Anne Will im focus

Der focus-„Medienjournalist“ Josef Seitz hatte am Sonntagabend nichts zu tun und beschloss, sich die Propaganda-Talkshow der Anne Will anzuschauen.

In dieser Laberrunde ging es um die (rhetorische) Frage „Lohnt der Kampf um jeden Arbeitsplatz?

Aber der tolle Herr Seitz hatte wohl schon um 21:45Uhr am Sonntag zu tief ins Glas geschaut und so fabrizierte er einen „Artikel“ mit der Überschrift „Der Kapitalismus ist am Ende…“

Wie er darauf kommt? Ganz einfach: Die Will-Rdaktion hat in humorvoll-provokanter Absicht vor einem Opel-Werk eine Unterschriftensammlung veranstaltet. Dabei ging es aber keineswegs um die DDR, sondern um die Frage nach Verstaatlichung und einem (augenzwinkernd) „VEB Opel“

Das war dann doch zuviel für den „Journalisten“ Seitz der rechtsliberalen Hetzpostille “ Focus“. Und so setzte er sich an seinen Schreibtisch und erstellte einen Wutausbruch über die Anne-Will-Show, welcher sogar das bekannte BILD-Niveau kilometertief unterbietet:

Schön muss es in der DDR gewesen sein. Gut, innen drin gab es die Stasi.Außen rum die Mauer.Und die Arbeitszeit verbrachte man notgedrungen damit, stundenlang in der Schlange zu stehen für ein Paar Sommerschuhe.

Toll! Herr Seitz kennt sie DDR bis ins kleinste Detail!

20 Jahre lang seit der Wiedervereinigung hat der Westen den Osten erobert.

Ganz meine Meinung! Statt „20 Jahre Mauerfall“ sollten wir ehrlicherweise „20 Jahre Eroberung Ostdeutschlands“ feiern. Wem zmindest nach Feiern zumute ist: Kohl, Ackermann, Hundt und diverse Ostdeutschlandbesitzer mit „von und zu“ im Namen, welche mit Hilfe der Treuhand und ein paar Silberlingen „Demokratie und Freiheit“ über die ehemaligen DDR-Bürger brachten.

So tief ist die Krise der Banker, die Gier der Manager, die Verzweiflung der Gemanagten ins Unterbewusstsein eingedrungen. Die Rationalität tut sich dagegen schwer.

Rationalität? Na klar! Mit Rationalisierungen und der damit herbeigeführten Arbeitslosigkeit kennt sich des Kapitals Journalist natürlich aus. Oder meint er eine „rationale Antwort“ auf die Opel-Krise? Aber was bitte schön war am wildgewordenen Finanzmarktkapitalismus der Banker und Manager rational? Man weiß es nicht… (Seitz übrigens auch nicht)

die perfekte Steilvorlage für den Chef-Populisten der Linken, Bodo Ramelow. Der schürt den Anti-Amerikanismus, schiebt die Schuld an der Misere in die USA, das Land des Bösen.

Ja…wer ist denn nun der „Chef-Populist der Linken“? Lafontaine, Ramelow, Gysi oder vielleicht Bugs Bunny?

Ramelow schürt also „Anti-Amerikanismus“, wenn er die Schuld an der Krise den USA zuweist.

Aber Moment mal! War der erste „Anti-Amerikanismus-Schürer“ nicht die Merkel-Regierung? Hatte sich nicht die USA-Hasserin Angela Merkel bereits im Oktober 2008 vor die Presse gestellt mit der Behauptung: „Die USA haben eine Krise ausgelöst, Deutschland ist davon aber nicht betroffen?“ 😉

Die Sehnsucht nach der alten DDR dominiert. Bodo Ramelow doziert.

Weder Bodo noch ein anderer Talkgast hat irgeneine „Sehnsucht nach der DDR“ zum Ausdruck gebracht. Ganz im Gegenteil. Frau Will hat mit „Verstaatlichung = DDR“ nach typischer Manier provoziert, aber niemand (selbst der rechte Herr Jörges vom stern nicht) ist auf diese Will-Einwürfe eingegangen. Was zur Hölle hat Seitz da im TV gesehen?

Er (Ramelow) bedenkt die trotz roter Kleidung unendlich blasse SPD-Vize Andrea Nahles mit seinem vergifteten Duzen.

Ahja…ein „vergiftetes Duzen“.

Die Angst der Kapitalisten vor einer Abkehr der „SPD“ von der CDU hin zur Linken scheint gewaltig (wenn auch unbegründet) zu sein. Sie und ihre Schreiberlinge setzen alles daran, einen Keil zwischen die „SPD“ und die Linke zu treiben. Notfalls eben auch „vergiftete“ Keile.

Noch deutlicher als mit dieser Wortwahl kann man nicht zum Ausdruck bringen, wie sehr man eine Feindschaft zwischen „SPD“ und Linke wünscht.

Das gab es in deutschen Medien achon einmal: Schon 1925 erklärten die Medien Sozialdemokraten zu „Volksverrätern“, welche gemeinsam mit der KPD dem braunen Unheil entgegentreten wollten. Die Reaktion der damaligen SPD war die Gleiche wie heute: Vor lauter Angst vor „schlechter Presse“ unternahm die SPD-Führung alles, um nicht mit den Kommunisten in einen Topf geworfen zu werden. Die folgende Entwicklung ist bekannt: Diese Spaltung machte den Weg frei für den Faschismus mit der Finanz- und Rüstungsmarionette Hitler als „Reichskanzler“.

Wer aus der Geschichte nichts lernt ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!

Übrigens…Ramelow und Nahles duzen sich schon seit Jahren auf den Fluren des Bundestages und beim Plausch in diversen Berliner Cafès.

Oder hat Herr Seitz einfach nur Angst, Nahles (angeblich SPD-Linke) könnte mit sozialdemokratischen Ideen der Linken „vergiftet“ werden? Vielleicht ist diese Angst berechtigt: Als angebliche „SPD-Linke“ hat Nahles in der Vergangenheit zwar heftig links geblinkt, ist dann aber doch mit Schröder, Müntefering, Clement, Struck & Co rechts abgebogen.

Und die nickt, solange sie sich unbeobachtet von der Kamera fühlt, gerne zu seinen Linke-Thesen.

Hochverrat! Nahles stimmt still und heimlich Ramelow-Aussagen zu! Auf den Scheiterhaufen mit ihr!

So eine dumme Nuss! Obwohl Andrea Nahles schon (gefühlte) 1000 Mal in solchen Talkshows war, sind ihr die Kameras im Studio bis heute nicht aufgefallen! 😀

.

Nicht nur der Kapitalismus steckt in einer Glaubwürdigkeitskrise, seine Politiker und Medien-Huren ebenso. Zum Marktfetischisten Solms von der FDP bringt Seitz nur 2 unklare Nebensätze zustande. Die Sofa-Gäste hat er vor lauter Kommunismus-Angst offenbar nicht bemerkt.

Aber das ist egal:

Die Bürger sollen die Realität so wahrnehmen, wie sie von den Medien dargestellt wird. Nicht anders!

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One Comment - “Anne Will im focus”

  1. Silberling Says:

    He, ich habe den

    diverse Ostdeutschlandbesitzer mit “von und zu” im Namen

    nicht geholfen „Demokratie und Freiheit” über die ehemaligen DDR-Bürger zu bringen. 😉


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