Archiv für April 2009

Abmeldung

30. April 2009

Ich melde mich übers Wochenende ab.

Es gibt da noch was zu tun…

erster_mai

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Schweigen im Blätter-Walde

29. April 2009

Jetzt ist es soweit. Da draussen, fernab der großstädtischen Redaktionshäuser, tobt ein erbarmungloser Milchkrieg.

Täglich wird über die Not der Milchbauern berichtet und darüber, wie Molkerei- (von Müller bis Nordmilch) und Handelskonzerne ihre Dreckspfoten in Unschuld waschen.

Die einstimmige Aussage: „Durch ein Überangebot fallen die Milchpreise und gegen die Kräfte des Marktes ist man machtlos.

Verlogenes Pack!

Keiner fragt, woher plötzlich dieses „Überangebot“ kommt, wo doch schon seit Jahren die Milchbauern in Deutschland aufgeben und ihre Höfe „abwracken“.

Schaut man sich in den Geschäften um, ist Milch dort tatsächlich ein Ladenhüter geworden. Kein Wunder, gibt es doch auf Wunsch des Handels und ihrer Großlieferanten nur noch ESL-„Milch“ und H-Milch zu kaufen.

Die Medien verlieren kein Wort über diesen Betrug am Endverbraucher, welcher nun keine Milch mehr endverbraucht.

Die Suche in den Google-News zum Thema ESL-Milch brachte gestern folgendes Ergebnis:

esl_newsZum Milchkrieg selbst findet Google ganze 4411 News.

Offensichtlich haben die „Werbepartner“ aus den Konzernen ganze Arbeit geleistet.

Die Verleihung des „Goldenen Windbeutels“ an den Konzern Danone für „Actimel“ war den Medien ganze 9 Meldungen wert:

actimel_news

Kann das ein Zufall sein?

Sicher nicht!

Nachdem Schwindel mit „Müller-Milch in Flaschen“ (400ml statt 500ml zu gleichen Preis) vor einigen Jahren haben die Molkereikonzerne systematisch ihre Macht ausgebaut. Dem Kunden wurden wertlose Milch-Imitate als „Qualitätsprodukte“ verkauft und die Milchbauern mit allerlei Tricks zu Preissenkungen gezwungen.

Die ESL-„Milch“ ist nur ein Teil davon, welcher allerdings sichtbar Wirkung zeigt.

In den EU-Gremien haben die Konzerne Dank ihrer Lobbyisten durchgesetzt, dass die Milchquoten nicht etwa gesenkt, sondern sogar noch erhöht werden. Nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU.

Freuen wir uns also darauf, in den nächsten Jahren nur noch Milch aus „EU-Herstellung“ angeboten zu bekommen. Irgendwo in einer albanischen oder rumänischen Bruchbude abgefüllt, nach Deutschland gekarrt und hier von den M0lkereikonzernen als „Qualitätsprodukt“ in die Supermarktregale gestellt.

Die Medien werden im Auftrag dieser Konzerne ihre „Pressefreiheit“ wahrnehmen und weiterhin für Actimel & Co Werbung machen.

Man könnte ja die Milchbauern und ihre Höfe retten…

Aber dazu müsste man tief in die „kommunistische Mottenkisten“ greifen und die Idee der „LPG“ neu beleben.

In einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft könnten die Landwirte nicht nur gemeinsam agieren, sie hätten auch wesentlich mehr Einfluss auf die Bedingungen, unter denen sie leben und arbeiten.

Vor allem wäre es möglich, mit eigenen Molkereien faire Marktbedingungen zu erzwingen, welche sie als Erzeuger und den Kunden als Verbraucher gleichermaßen berücksichtigen.

Aber solange allein die Idee einer Genossenschaft als „stalinistische Zwangskollektivierung“ verteufelt wird…

Schon bald wird die Herrschaft der Kapitalisten über die Lebensmittel (z.B. via Gentechnik) nicht mehr aufzuhalten sein.

gentechnik1

moderne Landwirtschaft

Die Macht über die Nahrung ist die Macht über die Menschen

verlogene Rentenpropaganda

28. April 2009

Eine Tag, nachdem die Medien über mögliche Rentenkürzungen sprachen, herrschte in der Merkel-Regierung helle Aufregung. Der „Sozialdemokrat“ und Gesetzesbrecher Olaf Scholz trat vor die Presse und verkündete eine Gesetzesänderung, welcher direkte Kürzungen der Renten ausschließen soll.

Das beruhigte die Medien wieder.

Alle Medien? Nein! In einer kleinen Provinzstadt regte sich sofort Widerstand gegen diese Entscheidung. Im kleinen Städtchen Berlin setzte sich ein wütender Oliver Santen an seinen PC und schrieb einen bitterbösen Kommentar.

Verlogene Rentenpolitik

Die Finanzkrise droht auch zur Belastung für die Rentner zu werden. Weil die Löhne in diesem Jahr wohl sinken, müssten auch die Renten gekürzt werden!

Es ist wohl richtig, das die Löhne sinken, aber nicht korrekt. Die Einkommensverluste der arbeitenden Bevölkerung resultieren nicht aus neuen Tarifverträgen, sondern aus Entlassungen und Kurzarbeit. Das macht es schwierig, ein offizielles Durchschnittseinkommen zu berechnen, da Kurzarbeit und Entlassungen ja nicht flächendeckend in der Wirtschaft beschlossen werden, sondern hauptsächlich die Exportindustrie betreffen.

Wenn die Löhne nicht steigen, können auch die Renten nicht steigen. So einfach ist das. Wer anders handelt, beschädigt das Vertrauen ins Rentensystem nachhaltig.
Die Renten steigen aber auch dann nicht, wenn es Lohnerhöhungen gibt, werter Herr Santen! In den letzten Jahren trat 3x der sog. „Nachhaltigkeitsfaktor“ der Herren Rürup und Riester in Kraft, welcher den Rentnern trotz Lohnerhöhungen „Nullrunden“ ohne Inflationsausgleich bescherten. Ganz zu schweigen von der größten Rentenkürzung der Geschichte: der „Rente mit 67“!

Für die Beschädigung des Vertrauens ins Rentensystem ist Oliver Santen höchstpersönlich zuständig.

Herr Santen war Pressesprecher der Allianz-Versicherung. Heute ist er Chef des BILD-Ressorts „Wirtschaft“.
Allianz? BILD? War da nicht was?
Ja…da war mal was: die Volksrente! Im Auftrag des „Werbepartners“ Allianz AG startete der Springer-Konzern eine jahrelange Kampagne gegen die gesetzliche Rente. Auf unzähligen Titelseiten wurde die „Armutsrente“ herbeigeschrieben und stets als „Alternative“ der Volksempfänger die Volksrente beworben. Die Zusammenhänge kann man sich hier im „Bildungsfernsehen“ noch einmal anschauen.

Oliver Santen hat also selbst kräftig daran verdient, dass Riester und Rürup mit ihren „Reformen“ die gesetzliche Rente nahezu unwirksam gemacht haben. Was aber nicht bedeutet, das dieser Zustand auf immer und ewig so bleibt. Zum Glück kann man am 27. September ja eine Partei wählen, welche nicht von Allianz & Co mit millionenschweren Spenden bedacht wird.

Deutschland hat die beste Demokratie, die man für Geld kaufen kann.

Die Leidtragenden sind die jüngeren Generationen: Sie müssen jetzt (noch) mehr in den Rententopf einzahlen und bekommen im Alter (noch) weniger raus!

War ja klar! Natürlich muss der Allianz-Lobbyist wieder den Generationenkonflikt anheizen.

Obwohl niemand eine Erhöhung der Beitragszahlungen beschlossen hat, tauchen selbige wieder in den Halluzinationen des Santen auf.

Merkwürdig…

Eben noch beklagt er sich darüber, dass die gesetzliche Rente nicht gekürzt wird, und nun behauptet er, deshalb würden man im Alter (noch) weniger Rente bekommen?

Offensichtlich ist es den Aktionären der Allianz und des Springer-Konzern völlig egal, wie sie die Menschen verblöden. Hauptsache, sie fallen darauf herein und unterschreiben einen Vertrag zur Volksrente.

Leider „vergaß“ BILD bis heute, über die vom Allianz-Vorstand beschlossene Abschaffung der „Volksrenten“-Renditen zu berichten. Nachdem es den Versicherungskapitalisten gelungen war, ihre marode „Dresdner Bank“ mit Hilfe von Steuergeldern an die Commerzbank zu verscherbeln, müssen nun jahrelang die „Volksrentner“ mit Kürzungen dafür sorgen, das es bei Allianz wieder reichlich Dividenden gibt.

Die DDR ist an allem Schuld!

28. April 2009

Die Schwachköpfe im Axel-Springer-Imperium kommen nicht darüber hinweg, das ihre „Pro-Reli“-Aktion zur Abschaffung Herabsetzung der Ethik in Berlins Schulen gescheitert ist.

Krampfhaft begibt man sich nun auf die Suche nach dem Schuldigen.

Wie (fast) zu erwarten war…es ist (Tusch!) die DDR!

Springers BILD hat gesucht und gefunden: Schuld an dem Pro-Reli-Reinfall ist „das gespaltene Deutschland“ und damit die DDR.

Der Osten sei „erkennbar von einer anderen politischen Kultur geprägt als der Westen“, urteilt Ex-Stasi-Beauftragter Joachim Gauck.

Tja….dann war die politische Kultur des Westens wohl auch nach 20 Jahren nicht sonderlich überzeugend, oder?

Gerade mal 12 Prozent der Ostdeutschen finden das politische System des Westens (Demokratie, freie Wahlen) gut.

Das „politische System des Westens“ (merke: nicht Deutschlands) wird auf die Demokratie-Heuchelei und „freie Wahlen“ reduziert. Kein Wort verliert BILD über die tatsächlichen Machtverhältnisse in der zweiten deutschen Diktaur des Kapitals.

Das politische System des Westens besteht hauptsächlich aus Vetternwirtschaft, Betrug und Lobbyismus.

Noch immer gilt: Der Osten ist mehrheitlich atheistisch, der Westen fromm!

*grins*

Dabei war es doch „der Westen“, welcher den Ossis seit 20 Jahren „Eigenverantwortung“ predigt. Es sind offensichtlich „die Frommen“, welche bei jeder Gelegenheit Eigenverantwortung ablehnen und ihr Versagen irgendwelchen „höheren Mächten“ in die Schuhe schieben.

Man könnte ja mal darüber nachdenken, ob die Ossis zu DDR-Zeiten vielleicht deshalb nicht so gläubig waren, weil sie bekamen, was Pfaffen seit 2000 Jahren immer nur versprachen….?

Noch heute wird in den Religionshäusern Wasser gepredigt und Wein gesoffen.

Jugendweihen, wie sie das SED-Regime in der DDR als Religionsersatz eingeführt hatte

Nu klar doch! Die Jugendweihe als Ersatz-Religion? Gehts noch? Ersatz für christliche Rituale…ok. Aber Religionsersatz?

Historiker Arnulf Baring: „Schon Helmut Kohl stellte fest: Die DDR hat drei Gruppen aus der ostdeutschen Gesellschaft vertrieben: Bauern, Bürger und Christen – und die Christen fehlen dem Land auf Dauer am meisten!“

Der „Historiker“ Baring ist bekennender Rechter sowie im Auftrag der berüchtigten INSM unterwegs. Er meint in diesem Satz allerdings nicht Bauern, Bürger und Christen, sondern Großgrundbesitzer, Millionäre und machtbesessene Kirchenfürsten

Historiker Arnulf Baring: „Es gibt im Osten ein erschreckendes Maß an Neid und Missgunst gegen den Westen.“

Sicher doch! Nicht die westdeutsche Kolonialmacht mit ihrer 2 Jahrzehnte andauernden Diskriminierung verbreitet im Osten schlechte Laune, sondern Neid und Missgunst!

Wie sollte auch eine „deutsche Einheit“ entstehen, wenn sich die Ossis noch heute dafür rechtfertigen müssen, nicht in einem Stasi-Knast gesessen zu haben?

Apropos Stasi…natürlich darf „Experte“ Hubertus nicht fehlen:

„Die Erinnerung verklärt die Schreckenstaten des SED-Regimes“, klagt Stasi-Experte und Buchautor Hubertus Knabe.

Der Knabe Hubertus kam als Sohn von „DDR-Flüchtlingen“ Mitte der 50 Jahre im Westen zur Welt. Also lange, bevor die Mauer gebaut wurde. Gemäß einer früheren Aussage (als er Chef der „Stasi-Gedenkstätte“ wurde) wurden seine Eltern in der DDR (damals noch voll auf Stalin-Kurs) weder verfolgt noch diskriminiert. Sie wollten offensichtlich einfach nur im „goldenen Westen“ leben. Um ihre „Flucht“ zu rechtfertigen, erzogen sie ihren kleinen Hubertus zu einem radikalen DDR-Hasser.

41 Prozent der Ostdeutschen bestreiten, dass die DDR ein Unrechtsstaat war – trotz Hunderter Mauer-Toter und Schießbefehl!

Ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht, können nur jene beurteilen, welche darin gelebt haben. Damit scheidet „Experte“ Knabe schonmal aus. Und wieder bringt BILD als „Beweis“ die Mauertoten und den Schießbefehl. Trotz 20 Jahren intensiver Suche wurde dieser ominöse Schießbefehl bis heute nicht gefunden.

Nach Meinung der Geschichtsschreiber in der kapitalistischen Diktatur sollte wohl sowas wie „Mauerflüchtlinge sind ohne Vorwarnung hinterrücks zu erschießen!“ drinstehen. Danach wird man wohl ewig vergeblich suchen…

PS: Vor 20 Jahren noch schrieb BILD noch „DDR“ statt DDR. 😉

Staatsbürgerkunde

25. April 2009

In Berlin steppt der Bär.

Eine Gruppierung um Springer-Konzern, Bertelsmann und diversen „bürgerlichen“ Initiativen will per Volksentschied den christlichen Religionsunterricht zum „ordentlichen Schulfach“ machen.

Bisher war das Fach „Ethik“ als Schulfach vorgeschrieben.

Ethik befasst sich mit der Lehre von Sitte, Anstand und Moral. Also alles Dinge, welche Bürgerliche, Pfaffen, CDU und Friede Springer für wertlos halten.

Dagegen setzen sie die Lehren der „christlichen Werte“, welche den Kindlein per Zwang anerzogen werden sollen.

Die von den Kirchen unterstützte Initiative „ProReli“ will ab der ersten Klasse das Wahlpflichtfach Ethik ODER Religion durchsetzen. (BILD.de)

Womit der Springer-Konzern dann auch gleich zum Ausdruck bring, das sich Ethik und christliche Wahnvorstellungen von Wassergehern und brennenden Dornenbüschen nicht mit Sitte, Anstand und Moral vereinbaren lassen.

Es fehlt jetzt nur noch G. W. Bush, welcher ja angeblich im Auftrag irgendeiner Wahnvorstellung den Irak und Afghanistan zerstören ließ.

Redest du mit Gott, bist du gläubig. Redet Gott mit dir, bist du verrückt.

Die Irrenhäuser sind voll mit Leuten, welche irgendwann einmal gesagt haben: „Gott hat zu mir gesprochen!“.

Und nun sollen die Kinder von Berlin auch noch von solchen Irren unterrichtet werden?

Sicher doch…, meint Bild seit vielen Wochen und beruft sich dabei auch noch auf das Grundgesetz:

Grundgesetz (Artikel 7 Absatz 3) schreibt vor, dass Religion an den öffentlichen Schulen ordentliches Lehrfach sein soll. (Bild.de)

Da sich Bild so intensiv für den Glauben einsetzt erkläre ich: Dieser Aussage glaube ich nicht.

Zu Recht….denn im Grundgesetz steht an besagter Stelle folgendes:

(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.

Klartext: Wird in einer Schule kein Bekenntnis zu einer Religion verlangt, fällt „Reli“ in den Bereich „Privatvergnügen“ und wird kein Lehrfach. Da staatliche Schulen (auch kirchliche Schulen sind „öffentlich“) nicht dem Prinzip eines religiösen Gottesstaates folgen, dürfte verpflichtender, regulärer Religionsunterricht in Deutschland verfassungswidrig sein.

Aber was störts die Bürgerlichen, wenn das GG so weit verbogen wird, dass man das Knirschen der Balken meilenweit hören kann?

„Jetzt kämpfen Christen, Juden und Muslime gemeinsam für die Freiheit“ wirbt „Pro Reli“ für „Berlins wichtigsten Ja-Gang“.

Dann sollte man den Christen, Juden und Muslimen mal verklickern, das „Pro Reli“ keineswegs einen gemeinsamen Reli-Unterrnicht haben will. „Religion“ soll strikt getrennt unterrichtet werden. So können alle Fanatiker ihren religiösen Rassenwahn genussvoll ausleben. Dabei mutet es allerdings schon merkwürdig an, das Juden und Muslime in dieser Diskussion bisher völlig abseits standen. Selbst BILD liefert nur „Experten“ aus dem Fanclub des Angenagelten.

Aber hier geht es nicht nur um die grundsätzliche Verbreitung von „Opium fürs Volk“ unter den nächsten Generationen. Nach der Niederlage bei der Tempelhof-Stilllegung will man nun dem rot-roten Senat per „Volksentscheid“ ein blaues Auge verpassen. Sollte „Pro Reli“ wider erwarten Erfolg haben, steht Montag in 3×3 Metern großen Lettern in BILD: „Springer-Konzern fordert Neuwahlen in Berlin!“

Nun gut…vielleicht nicht so direkt formuliert. 😉

Ich hingegen würde eine neue Form des Faches „Staatsbürgerkunde“ favorisieren.

Die Wissensvermittlung in diesem Unterrichtsfach stellte das „Kollektiv“ in den Mittelpunkt. „Der Schritt erfolgt vom Ich zum Wir“ war eine Losung in der DDR. (…) Als besonders wichtig galt die Darstellung der herrschenden Klassen in den USA und der BRD als „Klassenfeinde“.

Den Unsinn mit der „Wehrkunde“ und der Unterwerfung unter andere Staaten (hier: Sowjetunion) würde ich allerdings weglassen.

Zumindest wird im Wiki-Artikel klargestellt, das die westlichen Staaten (insbes. ihre Bürger) in der DDR keineswegs als „der Feind“ dargstellt wurden. Es ging um den gemeinsamen Feind einer kapitalbesitzenden, herrschenden Klasse. Den „oberen Zehntausend“.

Aber diese Kleinigkeit ist heute vergessen. In den Büchern der Siegergeschichte wird wohl ewig behauptet werden, die DDR sei der BRD feindlich gesinnt gewesen. Frei nach der beliebten Kapitalisten-Legende: Arme und Reiche sitzen in einem Boot und haben gemeinsame Freunde und Feinde“

Was wäre wenn…?

Was wäre, wenn die Einwohner Deutschlands tatsächlich in der Schule und in den Medien darüber aufgeklärt würden, was Kapitalismus wirklich ist? Dass dieses System das Gegenteil von „Demokratie und Freiheit“ erzwingen will?

Dann wäre Aufklärung der Anfang vom Ende. Genauso wie die Aufklärung Luthers oder der französischen Revolution das Ende der damaligen Machtkonstellationen war.

(fiktives Kapitel aus dem neuen Staatsbürgerkunde-Unterricht)

Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Zur Legitimation ihres Kapitalbesitzes und ihrer Macht über dessen Verwendung erfand man die Umdeutung von „Arbeitnehmer“ und „Arbeitgeber“.

Derjenige, welcher sich die Arbeit anderer Leute aneignet (stiehlt), um sich daran zu bereichern, wird „Arbeitgeber“ genannt.

Ziel dieser Umdeutung ist es, die Kapitalisten als wohltätig darzustellen, da sie ja die „Gnade“ zeigen, anderen Menschen Arbeit zu geben und ihnen dafür einen Lohn zu zahlen.

Der „Arbeitnehmer“ soll als „Nehmender“ („geben ist seeliger denn nehmen“) vom schlechtem Gewissen geplagt Einverständnis zeigen mit der Forderung nach unterbezahlter/unbezahlter Arbeitsleistung. So wird in der gelehrten Ideologie des Kapitals der Arbeiter zum Täter und der Kapitalist zum Opfer einer hallizinierten Großzügigkeit. Die Aufgabe der politischen Büttel des Kapitals besteht darin, durch politische Entscheidungen den Kapitalisten „Entschädigung“ für ihre Bereitschaft zu gewähren, „Arbeit zu geben“.

Wäre das nicht mal ein interessanter Stoff für den Schulunterricht? Viel interessanter ist die Vorstellung, wie die Menschen reagieren, wenn man sie aus dem Nebel kapitalistischer Deutungen herausführt.

Aber dazu wird es (leider) nicht kommen. Nachdem nun öffentlich vor sozialen Unruhen und Aufständen gewarnt wurde (komisch…die gleichen Leute haben Marx immer für „tot“ erklärt), stellen sich Kapitalisten, ihre Politiker und Medien nun zur Beschwichtigung auf. Merkel erklärt diese Warnungen zur „Aufwiegelung“ und prompt streht Prof. UnSinn auf der Matte und erklärt einen „steigenden Geschäftsklimaindex“.

Die Medienhuren stürzen sich auf diesen Unfug und erzählen überall, die Krise sei nun beendet. Keiner kommt auf die Iddee, dass die befragten Manager deshalb so optimistisch sind, weil Merkel und Steinbrück mit Steuerzahlers Geldern für sie die verbrannten Wertpapiere Kartoffeln aus dem Feuer holen. Wer würde bei solchen Aussichten nicht „optimistisch in die Zukunft blicken“?

Wolfgang Schäuble!

Springers Welt „berichtet:“

Islamistische Terroristen haben sich in einem Video erneut direkt an Deutschland gewandt. „Die Mudschaheddin sind unterwegs zu euch und wir werden euch alle vernichten“, heißt es in der Botschaft, die teilweise in deutscher Sprache aufgenommen wurde. Es ist nicht das erste Terrorvideo in dieser Woche.

Da wir ja (angeblich) in einer Demokratie leben, sind soziale Unruhen natürlich ein dunkler Schatten auf dem „Erfolgsmodell Deutschland“. Damit es nicht dazu kommt, muss ein solcher Super-Gau natürlich im Keim erstickt werden.

Somit zaubert man pflichtbewusst (mal wieder) ein paar „islamische Terroristen“ aus dem Hut, um einen Anlass zu konstruieren, mit dem man die aufmüpfige Bevölkerung einer lückenlosen Überwachung und Kontrolle unterziehen kann.

Nach den „Anti-Terror-Maßnahmen“ Vorratsdatenspeicherung, Verbindungsdatenüberwachung, kleine und große Lauschangriffe, behördliche Kontrollen von Bankverbindungen usw. kommt nun der nächste Vorwand, um „Rädelsführer und Linksextremisten“ unschädlich (für die Kapitalisten) zu machen.

Übrigens…die Abschaffung des Bankgeheimnisses wurde eingeführt, um „die Finanzierung des Terrorismus zu verhindern“. Nach Auskunft der Banken in Deutschland kommen aber die meisten dieser Anfragen nicht von BKA und Verfassungsschutz, sondern von den Sozialämter und Argen!

Merke: Du darfst den Taliban ruhig ein paar Euro spenden. Aber wehe, du hast als Hartz4-Empfänger irgendwo noch Ersparnisse für noch schlechtere Zeiten. Dann bist du ein Verbrecher!

Bilder von hübschen Frühlingsblumen findet man übrigens hier

.

und hier

Plasberg manipuliert hart und unfair

22. April 2009

Die heutige Ausgabe (22.04.2009) des dümmlichen Plasberg trägt den Titel:

Armutsrisiko Reichtum:
Die Gutverdiener als Wahlkampf-Opfer?

Eine Rückzahlung an die Gesellschaft nennt die SPD ihre Spezialsteuern für Reiche. Endlich ein Stück Gerechtigkeit für die Mehrheit, die die Krisen-Zeche zahlt? Oder gilt jetzt nur noch: Mit Klassen-Kampf ins Kanzleramt?

Plasberg (ich fokkusiere seine Redaktion mal auf seine Person als „Chef“) hält offensichtlich die von der sog. „SPD“ in den Wahlkampf geworfene „Reichensteuer“ für Klassen-Kampf.

Diese sog. „Reichensteuer“ ist allerdings wirklich nur Wahlkampf-Populismus. Auf diesem Wiki-Bild zum Spitzensteursatz gut zu sehen:  Bereits seit dem Jahr 2007 erheben CDU und SPD gemeinsam(!) einen Aufschlag von 3% auf den Spitzensteuersatz von 42%. Allerdings fällt dieser Aufschlag erst ab 250.000 Euro zu versteuerndem Einkommen an. Also 45% Steuer auf einen(!) Euro bei 250.001 € Jahreseinkommen. Aber auch erst dann, wenn man die Freibeträge sowie die steuerbegünstigten Absetzbeiträge (Rentenversicherung, private Krankenversicherung usw.) abgezogen hat. Erst wenn danach noch 250.001 € Euro übrig bleiben, muss man 45% auf 1 Euro zahlen.

kapiert? gut!

Während der kommunistischen CDU-Diktatur von Helmut Kohl betrug der Spitzensteuersatz im Jahr 1998 53%.

Die linksradikale Schröder-Regierung hat dann auch auf Befehl ihrer Zielgruppe (denen wollte VW den Phaeton verkaufen) diesen Steuersatz um ganze 8% gesenkt. Zur Gegenfinanzierung dieser Reichen-Abzocke erfand man dann das üppige und luxeriöse Alg2 mit 345 Euro im Monat.

Selbstverständlich erhöhte die „SPD“ im Wahlkampf auch die Freibeträge, so das sich der real zu zahlende Spitzensteuersatz noch weiter reduzierte.

Aktuell will die „SPD“ also diesen Reichen-Aufschlag um 2 Prozent auf 47% erhöhen und die Grenze von 250.000€ auf 125.000€ halbieren. Das ist ein typisches „SPD-Wahlversprechen“: heiße Luft, sonst nichts.

Bei genauerem Hinschauen nichts weiter als ein weiteres Koalitionsangebot an die CDU:

„Gebt uns die 2% und wir verzichten auf die Halbierung der Einkommensgrenzen!“

Angesichts des vom Frankfurter Bankenviertel geplünderten Bundeshaushaltes können beide Besserverdiener – Volks-Parteien erhobenen Hauptes vor ihre Herren ihre Wähler treten.

Nicht neu, aber (vermutlich) wieder erfolgreich. Zur Not helfen die Medien dem Verständnis für diesen „Kompromiss“ eben etwas nach.

Aber nun zurück zur Medienhure Plasberg:

Er manipuliert bereits beim Thema der Sendung. Gemäß dem Diktat der herrschenden Meinungsmacher soll die SPD als „links“ und die CDU als „mittig“ dargestellt werden. Zu diesem Zweck verwendet er den Begriff Klassen-Kampf. In vollem Bewusstsein der Tatsache, das SPD und CDU seit der Agenda2010 für den Wohlstand der oberen Klasse den Rest der Bevölkerung in Grabenkämpfe verwickeln und gegeneinander auspielen. Dieser Klassenkampf (schreibt man übrigens zusammen, ihr Deppen!) von oben nach unten hat bisher weder Grinse-Plasberg noch einen anderen Meinungsmacher im TV interessiert.

Wie schon bei Christiansen, Will, Kerner, Beckmann & Co ist auch bei Plasberg die Gästeliste auffallend einseitig:

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Hubertus Heil gehört mit zum rechten Flügel der SPD. Er steht ideologisch zwischen den Schröder-Anbetern und dem noch weiter rechts angesiedeltem „Seeheimer Kreis“. Als Assistent von Müntefering ist seine vornehmliche Aufgabe, in Wahlkämpfen Nebelkerzen zu werfen.

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Mißfelder ist der geachtete und anerkannte „Sozialexperte“ der CDU. Er mag Rentnern keine künstlichen Hüftgelenke geben und gibt im Suff gern seine Überzeugung preis, dass Alg2-Empfänger faule Alkoholiker und Kettenraucher sind. Die Forderung nach einer Erhöhung des Hartz4-Regelsatzes bezeichnete er als „Konjunkturprogramm für die Spirituosen- und Zigarettenindustrie“.

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Klar…der Geldadel als „Opfer“ darf natürlich nicht fehlen. Nie im Leben einen Handschlag gearbeitet beklagt sie sich darüber, „an den Pranger“ gestellt zu werden. Vor 200 Jahren wurden solche blaublütigen Sozialschmarotzer kommentarlos enthauptet. Aber wir sind hier nicht in Frankreich und Revolution ist auch nicht…daher darf sie bei Plasberg rumheulen.

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Auch der angebliche „Gewerkschafter“ Sommer gehört zu den bekennenden Schröder-Fans. Noch heute weigert er sich strikt, die Agenda2010 oder die Hartz-Gesetze zu kritisieren. Ein typischer SPD-Populist mit der Aufgabe, die Gewerkschaften unter dem Dach des DGB „SPD-nah“ zu halten.

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plasberg_boerner

Einer der „Kriegsgewinnler“ des Agenda2010-Klassenkampfes von oben nach unten ist der angesehene Herr Börner. Als Cheflobbyist der Exportindustrie hatte er maßgeblichen Einfluss auf die Globalisierungs- und Demographiepropaganda, mit der die seit 10 Jahren sinkenden (Arbeits-) Einkommen legitimiert werden. Auf Kosten der eigenen Bevölkerung konnten so die Umsätze und Gewinne der Exportwirtschaft selbst jene der USA, Chinas und Japans in den Schatten stellen.

Anton F. Börner wurde am 16. November 2000 zum Präsidenten des BGA gewählt und ist zudem Mitglied bei Dieter Hundt im Präsidium des Arbeitgeberverbandes.

Mit dem Motto „Nicht der Lohn, sondern das Einkommen muss zum Leben reichen“ outete er sich als radikaler Faschist. Während er und seine Kumpanen hemmungslos Reichtum aus geleisteter Arbeit kassieren, soll der Staat für das Überleen und Einkommen der Arbeitnehmer sorgen.

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Nach diesem kurzen Überblick sollte es eigentlich offensichtlich geworden sein, wie solche Labershows im deutschen Fernsehen funktionieren:

Die Gästeliste ergibt ein Verhältnis von 3 zu 2 gegen jede Form von Reichen-Besteuerung. Also werden auch die Redezeiten zu Gunsten der Kapitalbesitzer und ihres politischen Papageien Mißfelder ausfallen. Wie bei Plasberg üblich, wird er bei „passenden“ Gelegenheiten mit dem Finger auf seinen Touchscreen tippen und einen seiner dämlichen „Einspieler“ vorführen. Ein probates Mittel, um Diskussionen und Gäste-Beiträge willkürlich abzuwürgen.

Herdentier Mensch

Die WordPress-Statistik (ich selbst logge und speichere nichts) lässt in mir den Verdacht aufkommen, das nur ein kleiner Teil der deutschen Bevölkerung diesen (oder „dieses“?) Blog regelmäßig aufsucht.

Also kann Plasberg wieder ungeniert den Herdentrieb des Menschen „Zuschauer“ ausnutzen.

Vor allem bei Fragen, welche den Zuschauer nicht persönlich betreffen, ist selbiger meist unentschlossen, ob er „dafür“ oder „dagegen“ sein soll. In diesem Fall richtet er sich gemäß seiner natürlicher Veranlagung als soziales Wesen nach der Meinung der Mehrheit. Darauf fußt übrigens auch die Idee der „Demokratie“.

Und wie sieht diese Mehrheit im Fernseher des Zuschauers aus? Die Mehrheit der Gäste (Politik, Adel und Wirtschaft) wird mit allen möglichen (und unmöglichen) „Argumenten“ die Reichen als Opfer darstellen, welche es vor dem „gierigen Staat“ zu schützen gilt. Die Minderheit (Politik und Gewerkschaft) hingegen wird kaum zu Wort kommen, die üblichen SPD-Floskeln absondern und in jeder Diskussion unterlegen sein. Dazu führt allein schon die „gerechte“ Aufteilung der Redezeiten, welche von Plasberg sekundengenau verteilt werden.

Am Ende der Sendung ist klar: Die Mehrheit (der Gäste) will keine höhere Besteuerung von Reichtum und dieser Meinung wird sich der Zuschauer anpassen. In den nächsten Tagen werden dann gegüllnerte Forsa-Umfragen durch die Medien geistern, in denen „eine Mehrheit der Befragten eine Reichensteuer ablehnt“.

Die Kapitalisten-Medien werden wieder die „verantwortungsvolle“ CDU loben und die SPD hämisch mit Spott überziehen, da sie mit ihrer Reichensteuer „in den Umfragen beim Wähler durchgefallen ist“.

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15 Minuten später…

15 Minuten nach der Plasberg-Show folgt auf n-tv die Sendung „Agenda09 – Werte und Märkte“

Kann sich der freie Markt selbst aus der Krise retten?

Wie kehrt das Vertrauen in die Wirtschaft wieder zurück?

– Friedrich Merz („Volksvertreter“ mit ca. 20 Posten in Aufsichtsräten und Vorständen, klagt gegen Offenlegung seiner Nebeneinkünfte)

– Thilo Sarrazin (künftiger Vorstand der Bundesbank empfiehlt Arbeitslosen im Winter, weniger zu heizen und stattdessen mehr anzuziehen)

– Hans-Peter Keitel (Präsident des BDI und damit zusammen mit Dieter Hundt Herrscher und Diktator über Deutschland))

– Joachim Hunold (Vorstand „Air Berlin“, bezahlt Merz dafür, für seine Firma „Air Berlin“ Schleichwerbung zu machen )

aus n-tv:

Diskussions Serie „Agenda 09 – Werte und Märkte“

Unter der Moderation von Sabine Christiansen diskutieren Top-Entscheider aus der Wirtschaft mit namhaften Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft.

Ahja…wir haben es also bei diesem Lumpenpack mit „Top-Entscheidern“ zu tun.

Leider „vergisst“ man darauf hinzuweisen, das „Top-Entscheider“ keineswegs eine Qualitätsaussage ist.

Sabine Christiansen: Die Runden sind hochkarätig und gleichzeitig überraschend zusammengesetzt.

Was ist daran „überraschend“? Christiansen hatte stehts eine Vorliebe für die „Reichen und Mächtigen“. Die „Armen und Ohnmächtigen“ bedachte sie stets mit Missachtung und Abscheu.

Aber als „hochkarätig“ würde ich diese Leuten nicht nennen. eher als „niederster Abschaum der Zivilisation“.

Wir werden die komplexen Fragen lebhaft und anschaulich anhand von vielen Beispielen diskutieren, mit dem Ziel, Denkanstöße für die Zukunft zu geben.

Jaja… mit „Denkanstößen“ kennt sich Sabinchen aus. Jede ihrer ARD-Sendungen gab von Montag bis Mittwoch die herrschenden Themen für Medien und Schröder-Politik vor. Und weil sie die Kunst der Manipulation mit weiblichem Charme meisterhaft beherrscht, haben sie die Mächtigen in die Medien zurückgeholt. Ihrer bisherigen Bestimmung entsprechend für „heimlichen“ CDU-FDP-Wahlkampf. Mit Sicherheit wird ihre persönliche Freundin Angela M. auch zu den Gästen dieser Göbbels-Propaganda gehören.

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Gleich im Anschuss an „Christiansen 2.0“ wiederholt Phoenix die Sendung „Phoenix-Runde – Ist die deutsche Wirtschaft noch zu retten?

Hier beträgt das Verhältnis Kapital vs. Arbeit 3:1

Michael Meister (stellvertretender Vorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Assistent von Friedrich Merz)

Reinhard Göhner (gehört zu Hundt und  Keitel beim Arbeitgeberverband),

Gabriele Eckert (Schwedische Handelskammer in Deutschland)

und als „Gegengewicht“:

Wolfgang Uellenberg-van Dawen (ver.di-Bundesvorstand)

Noch ausgewogener können Medien in einer Diktatur des Kapitals Demokratie kaum sein, oder?
.

Heine schrieb einst:

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

(…)

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Deutschland, ein Wintermärchen

heute schon gelacht?

22. April 2009

Bild.de sprach mit dem eigenen Chef, Mathias Döpfner, dem Vorstandvorsitzenden der Axel Springer AG

„Wer versucht, mit möglichst wenig Journalismus möglichst viel Geld zu verdienen, wird scheitern.“

und dann:

Nach dem Rekordgewinn 2008 will Europas größtes Zeitungshaus die Wirtschaftskrise in diesem Jahr möglichst stabil bewältigen.

Wie denn nun? Scheitert der Springer-Konzern oder macht er Rekordgewinne mit dem Heucheln von Journalismus?

„Ich glaube, dass das Internet den Journalismus besser machen wird.“

Bisher ist aber eher das Gegenteil zu beobachten. Nicht ohne Grund gibt es Bildblog.de

Viele deutsche Blätter seien dank ihrer höheren Qualität auch krisenresistenter als manche Titel in den USA.

So ein Unfug! Nicht ihre Qualität, sondern ihre kritiklose Loyalität gegenüber ihren Werbekunden hält das Pack der Mainstream-Medien auf Kurs und über Wasser.

„Eine Arbeitsteilung, dass die einen mit hohem Aufwand Inhalte produzieren und die anderen diese im Netz kopieren und vermarkten, ohne dafür zu bezahlen, wird auf Dauer nicht funktionieren.“ Diese Gesetzeslücke müsse dringend geschlossen werden.

Autsch! Dann wäre Döpfner der Erste, der in den Kerker kommt. Zusammen mit seiner widerlichen Brut aus Chefredakteuren von BILD und WELT.

Direkte Staatshilfen für die Medien lehnte der Springer-Chef als „unverzeihlichen Tabubruch“ energisch ab.

Aber gegen indirekte Staatshilfen für sich und seinen „Werbepartner“ Allianz durch Riester und Rürup hat er nichts einzuwenden. Auch nicht gegen verkaufsfördernde Exclusiv-Interviews mit Merkel und „Skirowdyunfall-Opfer“ Althaus.

Man muss offensichtlich völlig realitätsfern sein, um bei Friede Springer Karriere machen zu können.

PS:  Gossengoethe F.J.Wagner vertritt bekanntlich den Grundsatz „Hängt die Kleinen und lasst die Großen laufen!“ In seinem aktuellen Gesabber gesteht er Ladendiebstähle und Spanneraktivitäten.

Ob er wohl als bekennender Wiederholungstäter freiwillig für ein paar Jahre ins Zuchthaus einzieht?  😀