Merkels Interview

Meine Kommentare können Spuren von Sarkasmus, Ironie und Zynismus aufweisen.

Für Risiken und Nebenwirkungen ist wie immer niemand verantwortlich.

Vor ein paar Tagen gab Stasi-IM Erika den Schülern der Berliner Carl-von-Ossietzky-Oberschule ein Interview, welches in Springers WELT (natürlich) vollständig wiedergegeben wird.

Frau Bundeskanzlerin, haben Sie wirklich die Macht, Deutschland gerechter zu machen?

Merkel: ich glaube, dass ich an vielen Stellen dazu beitrage, dass es gerechter zugeht.

Richtig so! Was andere Leute denken und glauben, spielt keine Rolle. Nur Du, liebste Angela, hast die Richtlinienkompetenz der Entscheidung darüber, was gerecht und ungerecht ist.

Können Sie drei Beispiele dafür nennen?

Merkel: Ich habe zusammen mit der Entwicklungshilfeministerin entschieden, die Entwicklungshilfe für Afrika deutlich zu steigern.

Nur nicht auf eine linkspopulistischen Neiddebatte über Gerechtigkeit einlassen! Dann schon lieber so tun, als hätte die „Entwicklungshilfe“ für Afrika etwas mit Gerechtigkeit zu tun.

Hoffentlich hat keiner gemerkelt, dass Du nicht bis „3“ zählen kannst.

Als ich Bundeskanzlerin wurde, waren es nach dem Winter 2005/2006 fünf Millionen Menschen arbeitslos. Im Frühjahr 2008 waren es nur noch 2,9 Millionen. Damit ist Deutschland gerechter geworden

Gut gemacht! Das musst du nur oft genug wiederholen, bis es auch jene glauben, welche heute noch die merkelwürdigen Zahlenspiele bei der Arbeitslosen-Statistik kritisieren. Pass bloß auf, dass dir nicht aus Versehen die Zahl 8 Mio herausrutscht. Das wäre nicht gut für unser Wahlergebnis!

Merkel: Es ist nicht leicht, von Hartz IV zu leben, weil man damit sehr sparsam umgehen muss. Aber wir müssen aufpassen, dass derjenige, der den ganzen Tag arbeitet, zum Schluss mehr Geld hat als wenn er nicht arbeitet.

Völlig richtig! Es ist schließlich nicht die Aufgabe einer Wirtschaftsmarionette wie dir, einen solchen Zustand per Mindestlohngesetz einfach zu beenden. Also immer hübsch aufs „aufpassen“ beschränken, um unsere Herren und Meister aus den Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden nicht zu verärgern.

Merkel: Zum 1. Juli, also vor wenigen Tagen, sind die Sätze gerade angehoben worden. Hartz IV steigt immer im gleichen Maße wie die Renten – und die wiederum steigen, wenn die Löhne der arbeitenden Bevölkerung steigen.

Das Festhalten an alten Legenden und Märchen ist immer gut, Angela! Die Schüler müssen schließlich nicht wissen, das per Riester-Reform die Rentenbindung an die Löhne schon vor 5 Jahren aufgehoben wurde. Oder planst du etwa schon die Einführung von Riester-Nullrunden bei den Löhnen? Gute Idee! Die passenden „Argumente“ lassen wir uns dann von INSM und Bertelsmann schicken, ok?

Außerdem wird regelmäßig die Hälfte der Sätze überprüft, also berechnet, wie viel man in Deutschland zum Leben braucht.

Solange niemand auf diesen Link klickt oder sich die regelsatz-luege.pdf ansieht, kannst du ruhig bei dieser Legende bleiben.

Dafür geben wir knapp ein Drittel unseres Bruttosozialproduktes aus. Das ist auch international ein Spitzenwert.

Uns ist da ein kleiner Fehler unterlaufen, Angela. Wir werden beim nächsten Mal die Hausrat-, Lebens- und Kfz-Versicherungen in diese „Berechnung“ mit einbeziehen. Das wirkt dann auch viel dramatischer.

Dieses „wir geben aus“ schließt z.B. die KV-Beiträge ein wie auch die KV-Ausgaben in „wir“ ein.

Mit dieser Methode kann man übrigens alle(!) Ausgaben (gleich welcher Art, egal wer und wo!) rein statistisch verdoppeln. Cool, was?

Ich gebe 10.000 Euro für ein Auto aus und der Autohändler verbucht „Abgabe eines Autos im Wert von 10.000 Euro“. Macht zusammen ein Ausgabenvolumen von 20.000 Euro. Trick verstanden?

Merkel: Ich glaube, dass die Empfänger von Arbeitslosengeld II sich sehr genau überlegen: Welche Partei schafft es vielleicht, dass wir wieder Arbeit bekommen? Es ist ja nicht so, dass die Betroffenen nicht arbeiten wollen.

Angela! Was redest du für einen linksradikalen Schmarrn daher? Natürlich müssen wir auch im Wahlkampf um „die Mitte“ bei unserer Legende bleiben, das Arbeitslose nicht arbeiten wollen, sondern es sich in der sozialen, aber nicht länger bezahlbaren Hängematte bequem machen.

Für die Wahrheit werden wir nicht bezahlt, Angela!

Diese Menschen wählen nicht die Partei, die ihnen den höchsten Hartz IV-Satz verspricht, sondern fragen, wie sie selber wieder ihr Leben in die Hand nehmen können.

Genau! Man kann durchaus ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn man zusätzlich zu seinem Lohn von 2,50€/h noch ergänzendes AlgII bekommt! Unsere Wahlkampfstrategen haben schon bei Herrn Hundt um die passenden „Berechnungen“ gebeten.

Merkel: Wir versuchen im Moment alles zu tun, damit die Krise möglichst kurz verläuft. Diese Ausgaben in der Krise finanzieren wir zurzeit über Verschuldung, wir müssen uns das Geld von Banken leihen.

Das ist nicht schön, aber ohne ein solches Programm wäre die Krise noch viel schärfer und die Kosten für unser Land im Ergebnis noch höher als die Kosten unserer Hilfen.

Und nach der Wahl erklären wir wieder einstimmig, dass Konjunkturprogramme nur teure und sinnlose „Strohfeuer“ sind. Die passenden Sendungen bei Will, Plasberg, Kerner & Co sind schon in Vorbereitung. Die bekannten Experten Hüther, Straubhaar, (Un)Sinn usw. sind schon eingeladen.

Wir müssen bloß aufpassen, das dich niemand „Wendehals“ nennt…das wäre nicht nett.

Für zusätzliches Wachstum in dieser schwierigen Phase wollen wir den Menschen, die arbeiten und sich anstrengen, mehr Netto in der Tasche lassen, also im Bereich der Steuern Entlastungen schaffen.

Mit diesen Floskeln müssen wir sparsamer umgehen, liebe Angela! Schließlich verdienen mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer nicht mehr genug, um überhaupt Steuern zu zahlen. Diese Entlastung käme also nur bei Gut- und Spitzenverdienern an (Vorsicht! Neiddebatte!).

Besser wäre es also, zukünftig die SV-Beiträge zu reduzieren, um dieses „Mehr Netto“ gleich in eine gesetzliche Pflicht zur privaten Renten- und Krankenversicherung für Arbeitnehmer umzuleiten. Das fände auch der Guido von der Hamburg-Mannheimer FDP ganz toll!

Und zugleich müssen wir nach der Krise die Schulden abbauen. Dabei hilft uns auch die Schuldenbremse, die wir in das Grundgesetz aufgenommen haben.

Am vierten Tage endlich gar, der Suppenkasper wie ein Fädchen war. Er wog vielleicht ein halbes Lot…und war am fünften Tage tot.

Warum nehmen Sie nicht das Geld von den Superreichen und reparieren damit die Staatskasse?

Merkel: Und bei wem soll ich Eurer Meinung nach anfangen? Bei den Fußballspielern? Oder den Popstars?

Liebe Angela…auch für dich nochmal zum mitschreiben: Einkommens- und Vermögenssteuern haben sich noch nie nach irgendwelchen Berufsbezeichnungen orientiert. Deine Antwort ist also wieder einmal so sinnfrei wie deine Politik.

Merkel: Menschen, die viel Geld verdienen, tragen bereits den größten Teil der Einnahmen unseres Landes aus der Einkommenssteuer bei.

Angela…du wiederholst schon wieder den Unfug aus dem Handbuch der INSM. Inzwischen weiß man aber, dass das größte Steueraufkommen für den Bundeshaushalt aus Verbrauchssteuern stammt. Dummerweise gehören die Leute mit den größten Einkommen nicht zu den größten Verbrauchern. Wie wäre es mit einer 19%-Mehrwertsteuer auf den Kauf von Geldanlagen, Aktien etc?

Das Schlimmste, was einem Staat passieren kann, ist, dass keiner mehr Lust hat, etwas Besonders zu leisten und damit Geld zu verdienen.

Echt? Dann verabschiede doch bitte ein Gesetz, welches Lohnerhöhungen nach Inflation und Produktivität vorschreibt. Damit wäre das Problem gelöst und die Arbeitseinkommen würden am nächsten Tag um 30%-50% ansteigen. Aber sowas wäre der pure Kommunismus, nicht wahr?

Was finden Sie in Deutschland heute ungerecht?

Merkel: (überlegt) Es gibt hunderttausende Alleinerziehende, die wieder eine Arbeitsstelle antreten könnten, wenn ein Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs da wäre.

Und wo gibt es diese hunderttausende freien Arbeitsplätze? Sei bloß froh, das wir die Fragen vorher abgesprochen haben, Angela!

Merkel: Wir müssen sehr genau darüber nachdenken, wie man für jeden die gleichen Chancen schaffen kann. Das ist kompliziert, weil die Kinder manchmal auch zuhause nicht genügend Anregungen bekommen.

Richtig so! Die eigene Verweigerung der Abschaffung des sozial-selektierenden Schulsystems verschweigen und lieber die alte Brühe „Eigenverantwortung“ aufwärmen. Weißt du eigentlich, wieviel im HartzIV-Regelsatz für „Bildung“ vorgesehen sind? 0,00 Euro für Erwachsene und Kinder.

Wir können uns eher vorstellen, dass ein Minister mit ausländischen Wurzeln von den Grünen stammt als von der CDU.

Merkel: Das sehe ich anders. Immerhin haben alle angeblich progressiven Parteien noch keine Frau und keine Ostdeutsche zur Kanzlerin gemacht.

Die moderne Partei hatte im Bundestag auch noch keine kanzlerwahlfähige Mehrheit, liebe Frau Bundesmerkel. Du hast diesen Job auch nur bekommen, weil du Konzernen, Milliardären und vor allem Friede Springer in diverse Körperöffnungen gekrochen bist. Allerdings waren da schon Schröder und Müntefering drin, so das es bekanntlich nur zu einer Großen Koaltition gereicht hat.

Ist es nicht ungerecht, dass die Frauen im Schnitt 20 Prozent weniger verdienen als die Männer?

Merkel: Doch, das finde ich ungerecht. Es kommt leider daher, dass die typischen Frauenberufe schlechter bezahlt sind als Männerberufe

Wenn man wollte, könnte man solche Tarifverträge als grundgesetzwirdig und Verstoß gegen die Menschenrechte einfach verbieten. Wenn man wollte…

Merkel: Dabei kann man beim Kindererziehen eine Menge lernen: wie man flexibel ist und mit hektischen Situationen umgeht, wie man improvisiert und immer die Nerven behält. Das wird in den Betrieben leider oft nicht gewürdigt. Ich hoffe, das Elterngeld wird etwas ändern.

Deine Unfähigkeit kann also einfach damit erklärt werden, das du nie Kinder erzogen hast? Glaubst du wirklich, eine Ursula von den Goebbels (noch ohne Bundes-Mutterkreuz) wäre eine besser Kanzlerin?

Und was soll der Unfug mit dem Elterngeld? Das orientiert sich bekanntlich nicht nach dem Erziehungsaufwand, sondern nach dem letzten Einkommen. Wer viel hat, bekommt von dir noch mehr. Die Problemfälle überlässt du eiskalt ihrem „eigenverantwortlichen“ Schicksal.

Merkel: Ich, ungerecht? (lacht) Naja, manchmal ist es so, dass man im Eifer des Gefechts jemanden, der etwas möchte, kurz angebunden behandelt. Und hinterher denkt man sich: Ach, hättest du vielleicht doch ein bisschen aufmerksamer sein können.

Die hungerstreikenden Milchbäuerinnen vor deinem Kanzleramt waren überwältigt von deiner Aufmerksamkeit. Erst als die Ersten von ihnen Besuch vom Rettungsdienst bekamen, hast du mal für 3 Minuten aus dem Fenster geschaut. Mehr „Aufmerksamkeit“ haben dir Alois Müller, Nord- und Südmilch-Aktionäre sowie Metro, Aldi, Edeka & Co nicht erlaubt, gelle?

Merkel: Ungerecht fand ich, wenn ich zum Beispiel beim Werken mit der Feile einen Kreis formen musste und der dann trotz stundenlanger Arbeit schief geworden ist.

Womit Frau Bundesmerkel eindeutig klargestellt hätte, das sie mit Begriffen wie „gerecht“ und „ungerecht“ rein garnichts anfangen kann. Sie kennt nichteinmal ihre Bedeutung.

Aber man muss im Leben schon kämpfen, um etwas zu bekommen. Und wer kämpft, sollte dafür auch belohnt werden.

Allerdings kommt es immer darauf an, wofür und für wen man kämpft, nicht wahr?

Wenn ich nach deinem Wahlsieg meinen Mitgliedsantrag für die INRAF (Initiative Neue RAF) ausfülle…darf ich dich dann zitieren, werte Angela?

Merkel: ich finde, dass ich schon ganz schön viel bewegen und auch zum Guten verändern konnte.

Hmmm…wenn ich noch länger darauf warte, das mir ein Beispiel dafür einfällt, wird diese Seite nie fertig.

Merkel: Wir sind eine Demokratie. Man muss sich um Mehrheiten bemühen, andere von seinen Ideen überzeugen.

Könnte mal bitte jemand diese Kapitalisten-Marionette darüber aufklären, das die Ideen der Mehrheit DER bestimmende Faktor einer Demokratie sind? Und nicht die Möglichkeiten der Millionärspresse, „Überzeugungsarbeit“ zu leisten!

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9 Kommentare - “Merkels Interview”

  1. Günni Says:

    Klasse! Einfach klasse, super geil!

    Ich komm vor lachen gar nich mehr unterm Tisch hervor 🙂

    Wenn s bloss nich so real wär

    Gruss


  2. […] der Kanzerlin aus einem Interview mit der Welt,  mit dem sich Ware Lüge heute auseinandergesetzt hat hat… sehr […]


  3. […] Merkels Interview « Ware: Lüge / Preis: variabel […]

  4. somluswelt Says:

    Danke, auch wenn einem das Lachen manchmal im Halse steckenbleibt.


  5. […] Merkels Interview « Ware: Lüge / Preis: variabel (tags: Merkel,Stasi,Interview,Bundeskanzler,Armut,Hartz4) […]

  6. Michael Mugge Says:

    Super Artikel, absolut unterhaltsam und kritisch. Daumen hoch.

  7. landbewohner Says:

    wenns nicht so traurig wär, ich könnt mich totlachen.

  8. Kempec Says:

    Cooler Artikel, wie schon oben geschrieben bleibt einen manchmal das Lachen im Halse stecken.
    Aber der Mitgliedsantrag für INRAF ist der Hammer 🙂

  9. Rainer Says:

    wo war ich denn die ganze zeit..tzz. allein der erste eintrag den ich lese, ist eine perle.


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