Archiv für September 2009

4 gegen 1 bei Maischberger

30. September 2009

Dienstag, 23:08 Uhr

Ich gebe mich grad dem Selbstversuch „Wie lange ertrage ich die Christiansen-Kopie Maischberger?“ hin.

Das Thema dieser Show: 4 gegen Sahra

Frau Maischberger arbeitet in ihrer Sendung offensichtlich am Projekt „Linke für die SPD kompatibel machen“

Natürlich wurde Sahra Wagenknecht als „Linksextremistin“ eingeladen.

Und wer noch?

Hans-Jochen Vogel (SPD), Hartz4-Verteidiger

Hans Jochen Vogel verlor 1983 als Kanzlerkandidat gegen Kohl. Gegenüber dem Zuschauer wird dieser Umstand als Grund für die Teilnahme an der Sendung genannt.

Aber das ist nicht richtig: H.-J. Vogel gehört zu den Agenda2010-Extremisten. Gleich zu Beginn der Sendung stellt er klar, was für ein tolles Wunderwerk Schröder und Steinmeier mit den Reformen „für Deutschland“ vollbracht haben. Kritiker bezeichnet er immer noch als „Populisten und Demagogen“.

Kurt Biedenkopf (CDU), der Rentenkürzer

Kurt Biedenkopf wird als „weiser Mann der CDU“ vorgestellt.

Ungenannt bleibt die Tatsache, das Biedenkopf nie etwas anderes war als ein machtsüchtiger („König Kurt“) Wirtschaftslobbyist. Schon seit 30 Jahren steht er mit dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Diensten der Versicherungskonzerne und der Deutschen Bank.

Zu seinen ersten Aussagen in der Sendung gehörte der Satz: „In ein paar Jahren werden sich die Menschen in Deutschland darüber wundern, wie man nur über eine Rente mit 67 diskutieren konnte!“

Klaus Kinkel (FDP), der Wiedervereiniger

Klaus Kinkel soll als „Experte für schwarz-gelbe Koalitionen“ in der Sendnung auftreten.

Der wahre Grund: Kinkel gab 1990 die Losung „Die DDR muss mit allen Mitteln delegitimiert werden!“ heraus. Bei Maischberger bemüht er sich, die schwarz-gelbe Koalition schönzureden sowie Sahra mit „Kommunismus und Stalinismus“ zu provozieren.

Hugo Müller-Vogg (Bild)

Das Kanzlerzäpfchen Hugo Müller-Vogg ist schon seit Jahren als neoliberaler Scharfmacher bekannt. In der Sendung ist es offensichtlich seine Aufgabe, schwarz-gelbe Beruhigungspillen zu verteilen und die Sozialpolitik der Linken als „unverantwortlich“ darzustellen. Sein Lieblingsthema ist auch weiterhin der böse Mindestlohn.

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Wie gestern schon in der „hart aber fair“-Sondersendung (mit Teilnahme der INSM) auch wird in den anderen Medien verstärkt die „SPD“ und Steinmeier als „Oppositionsführer“ aufgebaut. Für die Grünen ist das kein Problem, die sind schließlich in alle Richtungen voll anpassungsfähig.

Für die herrschende Klasse ist es auch weiterhin wichtig, eine pseudo-soziale Partei „links“ von der CDU zu haben, um die arbeitende Bevölkerung ruhig halten zu können.

Aber diesen Zweck erfüllt die abgestürzte Randgruppe „SPD“ nicht mehr. Das wird auch in den vielen Beruhigungspillen deutlich, welche die Medien unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen verteilt haben und immer noch verteilen.

Nun wird massiv daran gearbeitet, die Linke zu neoliberalisieren. Es sei sogar ihre „Pflicht“, ihre angeblich „populistische und demagogische Politik“ zugunsten einer Stärkung der „Volkspartei SPD“ aufzugeben, um sich durch Anerkennung der Agenda2010 „koalitionsfähig“ zu machen.

Ich bin gespannt, wie lange dieses mediale „Rechtsdrücken“ der Linken anhält.

Bleibt standhaft, Genossen!

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Herzlichen Glückwunsch, Sahra!

Sahra Wagenknecht bewarb sich im Wahlkreis Düsseldorf-Süd gegen einen gewissen Herrn Steinbrück um Wählerstimmen.

Sie erhielt auf Anhieb 12.948 Erst- und 13.244 Zweitstimmen. Damit erreichte sie einen Stimmenanteil von 9,9% und damit 4% mehr als die PDS/WASG 2005. Nur die FDP konnte sich mit +1% stärker steigern.

Die SPD mit Steinbrück verlor im selben Wahlkreis satte 12,6%.

Ich freue mich schon auf die erste Rede von ihr im Bundestag.

🙂

Bildungsfernsehen mit Sahra Wagenknecht

Capsaicin – Dressing

29. September 2009

Nun haben wir den Salat.

Das die schwarze Pest mit der gelben Cholera zusammen die Macht bekommt, um mit einer ungebändigten Zerstörungslust durch die Sozialsysteme zu toben, war ja schon am 1. Januar 2007 klar. Damals ersetzte die „SPD“ die Merkel- durch die Müntefering-Steuer von 19% an der Ladenkasse.

Rückblickend kann man feststellen: Müntefering und Steinbrück taten es mit Vorsatz.

Im Jahr 2005 hatte sich die „SPD“ alle Mühe gegeben, vor ihrer Verantwortung zu fliehen. Nachdem es selbst in Kommunalwahlen für die Agenda2010-Parteien von Schröder und Fischer keinen einzigen Blumentopf mehr zu gewinnen gab, flohen sie vor ihrer Eigenverantwortung in Neuwahlen. Sie warfen alles hin, liefen weg und versuchten, mit einem Pöbel-Wahlkampf aus der Gosse keine Verantwortung für ihre Untaten übernehmen zu müssen.

Hat nicht geklappt. 2005 ahnten schon zuviele Menschen, das eine braune schwarz-gelbe Koalition die Verbrechen der „SPD“ gegen Volk und Vaterland problemlos überbieten würde.

Ausserdem war der vom Kapital befohlene „Reformprozess“ noch nicht abgeschlossen, so das man noch auf eine „soziale und demokratische“ Illusion in der Regierung angewiesen war.

Anstatt nun „SPD“ und CDU im Oktober 2005 Wort- und Wahlrechtsbruch vorzuwerfen, stimmte man fröhliche Gesänge auf eine „starke Koalition ohne Bundesratsblockade“ an.

Fortan tat man in der „SPD“ alles dafür, um wenigstens die Bundestagswahlen 2009 zu verlieren.

Man beförderte willentlich eine Finanzmarkt- und Wirtschaftkrise mit Hilfe des Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen, warf den Kapitalisten hunderte Milliarden Steuergelder in die gierigen Rachen und nutzte diverse Gelegenheiten in Hessen und andernorts, um sich möglichst unbeliebt zu machen.

Den Wahlkampf reduziert man auf ebenso billige wie hohle Phrasen und nun ist das Ziel erreicht: Die „SPD“ ist endlich von jeder Art von Verantwortung für ihre eigene Politik befreit!

Das war ein hartes Stück Arbeit für den Schröder-Fanclub an der Spitze und die Seeheimer am rechten Rand.

Die Erleichterung über die verlorene Wahl war bei Steinmeier nicht zu übersehen, als er das Wort „Oppositionsführer“ aussprach.

Nachdem auch die CDU keine Rechtfertigung für ihre Politik liefern konnte, wurden Aussenseiter wie der Pomaden-Kopp aus Bayern sowie die selbsternannte „Freiheitstatue Deutschlands“ zu Politik- und Medienstars aufgeblasen.

Vor allem der Versicherungsvertreter Westerwelle musste nichts weiter tun, als die uralte Konserve „Steuersenkung“ aufzuwärmen. Das passte dann gut in den Abschluss der jahrelangen Medienkampagne über den „gierigen Staat“, der doch nur die Sozialleistungen kürzen müsse, um die „Leistungsträger zu entlasten“.

Chef-Salat mit Capsaicin-Dressing

Es ist vollbracht!

Die Kapitalbesitzer haben 2008 in Hessen mit Hilfe einer beispiellosen Medienhetze den Chef-Salat angerührt, welcher nun am 27. September mit Hilfe von BILD, WELT, Focus, ZEIT, FAZ & Co geliefert wurde.

Die Freude war auf beiden Seiten groß!

Zuerst bei der „SPD“. Bei einem 23%-Wahlergebnis kann sich Fraktionschef Steinmeier sicher sein, das nur „ausgewählte“ Schröderianer von den Spitzen der Landeslisten in die Fraktion kommen. Er hat kaum Widerstand auf seinem weiteren Agenda2010-Kurs zu befürchten. Sein Anspruch auf den Job eines „Oppositionsführers“ hat dann auch klargemacht, das er keineswegs einen Politik- und Richtungswechsel der „SPD“ unterstützen wird. Vermutlich gelingt es ihm ohne Probleme, die grünen Kriegstreiber und Kanzlermacher an sich zu binden. Das die Grünen zur beliebigen Pfandflaschen-FDP verkommen sind, steht ausser Frage.

Zu jedem Chef-Salat gehört auch an anständiges Dressing. In der Salatbar wie auch in der Politik.

Bekanntlich bekommen die Salat- und Suppenkreationen, welche der Bürger auslöffeln darf, in der neoliberalen Politik eine ganz besonders würzige Note.

Da gibt es weder mildes Joghurt-Dressing noch kompromissfähiges Süß-Sauer im Angebot, sondern nur das beim Kapitalistenpack so beliebte Capsaicin-Dressing.

Capsaicin heißt das Zeug, welches Paprika und Chili so besonders bekömmlich macht. Es kommt auch gern zum Einsatz, wenn des Kapitals „Freund und Helfer“ mal wieder mit Pfefferspray auf den ungehorsamen Pöbel losgeht.

Um von Anfang an die Richtung vorzugeben, waren die Forderungen der reichen und mächtigen Fans der schwarz-gelben Diktatur des Kapitals schon seit mehreren Tagen für die Montagsausgaben der Medien vorbereitet. Man brauchte nur noch ein wenig Platz zu lassen für die Wahlergebnisse und das obligatorische Iran-Bashing.

Scoville-Grad 5000 (Tabasco)

Noch während der Montags-Schockstarre betrat das berüchtigte Kapitalistenpack samt ihrer „Wirtschaftsexperten“ die Medienbühne.

Ohne zu Zögern gossen sie reichlich „Tabasco extra scharf“ in den Salat, welchen die rechtsdrehenden Populisten und ihre einfältigen Wähler am Sonntag angerichtet und serviert haben.

(Ich lass jetzt mal die einzelnen Quellennachweise weg, ok?)

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert gegen die Krise Reformen der Erbschaft- und Unternehmensteuer, „Bündnis für Reformen“, Flexibilität am Arbeitsmarkt, Abschaffung Kündigungsschutz, mehr unternehmerische Freiheit,

Was haben diese Steuern mit der Krise zu tun?

Städte- und Gemeindebund warnt vor explodierenden Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger

Das mit den „explodierenden Kosten“ war auch schon beliebte Verdummung bei Gesundheits- und Rentenreformen. Fraglich bleibt, warum die Mieten bei den Hartz-Opfern „explodieren“ sollten.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verlangt Senkung von Steuern und Abgaben sowie eine Deregulierung des Kündigungsschutzes.

Mit „Abgaben“ meint er natürlich die Sozialversicherungssysteme.

IT- und Telekombranche rät zu einem neuen Innovationsministerium

Da geht den Urheberrechts- und Softwarepatent-Lobbyisten aber kräftig die Düse, obwohl die „Piraten“ nur auf 2% gekommen sind.

Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken- und Raiffeisenbanken:

mehr privat vorsorgen, Agenda 2010 wieder aufnehmen und den Arbeitsmarkt reformieren, strukturelle Defizit des Bundeshaushalts bis zum Jahr 2016 beseitigen

Im Westen nichts Neues (das Frankfurter Bankenviertel von mir aus gesehen).

Strukturelles Defizit? Nicht „krisenbedingtes Defizit„? Nachtigall, ick hör dir trabsen! Strukturelle Ausgaben sind z.B. die Sozialleistungen und Rentenzuschüsse. 😉

Pharmabranche: Forschung soll steuerlich gefördert werden

Forschungsausgaben wurden schon immer steuerlich gefördert. Vermutlich will man noch mehr Steuergeschenke für das beliebte Geschäftsmodell „alten Pharma-Plunder in neuer Mischung und neuer Verpackung zu Fantasiepreisen“ verhökern zu können.

Bundesärztekammer: nachhaltige Gesundheitsreform

Nur zur Erinnerung: Das ist der Verein, welcher die Patienten direkt abkassieren will, ohne Kostenkontrolle der Krankenkasse. Bisherige Lieblingsforderung: Kassenleistungen nur zur Lebensrettung

Norbert Walter, Chefökonom der Deutschen Bank (der Totalversager wird neuerdings „Starökonom“ genannt)

flächendeckende Studiengebühren, Pkw-Maut, deutlich höhere Selbstbeteiligungen bei gesetzlichen Krankenversicherungen, vertrauensbildende, marktorientierte Politik der neuen Regierung

Zumindest hat der Herr „Starkökonom“ die Folgen der 25%-Mwst. begriffen, obwohl sein geistiger Horizont nur bis „Schwarzarbeit“ reicht

Top-Ökonom Wolfgang Franz (bekennender Wirtschafts-Fascho mit Job des „Wirtschaftsweisen“)

Erhöhung der Mehrwertsteuer, kräftige Kürzungen im Umweltbereich, weitere Einschnitte in soziale Leistungen, Bezugsdauer des Arbeitslosengeld kürzen, System der Arbeitslosenversicherung reformieren, Arbeitsmarkt weiter deregulieren

Zimmermann vom DIW:

mindestens 25% Mehrwertsteuer

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Tolle Rezepte haben sie da, die Köche der zukünftigen schwarz-gelben Politik, nicht wahr?

Und wer soll die Suppe auslöffeln, die von den unnütz reichen Zockern angerichtet wurde? Ein Blick in den Spiegel im Bad reicht!

Natürlich finden sich in allem Medien diverse „Redaktions-Kommentare“ nach dem Motto: „Wird ja alles nicht so schlimm!

Vielleicht sind es gerade diese vorsorglich verabreichten Beruhigungspillen, welche bedenklich sind?

Merkwürdigerweise taucht nirgends die beliebte CDU-FDP-Forderung auf, das Alg II um 30% zu kürzen, „um Anreize zur Arbeit zu schaffen“. Ich vermute mal hinterhältigerweise, man wartet bis Frau Merkel die Krise per Kanzlerbeschluss beendet.

schwarz-gelber Nationalismus

Einen Tag nach Bekanntgabe des Großen Unglücks verkündeten Merkel und Westerwelle, ihre gemeinsame Regierung würde standesgemäß beginnen.

CDU und FDP streben die Regierungsbildung bis zum 9. November an, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls.

Was für ein trefflich-vorzüglicher Termin, um mit einem Mauerbau zwischen Arm und Reich zu beginnen!

reformen

Wikipedia: Gelb

28. September 2009

http://de.wikipedia.org/wiki/Gelb

  • Gelb und Schwarz (also entsättigtes und dunkles Gelb) ergibt Braun in allen möglichen Varianten

Ende des Zitats

Informationen zur Wahl

27. September 2009

Die heutige Bundestagswahl wird bei einem Wetter stattfinden, welches jeden Bürger zu einem Spaziergang bei Sonnenschein ins Wahllokal einlädt.

wahlwetter

Laut § 46 Bundeswahlordnung sind Wahllokale so ausgewählt und eingerichtet, das sie auch von Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung einfach erreicht werden können.

Jeder Bundesbürger über 18 Jahre wird daher gebeten, dieses tolle Herbstwetter zu einem kleinen Sonntagsspaziergang mit kurzer Einkehr in sein Wahllokal zu nutzen.

Und falls Ihnen kein Grund einfällt, in der Wahlkabine bei „Die Linke“ ein Kreuz aufs Papier zu malen:

14444_neu

Falls Ihnen das zu unübersichtlich ist:

sparquoten

Nun aber los! Wählen macht Spaß!

warum ich die Linke NICHT wähle

26. September 2009

Ich wähle die Linke nicht: wegen ihrer Wahlversprechen.

linke_wahlplakat_2009

(ok ok…der Doppelpunkt im ersten Satz war ein Scherz)

Ich wähle die Linke, weil mir die menschliche Logik keine andere Wahl lässt.

Nehmen wir zum Bleistift mal CDU, SPD und FDP mit ihrer jahrelangen Idee „Steuersenkungen fördern Investitionen und schaffen Arbeitsplätze„.

Eine gängige Parole…hört sich auch logisch an. Aber auch nicht mehr. Sofern man auch nur etwa 1 Minute seines Lebens opfert, um über das „wie“ nachzudenken, fällt das simple Kartenhaus dieser Parole in sich zusammen.

Kein Unternehmer auf diesem Planeten hat jemals investiert oder einen einzigen Arbeitsplatz geschaffen, weil die Kasse gerade gut gefüllt war.

Wozu auch?

Die treibende Kraft in einem kapitalistischen System ist der Profit. Profit fördert persönlichen Reichtum und damit auch persönliche Macht.

Erst wenn der Zwang besteht, den Profit zu erhöhen oder wenigstens zu erhalten wird ein Unternehmer Geld für Investitionen ausgeben und im äußersten Notfall auch noch zusätzliche Arbeitskräfte anheuern.

Mit Steuersenkungen verhindert man Investitionen und vernichtet Arbeitsplätze.

Hört sich nicht logisch an, gelle?

Ja! Nicht alles was logisch ist, muss sich primär auch logisch anhören.

Logik: Je mehr Steuergeschenke es gibt, umso schneller steigt der Profit. Damit wird das Renditeziel schneller erreicht und die Fabrik wird  geschlossen, die Arbeitskräfte werden entlassen.

Beweis:

Nokia in Bochum: Das Renditeziel war erreicht, die Investitionen „wieder drin“ und prompt war der Laden zu.

Werden aber nun die Steuern auf Konzerngewinne erhöht, tritt das Renditeziel erst später ein. Das Unternehmen wird also gezwungen, langfristig zu wirtschaften.

Nächste Feindparole:

Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze, wenn die Arbeitsleistung den Wert des Mindestlohnes nicht erreicht

Hört sich wieder wunderbar logisch an, nicht wahr?

Ja! Aber nicht alles, was sich logisch anhört…aber das hatten wir ja gerade. 😉

Noch nie wurde ein Arbeitnehmer eingestellt, weil er besonders billig war. Ein Arbeitsplatz entsteht nur(!) dann, wenn eine Arbeit zu verrichten ist, welche zum Verkauf einer Ware oder Dienstleistung notwendig ist.

Es ist aber in einer arbeitsteiligen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts völlig ausgeschlossen, den „Wert“ einer Arbeitsleistung eines einzelnen Arbeitnehmers in Euro auszurechnen.

Jeder Lohn und jedes Gehalt wird ausschließlich nach rein subjektiven Maßstäben festgelegt. Und wenn der subjektive Maßstab eines Unternehmers „Maximalprofit“ lautet, wird jede Arbeitsleistung automatisch „zu teuer“. Einzige Ausnahme bilden jene Angestellten, denen es ebenso um den Maximalprofit geht. Manchmal haben sie merkwürdige Vornamen wie „Josef“ oder „Bahnchef“.

Aber was passiert dann?

Die Arbeitsleistung wird einfach pauschal entwertet. Zuletzt gesehen beim Lokführerstreik. Da hieß es in allen Medien auch: Warum wollen die soviel Geld haben? So eine Lok kann doch jeder in 2 Wochen fahren lernen!

Und um diese Entwertung noch weiter voranzutreiben, hat man sich einige Hartz-Gesetze ausgedacht, in denen es Mitbürgern bei Androhung von Strafe gesetzlich verboten wurde, an Arbeitsbedingungen und Entlohnung irgendwelche Ansprüche zu stellen.

Und nun?

Die aktuelle (logisch klingende) Heilslehre lautet:

Mit Investitionen schaffen wir Arbeitsplätze und Wachstum!

Selbstverständlich gefährden Mindestlöhne, Tariflöhne und Sozialleistungen diese Investitionen und damit das Wachstum.

Kann in einer solchen Aussage Logik stecken, wenn sie sich mit Logik widerlegen lässt?

Für Investitionen muss erstmal ein dringender Bedarf bestehen. Nur aus Langeweile eine neue Fabrik zu bauen ist unsinnig.

Und wie entsteht dieser Bedarf? Ausschlielich durch die Aussicht auf höhrer Umsätze und damit höhere Profite.

Was dabei übersehen wird: JEDE Investition wird an der Supermarkt-Kasse vom „Endverbraucher“ bezahlt. Jede! Ohne Ausnahme!

Wer denkt schon daran, das im Preis eines Paketes Waschmittels auch ein Anteil jener Maschine drinsteckt, mit der der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage des Lkw hergestellt wurde, welcher das Waschmittelpaket in den Supermarkt gebracht hat?

Wer soll also die Investitionen und damit Arbeitsplätze bezahlen, wenn man sich wie im Mittelalter nur noch Kernseife leisten kann?

Wer also vermeiden will, duch Fortführung der neofeudalen Politik von CDU, „SPD“ und FDP eines Tages im finsteren Mittelalter als hungernder Tagelöhner aufzuwachen, kann nur die Linke wählen.

Das ist logisch!

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Merksatz: Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.

Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!

Politologe Gerd Langguth

25. September 2009

Kennen Sie den Politikideologen Politikidioten …menno… „Politikwissenschaftler“ Prof. Gerd Langguth?

Ich bin mal den grauen Zellen ein wenig behilflich:

langguth

Prof. Gerd Langguth wird in den Medien gern als „Politikwissenschaftler“ zu aktuellen Fragen der Politik interviewt.

Immer dann, wenn irgendwelche Parteitage, Rücktritte, Wahlen o.ä. Klamauk stattfinden, steht Prof. Langguth bereitwillig als „wissenschaftlicher Experte“ zur Verfügung.

Diese honorige Gestalt kam mir schon ein paar Mal etwas merkwürdig vor. Seine penetranten Heiligsprechungen von Merkel und CDU sowie seine ständigen DDR-Verweise beim Thema „Linke“ waren für einen „Wissenschaftler“ schon häufig auffallend.

Jetzt, ein paar Tage vor der Demokratiesimulation „Bundestagswahl 17.0“, werden die Medien der Millionäre mit ihrer CDU/FDP-Wahlwerbung immer aggressiver.

Springers WELT z.B. kennt nun gar keine Hemmungen mehr, den journalistischen Ansprüchen einer ausgewogenen Berichterstattung zu entsprechen: „Aufwärtstrend des Konsumklimas kann CDU nützen„, „Wolfgang Clement wirbt in Anzeige für Westerwelle„, „CDU-Vize Wulff fordert Steuersenkungen ab 2011„, „Stasi-Spitzel drängen für Linke in die Parlamente“ und natürlich der unvermeidliche Rechte Ulf Poschardt als Cheflügner und -heuchler für eine „alternativlose CDU/FDP-Regierung„.

Selbstverständlich macht sich auch der rechtsgedrehte „SPIEGEL“ auf dem Weg in die Analöffnungen der „Leistungsträger und Eliten“, auf das selbige auch in Zukunft großzügig Werbeanzeigen bestellen mögen.

Um nicht so auffallend einfältig zu wirken wie BILD, Focus, WELT, FAZ & Co hat man einen gewissen Prof. Gerd Langguth gebeten, die Linke doch mal wieder so richtig mit Dreck zu bewerfen.

Der nette „Politikwissenschaftler“ ließ sich gern darauf ein und lieferte ein 3 Seiten langes Pamphlet mit dem hochwissenschaftlichen Titel Plädoyer für eine Entzauberung der Linkspartei.

Aber erstmal zur Frage:

Wer ist Prof. Gerd Langguth?

Langguth ist langjähriger CDU-Politiker und CDU-Funktionär. Um jeglicher Form von „Arbeit für den Lebensunterhalt“ aus dem Weg zu gehen, hat er nach seinem „Politikwissenschaft“-Studium direkt in der herrschaftlichen Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU angeheuert.

Er war CDU-Bundestagsabgeordneter, Mitglied des CDU-Bundesvorstandes, Direktor der Bundeszentrale für politische Bildung, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und weil das noch nicht reichte, auch noch im neofeudalen „Bürgerkonvent“ des Sozialrassisten Roman Herzog.

Wow!

Da sieht man bei jedem politischen Ereignis einen bekannten „Politikwissenschaftler“ auf allen Kanälen und hat nicht den Hauch einer Ahnung davon, was für eine widerliche CDU-Medienhure dort seine „wissenschaftlichen“ Kommentare abgibt. Und das schon seit mehr als 20 Jahren!

Ich muss zugeben..ohne den Hinweis eines Blog-Lesers wäre mir dieser Langguth vermutlich kein Wort wert gewesen.

Entzauberung der Linken

So nennt Langguth seine „wissenschaftliche“ Hass- und Hetzschrift im SPIEGEL.

Auf Grund der Länge und penetranten Wiederholungen allgegenwärtiger Mythen und Legenden nur eine kurze Zusammenfassung:

  • Bürgerrechtler von Stasi verstrahlt
  • Umgang der Thüringer Linke mit der undemokratischen, totalitären DDR
  • Einheitsfront gegen Linke durch SPD gefährdet
  • Gysi und Bisky trugen kommunistische Verantwortung
  • Gysi war bei der Stasi, weil das ein Bundestagsausschuss mit 60%-Mehrheit beschlossen hat
  • dunkelrote Genossen verweigern Aufarbeitung ihrer eigenen Parteigeschichte
  • Linke nichts anderes als eine umgewandelte SED
  • ungeheures Parteivermögen mit „juristischen Tricks“ durch Gysi gerettet (Anmerkung: die PDS besaß nach ihrer Enteignung durch die westdeutschen Parteien 1991 nur noch 1 Immobilie als „Versammlungshaus“ in der Nähe von Weimar)
  • Stasi und SED waren eine Einheit (sic!)

Und so weiter…

Natürlich erwähnt der Herr Professor auch die Kommunistische Plattform als „Stalin-Fanclub“, den Mauerbau, die „Unrechtsstaat“-Doktrin und die Solidarität der Linken mit „linkspopulistischen Regimen“ von Chavez bis Castro.

Zum Schluss seiner „wissenschaftlichen Analyse“ drückt er dann auch noch sein tiefstes Bedauern darüber aus, das es in diesem Jahr keine „rote-Socken-Kampagne“ gibt.

Offensichtlich ist der „Politikwissenschaftler“ Langguth ein kalter Krieger von Vor-Vorgestern.

Im Wahljahr 2005 verfasste Prof. Gerd Langguth 2 Biografien über zwei Hauptakteure der Amtsflucht der Schröder-Regierung: Angela Merkel und Horst Köhler.

Was da drin steht, kann man sich sicherlich denken…

Bei den einen gibt es „Populisten und Demagogen“, bei den anderen „Politologen“ und „Politikwissenschaftler“.

Grad gefunden: Video-Interview des Stern mit Langguth über seine geliebte Bundesmerkel. (5:50 min)

Farbenlehre

24. September 2009