Allianz nutzt Krise aus

Unter dem Link HartzIV-Empfänger verlieren am meisten durch Finanzkrise findet man bei Bild.de:

So schrumpft die Krise Ihre Rente!

Der Werbeflyer des Allianz-Versicherungskonzerns (BILD) kümmert sich heute wieder rührend um die Armutsrentner.
Weil die bisherige Privatrenten-Werbung schon ausgelutscht ist, nimmt man heute die „Wirtschaftskrise“ als Munition.

In mehreren Absätzen „erklärt“ BILD, was eh schon jeder weiß: verliert man an Einkommen (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit), reduzieren sich Rentenbeiträge und Rentenansprüche.
Geballtes Fachwissen in BILD!

Aber der ganze Artikel ist wieder nur die übliche Allianz-Werbung.
Um die „Rentenverluste“ möglichst drastisch darzustellen, rechnet BILD die Renteneinbußen auf eine Jahresrente(!) hoch.

Nachdem „Durchschnittsverdiener“ (3500,- brutto), Alg1-Empfänger und Hartz4-Opfer abgearbeitet sind, kommt man zum Kern des Artikels, dem letzen Satz:

WIE KANN ICH MICH SCHÜTZEN?

Rentenberaterin Astrid Koser, Karlsruhe: „Die Riester-Rente ist die einzige Privatvorsorge, die Hartz-IV-sicher ist.“

Laut Google ist Frau Koser aus Karlsruhe allerdings keine Rentenberaterin!
Sie arbeitet (welch ein Zufall!) als Versicherungsvertreterin in einer dieser Geldanlage-Berater-Firmen.

Was allerdings der Satz „Die Riester-Rente ist die einzige Privatvorsorge, die Hartz-IV-sicher ist.“ zu bedeuten hat, ist nicht ersichtlich.
Wie üblich fehlt auch in dieser Riester-Werbung jegliche Begründung.

Soll dieser Satz etwa aussagen, dass die Riester-Rente beim Hartz4 nicht als „verwertbares Vermögen“ angerechnet wird?

Das wäre nicht ganz richtig…JEDE Privatrente ist vor Verwertung geschützt, wenn sie laut Vertrag als Rente im gesetzlichen Rentenalter zur Auszahlung kommt.
In diesem Fall beschreibt „Riester-Rente“ also nicht das Abzocker-Produkt, sondern lediglich die Bedingungen, welche sich die Versicherungsvertreter und Gesetzgeber Rürup und Riester ausgedacht haben.

Sicher ist garnichts! Erst Recht keine „Riester-Rente“!

Wenn die neoliberal-wirtschaftsfaschistische Politik der Agenda2010-Parteien fortgesetzt wird, bekommt Otto Normalbundesbürger nur noch ein Almosen als Rente und darf seinen Rentnerwohlstand mit dem Hartz4-Ersatz „Grundsicherung“ bestreiten.
Und dann schlägt Peter Hartz noch einmal richtig zu. Denn Riesters Wohltat für die Finanzkonzerne wird dem Grundsicherungs-Rentner dann auch prompt als „Einkommen“ angerechnet und von der Grundsicherung abgezogen.

„Riestern“ heißt also nicht „sparen fürs Alter“, sondern „sparen für weitere Steuergeschenke an die Reichen“.

Sobald nämlich „der Staat“ bei den Rentnern spart, stehen die Kapitalisten und ihre Verbände auf der Matte und befehlen die Nutzung dieser Einsparungen für Steuergeschenke an sie.

Vermutlich aus Platzgründen lässt die Allianz BILD im Artikel unerwähnt, das die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise vor allem jene Leute trifft, welche bisher auf den Riester-Schwindel hereingefallen sind und ihre Altersvorsorge den Kapitalmärkten anvertraut haben. Denn zusätzlich durch die Abzocke der Beiträge mit Hilfe ominöser Gebühren u.ä. „Aufwendungen“ wird es auch keinerlei Rendite geben. Im Gegenteil: Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, weil er sich die Beiträge nicht mehr leisten kann, verliert mehr als nur alles: Die Konzerne behalten die Beiträge und der Ex-Riester-Sparer darf an den Staat auch noch die staatlichen Zuschüsse aus eigener Tasche zurückzahlen.

VORZEITIGE RENTE WEGEN JOBVERLUST

Durchschnittsverdiener, die nach zwei Jahren ohne Job mit 60 statt 65 in Rente gehen, bekommen statt 1195,20 Euro nur 862,46 Euro Rente.

Der typisch-leichtgläubige BILD-Konsument könnte jetzt sagen „Nun gut…halte ich eben bis 65 durch und bekomme dann die volle Rente!“

Aber auch hier hat Bundesverdienstkreuzträger Peter Hartz vorgesorgt:
Sobald sich eine rechtliche Möglichkeit bietet, wird der Rentenantrag per Gesetz vom „Jobcenter“ für das Hartz-Opfer gestellt. Dagegen kann man sich auch nicht wehren, da man ja „jede Möglichkeit nutzen muss, um seine Bedürftigkeit zu reduzieren„.
Natürlich ungeachtet der Möglichkeit, das diese unfreiwillige „Frührente“ zum Bezug von Leistungen aus der Grundsicherung führt mit der Folge des Verlustes der Riester-Rente.

Was behaupteten die Lügner und Heuchler der Agenda2010 zu ihren Rentenreformen?

„Wir wollen damit die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern!“

Und BILD war immer mittendrin statt nur dabei…

warelüge sagt:
So schrumpft die Krise Ihre Rente nicht!

Vertrauen Sie ihre Altersversorgung nicht windigen Spekulanten an, sondern der Umlagefinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Dort kann man auch freiwillig zusätzliche Rentenbeiträge einzahlen, welche tatsächlich die spätere Rente erhöhen.

Machen Sie sich nicht abhängig von der kreativen Buchführung irgendwelcher Konzernherren und ihrer Manager.

Die bessere (und einzige) Alternative ist die Teilnahme an Wahlen. Sie können als Bürger alle 4 Jahre die Verantwortlichen für Ihre Rente selbst wählen. Das ist weder bei der Allianz noch bei der Deutschen Bank möglich.

Wenn Sie den Wunsch haben, als Rentner zusammen mit hunderttausenden anderen Leuten ein Leben unter Brücken zu führen (mit abwechslungsreicher Ernährung aus den Mülltonnen der Eigentümer von Banken und Versicherungskonzernen), dann wählen Sie nicht die Linke.

Ihren Wunsch-Lebensabend garantieren Ihnen nur die volldemokratischen Parteien der Neuen Sozialen Marktwirtschaft:
SPD, CDU/CSU, FDP und Grüne

.

PS:

HartzIV-Empfänger verlieren am meisten durch Finanzkrise ist reine Panikmache. Solange die „aufrechten Demokraten“ die Krise nicht dazu nutzen, um in verbrecherischer faschistioder Absicht das Alg2 bzw. die Rentenbeiträge zu kürzen, ändert sich für Alg2-Empfänger rein garnichts:

Weder wird etwas besser (DAS sowieso nicht) noch wird etwas schlechter für Hartz4-Empfänger durch die Krise.

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2 Kommentare - “Allianz nutzt Krise aus”


  1. Vielen Dank. Sehr interessant!

  2. fleischernet Says:

    Wir von Fleischernet, sind der Meinung, daß man die Basisrente ” Rürup Rente” nur mit Absprache des Steuerberaters abschließen soll. Oft gibt es deutlich bessere Angebote. Alles was vom Staat vorgeschlagen wird, ist oft ein Überraschungsei. Man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Auch der Staat hat nichts und wird auch nichts verschenken. Es ist nur eine Steuerverschiebung am Ende hällt er wieder die Hand auf. Auch die Riester rente sollte man genau prüfen, da solche Verträge oft unrentabel sind. Nach der Förderung sollte man einen Riestervertrag beitragsfrei stellen. Viele solcher Konzepte entstehen nur, weil unsere Politiker in den Aufsichtsräten der Versicherer sitzen.


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