BILD am Mittwoch

Nach einem anstrengendem, aber dennoch erholsamen Pfingstwochenende ohne die Segnungen der letzten 200 Jahre Zivilisation (kein Strom, kein Telefon, kein Internet, Nahrungszubereitung auf glühenden Holzkohlenstücken u.a. Abenteuerlichkeiten) bin ich so langsam wieder in der Realität angekommen.

Wäre ich doch lieber weggeblieben…

Irgendwo ist ein Airbus ins Wasser gefallen, Opel gibt es noch (oder doch nicht mehr?), Ursula von den Laien hat wieder dummes Zeug gelabert und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

Nun hat DIE Krise auch das Wetter erreicht und so fröstelt es mich ein wenig bei 12°C. Womöglich ist dem Deutschen Wetterdienst nun auch noch das Geld für Sonnenschein ausgegangen. Die machen doch unser Wetter, oder? 🙂

Aber nun zur hoheitlichen Haus- und Hofpostille der Diktatur des Kapitals.

Als Wieder-Einstieg in diese frustabbauende Bloggerei wollte ich mir (es ist ja wieder Mittwoch, gelle?) den depperten Plasberg von „dumm und unfair“ vorknöpfen. Aber sein Nonsense-Thema zum Pflege-Notstand in Altersheimen Seniorenresidenzen bringt mich nur unnötig in Wallung. Schon die Gästeliste macht deutlich, das hier wieder 73 Minuten lang Werbung für private Pflegeversicherungen gemacht wird. Also Nichts Neues Im Westen (wo der WDR wohnt)…

BILD am Mittwoch, Artikel #1

Anlässlich der Europa-Wahl bestimmt die Geschmackspolizei BILD, welche Wahlwerbespots „schlecht“ sind.

Auf Platz 1 der schlechtesten Wahlwerbespots (Tusch!): die Linke!

Eine luxuriöse Villa, pechschwarze Nacht, plötzlich zersplittert ein Fenster, ein Stein fliegt durch die Scheibe. Dann kommt die Message: „So lieber nicht – besser so: Die Linke wählen“. Ein Wahlspot, gerichtet an Steinewerfer – damit sie die Linke wählen?

BILD.de meint: Eher eine Anti-Image-Kampagne als ein guter Wahlspot!

Jaaa…das passt natürlich nicht zum BILD-Image der Linken. Jahrelang hat man felsenfest behauptet, die Linke (inkl. Gysi und Lafontaine höchstpersönlich) wäre für Steinewerfer und Porscheanzünder zum 1. Mai und ähnlichen Anlässen verantwortlich… und nun sowas! Wer soll denn die BILD-Meinung zukünftig übernehmen, wenn die Stasi-Kommunisten, Kinder-vom-Nachttopf-Schubser und DDR-Wiederhabenwoller nun öffentlich von Gewalt abraten? Wie gruselig müssen doch die Albträume von Friede Springer sein, wenn sie statt „Linke Chaoten und Steinewerfer“ so etwas wie „Linker Wahlerfolg“ drucken lassen müsste! Aber dazu wird es nicht kommen. Die Marionetten von CDU und FDP wissen schon genau, auf wen sie sich verlassen können, um die Wähler weiter zu belügen betrügen verblöden.

Zur sogenannten  „SPD“ schreibt Bild:

Die Star-Trek-Idee ist zwar einfallsreich, ein politisches Statement fehlt aber völlig.

BILD.de meint: Witzig, aber nicht ernst zu nehmen.

Der erste Satz geht ja noch in Ordnung, aber die neofaschistische Schröder-„SPD“ sollte man als Bürger schon ernst nehmen. BILD hat so etwas nicht nötig. Diekmann ist es schließlich egal, welche Regierung ihm gehorcht. Aber die Angst vor ener Koalition aus schwarzer „SPD“, militärgünen Grünen und roten Linken ist nun wirklich krankhaft paranoid. Eine einzige Hirnzelle bei BILD würde ausreichen, um die Macht von Friede Springer über eine weitere „Große Koalition“ zu erkennen.

Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo). Schade, dass sie weder laut vor der Wirtschaftskrise gewarnt hat, noch verrät, wie sie sie jetzt bewältigen will.

Ok…wer oder was dieser Verein ist, weiß ich jetzt auch nicht. Und zum Googlen bin ich grad zu faul. Es ist aber eindeutig, das allein schon der Begriff „Solidarität“ diese Bürgerrechtsbewegung zum BILD-Feind macht.

Übrigens liebe BLÖD: Ihr habt der BüSo auch nie Gelegenheit gegeben, irgendetwas „laut zu sagen“. Ausserdem ist es nur allzu verständlich, das man bei BILD gern fremde Lösungsvorschläge der Kandesbunzlerin Merkel vor die abgeleckten Füße legen will. Bisher hat Friedes Freundin Angela M. nur duch beeindruckende Inkompetenz geglänzt.

Fazit: Die Europawahl gilt bei vielen Parteien als Probelauf für die Taktik im Bundestagswahlkampf. Es wird getestet, wie die Bürger auf Emotion, Provokation und Humor reagieren.

Richtig! Die Erfolge bzw. Misserfolge bei der EU-Wahl werden Politik und Wirtschaft zeigen, welche Taktik die Medien bis zum 27. September anwenden müssen, um eine radikal-neofaschistische Koalition aus CDU und FDP an die Macht zu pushen wählen.

Wahlwerbespot der CDU (nicht ansehen, wenn Sie unter einem Balken sitzen!)

BILD am Mittwoch Artikel #2

Im Auftrag der Schmarotzerverbände Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) informiert BILD die Kanzler-Schauspielerin Angela M. darüber, dass die deutschen Millionäre und Milliardäre noch immer nicht so leicht den Steuerzahler ausplündern können, wie es bei der Hohlbirne Kohl noch der Fall war.

Außerdem sei der Zugang zu den Kreditprogrammen der Förderbanken langwierig oder die Hürden seien zu hoch.

Sicher doch! Und für das „demografische Problem“ muss man die faulen Störche zur Rechenschaft ziehen, nicht wahr?

Da selbige Wirtschaftsverbände ja bis heute so gr0ße Fans der Agenda2010 sind…warum lässt man die notleidenden Konzerne und ihre halbverhungerten Eigentümer wie Schaeffler, Klatten, Quandt, Porsche und Piech nicht einfach einen Hartz4-Antrag ausfüllen? Das ist in gut 4 Stunden erledigt und wenn die Sozial- und Steuerfahnder die Konzerne und Villen umgekrempelt haben auf der Suche nach „verwertbarem Vermögen“, kann dieser Antrag auch bearbeitet werden.

In einer rechtsstaatlichen Demokratie spräche nichts dagegen…aber in Deutschland?

BILD am Mittwoch Artikel #3

Eigentlich kein richtiger Artikel, sondern ein selten dämlicher Kommentar des Vollpfostens Hans-Hermann Tiedjes.

Der Mensch lebt nicht vom Staat allein

So lautet die Überschrift. In BILD! Selbige BILD wettert seit dem Urknall pausenlos gegen jede Form von Mindestlöhnen. Jahrelang sind Hetzer wie Tiedjes vor Prof. UnSinn auf die Knie gefallen bei seinen Behauptungen, Sozialleistungen seien unsozial, weil sie vollkommene Sklaverei verhindern würden. Solche Leute wie Tiedjes sind doch einfach nur widerlich, oder?

Wenn Karl Marx die Bundesrepublik Deutschland vorausgeahnt hätte, dann hätte er sein Jahrhundert-Blendwerk „Das Kapital“ gar nicht schreiben müssen.

In dieser Wortwahl kommt deutlich zum Ausdruck, wie sehr das Kapitalistenpack eine philosophisch-wissenschaftliche Analyse seiner Verbrechen hasst. Es wäre für die Kapitalbseitzer der Super-Gau, würden die Menschen den Kapitalismus nicht nur erleben, sondern auch verstehen.

In der BRD 2009 gibt es nämlich ganz real, wovon Marx 1867 träumte: Staatsbeteiligung an Betrieben (VW, Bahn), Vergesellschaftung von Banken (Hypo Real Estate), wachsenden Staatseinfluss auf Produktionsmittel (Opel, Porsche, Schaeffler) vielleicht sogar einen eigenen Staatshandel (Karstadt).

Wenn man keine Ahnung hat…schreibt man selbige in die BILD. In der gesamten „Kritik der politischen Ökonomie“ findet sich kein einziges Wort mit der Forderung oder Gutheißung ökonomischen Staatseigentums. Was auch völlig sinnfrei wäre in einem Buch, welches die Freiheit des Volkes von Ausbeutung und Unterdrückung duch Volkseigentum erklärt.

300 Milliarden Euro gibt der Staat 2009 aus, die Staatsquote liegt nächstes Jahr bei 49 %.

Welche „Staatsquote“? Die Quote des Anteiles an Staatsbetrieben an der gesamten Wirtschaft? Die Quote des Staates an den Instituten zur Erforschung des Flugverhaltens von Pinguinen?

Der Volksverblöder Tiedjes meint sicher die „Abgabenlast“. Schlaue Menschen wissen allerdings, das Sozialversicherungen zwar gesetzlich, aber nicht staatlich sind. Ok…schlaue Menschen in der BILD-Redaktion zu vermuten ist auch eine dämliche Idee. Sorry…

Das alles geschah, ohne dass – wie Marx glaubte – die Massen verelendet wären oder dass es des Sieges der Straße bedurft hätte.

Für so eine geistige Verwirrung muss man ausserhalb des Springer-Imperiums schon Hardcore-Drogenkonsument sein.

Die Verstaatlichung von Kapitalverlusten und Privatisierung von Kapitalgewinnen hat ja nun gar nichts mit Marxens Erkenntnissen zu tun. Ganz im Gegenteil!

Und die Leugnung des real existierenden Massenelendes hat schon in früheren Zeiten dazu geführt, das solche Dummschwätzer wie Tiedjes eine Nackenmassage mit Hilfe der Guillotine bekamen.

Unter der Großen Koalition ist passiert, was man nicht für möglich gehalten hätte: immer mehr Sozialismus.

Ich sehe das Bild schon vor mir: Angela Merkel und Franz Müntefering bekommen von Vollhorst Köhler das Große Bundesverdienstkreuz am Goldkettchen für die Schaffung eines sozial-gerechten Deutschlands.

Die Redenschreiber der Großen Koalition (INSM, Bertelsmann & Co) loben 3x täglich den 1. Platz Deutschlands im „Internationalen Sozialstaatsranking“ und das faschistoide Kapitalistenpack wird sich einen neuen Staat suchen, welcher ihnen bedingungslos alle denkbare Macht überlässt.

Und aus Deutschland wird ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat.

Klingt nicht sehr glaubwürdig, oder?

Glaubwürdig ist hingegen die Feststellung, das Hans-Hermann Tiedjes genauso schizophren und paranoid ist wie Hans-Werner UnSinn.

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