Dolchstoß reloaded

Vor etwa 90 Jahren wurde die Dolchstoß-Legende in die Welt gesetzt.

Diese Legende besagte: Nicht die Oberste Heeresleitung, nicht der Kaiser oder seine Generäle hätten den (verlorenen) 1. Weltkrieg zu verantworten, sondern die kommunistische und sozialdemokratische Opposition hätte „die ruhmreiche deutsche Armee von hinten erdolcht“.

Heute, 90 Jahre später, erinnert sich die Oberste Heeresleitung der Bundeswehr wieder an dieses Märchen. Sie mag den Krieg in Afghanistan nicht „Krieg“ nennen, verleiht aber trotzdem kriegstypische „Tapferkeitsorden“ und spricht von „Gefallenen“. Beide Begriffe finden in Friedenszeiten keine Verwendung.

Deutschland wird am Hindukush verteidigt

So behaupten die Kriegshetzer von „SPD“, CDU, FDP und Grünen schon seit Dezember 2001.

Den Wahrheitsgehalt kann man erkennen, wenn man sich die Ereignisse noch einmal vor Augen führt:

Im September 2001 krachten 2 entführte Flugzeuge in die Bürotürme der international ausbeutenden Konzerne in New York. Noch in der gleichen Stunde verbreiteten die Medien die Meldung „America under Attack!„. Das war die erste Lüge, denn das WTC war keine „amerikanische“ Einrichtung im Sinne von „US-Behörde“ oder „US-Regierung“. Aber rein zufällig benutzten alle westlichen Medien diese Ausdrucksform, um einen Krieg herbeizureden, welcher nie existierte.

Nachdem man nun verbal aus „Anschlag“ einen „Angriff“ gemacht hatte, präsentierte man auch gleich den „Angreifer“. Die Friedensaktivisten der US-Regierung sowie ihre NATO-Freunde zauberten einen gewissen „Osama Bin Laden“ aus dem Hut und erklärten ihn zum „Ober-Terroristen“ als Anführer einer geheimnisvollen „Al-Quaida“-Truppe.

Man hielt sich nicht mit der Beweisführung auf und verurteilte diesen Osama auch prompt zum Tode. Wie das nunmal in westlichen Rechtsstaaten so üblich ist, wenn jemand den Kapitalisten auf die Füße tritt.

Da der „Russe“ nun nicht mehr als Feindbild verfügbar war, ersetzte man ihn durch den „Islamisten„.

afghanistan_pipelineDer Killer und Terrorist G. W. Bush ließ dann auch prompt verk

ünden, dieser Bin Laden hielte sich in Afghanistan auf. Rein zufällig vergaß man aber zu erwähnen, worum es bei dieser Kriegshetze wirklich ging: eine Gas-und Öl-Pipeline.

Die islamistischen Freunde der USA, die Mudschahiddin (so nannte man die Taliban noch in Rambo III), besaßen aber die Frechheit, als „Mautgebühr“ eine Handvoll Dollar und ein paar Liter Öl zu verlangen.

Das konnte sich der Präsident der Ölkonzerne der USA natürlich nicht bieten lassen. Klare Entscheidung: Krieg!

Rasch eilte man zur Nato in Brüssel, um den sog. „Bündnissfall“ auszurufen. Obwohl die „Nato-Partner“ weder einen Krieg noch eine Kriegserklärung sehen konnten, stimmte man der gemeinsamen Kriegsführung gegen eines der ärmsten Länder dieses Planeten freudig zu. Was sollte ein imperiales „Verteidigungsbündnis“ auch sonst tun?

Die USA stellten ihren Taliban- Freunden Feinden ein Ultimatum: Gebt Bin Laden raus oder wir werden euch mutig mit unsichtbaren Tarnkappenbombern aus 5000m Höhe vernichten!

Das war natürlich eine vollkommen legitime Forderung (abgesehen von der unwichtigen Tatsache, das die Taliban weder eine Armee noch ein Auslieferungsabkommen mit den USA hatten). Nachdem die Taliban nun vom internationalen Völkerrecht gebrauch gemacht hatten, bekamen sie die geballte Militärmacht der Nato zu spüren. Wie zu erwarten war, ergriffen sie mit ihren 30 Jahre alten Karabinern die Flucht.

Und es waren wieder die bösen Kommunisten und Pazifisten, welche die heldenhafte „Friedensmission“ der Nato als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg bezeichneten. Dabei weiß doch jeder, dass im Artikel I der Völkerrechts steht: Jedes ignorante Verhalten gegenüber den Weltherrschern im Weißen Haus wird mit militärischer Vernichtung bestraft.

Nachdem die ruhmreiche deutsche Wehrmacht Bundeswehr ihren Balkan-Feldzug in Jugoslawien erfolgreich beendet hatte (nach einer kleinen 55jährigen Pause), war auch sie nun bereit, wieder fremde Länder zu erobern und auf fernen Kontinenten zu meucheln und zu morden.

Das war sogar verfassungskonform, denn das Bundesverfassungsgericht hatte im Auftrag der Rüstungskonzerne und ihres Lobbyisten Struck („SPD“) geurteilt, das nicht Kriege, sondern nur ihre Vorbereitung grundgesetzwidrig wäre. Aber die Vorbereitungen wurden ja in Washington und Brüssel erledigt, so das man unbesorgt in den Krieg ziehen konnte.

Dolchstoß reloaded

Nun dauert dieser Eroberungskrieg in Afghanistan schon mehrere Jahre an. Da man ausser ein paar tausend umgebrachter Zivilisten keine „Erfolge“ vorweisen kann, muss nun wieder der Dolchstoß als Erklärung herhalten. Dazu nutzt man die selbstverständliche Ablehnung der deutschen Bevölkerung zu diesem Krieg gnaden- und schamlos aus.

Erst forderten Merkel und Jung „mehr Verständnis“ für dieses Verbrechen, dann die Oberste Heeresleitung in Gestalt einiger Generäle.

Man hielt medienwirksame Trauerfeiern für „Gefallene“ ab (auch wenn sie mit ihren Panzerwagen besoffen in einen Straßengraben gefahren waren) und verteilte das Eiserne Kreuz den Tapferkeitsorden für „kameradschaftlichen Mut“. Die Tapferkeit der Befehlsverweigerung (Bundeswehr-Sanis sollten in voller Bewaffnung Partouille laufen) wurde hingegen mit Degradierung, Versetzung oder auch „Bau“ belohnt.

Nun lässt man im Drehbuch „Dolchstoßlegende 2009“ auch einige Soldaten in den Medien zu Wort kommen.

Soldaten beklagen fehlenden Rückhalt

Sie riskieren in Afghanistan ihr Leben, und in der Heimat wird der Einsatz abgelehnt: Bundeswehrsoldaten leiden unter der Gefährlichkeit ihrer Aufgabe und Rufen nach einem Rückzug.

Ahja…sie „leiden“ also beidseitig: Unter dem Kriegseinsatz und unter der Forderung nach seinem Ende.

Schizophren, oder?

„Wir versuchen darum, bevor jemand auf uns oder unser Lager schießt, dies zu verhindern. Deswegen sind wir dort.“

Die Bundeswehr ist also am Hindukusch, um die eigenen Lager zu beschützen?

Wäre es da nicht viel besser und sicherer, erst gar keine Lager in fremden Ländern zu errichten?

Kritik übten die Soldaten an der mangelnden Unterstützung der Deutschen für den Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Da isser ja, der Dolchstoß! Hurra! Hurra! Hurra!

Insofern sei ein militärischer Orden für einen militärischen Einsatz richtig und die Verleihung durch die Kanzlerin eine gutes Zeichen gewesen.

Das fanden auch Kaiser und „Führer“ ganz toll:

ek_2

ehrenkreuz

früher                                          heute

„In einem Krieg sind die Kombattanten klar zu erkennen, an der Uniform“

„Die Taliban aber kommen daher wie normale Bauern, lachen dich an und schießen dir dann von hinten in den Rücken.“

Wenn das nun kein Krieg ist…was wird dann aus dem Märchen „Krieg gegen den Terror“?

Wird daraus nun „Friedensmission gegen den Terror“ oder was?

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg soll und wird weitergehen. Selbst wenn es keine „Taliban“ mehr geben sollte, hätte man es bis in alle Ewigkeit mit afghanischen Widerstands- und Rachekämpfern zu tun. Erst recht, wenn man weiterhin per „robustem Mandat zur Offensive“ mit Panzern und Haubitzen die Bevölkerung massakriert.

Krieg ist der Terror der Reichen.

Terror ist der Krieg der Armen.

Ihr wollt Afghanistan „zivilisieren“?

Dann schickt keine Panzer und Tornados, sondern Traktoren, Maschinen, Stromleitungen und was man sonst noch so braucht, um auf eigenen Beinen zu stehen!

Baufahrzeuge sehen in Deutschland anders aus…oder?

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One Comment - “Dolchstoß reloaded”


  1. […] die den US-Imperialismus ablehnt, muss die USA da gerade sehr sensibel sein. Erstmal muss die Neuauflage der Dolchstoßlegende wieder die bekannte Wirkung im Rechtsstaat Deutschland entfalten. Der den USA stets auf’s […]


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