Wirtschaft“ durch diese Maßnahmen erfolgen würde.

Aber man erkennt deutlich, worauf sich das Profitstreben der deutschen Wirtschaft stützt:

Niedriglöhne, Spaltung und mittelalterliche Arbeitszeitmodelle.

Das ist schon seltsam, wo doch bis heute die Legende verbreitet wird, die „Leistungsträger und Eliten“ sowie „erfolgreiches Unternehmertum“ würden „den Karren ziehen“.

Der frühere finanzpolitische Sprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Carl Wechselberg, der im Streit die Partei verließ, bezifferte die Kosten des Wunschkatalogs auf 300 Milliarden Euro.

Soso…der im Streit die Partei verließ. Ein überaus glaubwürdiger Kronzeuge, dieser Wechselberg. Aber wenn sich Lafontaine über die „SPD“ äußert, bekommt er prompt von allen Medien den Stempel „Populist und Demagoge“ auf die Stirn gedrückt.

Die Verwerfungen, die ihre Politik auslösen würde, blendet sie aus: Die Anreize, zu produzieren und zu arbeiten, würden deutlich geschmälert.

Achjaaa…das scheue Reh lugt wieder aus dem dunklen Unterholz hervor. Wie nüüüüdlich.

Entsichern, anlegen, zielen, schießen!

Für die Bevölkerung geht natürlich jeder „Anreiz zur Arbeit“ verloren, wenn man statt 3,50 Euro nur noch 10 Euro brutto verdient, nicht wahr?

Und dann erst diese kommunistische 35-Stunden-Woche! Wo doch jeder weiß, wie wichtig ein 12-Stunden-Tag in den Fabriken der Ausbeuter Leistungsträger fürs Wohlbefinden der „Arbeitnehmer“ ist…

Und wenn die Kaufkraft der Bevölkerung dadurch um mehrere Milliarden Euro ansteigt, mag man gar nicht mehr produzieren. Der Pöbel würde doch prompt alles wegkaufen! Das geht doch nicht in einer Marktwirtschaft! Also nee…die Linken haben keine Ahnung!

Nach einer offiziellen Schätzung aus dem Jahr 2006 kostet eine Erhöhung des Grundfreibetrags um 100 Euro jeweils 430 Millionen Euro. Allein diese Maßnahme könnte im progressiven Steuersystem den Staat 6 Milliarden Euro kosten.

Ahja…eine offizielle Schätzung aus dem Jahr 2006? Wer hat da geschätzt? Etwa die „Experten“ vom Sozialverband INSM?

Und dann erst dieses im progressiven Steuersystem! Warum verschweigt die FAZ, das die Linke ein gänzlich anderes Steuersystem plant? Weil das nicht in die traditionelle Panikmache der Kapitalisten passt? Das nennt man dann wohl „Pressefreiheit“.

will die Partei Die Linke das Kindergeld auf 200 Euro steigern. Nach früheren Angaben des Finanzministeriums kostet eine Erhöhung um 5 Euro für das erste Kind 670 Millionen Euro, für das zweite Kind 330 Millionen Euro und für das dritte Kind 90 Millionen Euro.

Ahja…Bundesfinanzministerium. Die politisch neutrale Institution der Finanzexperten Eichel und Steinbrück. Das ergibt in der Summe 1,09 Mrd. Euro.

Na und? Das verbraten die deutschen Banken und Versicherungen in einem Monat! Steuergelder!

Ganz ohne Vermögenssteuer! Powered by „sozial gerechter Mehrwertsteuer“.

Hinzu soll eine Vermögensteuer von 5 Prozent kommen. Mit der Einkommensteuer und „Soli“ hätten die „Millionäre“ eine Höchstbelastung von mehr als 60 Prozent.

Ohhh…mal eine Tüte Mitleid mit den armen, am Hungertuch nagenden Millionäre und Milliardäre.

Sie schuften täglich 48 Stunden bei Wasser und Brot, um mit eigener Hände Arbeit millionenschwere Reichtümer anzuhäufen und dann kommen diese bösen Kommunisten und wollen eine 60%-Abgabe kassieren! Das geht doch nicht!

Stimmt. Denn was die FAZ hier erzählt, ist purer Unsinn. Bei der Einkommenssteuer UND der Vermögenssteuer soll es 2 Freibeträge geben, die natürlich in ihrer Gesamtsumme addiert werden können.

Am Ende wären eh nur jene Mitbürger „betroffen“, welche nicht mehr ihre Euros zählen, sondern nur noch ihre Konten.

Da sich anch Ansicht der FAZ „Arbeit wieder lohnen“ soll, müsste man dem Willen der Kapitalisten nachkommen und Vermögen sowie Kapitaleinkommen mit mindestens 95% besteuern. Dann hört das Pack hoffentlich auf, jahrhundertelang von der Arbeit besitzloser Menschen zu leben!

Nach Berechnungen der SPD verursachte die Partei allein mit ihren Steuerplänen ein zweistelliges Milliardendefizit

Boah! Die „SPD“ hat gerechnet! Sie hat 2008 damit gerechnet, das es Vollbeschäftigung und einen ausgelichenen Haushalt geben wird. Sie rechnet auch damit, das Steinmeier Kanzler wird und das sie mit mehr als 5% Wahlerfolg in den Bundestag darf.

Kann man sich als Zeitung noch mehr blamieren als die FAZ?

In der Beschäftigungspolitik vertritt die Partei, die aus der SED, der Staatspartei der DDR, und ihrer Nachfolgepartei PDS sowie der linken westdeutschen Partei WASG hervorgegangen ist, ebenfalls teure Positionen.

die Partei, die aus der SED, der Staatspartei der DDR, und ihrer Nachfolgepartei PDS sowie der linken westdeutschen Partei WASG

Darf ja nicht fehlen…

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kommt schon für eine Erhöhung auf 420 Euro auf Kosten von mehr als 10 Milliarden Euro.

Achja?

Es gibt 7,4Mio Alg2-Abhängige. Der Regelsatz beträgt heute(!) 359 Euro (alleinstehend)

Erhöht man den Regelsatz nun um 61 Euro, ergibt dies eine „Kostenbelastung“ von 451,4 Mio Euro (welche zu 100% innerhalb von 4 Wochen wieder in die Wirtschaft zurückfließen).

Bedacht werden muss dabei allerdings, das Ehemänner/-frauen, Bedarfsgemeinschaftsmitglieder, Kinder, Hinzuverdiener usw. keine 359 Euro bekommen, sondern sehr viel weniger.

Somit reduziert sich der Kostenbetrag von 451,4 Mio Euro nochmal deutlich um ca. 25%-30% (mindestens).

Das IAB ist das „wissenschaftliche“ Institut der Nürnberger Sklavenverwaltung. Es ist bereits mehrfach mit faschistoiden Forderungen nach „Mehr Hartz-Reformen“ auffällig geworden.

Man würde gern das Alg2 um 30% kürzen, den Reichsarbeitsdient wieder einführen und ähnliche soziale Maßnahmen ins SGBII bringen.

Außerdem will die Partei Die Linke die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verlängern, allerdings ohne zu sagen, wie dies aussehen soll.

Hier lügt die FAZ mal wieder BILDhaft. Die Linke fordert: Pro Jahr Beitragszahlung mindestens 1 Monat Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I.

Früher hat sie einmal eine Verlängerung um einen Monat für jedes Jahr Beitragszahlung verlangt. Dafür würden 2,5 Milliarden Euro gebraucht, wie die SPD ermittelt hat.

Ahhh….man erinnert sich also doch. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass „früher“ heute noch gilt.

Und wieder die verdorbene „SPD“ aus der Mülltonne zu holen zwecks „Kostenermittlung“ ist glatt den Pulitzer-Preis wert!

zur Rentenpolitik schreibt FAZ:

Das danach befragte Arbeitsministerium kommt auf Milliardenkosten für jeden Vorschlag, die sich auf 70 Milliarden Euro addieren.

Sicher doch! Ich sehe so richtig vor mir, wie eifrig Clement, Müntefering und Scholz versuchen, den Sinn der Tasten auf dem Taschenrechner zu begreifen! 🙂

Schließlich hat man ja auch die Zahl der Arbeitslosen von 5,0Mio auf 8,5 Mio gesenkt, gelle?

Rentenversicherung müsste um 7 Prozentpunkte erhöht werden – mit entsprechenden Folgen für die Arbeitskosten und Beschäftigung.

Ungeachtet der Tatsache, das allgemeine Lohn- und Gehaltserhöhungen (ausgelöst durch den Mindestlohn) sowie den Mindestlohn selbst die Einnahmen der Rentenversicherung auch ohne Beitragssatzsteigerung erhöhen…

Kleine Rechnung gefällig?

heute RV: 20% (ich runde mal)

Linke RV: 27%

Ist doch eine Erhöhung, oder?

Nein! Das wäre tatsächlich „Mehr Netto vom Brutto„!

Hä? Wie das?

Heute zahlt der AN 10% RV, 6% Riester und 5% Betriebsrente. Die „3 Säulen der Altersvorsorge“.

Macht zusammen 21% Einkommen für die Rente. Bei einer RV von 27% beträgt der AN-Anteil allerdings nur 13,5%. Ohne den Betrug der Riester- und Betriebsrenten.

Also 6,5% mehr Netto vom Brutto als heute. Kapiert?

Und von dieser höheren Rente haben auch jene was, die sich riestern etc. nicht leisten können. Ganz abgesehen von der bedeutungslosen Tatsache, das sogar die Betriebsrente ein reines Verlustgeschäft für den AN ist. Aber das kann man detailliert bei den nachdenkseiten nachlesen und nachrechnen.

Wenn dies alles über den Bundeshaushalt laufen würde, würde dieser sich etwa verdoppeln. Der Zinsaufwand, der ohnehin erheblich steigen wird, würde damit jedes Jahr um weitere 10 Milliarden Euro erhöht.

Das ist Unsinn. Im Unterschied zu Schulden braucht man für eingenommene Steuern keine Zinsen zahlen. Was man sich unter der kommunistischen Kohl-Diktatur als Steuern geholt hat, wird nun nach Schröder und Merkel in Form von zinspflichtigen Schulden geborgt. Kann man sowas wollen?

Hinzu kommen die langfristigen Kosten, die sich aus der Deformation der Anreizstrukturen ergäben.

Wow! Deformation der Anreizstrukturen! Die faschistische Ideologie (damals wie heute unverändert) geht davon aus, mit Hilfe von Armut „Anreiz zur Arbeit“ schaffen zu können. Für einen Alg2-Empfänger stellt ein Mindestlohn von 10 Euro selbstverständlich keinerlei Anreiz dar, nicht wahr? Da sind 3,50 Euro/Stunde schon viel reizvoller bei einem um 30% gekürzten Regelsatz. Fragt sich nur, für wen das reizvoller ist… 😉

Kann es sein, das die herrschende Ideologie des Kapitals völlig frei von Logik ist?

Keine Rechnung kann aufgehen, wenn Unternehmer, Millionäre, Reiche, aber auch Selbständige und gut qualifizierte Arbeitnehmer in größerer Zahl auswandern

Ahja…das scheue Reh mal wieder!

Sollen sie doch gehen!

Sie tun es nicht. Warum? Sie wollen nicht! Man kann weder seine Fabriken noch seine Macht mit ins Ausland nehmen. Oder kann sich jemand vorstellen, das Joe Ackermann als Geschäftsführer der Deutschen Bank im Elysee-Palast zu Paris eine Geburtstagsparty feiert?

Braucht der Aldi-Konzern wirklich die Albrecht-Brüder für seine Discounter-Existenz?

Wenn große Gruppen der Beschäftigten weniger in der Woche und im Leben arbeiten oder aufgrund höherer Regelsätze ganz auf das frühe Aufstehen verzichten, wird insgesamt weniger produziert.

Das ist die einzige Sorge der Kapitalisten: die Produktion.

In ihrem Wahn sehen sie nicht, das sie ihre Produktion auch irgendwie verkaufen müssen, um Profit machen zu können.

Alle von der Linken vorgeschlagenen Maßnahmen führen direkt zu einer erhöhten Kaufkraft, also zu erhöhten Umsätzen.

Weder ein Alg2 von 500 Euro noch ein Mindestlohn führen dazu, weniger zu konsumieren und damit weniger zu produzieren.

Wählt auf gar keinen Fall die Linke!

Sie will nämlich nicht, dass ihr und eure Kinder das Mittelalter persönlich kennenlernt sondern nur aus langweiligen Schulbüchern!

reichensteuer

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One Comment - “FAZ und die Realität”

  1. Flying Circus Says:

    Du schaffst es auch immer, alles zu verraten, was doch ein Geheimnis bleiben soll!!!!!

    Hier in der Gegend wirbt die FDP mit dem Slogan „Arbeit muß sich wieder lohnen“.
    Wessen Arbeit? Das steht da natürlich nicht. Da die FDP aber gegen Mindestlöhne ist (weil, die schädigen die Wirtschaft!!!!!!!!!!!) ist wohl die Arbeit der „Leistungsträger“, der „Eliten“ gemeint.
    Mir war gar nicht klar, daß sich deren Arbeit bisher gar nicht lohnt. Muß ich dringend drüber nachgrübeln.

    Ansonsten: brilliante Analyse. Aber ich bezweifle, daß die Wirtschaftsexperten kapieren, daß z.B. eine Erhöhung des Regelsatzes direkt in den Konsum fließt und damit der Wirtschaft zugute kommt. Dafür müßten sie nämlich anfangen, die graue, wabbelige Masse in ihren Schädeln aktiv zu benutzen. Das könnte an mangelnder Übung scheitern.

    Weiter so mit der guten Arbeit.


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