Die Rote Angela

Die Haus-und-Hof-Postille des Vorbilddemokraten und Vollblutbürgerrechtlers Roland Koch, die FAZ, greift mal wieder in den Wahlkampf ein.

Um die FDP zu stärken und die CDU noch weiter in die „Mitte“ der Wirtschaftsfaschos zu drücken, veröffentlicht die FAZ ein Pamphlet mit dem Titel

Der Geist weht links (Link)

In treuer Unterwürfigkeit unter das Kapitalistenpack vergießt der Autor Carsten Germis (schmiert seine Texte in FAZ, BILD, Welt etc) riesengroße Krokodilstränen angesichts der vermeintlichen Einführung des Kommunismus durch die Bundeskanzlerin der Arbeitgeber- und Industrieverbände.

Denn sie empfiehlt sich den Bürgern in diesem Wahlkampf erfolgreich als die bessere sozialdemokratische Kanzlerin. Aus der gemäßigten Reformerin des Bundestagswahlkampfs 2005 („Neue Soziale Marktwirtschaft“) ist 2009 die beste Sozialdemokratin auf der Berliner Bühne geworden.

Sehr aufschlussreich, was die heutigen Medien unter „Sozialdemokratisch“ verstehen.

Deutlich bringt die FAZ das Bedauern zum Ausdruck, dass es dem Arbeitgeberverein „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ nicht gelungen ist, die Herrschaft über dieses Land vollständig an sich zu reißen.

Schließlich hatte die Rote Angela ihren Auftraggebern versprochen, Mindestlöhne zu verhindern, „Lohnzusatzkosten“ gemeinsam mit dem Kündigungsschutz abzuschaffen sowie den Reichsarbeitsdienst für 1 Euro/Stunde in die Fabriken der Kapitalbesitzer zu bringen.

Das ist natürlich eine kommunistische Horrorbilanz aus Sicht der Machthaber… 🙂

Die einheitliche Kopfpauschale, mit der Merkel 2005 noch versprach, das Gesundheitssystem zu sanieren, hat sie weggeräumt.

Gelogen. Nicht Merkel, sondern Trulla Schmidt hat diesen asozialen Wahnsinn verhindert. Stattdessen kam der „Gesundheitsfond“ als Salamitaktik zur Privatisierung der Krankenversicherung in typischer aSPD-Tradition.

Die Arbeitsgeberverbände und die „Finanzdienstleister“ des Frankfurter Bankenviertels hätten die GKV am liebsten gleich verboten.

Oder der Kündigungsschutz? Den wollte sie 2005 noch lockern, um in Deutschland mehr Jobs zu schaffen. Zwar wirbt Merkels Wunschkoalitionspartner FDP weiterhin damit, doch Merkel hat auch hier eine Kehrtwende gemacht.

Der Kündigungsschutz fällt in den Geschäftsbereich des Arbeitsministers. Müntefering und Scholz wurden nur von Verdi und der IG Metall dazu gezwungen, auf die vollständige Abschaffung zu verzichten. INSM-Merkel hat sich auch 2009 klar für dessen Abschaffung ausgesprochen.

Nicht einmal den Mindestlohn, den sie sich als Kanzlerin gegen großen Widerstand aus den eigenen Reihen von der SPD hat abtrotzen lassen, will sie mit einem schwarz-gelben Bündnis zurücknehmen.

Jaja… sicher doch. Gerade erst hat sie im TV-„Duell“ wieder die Legende „Mindestlohn kostet Arbeitsplätze“ wiederholt.

Eher unauffällig, eher leise ist Merkel in diesem Wahlkampf nach links gerückt.

Na was denn sonst. Noch weiter rechts hätte zu einer Fusion mit der NPD geführt und angesichts Linker Wahlerfolge muss man doch vor einer Wahl heucheln, was das Zeug hält…

Sie hat durchgesetzt, dass ältere Arbeitslose wieder länger Arbeitslosengeld bekommen – und damit einen Teil der rot-grünen Agenda 2010 zurückgedreht.

Einen Teil der Agenda 2010 zurückgedreht? Das ist Frevel, Blasphemie! Auf den Scheiterhaufen mit der Gotteslästerin!

Was macht die FAZ hier eigentlich?

Angesichts des bevorstehenden Wahlerfolges der Wirtschaftspartei CDU kann die FAZ hier fast unbemerkt dreigleisig fahren.

Clever gemacht. Funktioniert bestimmt beim dummen Pöbel der unkritischen „Wechselwähler“.

  1. Um wechselwillige SPD-Wähler zu erreichen, wird frech behauptet, Merkel sei „sozialdemokratisch“.
  2. Der CDU-Spitze wird mit dem winkenden Zaunpfahl klargemacht, das man zur Sicherung der CDU-Wähler unbedingt an der faschistoiden Agenda2010 festhalten müsse mit Treueschwur gegenüber dem Kapitalistenpack.
  3. Um das Ziel einer neofaschistischen CDU-FDP-Regierung zu erreichen, sollen BILD-Gläubige in „ihrem“ Interesse lieber die FDP wählen, um die CDU „wieder“ nach rechts zu zwingen. Da war und ist sie zwar schon immer, aber ein klein wenig mehr kann ja nicht schaden, denkt sich die FAZ des Frankfurter Bankenviertels…

Ein passendes Bild für den verbalen Rechtstritt in Merkels Hinterteil hat die FAZ auch hergestellt:

rote_angela

.

Es gibt aber auch unverfälschte Merkel-Bilder:

merkel

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One Comment - “Die Rote Angela”

  1. Flying Circus Says:

    Jaja, die FAZ. Auf die Frage, warum ich mein Abo gekündigt habe, konnte ich meinem Vater keine Antwort geben. Er schätzt ausfallende Sprache nicht sonderlich.

    Aber schön, zu sehen, für wie dumm die FAZ den Leser hält. Und falls er es doch sein sollte, immerhin bekommt er dann die Regierung, die er verdient.

    Es ist zum Heulen.


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