Plasberg manipuliert hart und unfair

Die heutige Ausgabe (22.04.2009) des dümmlichen Plasberg trägt den Titel:

Armutsrisiko Reichtum:
Die Gutverdiener als Wahlkampf-Opfer?

Eine Rückzahlung an die Gesellschaft nennt die SPD ihre Spezialsteuern für Reiche. Endlich ein Stück Gerechtigkeit für die Mehrheit, die die Krisen-Zeche zahlt? Oder gilt jetzt nur noch: Mit Klassen-Kampf ins Kanzleramt?

Plasberg (ich fokkusiere seine Redaktion mal auf seine Person als „Chef“) hält offensichtlich die von der sog. „SPD“ in den Wahlkampf geworfene „Reichensteuer“ für Klassen-Kampf.

Diese sog. „Reichensteuer“ ist allerdings wirklich nur Wahlkampf-Populismus. Auf diesem Wiki-Bild zum Spitzensteursatz gut zu sehen:  Bereits seit dem Jahr 2007 erheben CDU und SPD gemeinsam(!) einen Aufschlag von 3% auf den Spitzensteuersatz von 42%. Allerdings fällt dieser Aufschlag erst ab 250.000 Euro zu versteuerndem Einkommen an. Also 45% Steuer auf einen(!) Euro bei 250.001 € Jahreseinkommen. Aber auch erst dann, wenn man die Freibeträge sowie die steuerbegünstigten Absetzbeiträge (Rentenversicherung, private Krankenversicherung usw.) abgezogen hat. Erst wenn danach noch 250.001 € Euro übrig bleiben, muss man 45% auf 1 Euro zahlen.

kapiert? gut!

Während der kommunistischen CDU-Diktatur von Helmut Kohl betrug der Spitzensteuersatz im Jahr 1998 53%.

Die linksradikale Schröder-Regierung hat dann auch auf Befehl ihrer Zielgruppe (denen wollte VW den Phaeton verkaufen) diesen Steuersatz um ganze 8% gesenkt. Zur Gegenfinanzierung dieser Reichen-Abzocke erfand man dann das üppige und luxeriöse Alg2 mit 345 Euro im Monat.

Selbstverständlich erhöhte die „SPD“ im Wahlkampf auch die Freibeträge, so das sich der real zu zahlende Spitzensteuersatz noch weiter reduzierte.

Aktuell will die „SPD“ also diesen Reichen-Aufschlag um 2 Prozent auf 47% erhöhen und die Grenze von 250.000€ auf 125.000€ halbieren. Das ist ein typisches „SPD-Wahlversprechen“: heiße Luft, sonst nichts.

Bei genauerem Hinschauen nichts weiter als ein weiteres Koalitionsangebot an die CDU:

„Gebt uns die 2% und wir verzichten auf die Halbierung der Einkommensgrenzen!“

Angesichts des vom Frankfurter Bankenviertel geplünderten Bundeshaushaltes können beide Besserverdiener – Volks-Parteien erhobenen Hauptes vor ihre Herren ihre Wähler treten.

Nicht neu, aber (vermutlich) wieder erfolgreich. Zur Not helfen die Medien dem Verständnis für diesen „Kompromiss“ eben etwas nach.

Aber nun zurück zur Medienhure Plasberg:

Er manipuliert bereits beim Thema der Sendung. Gemäß dem Diktat der herrschenden Meinungsmacher soll die SPD als „links“ und die CDU als „mittig“ dargestellt werden. Zu diesem Zweck verwendet er den Begriff Klassen-Kampf. In vollem Bewusstsein der Tatsache, das SPD und CDU seit der Agenda2010 für den Wohlstand der oberen Klasse den Rest der Bevölkerung in Grabenkämpfe verwickeln und gegeneinander auspielen. Dieser Klassenkampf (schreibt man übrigens zusammen, ihr Deppen!) von oben nach unten hat bisher weder Grinse-Plasberg noch einen anderen Meinungsmacher im TV interessiert.

Wie schon bei Christiansen, Will, Kerner, Beckmann & Co ist auch bei Plasberg die Gästeliste auffallend einseitig:

plasberg_thema

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plasberg_heil

Hubertus Heil gehört mit zum rechten Flügel der SPD. Er steht ideologisch zwischen den Schröder-Anbetern und dem noch weiter rechts angesiedeltem „Seeheimer Kreis“. Als Assistent von Müntefering ist seine vornehmliche Aufgabe, in Wahlkämpfen Nebelkerzen zu werfen.

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plasberg_missfelder

Mißfelder ist der geachtete und anerkannte „Sozialexperte“ der CDU. Er mag Rentnern keine künstlichen Hüftgelenke geben und gibt im Suff gern seine Überzeugung preis, dass Alg2-Empfänger faule Alkoholiker und Kettenraucher sind. Die Forderung nach einer Erhöhung des Hartz4-Regelsatzes bezeichnete er als „Konjunkturprogramm für die Spirituosen- und Zigarettenindustrie“.

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plasberg_pfuel

Klar…der Geldadel als „Opfer“ darf natürlich nicht fehlen. Nie im Leben einen Handschlag gearbeitet beklagt sie sich darüber, „an den Pranger“ gestellt zu werden. Vor 200 Jahren wurden solche blaublütigen Sozialschmarotzer kommentarlos enthauptet. Aber wir sind hier nicht in Frankreich und Revolution ist auch nicht…daher darf sie bei Plasberg rumheulen.

plasberg_sommer

Auch der angebliche „Gewerkschafter“ Sommer gehört zu den bekennenden Schröder-Fans. Noch heute weigert er sich strikt, die Agenda2010 oder die Hartz-Gesetze zu kritisieren. Ein typischer SPD-Populist mit der Aufgabe, die Gewerkschaften unter dem Dach des DGB „SPD-nah“ zu halten.

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plasberg_boerner

Einer der „Kriegsgewinnler“ des Agenda2010-Klassenkampfes von oben nach unten ist der angesehene Herr Börner. Als Cheflobbyist der Exportindustrie hatte er maßgeblichen Einfluss auf die Globalisierungs- und Demographiepropaganda, mit der die seit 10 Jahren sinkenden (Arbeits-) Einkommen legitimiert werden. Auf Kosten der eigenen Bevölkerung konnten so die Umsätze und Gewinne der Exportwirtschaft selbst jene der USA, Chinas und Japans in den Schatten stellen.

Anton F. Börner wurde am 16. November 2000 zum Präsidenten des BGA gewählt und ist zudem Mitglied bei Dieter Hundt im Präsidium des Arbeitgeberverbandes.

Mit dem Motto „Nicht der Lohn, sondern das Einkommen muss zum Leben reichen“ outete er sich als radikaler Faschist. Während er und seine Kumpanen hemmungslos Reichtum aus geleisteter Arbeit kassieren, soll der Staat für das Überleen und Einkommen der Arbeitnehmer sorgen.

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Nach diesem kurzen Überblick sollte es eigentlich offensichtlich geworden sein, wie solche Labershows im deutschen Fernsehen funktionieren:

Die Gästeliste ergibt ein Verhältnis von 3 zu 2 gegen jede Form von Reichen-Besteuerung. Also werden auch die Redezeiten zu Gunsten der Kapitalbesitzer und ihres politischen Papageien Mißfelder ausfallen. Wie bei Plasberg üblich, wird er bei „passenden“ Gelegenheiten mit dem Finger auf seinen Touchscreen tippen und einen seiner dämlichen „Einspieler“ vorführen. Ein probates Mittel, um Diskussionen und Gäste-Beiträge willkürlich abzuwürgen.

Herdentier Mensch

Die WordPress-Statistik (ich selbst logge und speichere nichts) lässt in mir den Verdacht aufkommen, das nur ein kleiner Teil der deutschen Bevölkerung diesen (oder „dieses“?) Blog regelmäßig aufsucht.

Also kann Plasberg wieder ungeniert den Herdentrieb des Menschen „Zuschauer“ ausnutzen.

Vor allem bei Fragen, welche den Zuschauer nicht persönlich betreffen, ist selbiger meist unentschlossen, ob er „dafür“ oder „dagegen“ sein soll. In diesem Fall richtet er sich gemäß seiner natürlicher Veranlagung als soziales Wesen nach der Meinung der Mehrheit. Darauf fußt übrigens auch die Idee der „Demokratie“.

Und wie sieht diese Mehrheit im Fernseher des Zuschauers aus? Die Mehrheit der Gäste (Politik, Adel und Wirtschaft) wird mit allen möglichen (und unmöglichen) „Argumenten“ die Reichen als Opfer darstellen, welche es vor dem „gierigen Staat“ zu schützen gilt. Die Minderheit (Politik und Gewerkschaft) hingegen wird kaum zu Wort kommen, die üblichen SPD-Floskeln absondern und in jeder Diskussion unterlegen sein. Dazu führt allein schon die „gerechte“ Aufteilung der Redezeiten, welche von Plasberg sekundengenau verteilt werden.

Am Ende der Sendung ist klar: Die Mehrheit (der Gäste) will keine höhere Besteuerung von Reichtum und dieser Meinung wird sich der Zuschauer anpassen. In den nächsten Tagen werden dann gegüllnerte Forsa-Umfragen durch die Medien geistern, in denen „eine Mehrheit der Befragten eine Reichensteuer ablehnt“.

Die Kapitalisten-Medien werden wieder die „verantwortungsvolle“ CDU loben und die SPD hämisch mit Spott überziehen, da sie mit ihrer Reichensteuer „in den Umfragen beim Wähler durchgefallen ist“.

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15 Minuten später…

15 Minuten nach der Plasberg-Show folgt auf n-tv die Sendung „Agenda09 – Werte und Märkte“

Kann sich der freie Markt selbst aus der Krise retten?

Wie kehrt das Vertrauen in die Wirtschaft wieder zurück?

– Friedrich Merz („Volksvertreter“ mit ca. 20 Posten in Aufsichtsräten und Vorständen, klagt gegen Offenlegung seiner Nebeneinkünfte)

– Thilo Sarrazin (künftiger Vorstand der Bundesbank empfiehlt Arbeitslosen im Winter, weniger zu heizen und stattdessen mehr anzuziehen)

– Hans-Peter Keitel (Präsident des BDI und damit zusammen mit Dieter Hundt Herrscher und Diktator über Deutschland))

– Joachim Hunold (Vorstand „Air Berlin“, bezahlt Merz dafür, für seine Firma „Air Berlin“ Schleichwerbung zu machen )

aus n-tv:

Diskussions Serie „Agenda 09 – Werte und Märkte“

Unter der Moderation von Sabine Christiansen diskutieren Top-Entscheider aus der Wirtschaft mit namhaften Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft.

Ahja…wir haben es also bei diesem Lumpenpack mit „Top-Entscheidern“ zu tun.

Leider „vergisst“ man darauf hinzuweisen, das „Top-Entscheider“ keineswegs eine Qualitätsaussage ist.

Sabine Christiansen: Die Runden sind hochkarätig und gleichzeitig überraschend zusammengesetzt.

Was ist daran „überraschend“? Christiansen hatte stehts eine Vorliebe für die „Reichen und Mächtigen“. Die „Armen und Ohnmächtigen“ bedachte sie stets mit Missachtung und Abscheu.

Aber als „hochkarätig“ würde ich diese Leuten nicht nennen. eher als „niederster Abschaum der Zivilisation“.

Wir werden die komplexen Fragen lebhaft und anschaulich anhand von vielen Beispielen diskutieren, mit dem Ziel, Denkanstöße für die Zukunft zu geben.

Jaja… mit „Denkanstößen“ kennt sich Sabinchen aus. Jede ihrer ARD-Sendungen gab von Montag bis Mittwoch die herrschenden Themen für Medien und Schröder-Politik vor. Und weil sie die Kunst der Manipulation mit weiblichem Charme meisterhaft beherrscht, haben sie die Mächtigen in die Medien zurückgeholt. Ihrer bisherigen Bestimmung entsprechend für „heimlichen“ CDU-FDP-Wahlkampf. Mit Sicherheit wird ihre persönliche Freundin Angela M. auch zu den Gästen dieser Göbbels-Propaganda gehören.

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Gleich im Anschuss an „Christiansen 2.0“ wiederholt Phoenix die Sendung „Phoenix-Runde – Ist die deutsche Wirtschaft noch zu retten?

Hier beträgt das Verhältnis Kapital vs. Arbeit 3:1

Michael Meister (stellvertretender Vorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Assistent von Friedrich Merz)

Reinhard Göhner (gehört zu Hundt und  Keitel beim Arbeitgeberverband),

Gabriele Eckert (Schwedische Handelskammer in Deutschland)

und als „Gegengewicht“:

Wolfgang Uellenberg-van Dawen (ver.di-Bundesvorstand)

Noch ausgewogener können Medien in einer Diktatur des Kapitals Demokratie kaum sein, oder?
.

Heine schrieb einst:

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

(…)

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Deutschland, ein Wintermärchen

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One Comment - “Plasberg manipuliert hart und unfair”

  1. chriwi Says:

    Es ist immer das gleiche. Anstatt zu zeigen, dass die Steuern schon deutlich höher waren und man nur wieder eine gerechtere Belastung fordert wird um die armen Reichen gejammert. Man muss sich nur einmal fragen wer am meisten von den Bankenrettungen profitiert. Ich habe keine Millionen auf der Bank liegen die weg wäre, wenn man sie pleite gehen lassen würde. Aber mehr Beteiligung ist nicht möglich.
    Statt dessen wird von oben herab geschaut und von Leistungsträgern geredet. Was sind denn das bitte für Leistungen die dieser erlesene Gesprächskreis erbringt?


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