temporärer Realitätsverlust

Ich bin wieder da!

Zwei Wochen habe ich von den Perversionen der heutigen Realität Abstand genommen. Auf einem kleinen, aber feinem Campingplatz in Meck-Pom konnte ich 14 Tage lang (fast) wie Robinson Crusoe leben. Einziger Kontakt zur Aussenwelt: pünktlich um 18:04 Uhr der Wetterbericht im kleinen Taschenradio.

Allerdings fiel es mir in den ersten Tagen sehr schwer, vom Einheitsbrei der Milliardärsmedien fern zu bleiben. Selbst der morgentliche Gang zum Dorfbäcker war gepflastert mit allerlei bedrucktem Papier mit riesigen Lettern, welche man schon auf 100m Entfernung probemlos entziffern konnte. Widerlich der Anblick der vielen anderen Camper, welche mit Brötchentüte und BLÖD in den Händen zurück zu ihren Wohnwagen und Zelten marschierten. Zumindest bei der Bäckersfrau hinterm Tresen hatte ich schon am ersten Tag Pluspunkte gesammelt. Auf die obligatorische Frage „Und noch eine BILD?“ antwortete ich lächelnd: „Nein, lieber nicht. Ich brauche meinen Verstand noch!“. Schon am nächsten Tag brauchte ich mich nicht mehr in der Schlange anzustellen. „Meine“ Bäckersfrau hatte schon eine Tüte mit Brötchen für mich auf den Tresen gelegt, welche ich erst sonnabends als „Sammelbestellung“ zu bezahlen brauchte. Das ging 2 Wochen lang ganz wunderbar, auch wenn mich die BILD-Leser in der Warteschlange immer etwas säuerlich grüßten. Am Tag meiner Rückkehr in die Zivilisation bekam sie von mir noch ein paar (selbst gekaufte) Blümchen als Dankeschön. Manchmal kann die Welt einfach nur schön sein!

Meine Abstinenz vom medialen Einheitsbrei ließ mich den Begriff „Freiheit“ neu entdecken. Wenn man nicht täglich von den Meinungen der Herrschenden belästigt wird, verliert man schnell die ständige tägliche Wut und die fast pausenlos herrschende Verzweiflung über die Zustände in diesem Land. Man kann sich tagelang der Illusion hingeben, die Welt sei lebenswert…

Erst auf der Rückfahrt wurde mir beim Anblick des entvölkerten Nordostens Mecklenburgs klar, das mein Glück vergänglich war. Mit Gänsehaut dachte ich daran, was mich wohl beim Nachholen der 14-Tage-Nachrichten-Propaganda erwarten würde.

Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!

Ich lächelte und war froh…und es kam schlimmer!

In Honduras fand unter tatkräftiger Beihilfe sog. „freier Demokraten“ aus Deutschland ein völlig undemokratischer, gewaltsamer Militärputsch statt. Mittendrin statt nur dabei: die faschistische Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP.

Der gleiche faschistoide Verein lässt denn auch gleich einen Wahlkampf-Testballon steigen: 30% weniger Alg2 und Neuauflage des Reichsarbeitsdienstes (diesmal gänzlich unbezahlt) zwecks Re-Finanzierung der milliardenschweren Steuergeld-Geschenke an die Reichen und Superreichen, welche sich bekanntlich ihre Casino-Verluste aus der Staatskasse erstatten lassen.

Seehofer und die Pomade hatten sich wegen der angeblichen Quelle-Rettung in der Wolle, die Opel-Insolvenz wird noch bis zum Wahltag in die Länge gezogen, Porsche (Heuschrecke mit eigener Autowerkstatt) will doch noch VW übernehmen und anschließend an irgendwelche Ölscheichs verscherbeln und die „Experten“ sehen schon wieder „Licht am Ende des Tunnels“. Das es nur die Lichter des entgegenkommenden Schnellzuges der Rezession sind, stört wieder keinen.

Die USA haben dem Zionistenstaat zu verstehen gegeben: „Führt Krieg gegen wen ihr wollt, aber ohne uns!“, was im „Heiligen Land“ nicht mit Wohlwollen registriert wurde. Ansonsten scheint die „Revolution der Demokraten“ im Iran wieder zu dem zu werden, was sie schon am Wahltag war: heiße Luft.

Etwas Verwirrung herrschte beim Thema Honduras. Allgemein wurde erwartet, dass die westliche „Wertegemeinschaft“ unter Führung der Friedensmacht USA den rechtsgerichteten Militärputsch freudig begrüßen würde. Nachdem sich die Medien in Deutschland schon einen Tag lang über den Machtwechsel in Honduras gefreut hatten, verkündeten die USA ihre Ablehnung dieses Putsches.

Damit war Springer & Co der Wind aus den Segeln genommen und Honduras verschwand wieder auf Seite 4.

Aber das nächste Kuckusei ist schon gelegt: Die chinesischen Islamisten (Uiguren) wollen im Westen Chinas einen islamistischen Gottesstaat errichten. Nach Vorbild der Tibet-Terroristen des Lahmen Dalai griffen sie die (nicht-islamische) chinesische Bevlkerung an, plünderten und brandschatzten medienwirksam. Selbstverständlich waren auch hier wieder die Chinesen die „Bösen“. Wenn man die Wahl hat zwischen Islamisten und (Pseudo-)Kommunisten, stellt man sich lieber auf die Seite der islamischen Gotteskrieger. Da kommen selbst Bin Laden und Schäuble die Tränen vor Rührung.

Womit Merkel mit ihrer China-Kritik dann auch unwissentlich klargestellt hat, das ihr „Anti-Terror-Kampf“ die Islamisten nur als Vorwand missbraucht, um den neoliberalen Raubtierkapitalismus auch „sicherheitstechnisch“ vor Kritik und sozialer Unruhe zu bewahren. Die Große Koalition des Führers hat ja denn auch prompt die Zensur des Internets beschlossen, um den inneren Frieden durch Sperrung aufklärender aufrührerischer Webseiten zu erhalten.

In Krümmel ist Vattenfall wieder einmal ein Trafo abgefackelt und Frau Bundesmerkel hatte nichts eiligeres zu tun, als diesen Störfall zur Verkündung der Wahnvorstellung zu nutzen, die Kernspaltung sei sichere Energieerzeugung. Hoffentlich wurde damit deutlich, das Merkel & Co nichts anderes als Lobbyisten und Marionetten der Wirtschaft sind, bevor uns die Atompilze um die Ohren fliegen.

Jacko is tot.

Michael Jackson wurde nun endgültig von seinem Management dahingerafft. Schon in seiner Kindheit vom Vater auf die Bühne geprügelt, sollte er auch noch als 50jähriger wie vor 25 Jahren über die Bühnen dieser Welt toben.

Ursprünglich wollte er nur 1(!) Konzert geben, damit seine Kinder ihren Papa auch einmal „live“ auf der Bühne vor jubelnden und kreischenden Menschenmassen erleben konnten. Aber seine Manager waren anderer Meinung: Zum Schluss stand eine Konzerttour mit 50 Auftritten in seinem Kalender, was ihm schließlich den Rest gab.

Anstatt wie Elvis seinen Frust wegzusaufen, griff Michael zu Schmerzmitteln und den rosa Brillen der Pharmaindustrie.

Warum ich mich dieser Trauer anschließe? Das Album „Thriller“ kam auch in der DDR in die Geschäfte und wer früh genug vorbestellt hatte, bekam auch eine der begehrten schwarzen Vinylscheiben. Ich kannte seine Musik bis dahin nur sporadisch, aber wenn es „West-Künstler“ im Plattenladen zu kaufen gab, musste man natürlich zugreifen.

Ich fand die LP richtig toll und da ich kaum ein Wort verstand, machte ich mich damals dabei, die Texte vom „abhören“ mit dem Wörterbuch zu übersetzen. Nach einigen Versuchen mit sinnfreiem Kauderwelsch bekam ich dann mit fremder Hilfe ein brauchbares Textbuch zustande.

Es ist durchaus empfehlenswert, sich seine Texte in Ruhe durchzulesen. Im Unterschied zu Dieter Bohlen & Konsorten war Jackson durchaus gesellschafts- und politikkritisch.

Im Moment fällt mir nichts weiter ein, was noch erwähnenswert wäre.

Ich hoffe doch sehr, ihr habt euch täglich bei den Kollegen aus der Blogroll darüber informiert, was WIRKLICH auf dieser Welt geschieht.

Eine Bitte noch…ich habe beim „Bildungsfernsehen“ schon vor einiger Zeit „den Faden verloren“ *schäm*.

Wer also mithelfen möchte, das Programm auf dem aktuellen Stand zu halten, möge mir bitte Hinweise und Links mit der Kommentarfunktion zukommen lassen. Ich verspreche auch dankbare Erwähnung der Hinweisgeber!

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3 Kommentare - “temporärer Realitätsverlust”

  1. Silberling Says:

    Also diese Sendung Monitor der ARD hat mir doch gut gefallen. Der Schönbohm, CDU, nimmt halt was er kriegen kann. Nur wenn die Linkspartei dieses tut, dann ist ist ganz BÖSE!

  2. Ein Leser Says:

    Der „Demokrat“ in Honduras ist ein Verfassungsbrecher, der sich zum Diktator auf Lebenszeit aufschwingen wollte. Ein mieses Dreckschwein halt.

    Nicht schade drum…

  3. wareluege Says:

    Deutsche Bundeskanzler können auch „auf Lebenszeit“ regieren, wenn sie nur oft genug wiedergewählt werden.
    Warum sind Regierungschefs in Entwicklungsländern eigentlich „Diktatoren und miese Drecksschweine“, wenn sie sich die Bundesrepublik zum Vorbild nehmen?
    Was sagt das über Deutschland aus?
    Wie bezeichnet man in Deutschland Politiker, deren Gesetze und Wahlen nicht mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind? In Dikaturen nennt man solche Leute „Verfassungsbrecher“… 😉


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