Archiv für September 2009

4 gegen 1 bei Maischberger

30. September 2009

Dienstag, 23:08 Uhr

Ich gebe mich grad dem Selbstversuch „Wie lange ertrage ich die Christiansen-Kopie Maischberger?“ hin.

Das Thema dieser Show: 4 gegen Sahra

Frau Maischberger arbeitet in ihrer Sendung offensichtlich am Projekt „Linke für die SPD kompatibel machen“

Natürlich wurde Sahra Wagenknecht als „Linksextremistin“ eingeladen.

Und wer noch?

Hans-Jochen Vogel (SPD), Hartz4-Verteidiger

Hans Jochen Vogel verlor 1983 als Kanzlerkandidat gegen Kohl. Gegenüber dem Zuschauer wird dieser Umstand als Grund für die Teilnahme an der Sendung genannt.

Aber das ist nicht richtig: H.-J. Vogel gehört zu den Agenda2010-Extremisten. Gleich zu Beginn der Sendung stellt er klar, was für ein tolles Wunderwerk Schröder und Steinmeier mit den Reformen „für Deutschland“ vollbracht haben. Kritiker bezeichnet er immer noch als „Populisten und Demagogen“.

Kurt Biedenkopf (CDU), der Rentenkürzer

Kurt Biedenkopf wird als „weiser Mann der CDU“ vorgestellt.

Ungenannt bleibt die Tatsache, das Biedenkopf nie etwas anderes war als ein machtsüchtiger („König Kurt“) Wirtschaftslobbyist. Schon seit 30 Jahren steht er mit dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Diensten der Versicherungskonzerne und der Deutschen Bank.

Zu seinen ersten Aussagen in der Sendung gehörte der Satz: „In ein paar Jahren werden sich die Menschen in Deutschland darüber wundern, wie man nur über eine Rente mit 67 diskutieren konnte!“

Klaus Kinkel (FDP), der Wiedervereiniger

Klaus Kinkel soll als „Experte für schwarz-gelbe Koalitionen“ in der Sendnung auftreten.

Der wahre Grund: Kinkel gab 1990 die Losung „Die DDR muss mit allen Mitteln delegitimiert werden!“ heraus. Bei Maischberger bemüht er sich, die schwarz-gelbe Koalition schönzureden sowie Sahra mit „Kommunismus und Stalinismus“ zu provozieren.

Hugo Müller-Vogg (Bild)

Das Kanzlerzäpfchen Hugo Müller-Vogg ist schon seit Jahren als neoliberaler Scharfmacher bekannt. In der Sendung ist es offensichtlich seine Aufgabe, schwarz-gelbe Beruhigungspillen zu verteilen und die Sozialpolitik der Linken als „unverantwortlich“ darzustellen. Sein Lieblingsthema ist auch weiterhin der böse Mindestlohn.

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Wie gestern schon in der „hart aber fair“-Sondersendung (mit Teilnahme der INSM) auch wird in den anderen Medien verstärkt die „SPD“ und Steinmeier als „Oppositionsführer“ aufgebaut. Für die Grünen ist das kein Problem, die sind schließlich in alle Richtungen voll anpassungsfähig.

Für die herrschende Klasse ist es auch weiterhin wichtig, eine pseudo-soziale Partei „links“ von der CDU zu haben, um die arbeitende Bevölkerung ruhig halten zu können.

Aber diesen Zweck erfüllt die abgestürzte Randgruppe „SPD“ nicht mehr. Das wird auch in den vielen Beruhigungspillen deutlich, welche die Medien unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen verteilt haben und immer noch verteilen.

Nun wird massiv daran gearbeitet, die Linke zu neoliberalisieren. Es sei sogar ihre „Pflicht“, ihre angeblich „populistische und demagogische Politik“ zugunsten einer Stärkung der „Volkspartei SPD“ aufzugeben, um sich durch Anerkennung der Agenda2010 „koalitionsfähig“ zu machen.

Ich bin gespannt, wie lange dieses mediale „Rechtsdrücken“ der Linken anhält.

Bleibt standhaft, Genossen!

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Herzlichen Glückwunsch, Sahra!

Sahra Wagenknecht bewarb sich im Wahlkreis Düsseldorf-Süd gegen einen gewissen Herrn Steinbrück um Wählerstimmen.

Sie erhielt auf Anhieb 12.948 Erst- und 13.244 Zweitstimmen. Damit erreichte sie einen Stimmenanteil von 9,9% und damit 4% mehr als die PDS/WASG 2005. Nur die FDP konnte sich mit +1% stärker steigern.

Die SPD mit Steinbrück verlor im selben Wahlkreis satte 12,6%.

Ich freue mich schon auf die erste Rede von ihr im Bundestag.

🙂

Bildungsfernsehen mit Sahra Wagenknecht