DIW erklärt den Notstand

Eigentlich…

Eigentlich wollte ich den Deppen von und zu Guttenberg mit seinen unqualifizierten Rechenkünsten etwas „bearbeiten“. Aber Joachim Jahnke war im Infoportal (mal wieder) schneller am Abakus.

Nun gut, macht nichts.

Auffallend häufig taucht in den Medien in letzter Zeit der Kaffeesatzleser Zimmermann vom DIW auf.

Sein „Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung“ ist vor einiger Zeit wegen drastischer Fehlspekulationen beim Wirtschaftswachstum aus der Liste der Regierungsberater geflogen.

Normalerweise kümmert sich kein Mensch mehr um solche „Institute“, welche anschließend geschlossen und unter neuem Namen am nächsten Tag wieder „neu“ entstehen. So war es zumindest beim Dummschwätzer Straubhaar und seinem HWWI.

Stattdessen wird dem DIW in den Medien täglich Gehör geschenkt. Kein Wunder…noch primitiver als das DIW kann man sich nicht an den Rockzipfel der Merkel-Regierung klammern. Ob nun die Ablehnung von Konjukturpaketen, Steuersenkungen (Mwst) oder Steinbrücks Wahnvorstellungen zur bevorstehenden Hypermegaturboinflation: immer bekommen die Marionetten der Großen Koalition „wissenschaftlichen“ Beistand von Zimmermanns DIW.

Die anderen „Wissenschaftler“ haben in der Vergangenheit ebenso regierungstreuen Unsinn verbreitet, achten aber aktuell darauf, nicht vollständig zur Lachnummer der Öffentlichkeit zu werden.

Beim DIW ist das anders: dieses Institut hat keinen Ruf mehr, den man verlieren könnte. Den aktuellen Ruf des DIW möchte man hingegen möglichst schnell wieder loswerden. 😉

Voller Stolz verkündete DIW-Chef Zimmermann vor ein paar Tagen, dass DIW würde für 2010 keine Prognosen mehr abgeben. Ein kluger Schachzug: wer nichts macht, macht nichts verkehrt.

Zur Rechtfertigung seiner Unfähigkeit sagte Zimmermann:

Die Makroökonomik befinde sich in einem Erklärungsnotstand.

Dem Mann ist aber auch gar nichts mehr peinlich!

Weder sein DIW noch die faschistischen Institute Ifo oder INSM haben sich je mit Makroökonomie beschäftigt!

Die Makroökonomen dieses Landes warnen schon seit 5 Jahren ununterbrochen davor, Maßstäbe der Betriebswirtschaft zur Messlatte für eine ganze Volkswirtschaft zu erklären. Der Vorgang ist auf den Nachdenkseiten gut dokumentiert.

Die Makroökonomie befindet sich keineswegs in einem Dilemma. Ganz im Gegenteil: Alles, was die echten Makroökonomen (Volkswirtschaftler) seit Jahren vorhergesagt haben, ist auch tatsächlich bis zum heutigen Tag eingetreten. Ein klassisches Beispiel dafür ist das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Langer Name, kurzer Sinn: Das Wirtschaftsinstitut des DGB. Im Unterschied zu den Propagandatruppen des Kapitals wird das WSI allerdings in den Medien nie erwähnt. Stattdessen (wenn überhaupt) spricht man von der „gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung“. Somit wird dem Medienkonsumenten gleich ein Kuckucks-Ei gelegt: „gewerkschaftsnah“ bedeutet „nicht unabhängig“ und „Böckler-Stiftung“ heißt „nicht wissenschaftlich“.

Ganz im Unterschied zu den „wissenschaftlichen“ Einrichtungen der Kapitalisten: von der Abhängigkeit der bekannten „Wirtschaftsexperten“ von den Pfeffersäcken des Kapitals erfährt Leser/Zuschauer nie etwas.

Nun ruft Zimmermann also den Erklärungsnotstand für die Makroökonomie aus.

Ahja…

Gäbe es einen Preis für Dummheit…das DIW wäre eindeutiger Favorit (gleich neben Ifo und INSM).

Die Kompetenzheuchler und Realitätsmissachter des DIW befinden sich tatsächlich in einem Erklärungsnotstand. Nur hat ihre Arbeit als Propagandahuren für die Kapitalbesitzer nichts mit Makroökonomie zu tun!

Aber davon kann Zimmermann (wie auch die Medien) nichts wissen, schließlich hat er sich mit Fragen der Volkswirtschaft nie befasst.

Wie bei allen anderen „Experten“ von Ifo und INSM bis hin zu McKinsey und Roland Berger: Alle haben den gleichen toten Ackergaul geritten: Sie haben einfach die Spielregeln der Betriebswirtschaft zu den Regeln der „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“ erklärt.

In jedem Privatunternehmen legt der Eigentümer größten Wert darauf, möglichst viel Arbeitsleistung möglichst billig zu bekommen. Nicht weil er böse ist, sondern weil er einfach nur gierig nach Profit strebt.

Mit Einführung der „Agenda2010“ (stehts „wissenschaftlich“ begründet durch die Kapitalisten-Institute) wurden dutzende „Reformen“ durchgeführt, um das Ziel, Versklavung für maximalen Profit zur Staatsreligion zu machen.

Ob nun Gesundheitsreform, Rentenreform, Arbeitsmarktreform usw….alle diese Projekte verfolgten das gleiche Ziel. Und jede einzelne Reform wurde entgegen jeglicher Logik von den „Experten“ erst gefordert und dann bejubelt.

Aber davon will DIW-Chef Zimmermann heute mehr oder weniger geschickt ablenken. Nicht die Heiligsprechung der Betriebswirtschaft wird von ihm zum Problem erklärt, sondern die Lehre der Volkswirtschaft.

Die Absicht ist klar: Auch in Zukunft wollen die Dummschwätzer die Deutungshoheit über den Kapitalismus in den Medien behalten. Also wälzen sie ihr Versagen vorsorglich schonmal auf die Makroökonomie ab, mit welcher sie sich allerdings selbst nie befasst haben.

Noch heute gibt kein einziger „Wissenschaftler“ zu, dass die jahrelange einseitige Exportfixierung (unter Ausschaltung der Massenkaufkraft im eigenen Land) ein schwerer, kaum korrigierbarer Fehler war. Stattdessen setzen sie alles darn, den Bürger einzureden, man müsse nun unbedingt mit der „Agenda2010“ weitermachen, um die Krise zu bewältigen.

Ob sie sich das auch trauen würden, wenn es die RAF noch gäbe?

Wo ist sie eigentlich, wenn man sie mal braucht…?

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One Comment - “DIW erklärt den Notstand”

  1. Hetman Says:

    „Ob sie sich das auch trauen würden, wenn es die RAF noch gäbe?

    Wo ist sie eigentlich, wenn man sie mal braucht…?“

    jap, das frage ich mich auch täglich…


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