BILD-Geschichten

Geschichte #1:

BILD steht voll im Wahlkampf für Friede-Springer-Freundin Angela M.

Nun sind ja bekanntlich einige Ungereimtheiten im DDR-Lebenslauf der Frau Bundesmerkel aufgetaucht. Also bemüht sich BILD, diese Merkwürdigkeiten zu legitimieren. BILD nutzt dazu Aussagen aus der Merkel-Wahlwerbung „Menschen bei Maischberger“:

„Wir haben oft in Gaststätten an die Lampe geklopft und gesagt: ‚Wenn ein Mikrofon drin ist – einschalten!‘ “

Entweder ist Frau Kandesbunzlerin paranoid oder sie hat eine ausufernde Fantasie. Hier soll wohl das Klischee „Die Stasi war immer und überall…“ bedient werden. Kein Mensch in der DDR hat sich je so verhalten. Zum Beispiel standen in den DDR-Gaststätten die Lampen nicht auf dem Tisch, sondern hingen wie überall in der Welt von der Decke herunter.

Sie habe zu DDR-Zeiten manchmal an Ausreise gedacht, aber einzelne Gelegenheiten zur Flucht – etwa während einer Besuchsreise nach Hamburg – nicht genutzt.

Angela M. fuhr 1986 zu einem Familienbesuch nach Hamburg (BRD). Sie war damals bekanntlich noch viele Jahrzehnte vom ausreisefähigen Rentenalter entfernt. Und wenn man dann noch „West-Verwandtschaft“ besaß und Mitglied im höchsten wissenschaftlichen Gremium der DDR, MUSSTE man zwangsläufig mit dem MfS „ins Bett gehen“. Ohne 120%-Staatstreue sowie volles Vertrauen der Stasi hätte sie unter diesen Umständen niemals eine „Reisegenehmigung für das NSW“ bekommen. (NSW = NichtSozialistisches Wirtschaftsgebiet)

„Ich habe dazu oft genug Stellung genommen. Ich war selbstverständlich und viele Jahre in der FDJ.“ Solche Vorhaltungen seien „nicht der deutschen Einheit dienlich“ sagte sie.

Da die Wahlkampfdirektive der CDU gegen die Linke ausschließlich aus solchen Vorhaltungen besteht, kann man Frau Merkel getrost als schamlose Heuchlerin betrachten.

„Ich habe mir ein Leben als Wissenschaftlerin ausgesucht. Ich habe mir ein Studium ausgesucht, damit ich nicht so viele Kompromisse eingehen musste.“

Anders ausgedrückt: Frau Merkel ist in jeder Beziehung „anpassungsfähig“. Natürlich würde BILD die hochgeschätzte Frau Bundeskanzlerin niemals als Wendehals oder Opportunistin bezeichnen.

„Man sollte nichts verschweigen, aber auch nicht diese Schwarz-Weiß-Diskussionen führen, die uns allen nicht weiterhelfen.“

Ist schon recht, Angela! Was die CDU betrifft, muss man natürlich fein differenzieren und lügen, bis sich die Balken biegen. Bei anderen Leuten kann die DDR-Vergangenheit nicht schwarz genug gemalt werden. Zumindest hast du den Medien schonmal zu verstehen gegeben, das es auch in der CDU noch einige Stasi-Untiefen gibt…

Auf die Frage, ob der frühere DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker ein Diktator war, antwortete Merkel: „Im Sinne der Diktatur der Arbeiterklasse und ihres Machtanspruches war er natürlich dieser Diktatur verpflichtet.“

Eigentlich müsste BILD jetzt den sofortigen Rücktritt von Frau Merkel fordern. Schließlich hat sie sich in aller Öffentlichkeit geweigert, die DDR als Diktatur zu bezeichnen!

Aber zumindest gibt sie zu, das ihr die Diktatur des Kapitals lieber ist als eine Diktatur der Arbeiterklasse. Vielleicht hätte sie in ihrem Leben auch einmal arbeiten sollen? 😉

Geschichte #2

Nachdem sich nun schon einige Medien und „Experten“ dazu geäußert haben, das „HartzIV“ wohl nun in der Krise unbezahlbar werden würde, nimmt sich auch BILD dieses Themas an.

Allerdings nach dem bewährten Stammtisch-Motto „Arbeitslose sind faule und gierige Sozialschmarotzer!„.

Zu diesem Zwecke „berichtet“ BLÖD BILD aus einem Berliner Sozial HartzIV-Gericht.

Michael K. ist einer von 7 Millionen Deutschen, die von Hartz IV leben: 351 Euro Regelsatz plus Miete. Plus Nebenkosten. Plus Möbel.

Ahja… Plus Möbel. Da wäre aber noch mehr drin gewesen. liebe BILD. Zum Bleistift Plus Mercedes oder Plus 4 Handys oder Plus 100-Zoll-Plasma-Fernseher oder Plus Armani-Anzüge oder Plus Jährliche Kreuzfahrten

Nene…so geht das nicht! Wenn man schon Unfug zum Zwecke der Volksverhetzung verbreitet, sollte man wenigstens so richtig zulangen! 😉

Alle wollen Geld oder zu viel gezahltes nicht zurückgeben.

So sind sie halt, diese Sozialschmarotzer! Was für pöse Purschen!

Reinhard W., Mitte 50, wirres Haar, ist in Sorge…

Nichtmal zu Friseur gehen diese Sozialstaatsparasiten! Merkt euch das liebe BILD-Leser!

Ob Beate S. (eine dralle Frau um die 40 mit Neonjacke) und Heiko Sch. (ein junger Mann um die 20 mit Tarnhose) in „eheähnlicher Gemeinschaft“ leben, wird um 11.40 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Und anständige Klamotten haben die auch nicht! Eine dralle Frau (Hallo BILD, da gehört noch „in hautengen Leggins“ hin!) und ein junger Mann in Tarnhose (ist bestimmt einer von diesen gewalttäigen Linken) verleugnen auch noch vor Gericht ihre eheähnliche Gemeinschaft. Frechheit! Dabei sieht doch jeder (Vor Glück nimmt sie ihren Mitbewohner in den Arm.) dass die Beiden nur den Staat betrügen wollen!

Catherine G., 28, Lehramtsstudentin mit Tochter (2) hat eine Menge Bescheide und zu viel Geld bekommen.

Typische HartzIV-Empfänger! Mit 28 noch Studentin und dann auch noch mit Kind!

Obwohl sie im Unrecht ist, darf die junge Frau das Geld behalten – wegen Formfehler!

Genau! Nicht das Gericht entscheidet über Recht oder Unrecht, sondern BILD. Und nur BILD! Wir brauchen dringend neue Reformen! In der Justiz und dem Sozialstaat! Es kann doch nicht sein, das ein Richter eine andere Meinung hat als Springers Hetzblatt…

Der arbeitslose Michael K., ein bulliger Mann mit Bart, ist umgezogen. Das Amt hat den Umzug bezahlt. Die neue Wohnung auch. Jetzt streitet er um die Warmwasserpauschale – das sind in Berlin 6,53 Euro. Der Berliner Senat zieht 6,53 Euro ab, weshalb machmal sogar um diese 31 Cent gestritten wird. Michael K. will gar keine Pauschale zahlen, weil er in einer WG wohnt. Er gewinnt.

Kann sich dieser „bullige Mann mit Bart“ nicht einfach rasieren und für sein Geld arbeiten? Wieder so ein typischer Hartz-4-Empfänger!

Ich möchte nur informativ darauf hinweisen, das der Senat sowieso das Warmwasser als Wohnkosten mitzahlen muss, da Warmwasser nicht im Regelsatz enthalten ist. Ausserdem zahlt das Amt den Umzug nur, wenn es ihn selbst vorher angeordnet hat.

Geschichte #3

Bild macht nicht nur für Dieter-Hundt-Zäpfchen Angela Merkel Wahlkampf, sondern auch für den BankenBundespräsidenten Hotte Köhler:

Gesine Schwan hat Probleme. Allem Anschein nach kostet sie ihre Weigerung, die DDR als „Unrechtsstaat“ zu bezeichnen, entscheidende Stimmen bei der Bundespräsidentenwahl.

Jaaaa…so geht das natürlich nicht, Frau Schwan! Entweder Sie unterwerfen sich der offiziellen Siegergeschichte oder es ist Aus mit Ihnen! Wo kämen wir denn hin, wenn man andere Meinungen gelten ließe als die des Kapitalistenpacks der von BILD anerkannten „Historiker“?

Geschichte #4

Hans-Hermann Tiedje ist einer der Chef-Dummschwätzer Kommentatoren von BILD. In seinem Kommentar befasst er sich mit der Armuts-Landkarte. Und weil man auf gar keinen Fall die kapitalistischen Besitz- und Machtverhältnisse für die ausufernde Armut verantwortlich machen darf, findet Tiedje mal wieder die wahre Schuldige: die DDR!

Dieser Osten, so viel steht fest, ist weder von Kohl noch Brandt, weder von Schröder noch von Frau Merkel arm gemacht worden.

Es steht aber eigentlich etwas ganz anderes fest: Der Osten ist von Kohl und Horst Köhler arm gemacht worden! Dafür gibt es Beweise. Für Ihre hirnrissigen Behauptungen nicht, Herr Tiedje!

Als der Unrechtsstaat DDR zusammenbrach, war er komplett bankrott. In keiner Weise konkurrenzfähig. Zukunftslos. Eine Pleite-Diktatur, kaputtgewirtschaftet nicht von seinen Bürgern, sondern von der Staatspartei SED.

vergeich-brd-ddr (pdf)
Die Auslandsverschuldung der DDR betrug im Jahr 1990 ganze 20,3 Mrd. DM.

Das waren weniger als 10% des BIP der DDR 1990. Die Verschuldung des jeder Hinsicht überlegenen Kapitalismus der BRD betrug im Jahr 1990 mit 929 Mrd. DM mehr als 40% des BIP. Das war VOR der sog. „Wiedervereinigung“.

Wer war 1990 komplett bankrott. In keiner Weise konkurrenzfähig. Zukunftslos. Eine Pleite-Diktatur, kaputtgewirtschaftet, Herr Tiedje?

Die Ost-Armut von heute ist direkte Folge der SED-Politik. Die SED nennt sich heute Linke.

*gähn* Wie übermächtig muss doch der Sozialismus gewesen sein, wenn dem Osten Deutschlands der importierte Kapitalismus 20 Jahre lang nichts anhaben konnte? Und was bedeutet diese „Erkenntnis“ des Herrn Tiedje für die Mär vom „Erfolgsmodell deutsche Marktwirtschaft“? Aber keine Sorge, BILD-Leser stellen keine Fragen. Sie glauben einfach, was Vollpfosten und Hetzer wie Tiedje erzählen…

Der moderne Kapitalismus ist garantiert auch in seiner größten Krise dem Sozialismus überlegen. Turmhoch.

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie damals in der DDR die staatlichen Banken reihenweise bankrott gingen, volkseigene Betriebe und Kombinate Massenentlassungen verkündeten, die DDR-Bürger von Arbeitslosigkeit und staatliche beschlossenen Rentenkürzungen heimgesucht wurden und „Kinderarmut“ zum Top-Thema von Politik und Medien wurde.

Ääähhmmm…Moment mal! Irgendwas habe ich hier gerade verwechselt…

Waren das nicht alles Dinge, welche erst 20 Jahre NACH der DDR stattgefunden haben?

Könnte das sein?

Geschichte #5 (kein Link)

Die Wahl zum 5. Thüringer Landtag findet am 30. August 2009 statt.

Der MP-Kandidat der BILD CDU ist immer noch der wegen fahrlässiger Tötung verurteilte Dieter Althaus.

gewinner_althaus

Kennt jemand die Kandidaten der anderen Parteien? (nicht schummeln! nicht googlen!)

BILD kennt sie nicht…

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One Comment - “BILD-Geschichten”


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