Märchenstunde der Kapitalisten in faz

Das vom Arbeitgeberverband (Hundt) und dem Industrieverband (Keitel) betriebene „Institut der Deutschen Wirtschaft“ in Köln bekommt in der FAZ einen Platz zur Verbreitung ihrer Halluzinationen Märchen.

In der Serie „Zukunft des Kapitalismus“ versucht die Cheffin der Kapital-Lobbyisten in Berlin, Karen Horn, dem FAZ-Leser mit allerlei geistigem Unfug die tollsten Märchen und Legenden über den unbesiegbaren Kapitalismus zu erzählen.

Da der Oberindianer des IW (Michael Hüther) den letzten Hauch Glaubwürdigkeit bereits verloren hat, wird nun die „2.Reihe“ an die Medien-Front geschickt.

Das IW arbeitet als „wissenschaftlicher“ Berater für die INSM, das rechts-liberale Roman-Herzog-Institut sowie die Regierungen von Schröder und Merkel.

„Diese Krise zählt zu den unvermeidbaren. Nicht der geringste Abstrich ist zulässig von den drei Hauptsätzen der einzig treffenden Diagnose: Es lebt sich gut am Vesuv. Leider bricht er gelegentlich aus. Aber niemand weiß, wann.“ So brachte kürzlich ein früheres Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung den aktuellen Tatbestand auf den Punkt.

Die von maßlosen Kapitalbesitzern am Casinotisch „globaler Finanzmarkt“ ausgelöste Welt-Krise wird einfach mal zum Naturschauspiel erklärt. So wie der Vesuv nach Laune der Natur ausbricht, so sei dies auch bei den Krisen im Kapitalismus der Fall.

Hier wird die Verantwortung des Kapitals „neutralisiert“. In einem solch krummen Vergleich findet man natürlich keine namentlich bekannten Schuldigen.

Und sowas kommt von einem „wissenschaftlichen Institut“, welches jahrelang das Agenda2010-Motto „mehr Eigenverantwortung“ gepredigt hat! Wenn das Kapitalistenpack dann aber selbst Verantwortung für seine Zockerei übernehmen soll, macht es sich ganz schnell aus dem Staub und erfindet ein paar neue „Naturgesetze“. Wie armseelig sie doch sind, diese „Eliten“!

der Kapitalismus, (…) wohl verstanden als eine Wirtschaftsform, die zukunftsgerichtet durch Kapitalbildung, also Sparen und Investieren, auf Wohlstandsmehrung zielt – ein ökonomisches Miteinander, das sich in freiwilligen Austauschbeziehungen auf der Basis von Privateigentum an den Produktionsmitteln konkretisiert.

Offenbar hat diese „Wissenschaftlerin“ bis heute keine Ahnung, was Kapitalismus ist. Es geht einzig um die Ausbeutung von Arbeitskraft durch die faulen und arbeitsscheuen Kapitalbesitzer.

Aber der Faktor „Arbeit“ kommt ja in dieser neuartigen Kapitalismusdefinition überhaupt nicht vor. Ganz im Sinne der Arbeitgeber und Industriebesitzer dreht sich alles nur um den Faktor „Geld“. Man redet von Sparen und Investieren, von Wohlstandsmehrung und Austauschbeziehungen zwischen den Kapitaleigentümern. Kein Wort darüber, das der „Wohlstand“ der Bevölkerung nur aus den Krümeln besteht, welche die Kapitalisten zur Wahrung ihres „sozialen Friedens“ übrig lassen.

Wer für freie Märkte wirbt, meint schließlich nicht regellose Märkte. Wer für freie Märkte wirbt, will Märkte, die effizient funktionieren – auf dass die Erhardsche Formel vom „Wohlstand für alle“ Wirklichkeit werde.

Seltsam…

Gerade das IW mit Michael Hüther an der Spitze hat sich jahrelang für eine „Befreiung der Märkte von staatlichem Einfluss“ sowie für jede Form totaler Deregulierung eingesetzt. Nur so könne „Deutschland die neuen Aufgaben der Globalisierung bewältigen„.

Unerklärt bleibt, aus welchem Grund die IW-Geldgeber eigentlich „Wohlstand für alle“ haben wollen. Weder Arbeitgeberverband noch Industrieverband haben je von sich behauptet, in irgendeiner Form gemeinnützig zu sein. Oder soll hier nur wieder das alte Märchen von „Wir sitzen alle im selben Boot“ aufgetischt werden?

Damit sich die deutsche Gesellschaft auch heute noch hinter der Sozialen Marktwirtschaft versammeln kann, braucht es folglich mehr als ein Nützlichkeitsargument. Es braucht eine philosophische Begründung.

Soso…da hüpft die Miezekatze aus dem Sack: Nachdem der Schwindel „Kapitalismus ist Wohlstand für alle“ nach Wirkung der Agenda2010-Reformen aufgeflogen ist, muss man nun die Leute philosophisch bei der Stange halten. Da bin ich mal gespannt, wie die Philosophen des Kapitals den Philosophen Marx widerlegen wollen… 😉

Entgegen dem kruden utilitaristischen Materialismus der Kapitalismuskritiker sind Märkte nämlich nicht nur Wohlstandsmaschinen. Sie sind als Plattform der Interaktion auch soziale Räume – Räume, in denen es wesentlich (…), um individuelle Würde, Selbstbestimmung und Freiheit geht, und darauf aufbauend um gegenseitig vorteilhafte Kooperation im Rahmen allgemeiner Regeln gerechten Verhaltens.

Heute schon gelacht? Ausgerechnet den Kapitalismuskritikern, welche sich für gesellschaftliche Solidarität und ein soziales Miteinander einsetzen, wird hier ein kruder utilitaristischen Materialismus unterstellt. Die materialistischen Ambitionen der Kapitalisten zur fortwährenden Aneignung jeglicher Form an Kapital und Profit scheinen dieser „Wissenschaftlerin“ irgendwie entgangen zu sein.

Was der Arbeitsmarkt mit individueller Würde, Selbstbestimmung und Freiheit nach 5 Jahren Hartz-Gesetzen zu tun haben soll, ist nicht ersichtlich. Mit gegenseitiger vorteilhafter Kooperation hat der Kapitalismus schon durch die einseitigen Besitz- und Machtansprüche der Kapitalbesitzer gegenüber dem arbeitenden Proletariat nichts zu tun. Naja, es ist halt Märchenstunde…

Der Anspruch der Sozialen Marktwirtschaft im Geiste der Neoliberalen ist es, das generelle Streben nach persönlicher Freiheit von Zwang in der Sphäre des ökonomischen Austauschs in der Gesellschaft zu verwirklichen.

Hä? Wer dieses sinnfreie Geblubber auch nach dreimaligem Lesen nicht verstand hat, hier die Übersetzung:

Unter Sphäre des ökonomischen Austauschs ist nichts anderes als „Markt“ gemeint. Diese neoliberale Heuchlerin des IW möchte uns also einreden, der Markt (welcher auch immer) sei Garant für persönliche Freiheit. Aber welche persönliche Freiheit erwartet jene 95% der Bevölkerung, die für ihren Lebensunterhalt nur ihre Haut und ihre Arbeitskraft (ganz ohne Kapitalbesitz) zu Markte tragen? Im Geiste des neoliberalen Aberglaubens ist die „Freiheit“ also vom Status des jeweiligen Marktteilnehmers abhängig. Aber das wussten wir schon ohne diese „Wissenschaft“ der Kaptalisten…

Die dauerhaften Wohlstandsgewinne sind immer noch mit Abstand größer als die temporären Verluste im krisenhaften Kollaps.

Hallo? Gehts noch? Außer bei den Eigentümern der Industriekonzerne hat es in den letzten 10 Jahren bei niemandem „Wohlstandsgewinne“ gegeben. Nichteinmal in den Phasen des „Aufschwungs“. Selbst das IW musste im Jahr 2008 offiziell zugeben, das der „Aufschwung der Jahre 2005-2008“ an der Bevölkerung vorbei gegangen ist.

Und nach solch halluzinierenden „Wissenschaftlern“ richten die „Agenda2010-Parteien“ ihre Politik aus? Gute Nacht, Deutschland!

Die Wurzel des Übels liegt vielmehr woanders: in der Conditio humana. Und die ändert sich auch nicht mit einem anderen Wirtschaftssystem.

War ja klar! An der Krise ist der Mensch schuld! Auf der gleichen Linie „argumentieren“ Merkel und Köhler, wenn sie behaupten, „wir“ hätten über unseren Verhältnissen gelebt.

Ein anderes Wirtschaftssystem lässt eine Anhäufung von Kapitalbesitz nicht zu, welche zur Ausübung von politischer und gesellschaftlicher Macht befähigt.

Diese Fähigkeit des real existierenden Kapitalismus ist die Wurzel allen Übels. Aber das kann man schon seit 150 Jahren in Karls „Kritik der politischen Ökonomie“ nachlesen. Und welchen Einfluss die Ökonomie auf die Politik hat, wissen BDA-Chef Hundt und BDI-Chef Keitel am Besten. Nicht ohne Grund betreiben sie schließlich ein „wissenschaftliches Institut“ in Köln. 😀

Für Thomas Hobbes führt der Ausweg über einen Gesellschaftsvertrag, unter dem alle Bürger ihre natürlichen Rechte abtreten – an einen Staat mit unbegrenzter Herrschaftsgewalt. In einen ähnlichen Schwanengesang der bürgerlichen Kapitulation stimmen nun exakt 358 Jahre später die Kapitalismuskritiker mit dem Ruf nach einem massiv aufgerüsteten Primat der Politik mit ein.

Was für ein Unsinn! Hier wird ein „natürliches Recht“ auf maximalen Profit ohne Rücksicht auf die Gesellschaft herbeigeredet. Aber den heutigen Kapitalismuskritikern schwebt keineswegs eine „moderne Feudalgesellschaft“ wie vor 358(!) Jahren vor. Ganz im Gegenteil! Nur das Primat einer wählbaren(!) Politik kann die faschistischen Wirtschaftsherren unter Kontrolle behalten.

Aber genau davor haben die Wirtschaftsbosse Angst: einem starken Staat! Sie wollen lieber selbst ungeniert und ungehemmt im Staat schalten und walten, wie es ihnen beliebt. Wer sich ihnen in den Weg stellt, ist ein Kapitalismuskritiker und damit nach „aktueller“ Definition des Grundgesetzes ein Staatsfeind. So einfach ist die Welt des IW…

Auch heute soll der Staat wieder nicht alles, aber doch manches besser wissen – nur woher derlei überlegenes Wissen kommen soll, ist nach wie vor unklar.

Dumm, dümmer, Wirtschaftexperten…

Seit der Machtübernahme des Armani-Schröders ist Deutschland eine Beraterrepublik. Im Berliner Regierungsviertel zwischen Kanzleramt und Reichstag Bundestag treiben sich mehr Lobbyisten und „Berater“ herum als gewählte Politiker. Das IW selbst betreibt schließlich in Berlin ein „Hauptstadtbüro“, in dem diese Märchenstunde der Kapitalisten für die FAZ verfasst wurde. Zumindest gibt Frau Horn offen zu, von keinerlei Wissen beeinflusst zu sein. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung…

„Die Politik hat eine Verantwortung für die Gesellschaft, und dieser muss sie nachkommen“, postuliert Thomas Strobl. So adrett gewandet sich heute der  zu Ende gedacht letztlich die totalitäre Versuchung.

Genau! Noch deutlicher als hier kann sich eine IW-„Wissenschaftlerin“ nicht zum Faschismus der Wirtschaft bekennen. Natürlich liegen die Aufgaben der Politik in der Verantwortung für die Gesellschaft und nicht nur in der Verantwortung für den Wohlstand der „Leistungsträger und Eliten“.

Der postulierte Abschied von Eigenverantwortung und Privatsphäre, der Freibrief für staatliche Bevormundung ist die Höhe der Frechheit. Hier wird die gesellschaftliche Verantwortung der Politik gleichgesetzt mit Überwachungsstaat und Diktatur.

Dabei ist es das IW-finanzierende Kapitalistenpack selbst, welches aus den Chefetagen heraus die totale Überwachung und Kontrolle von Mitarbeitern und Bevölkerung betreibt. Allerdings nicht aus gesellschaftlichen Ambitionen, sondern für puren Profit- und Machterhalt. Schäbiges Gesindel!

Zwar wünscht sich niemand mehr einen absoluten Herrscher. An seine Stelle tritt deshalb eine zunehmend absolute Demokratie, die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Auf die Spitze getrieben, lässt diese uns diese Kollektivierung aber keine privaten Gärten mehr, die wir frei nach Voltaires Candide bebauen können.

Eine derartige Ablehnung der Demokratie sollte eigentlich(!) für einen Einsatz des Verfassungsschutzes beim IW reichen. Aber wir wissen ja, wessen Verfassung die Schlapphüte des Herrn Schäuble beschützen, gelle?

Und prompt wird dann auch die Demokratie mit Enteignung gleichgesetzt. Dieses Pack schreckt auch vor keinem Unfug zurück, um den Glauben an den Kapitalismus zu retten!

Ungeachtet der historisch nachweisbaren Tatsache, das in der „kommunistischen Diktatur der DDR“ wesentlich mehr Bürger einen privaten Garten besaßen als heute in Gesamt-Deutschland.

Ebenso unvorstellbar war es im „Unrechststaat DDR“, das große Kombinate in einem gnadenlosen Konkurrenzkampf alles platt gemacht haben, was ihrem Profit im Wege stand. Ein Handwerker oder ein „Tante-Emma-Laden“ hatte im Sozialismus eine reale Chance gegen die staatliche „Konkurrenz“, aber wie sieht es im totalitären Konzern-Kapitalismus aus?

Anstelle des Individuums soll nach Strobl nun das Kollektiv entscheiden, was gerecht ist. Das Kollektiv soll bestimmen, wie groß Banken werden dürfen.

Womit das IW dann auch gleich noch zugibt, das Kapitalismus und Demokratie unvereinbar sind. Es ist halt „unmenschlich“ dem Kapital zu verbieten, mit Gammelfleich und Co die Bevölkerung zu gefährden bzw. umzubringen. Welches „Kollektiv“ wäre denn auf die Idee gekommen, Wein mit Frostschutzmittel zu „versüßen“ oder die tödlichen Nebenwirkungen der „Gentechnik“ einfach zu ignorieren?

Die kleine Stadtsparkasse an der Straßenecke hat jedenfalls noch keine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst, werte Frau Horn!

Als ob es die Salden wären, die unsere Empfindlichkeit gegenüber abrupten Nachfrageeinbrüchen in der Weltwirtschaft ausmachen. Nein, diese ergibt sich per se aus der Verflechtung, das heißt, relevant sind nicht die Salden, sondern die Volumina des Handels.

Kein Wort verliert das IW darüber, mit welchen Mitteln und Methoden die deutschen Industriekonzerne ihre Exportvolumen gesteigert haben. Oder hat Frau Horn die Agenda2010 und die Hartz-Gesetze schlicht verpennt? Kann ja passieren, wenn man pausenlos in den Rektalöffnungen der Industriebarone steckt…

Der Kapitalismus ist das einzige System, das sich aufgrund der idealerweise von externen Eingriffen unverzerrten, die individuellen Interessen abbildenden und koordinierenden Rückkopplungsprozesse immer wieder selbst korrigieren kann.

Schwachsinn! Ein System selbst ist nie korrigierbar. Es ist in jedem System nur möglich, Fehler von Betreiligten zu korrigieren. Im Kapitalismus war es stets das Privileg der Kapitalbesitzer, ihre Fehler vom Rest der Gesellschaft korrigieren zu lassen. Und schon wieder wird aus einem individuellen Privileg ein „Naturgesetz“ gemacht. Reife Leistung, Frau „Wissenschaftlerin“!

Er ist das einzige System, das einen Mangel an Moral oder an Regeln nach gewisser Zeit anzeigt und uns dazu bringt, Moral oder Regeln neuerlich einzufordern.

Unsinn! Die Geschichte des Kapitalismus hat hundertfach gezeigt, das Moral und Regeln von den Kapitalisten beliebig neu definiert werden. Zuletzt begründete man diese Neudefinitionen mit den Floskeln Sachzwang, Globalisierung und Demographie. Damit verbunden war die Abschaffung von Regeln, die „Deregulierung„.

Nur in der Marktwirtschaft kann es solche Krisen überhaupt geben – und vor allem die damit verbundene Selbstreinigung und Innovation.

Wow! Wahrheit und Lüge gleichzeitig in einem Satz! Natürlich kann eine Krise wie die Heutige nur durch kapitalistische Profitgier ausgelöst werden. Aber zu behaupten, dass damit Selbstreinigung und Innovation verbunden wären, ist schon ein starkes Stück!

Selbst nach mehreren Monaten Finanzmarktkrise hält man immer noch an den auslösenden Geschäftsmodellen fest. Es gibt weder Selbstreinigung noch Innovation. Nur die von den Kapitalisten eingeforderten Steuergelder zum Erhalt des gescheiterten Systems des Casino-Kapitalismus…

Die Ergebnisse des Weltfinanzgipfels in London geben hier einigermaßen, wenn auch mit Einschränkungen, Anlass zur Hoffnung.

Selbstverständlich! Schließlich haben die politischen Handlanger des Kapitals nur das beschlossen, was ihre Herren befohlen haben. Gab es überhaupt nennenswerte Beschlüsse ausser den unverbindlichen „Absichtserklärungen“?

Nur dann kann für die Zukunft verhindert werden, dass es wieder zu einer verheerend exzessiven Geldpolitik, zu einer verantwortungslos kurzfristig denkenden Fiskalpolitik und zu unterlassenen Aufsichtspflichten kommt.

Hier, in diesem letzten Satz, wird die völlige Realitätsabstinenz des IW deutlich. Nicht das gierige Kapitalistenpack hat sich an ihren eigenen „Wertpapier“-Börsen verzockt, sondern der böse böse Staat hat die alleinige Schuld!

Seit inzwischen 10 Jahren gilt es als eines der obersten Ziele des Kapitals, Staaten zu verarmen und somit zu entmachten. Beispielhaft dafür ist das Schröder-Blair -Abkommen wie auch die „Maastricht-Kriterien“. Trotz der seit 1999 (dem Wechsel von Lafontaine zu Eichel) betriebenen Sparpolitik des Staates in den sozialen Bereichen Bildung, Gesundheit, Renten, Arbeitslosigkeit usw.  faselt die Schnepfe des IW immer noch etwas von „exzessiver Geldpolitik“.

Sie nennt die (zugegeben faschistoide) Steuerpolitik der letzten Jahre „verantwortungslos kurzfristig“, obwohl man beim IW selbst nur quartalsweise denken kann. Und für die Reduzierung von Banken- und Börsenaufsicht hat das IW als „Regierungsberater“ selbst gesorgt. Jahrelang hat man diese Art der „Deregulierung“ explizit gefordert, um „Frankfurt zu einem führenden Finanzplatz und Deutschland attraktiv für ausländische Investoren“ zu machen. Unter rot-grün wie auch unter schwarz-rot wurde dafür gesogrt, dass die Bafin nur noch statistische Aufgaben hatte und sich die „Investoren“ auf Kosten der Bevölkerung wie Heuschrecken benehmen konnten.

Aber all das haben die IW-Dumpfbacken schon verdrängt. Mit sehr abenteuerlichen Kombinationen aus leeren Floskeln und Phrasen soll der Aberglauben an den „Wohlstand für alle durch Kapitalismus“ aufrecht erhalten werden.

Wenn der Kapitalismus nicht nur in leeren Worten, sondern auch in Taten „Wohlstand für alle“ schaffen könnte, wäre weder das IW noch dieser Blog nötig.

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Karen Horn vertritt die wirtschaftsfaschistischen Forderungen und Standpunkte der FDP (Mitglied? Funktionärin?), arbeitet für die FDP-Propaganda- und Parteispendenverschleierungsinstitution „Friedrich-Naumann-Stiftung“, die neoliberal-rechte Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft und war Gründungsmitglied des „Institutes zur Zukunft der Arbeit“ (IZA) des Herrn Steuervermeiders Zumwinkel.
Zu den Reformvorschlägen des IZA zählen das Workfare-Konzept (Reichsarbeitsdienst), die Ablehnung von Mindestlöhnen, längere Arbeitszeiten, die Abschaffung des Kündigungsschutzes sowie die Anhebung des Renteneintrittsalters. Der IZA-Direktor für Arbeitsmarktpolitik Hilmar Schneider forderte auf einer Tagung die „Arbeitslosen-Auktion“, bei der Unternehmen Arbeitskraft ersteigern können.

Und dieses asoziale Pack will „uns“ von den Vorzügen des Kapitalismus überzeugen? Da glaube ich doch eher den Märchen der Gebrüder Grimm und Hans-Christian Andersen.

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4 Kommentare - “Märchenstunde der Kapitalisten in faz”


  1. […] Sehr schön auch dieser Beitrag. […]

  2. kaviagratsel Says:

    Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
    Besten Dank und gruss

  3. Flying Circus Says:

    Klasse Beitrag. Beim Lesen der Lügen der INSM- und sonstigen Schergen habe ich einerseits Bauchweh vor Lachen und andererseits Kopfschmerzen bekommen.

    Aber ich beklage ja schon seit geraumer Zeit, daß wirtschaftlicher Sachverstand absolute Mangelware geworden ist. Volkswirtschaftslehre kann man sowieso abhaken, stattdessen erklären Betriebswirtschaftler wie Prof. Dr. Sinn, wie eine Volkswirtschaft zu funktionieren habe. Das Blöde daran: davon hat er keine Ahnung, weil sich die Erkenntnisse der BWL nicht auf die VWL ableiten lassen.

    Am besten finde ich aber die Aussagen

    1) daß der Markt erst Freiheit ermöglicht – Fuck yeah, seit ich arbeiten gehe, bin ich viel freier! Ich bin ja nur 3 Stunden am Tag auf Achse, um zur Arbeit und zurück zu kommen und dazwischen ackere ich für einen vergleichsweise lächerlichen Lohn … aber hey, ich bin FREI!! Ich kann jederzeit die Brocken hinschmeißen und Hartz IV … äh … genau.

    2) Daß das System sich selbst korrigiert. Das ist die „unsichtbare Hand des Marktes“, von der so viele Wissenschaftler immer faseln. Fragt man dann mal nach, können sie einem das nicht näher erklären. Was nicht weiter verwundert – so etwas gibt es nicht. Punkt. Der Markt besteht aus den Marktteilnehmern. Ende, aus, gib die weiße Fahne her. Da keiner der Marktteilnehmer über die umfassenden Informationen verfügt, die er nach den tollen Modellen der Wissenschaftler haben müßte, um rational handeln zu können, und darüber hinaus auch gar nicht so denkt, wie er müßte (nämlich mit dem Wohle des Gesamtsystems im Hinterkopf!), ist die Katastrophe programmiert. Und so ist es ja auch gekom- nein halt, war ja eine völlig unvorsehbare … wie der Ausbruch des Ätna … ich kann echt nicht mehr.

    Also, EIN gutes kann ich meinem Studium der BWL nun doch abgewinnen: ich weiß, wie die Hohlroller denken. *g*

  4. Lani Tucher Says:

    Danke, jetzt endlich habe ich das gerafft 😉


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