Staatsbürgerkunde

In Berlin steppt der Bär.

Eine Gruppierung um Springer-Konzern, Bertelsmann und diversen „bürgerlichen“ Initiativen will per Volksentschied den christlichen Religionsunterricht zum „ordentlichen Schulfach“ machen.

Bisher war das Fach „Ethik“ als Schulfach vorgeschrieben.

Ethik befasst sich mit der Lehre von Sitte, Anstand und Moral. Also alles Dinge, welche Bürgerliche, Pfaffen, CDU und Friede Springer für wertlos halten.

Dagegen setzen sie die Lehren der „christlichen Werte“, welche den Kindlein per Zwang anerzogen werden sollen.

Die von den Kirchen unterstützte Initiative „ProReli“ will ab der ersten Klasse das Wahlpflichtfach Ethik ODER Religion durchsetzen. (BILD.de)

Womit der Springer-Konzern dann auch gleich zum Ausdruck bring, das sich Ethik und christliche Wahnvorstellungen von Wassergehern und brennenden Dornenbüschen nicht mit Sitte, Anstand und Moral vereinbaren lassen.

Es fehlt jetzt nur noch G. W. Bush, welcher ja angeblich im Auftrag irgendeiner Wahnvorstellung den Irak und Afghanistan zerstören ließ.

Redest du mit Gott, bist du gläubig. Redet Gott mit dir, bist du verrückt.

Die Irrenhäuser sind voll mit Leuten, welche irgendwann einmal gesagt haben: „Gott hat zu mir gesprochen!“.

Und nun sollen die Kinder von Berlin auch noch von solchen Irren unterrichtet werden?

Sicher doch…, meint Bild seit vielen Wochen und beruft sich dabei auch noch auf das Grundgesetz:

Grundgesetz (Artikel 7 Absatz 3) schreibt vor, dass Religion an den öffentlichen Schulen ordentliches Lehrfach sein soll. (Bild.de)

Da sich Bild so intensiv für den Glauben einsetzt erkläre ich: Dieser Aussage glaube ich nicht.

Zu Recht….denn im Grundgesetz steht an besagter Stelle folgendes:

(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.

Klartext: Wird in einer Schule kein Bekenntnis zu einer Religion verlangt, fällt „Reli“ in den Bereich „Privatvergnügen“ und wird kein Lehrfach. Da staatliche Schulen (auch kirchliche Schulen sind „öffentlich“) nicht dem Prinzip eines religiösen Gottesstaates folgen, dürfte verpflichtender, regulärer Religionsunterricht in Deutschland verfassungswidrig sein.

Aber was störts die Bürgerlichen, wenn das GG so weit verbogen wird, dass man das Knirschen der Balken meilenweit hören kann?

„Jetzt kämpfen Christen, Juden und Muslime gemeinsam für die Freiheit“ wirbt „Pro Reli“ für „Berlins wichtigsten Ja-Gang“.

Dann sollte man den Christen, Juden und Muslimen mal verklickern, das „Pro Reli“ keineswegs einen gemeinsamen Reli-Unterrnicht haben will. „Religion“ soll strikt getrennt unterrichtet werden. So können alle Fanatiker ihren religiösen Rassenwahn genussvoll ausleben. Dabei mutet es allerdings schon merkwürdig an, das Juden und Muslime in dieser Diskussion bisher völlig abseits standen. Selbst BILD liefert nur „Experten“ aus dem Fanclub des Angenagelten.

Aber hier geht es nicht nur um die grundsätzliche Verbreitung von „Opium fürs Volk“ unter den nächsten Generationen. Nach der Niederlage bei der Tempelhof-Stilllegung will man nun dem rot-roten Senat per „Volksentscheid“ ein blaues Auge verpassen. Sollte „Pro Reli“ wider erwarten Erfolg haben, steht Montag in 3×3 Metern großen Lettern in BILD: „Springer-Konzern fordert Neuwahlen in Berlin!“

Nun gut…vielleicht nicht so direkt formuliert. 😉

Ich hingegen würde eine neue Form des Faches „Staatsbürgerkunde“ favorisieren.

Die Wissensvermittlung in diesem Unterrichtsfach stellte das „Kollektiv“ in den Mittelpunkt. „Der Schritt erfolgt vom Ich zum Wir“ war eine Losung in der DDR. (…) Als besonders wichtig galt die Darstellung der herrschenden Klassen in den USA und der BRD als „Klassenfeinde“.

Den Unsinn mit der „Wehrkunde“ und der Unterwerfung unter andere Staaten (hier: Sowjetunion) würde ich allerdings weglassen.

Zumindest wird im Wiki-Artikel klargestellt, das die westlichen Staaten (insbes. ihre Bürger) in der DDR keineswegs als „der Feind“ dargstellt wurden. Es ging um den gemeinsamen Feind einer kapitalbesitzenden, herrschenden Klasse. Den „oberen Zehntausend“.

Aber diese Kleinigkeit ist heute vergessen. In den Büchern der Siegergeschichte wird wohl ewig behauptet werden, die DDR sei der BRD feindlich gesinnt gewesen. Frei nach der beliebten Kapitalisten-Legende: Arme und Reiche sitzen in einem Boot und haben gemeinsame Freunde und Feinde“

Was wäre wenn…?

Was wäre, wenn die Einwohner Deutschlands tatsächlich in der Schule und in den Medien darüber aufgeklärt würden, was Kapitalismus wirklich ist? Dass dieses System das Gegenteil von „Demokratie und Freiheit“ erzwingen will?

Dann wäre Aufklärung der Anfang vom Ende. Genauso wie die Aufklärung Luthers oder der französischen Revolution das Ende der damaligen Machtkonstellationen war.

(fiktives Kapitel aus dem neuen Staatsbürgerkunde-Unterricht)

Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Zur Legitimation ihres Kapitalbesitzes und ihrer Macht über dessen Verwendung erfand man die Umdeutung von „Arbeitnehmer“ und „Arbeitgeber“.

Derjenige, welcher sich die Arbeit anderer Leute aneignet (stiehlt), um sich daran zu bereichern, wird „Arbeitgeber“ genannt.

Ziel dieser Umdeutung ist es, die Kapitalisten als wohltätig darzustellen, da sie ja die „Gnade“ zeigen, anderen Menschen Arbeit zu geben und ihnen dafür einen Lohn zu zahlen.

Der „Arbeitnehmer“ soll als „Nehmender“ („geben ist seeliger denn nehmen“) vom schlechtem Gewissen geplagt Einverständnis zeigen mit der Forderung nach unterbezahlter/unbezahlter Arbeitsleistung. So wird in der gelehrten Ideologie des Kapitals der Arbeiter zum Täter und der Kapitalist zum Opfer einer hallizinierten Großzügigkeit. Die Aufgabe der politischen Büttel des Kapitals besteht darin, durch politische Entscheidungen den Kapitalisten „Entschädigung“ für ihre Bereitschaft zu gewähren, „Arbeit zu geben“.

Wäre das nicht mal ein interessanter Stoff für den Schulunterricht? Viel interessanter ist die Vorstellung, wie die Menschen reagieren, wenn man sie aus dem Nebel kapitalistischer Deutungen herausführt.

Aber dazu wird es (leider) nicht kommen. Nachdem nun öffentlich vor sozialen Unruhen und Aufständen gewarnt wurde (komisch…die gleichen Leute haben Marx immer für „tot“ erklärt), stellen sich Kapitalisten, ihre Politiker und Medien nun zur Beschwichtigung auf. Merkel erklärt diese Warnungen zur „Aufwiegelung“ und prompt streht Prof. UnSinn auf der Matte und erklärt einen „steigenden Geschäftsklimaindex“.

Die Medienhuren stürzen sich auf diesen Unfug und erzählen überall, die Krise sei nun beendet. Keiner kommt auf die Iddee, dass die befragten Manager deshalb so optimistisch sind, weil Merkel und Steinbrück mit Steuerzahlers Geldern für sie die verbrannten Wertpapiere Kartoffeln aus dem Feuer holen. Wer würde bei solchen Aussichten nicht „optimistisch in die Zukunft blicken“?

Wolfgang Schäuble!

Springers Welt „berichtet:“

Islamistische Terroristen haben sich in einem Video erneut direkt an Deutschland gewandt. „Die Mudschaheddin sind unterwegs zu euch und wir werden euch alle vernichten“, heißt es in der Botschaft, die teilweise in deutscher Sprache aufgenommen wurde. Es ist nicht das erste Terrorvideo in dieser Woche.

Da wir ja (angeblich) in einer Demokratie leben, sind soziale Unruhen natürlich ein dunkler Schatten auf dem „Erfolgsmodell Deutschland“. Damit es nicht dazu kommt, muss ein solcher Super-Gau natürlich im Keim erstickt werden.

Somit zaubert man pflichtbewusst (mal wieder) ein paar „islamische Terroristen“ aus dem Hut, um einen Anlass zu konstruieren, mit dem man die aufmüpfige Bevölkerung einer lückenlosen Überwachung und Kontrolle unterziehen kann.

Nach den „Anti-Terror-Maßnahmen“ Vorratsdatenspeicherung, Verbindungsdatenüberwachung, kleine und große Lauschangriffe, behördliche Kontrollen von Bankverbindungen usw. kommt nun der nächste Vorwand, um „Rädelsführer und Linksextremisten“ unschädlich (für die Kapitalisten) zu machen.

Übrigens…die Abschaffung des Bankgeheimnisses wurde eingeführt, um „die Finanzierung des Terrorismus zu verhindern“. Nach Auskunft der Banken in Deutschland kommen aber die meisten dieser Anfragen nicht von BKA und Verfassungsschutz, sondern von den Sozialämter und Argen!

Merke: Du darfst den Taliban ruhig ein paar Euro spenden. Aber wehe, du hast als Hartz4-Empfänger irgendwo noch Ersparnisse für noch schlechtere Zeiten. Dann bist du ein Verbrecher!

Bilder von hübschen Frühlingsblumen findet man übrigens hier

.

und hier

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2 Kommentare - “Staatsbürgerkunde”


  1. […] so- für einen einzigen Schüler Ethik anzubieten, war einfach nicht angebracht. Also habe ich zwangsweise Reli besucht, “ohne” wäre mir das Abi verwehrt geblieben, Weigerung nicht möglich. Meine […]

  2. Flying Circus Says:

    „Redest du mit Gott, bist du gläubig. Redet Gott mit dir, bist du verrückt.“

    Dann bin ich wohl verrückt. Mit mir hat Gott schon gesprochen. Das Sprüchlein vermittelt ein Bild von einem Gott, der mit dem der Bibel nüscht zu tun hat.
    Was George W Bush angeht: Würde er sich als Pazifist bezeichnen, würde man ihn auslachen. Nennt er sich aber Christ – dann nimmt ihm das jeder ab, weil man dann munter draufhauen kann. Sein Verhalten ist alles andere als christlich, also soll er bitte auch nicht das Mäntelchen umbekommen.

    Was den Artikel an sich angeht: meiner Ansicht nach sollte jeder frei wählen können, ob er Ethik oder Religion belegen möchte. Gezwungen werden sollte man da zu nichts.


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