Bitte ein Beck!

Erinnerungen sind schön!

Warum? Weil man Peinlichkeiten verdrängen kann! Und man kann in ihnen alltägliches zur Heldentat aufblasen.

Vor 50 Jahren verhinderte Opa, dass in der Küche die Milch anbrennt. Heute sind seine Enkel fest davon überzeugt: Opa hat damals eine Feuersbrunst verhindert!

Ja…so war das!

Auch wenn bei BILD bekanntlich kein Humankapital mit der Tätigkeit „Denken“ beschäftigt wird, so schwelgt man doch gern in Erinnerung nicht gewesener Vorkommnisse.

Heute erinnert die  Hetzpresse der Multimillionärin Friede Springer an eine Persons namens „Kurt Beck“.

Der große Knall in der SPD

Genau um halb zwölf sprach Parteichef Kurt Beck den entscheidenden Satz: „Gegen diese Kampagne ist Politik nicht mehr zu machen. Es reicht, ich trete zurück…!“

Eine Kampagne? Was für eine Kampagne?

Zum Glück gibt es ja BILD, welche uns bestimmt gleich aufklären wird!

Klar, er hatte Fehler gemacht, schwere Fehler! Mit seinem abrupten Kurswechsel in Sachen Zusammenarbeit mit der Linkspartei in Hessen, mit seinem Taktieren bei der Bahnreform

Naja…es kommt halt immer darauf an, was man als „Fehler“ definiert.

Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal. 😉

Mit Kurt Beck hatte sich die SPD in eine ausweglose Sackgasse manövriert.

Achja? Der Untergang der „SPD“ begann schon 2003, als Wirtschaft und Medien überall kostenlose Drogen als „Reformen“ verteilten.

Der Segen des Vorsitzenden für das unselige Ypsilanti-Experiment in Hessen – das konnte kein gutes Ende nehmen.

Hmmm….da hat Opa dann wohl grad die Stadt vor der Feuersbrunst gerettet, oder?

Bekanntlich ging die „SPD“ in den freien Fall über, nachdem die SPD-Rechten Müntefering, Steinmeier, Steinbrück und Kahrs von den „Seeheimern“ mit Hilfe von Clement und den Medien der Ypsilanti den Boden unter den Füßen weggerissen hatten.

Beck versuchte wenigstens noch, für die „SPD“ einen Ministerpräsidentenjob zu retten.

Aber nach einer monatelangen beispiellosen Hetze gegen „kommunistische Experimente in Hessen“ zerriss es die „SPD“ regelrecht und seit dieser Zeit reden Schröders Helden nur noch von 20%-„Erfolgen“.

Aber man sieht…ausserhalb der BILD-Redaktion ändern sich die Zeiten:

Die unseligen Ypsilanti-Experimente wiederholen sich grad im Saarland und in Thüringen unter Steinmeier und Müntefering…aber niemand gröhlt laut „Verrat!“, niemand versucht den „SPD“-Wähler vor Stasi- und Mauer-Wiederauferstehung zu bewahren und auch BILD verhält sich verdächtig ruhig (von einiger Häme mal abgesehen).

Man wundert sich bei BILD sogar über die Teilnahme der Grünen an einer „SPD“-Linke-Koalition, wo doch beide zusammen nur eine Stimme Mehrheit hätten.

In Hessen hingegen waren es 3 Stimmen Mehrheit (Dagmar Metzger schon abgezogen) und das reichte angeblich nicht zum Regieren.

Beck hatte einen Fehler gemacht: Er zögerte zu lange damit, sich der BILDenden Hetzpresse der Millionäre und Milliardäre zu unterwerfen.

Das war natürlich zu spät, um die Kampagne „Beck muss weg!“ noch aufhalten zu können.

So gesehen blieb der SPD keine andere Wahl als der klare Schnitt und der Versuch eines Neuanfangs – noch einmal Franz Müntefering also.

Häää? Was für Drogen verteilen die da bei BILD? Was für ein „klarer Schnitt“ und was meinen diese Widerlinge mit „Neuanfang„?

Müntefering und Steinmeier haben nach ihrem „Erfolg“ den ruhmreichen Weg Schröders in den Abgrund wieder aufgenommen und versuchen nun, die wegbrechenden Mitgliederbeiträge ihrer „Partei“ durch „Spenden“ aus der Wirtschaft zu kompensieren.

So schlecht die SPD in Umfragen auch dasteht, immerhin zeigt die Partei eine Geschlossenheit, die ihr niemand wirklich zugetraut hätte.

Boah ey! Eine Partei zeigt Geschlossenheit! Aufgeklärte Menschen (also keine BILD-Redakteure) wissen schon lange, das die „SPD“ zu 99,9% nur noch aus Agenda2010-Fanatikern besteht, für die es keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt.

Sollte die SPD am 27. September in der Opposition landen, dann ist er’s nicht gewesen.

Oh doch! Ich habe da schon eine Idee!

Nach der Wahl, wenn die „SPD“ stolz den „Wiedereinzug in den Bundestag“ feiert, könnte man doch wieder dem Beck und der Ypsilanti das Büßerhemd überstreifen, um die „SPD“ unter Steinmeier und Müntefering weiterhin rechts zu halten.

Dann erklärt man einfach frech, das „SPD“-Debakel wäre eine „Nachwirkung“ des hessisch-saarländischen „Linksrucks“ der Schröder-Sekte.

Thüringen schließe ich hier mal aus weil ich davon ausgehe, dass sich Matschie für eine braune schwarz-rote Koalition entscheiden wird, um nicht von den Medien gefressen zu werden.

Mit dem Artikel Gysi droht mit Ende der rot-roten Verhandlungen gibt BILD der thüringer „SPD“ schonmal das passende Argument „Wir lassen uns nicht von Extremisten erpressen“ in die Hand.

.

Erinnerungen verblassen.

Eben noch erinnert sich BILD daran, dass Beck wegen einer „Kampagne“ zurückgetreten ist.

Das Wort Kampagne wurde im 17. Jahrhundert in der Bedeutung von „Feldzug“ in die deutsche Sprache übernommen. Heute findet sich diese Bedeutung noch im übertragenen Sinne in Zusammensetzungen wie „Pressekampagne„, „Wahlkampagne“. (Wikipedia)

Aber von dieser erwähnten Kampagne unter Führung der Springer-Hetzpostillen findet sich hingegen im Artikel kein einziges Wort.

Das liegt aber sicher nur daran, das man bei BILD nicht an Hetzkampagnen teilnimmt, gelle?

ypsilanti_wagner_bild

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One Comment - “Bitte ein Beck!”


  1. Super Artikel.

    „Auch wenn bei BILD bekanntlich kein Humankapital mit der Tätigkeit „Denken“ beschäftigt wird….

    Sehr gelungene Formulierung.


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